Corona- Pandemie: Hinweise der Gesetzlichen Unfallversicherungen

Informationen für Unternehmen zu Coronavirus SARS-CoV-2

Stand 12.03.2020

Von China ausgehend breitet sich derzeit das neue Coronavirus SARS-CoV-2 aus. Die damit einhergehende Erkrankung wird als Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) bezeichnet. Die schnell steigenden Fallzahlen betreffen inzwischen viele europäische Länder und auch Deutschland. Insgesamt weist die Entwicklung der Fallzahlen und Infektionsraten eine hohe Dynamik auf.

Organisatorische oder individuelle Schutzmaßnahmen in Unternehmen, die über Regelungen zu rückkehrenden Beschäftigten oder persönlichen geschäftlichen Kontakten hinausgehen, er- geben sich aus den Vorgaben der unten aufgeführten Institutionen. Bei Risikobewertung sowie Planung und Durchführung von Maßnahmen sollte der Betriebsarzt/die Betriebsärztin beteiligt werden. Folgende Informationen und Quellen sind für Unternehmen sinnvoll:

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat zu dem Thema Informationen zu- sammengefasst (Link 1) und gibt Hinweise für betriebliche Pandemiepläne (Link 2) 

https://www.dguv.de/de/praevention/themen-a-z/biologisch/neuartiges-coronavirus-2019- ncov/index.jsp

https://www.dguv.de/de/praevention/themen-a-z/biologisch/pandemieplanung/index.jsp

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat zu Mundschutz und Handhygiene Informationen bereitgestellt. Besonderer Wert ist auf eine angemessene Handhygiene und Husten- und Nies-Etikette sowie einen entsprechenden Abstand zu legen 

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

Das Robert Koch-Institut (RKI) liefert die Daten zu Fallzahlen, Krankheitsdefinition und Umgang mit möglicherweise infizierten Personen 

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Eine Beurteilung der aktuellen Situation in Deutschland findet sich auf den Seiten des Bundes- ministeriums für Gesundheit


https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

Bei Auslandsreisen (z.B. Fahrten zu Turnieren, etc.) sind die tagesaktuellen Hinweise auf den Länderseiten des Auswärtigen Amtes hilfreich

https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise

Die aktuelle Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Vorgaben für Schutz- maßnahmen und Reisempfehlungen finden Sie hier:

https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019


Tipps der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherungen zur betrieblichen Pandemieplanung

Betriebe haben zum Schutz ihrer Mitarbeiter eine Gefahrenalalyse und eine betriebliche Pandemieplanung zu erstellen und deren Umsetzung zu garantieren:

  1. Vorbereitet sein
  2. Ansprechpartner/ Verantwortliche benennen
  3. Beschäftigte informieren
  4. Fachleute einbeziehen
  5. Impfungen
  6. Hygiene am Arbeitsplatz
  7. Personalausfall einplanen
  8. Erkrankungen managen
  9. Dienstreisen, Tagungen, Fortbildungen, Prüfungen, Kundenkontakte planen
  10. Planungen ständig aktualisieren

Hygiene am Arbeitsplatz

Arbeitgeber:

  1. Halten Sie Waschmöglichkeiten, geeignete Hautreinigungs- und Pflegemittel für die Hände bereit.
  2. Denken Sie an rechtzeitige Bevorratung von Materialien (gegebenenfalls geeignete Desinfektionsmittel und persönliche Schutzausrüstung wie z.B. geeignete Schutzhandschuhe und in besonders gefährdeten Bereichen wie z.B. Gesundheitsdienst geeignete Atemschutzmasken FFP2/FFP3).
  3. Stellen Sie Hände-Desinfektionsmittel- spender auf, wenn Waschmöglichkeiten fehlen.
  4. Unterweisen Sie Ihre Beschäftigte im hygienischen Verhalten.
  5. Legen Sie fest, wie verfahren wird, wenn während der Arbeit Beschäftigte Krank- heitssymptome bekommen.
  6. Weitere offizielle Infos : https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/materialiendownloads.html?tx_dotdownload_pi1%5BiFileUid%5D=4301&tx_dotdownload_pi1%5Baction%5D=download&tx_dotdownload_pi1%5Bcontroller%5D=Download&cHash=3d3e8cb9d28bb93945eb89339f5493c3

Arbeitnehmer

  1. Vermeiden Sie unnötige Handkontakte.
  2. Waschen Sie sich häufiger die Hände, z.B. nach Personenkontakten und Berühren von Gegenständen, die möglicherweise von Erkrankten angefasst wurden, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln.
  3. Vermeiden Sie unbewusstes Berühren von Augen, Mund und Nase.
  4. Nutzen Sie Hände-Desinfektionsmittel, wenn keine Möglichkeit zum Waschen der Hände besteht.
  5. Halten Sie Abstand (2m) zu anderen Personen, insbesondere hustenden.
  6. Als Hustende: halten Sie Abstand zu anderen, husten Sie in die Ellenbeuge, nicht in die Hand.
  7. Lüften Sie Ihre Arbeitsräume etwa 4 Mal täglich für ca. zehn Minuten.
  8. Beachten Sie die in Ihrem Betrieb festgelegte Vorgehensweise beim Umgang mit erkrankten Kolleginnen/Kollegen.
  9. Weitere offizielle Infos: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/materialiendownloads.html?tx_dotdownload_pi1%5BiFileUid%5D=4300&tx_dotdownload_pi1%5Baction%5D=download&tx_dotdownload_pi1%5Bcontroller%5D=Download&cHash=4fa0d2baef06ac324040ad4edfa26b0f

Corona- Virus: Folgen für Deine Berufsausbildung

Das derzeitige Geschehen um den Corona- Virus ist ein so graviernder Prozess, den es seit dem Ende des 2. Weltkrieges nicht gegeben hat und deren Auswirkungen auch in Deiner Berufsausbildung große Auswirkungen haben wird. Viele von Euch sind jetzt verunsichert. Logisch. Angst ist aber ein ganz schlechter Ratgeber. Deshalb einige wichtige Ratschläge, um möglichst unbeschadet Eure Ausbildung zu beenden.

SARS-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2, Isolat SARS-CoV-2/Italy-INMI1). Elektronenmikroskopie, Negativkontrastierung (PTA). Maßstab: 100 nm. Quelle: Tobias Hoffmann, Michael Laue, Robert Koch-Institut (RKI), 2020. SARS-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2, Isolate SARS-CoV-2/Italy-INMI1).
  1. Egal was passiert, egal, was Du machst, schreibe Deinen Ausbildungsnachweis (Berichtsheft) konsequent weiter. Dazu gehört nicht nur die Arbeit im Betrieb, sondern auch das Lernen der Theorie anstelle des ausgefallenen Berufsschulunterrichtes.
  2. Fällt der Berufsschulunterricht aus, fällt auch die Freistellung zur Berufsschule weg und Du musst im Betrieb ausgebildet werden. Bekommst Du aber von der Berufsschule Lerneinheiten zur Bearbeitung, dann muss der Betrieb Dich für die Bearbeitung natürlich freistellen. Die notwendigen Arbeitsmittel für Deine Ausbildung im Betrieb (Fachliteratur, Internetzugang, Fachsoftware, Rechner, Drucker, usw.) muss der Betrieb Dir zur Verfügung stellen. So steht es in der Verordnung des Berufes Pferdewirt/in und im Berufsbildungsgesetz.
  3. Derzeit fallen wegen der Kontaktbeschränkungen nahezu alle Zwischen- und Abschlussprüfungen aus. Mindestens bis nach Ostern, wahrscheinlich aber länger. DU musst jetzt keine Angst haben, dass Du deshalb keine Abschlussprüfung machen kannst. Es wird faire Regeln geben, wie Du zu Deiner Abschlussprüfung kommen wirst. DU bist kein Einzelfall. Keine Angst, nur derzeit kann niemand sagen, wann und wie das passiert. Dafür müssen wir alle Verständnis und wirklich einmal Geduld haben, das haben wir alle noch nicht erlebt. Also keine Panik! In Deinem Ausbildungsvertrag steht immer ein Enddatum der Berufsausbildung, dann endet die Ausbildungszeit im Betrieb. Der Vertrag endet auch, wenn es bis zu diesem Vertragsende keine Möglichkeit zur Abschlussprüfung gab. Auch wenn Dein Berufsausbildungsvertrag z.B. am 31.07.20 endet und es keine Möglichkeit der Zwischen- bzw. Abschlussprüfung gab, dann hast Du das Recht zum nächstmöglichen Zeitpunkt Deine Abschlussprüfung zu machen. Obwohl Du kein Auszubildender/e des Betriebes mehr bist, muss der ehemalige Ausbildungsbetrieb die Prüfungen noch bezahlen. Das steht im Berufsbildungsgesetz. Du könntest also ab dem Ausbildungsende, so wie im Vertrag festgeschrieben, bereits eine neue Stelle aufnehmen und machst dann aus der neuen Stelle heraus die nötigen, noch ausstehenden Prüfungen. Natürlich kannst Du auch eine weitere Berufsausbildung, eine weiterführende Schule oder ein Studium beginnen und als Schüler, Weiterbildungsschüler oder Student die noch fehlende Abschlussprüfung machen. Teilweise wird empfohlen, einen Antrag bei der Zuständigen Stelle nach Rücksprache mit dem Ausbildungsbetrieb auf Verlängerung des Ausbildungsvertrages zu stellen. Das solltest Du Dir gut überlegen. Einerseits kann es ein wenig Sicherheit bedeuten, andererseits arbeitest Du als quasi ausgebildete Fachkraft für einen Hungerlohn.
  4. Kurzarbeit? Auch wenn Deine Kollegen vom Betrieb in Kurzarbeit geschickt werden, gilt das nicht für Dich, denn für Auszubildende gelten die Kurzarbeiterregeln nicht. Dein Betrieb muss Dich, so hat der Betrieb das im Ausbildungsvertrag unterschrieben, auch dann ausbilden, wenn wenig Arbeit ist. Gerade dann wäre ja Zeit für Ausbildung!
  5. Haltet Abstand! Wascht Euch gründlich die Hände! Hockt nicht zusammen rum! Teilt nicht das Mobile! Keine Kontakte im Privatbereich! Nutzt die Zeit für ein Fachbuch oder eine Fachzeitschrift! Natürlich muss der Betrieb die derzeitigen Hygienevorschriften einhalten: Professionelle Reinigung und Desinfektion der Sanitär- und Sozialräume (Nicht durch die AZUBIS!), Seife, Desinfektion und Papierhandtücher in Waschräumen und Toiletten, Abstand von mindestens 1,5 Meter, Ausdünnung des Personals z.B. durch Früh- und Spätschicht, KEINE Sportausübung, KEIN Reitunterricht für Kunden! Reitunterricht für Euch im Rahmen der Ausbildung ist gestattet. Kein Betrieb darf Euch anweisen, die derzeitigen Hygieneregeln zu missachten! Da musst Du konsequent sein. Wer glaubt, dass junge Leute nicht schwer erkranken oder sogar sterben können durch eine Infektion mit dem Coronaro-Virus, der irrt.

Hier gibt es seriöse Infos:

www.infektionsschutz.de

www.bundesregierung.de

Offizieller Leitfaden für alle pferdehaltenden Betriebe mit Publikumsverkehr während der Coronakrise

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen

Sicherstellung der Versorgung von Pferden in Nordrhein-Westfalen unter den Maßgaben zur Eindämmung der Coronainfektionen

Leitfaden für alle pferdehaltenden Betriebe mit Publikumsverkehr

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen und die Bundesregierung haben zur Eindämmung des Coronavirus Maßnahmen ergriffen, die mit einer deutlichen Einschränkung der individuellen Bewegungsfreiheit verknüpft sind. Ziel ist die massive Verringerung sozialer Kontakte, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Die Regelungen sind verbindlich. Sie führen zu einer Einstellung des sportlichen Regelbetriebs in Vereinen und Betrieben / Reitschulen.

Pferdesportvereine, Pferdebetriebe und Pferdehalter haben unter der Maßgabe des Tierschutzes die Aufgabe, dennoch die Versorgung der Pferde im Rahmen der Grundbedürfnisse einschließlich der Bewegung sicherzustellen. Dabei sind die Belange des Infektionsschutzes zwingend zu berücksichtigen.

Der vorliegende Leitfaden klärt dazu wesentliche Fragen. Mit Blick auf die Erlasslage in Nordrhein- Westfalen und die bundesweit geltenden Einschränkungen verdeutlicht er die veränderten Rahmenbedingungen. Er zeigt auf, wie eine konsequent an die Situation angepasste Organisation aller Abläufe in der Pferdebetreuung zu gestalten ist, damit die vom Robert-Koch-Institut formulierten Anforderungen an den Infektionsschutz gewahrt werden.

Ausgangslage (Stand:16.3.2020)

Auszug aktueller Regelungen, die sich auf die Pferdehaltung und- versorgung auswirken:

1.Zusammenkünfte in Sportvereinen, sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen ab dem 17.03.2020 sind einzustellen (MAGS NRW, 15.3.2020))

2. Der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen ist zu schließen. Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sind zu verbieten (Bundesregierung, 16.3.2020)

3.  Aktuelle Informationen des Landes NRW zum Thema Corona können unter https://www.land.nrw/corona abgerufen werden.

Anforderungen des Infektionsschutzes

Informationen zum Schutz vor dem Coronavirus SARS CoV2 stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf der Internetseite www.infektionsschutz.de bereit.
Dieser Leitfaden überträgt die dort empfohlenen Maßnahmen in das Umfeld der Pferdesportanlage und den Alltag der notwendigen Pferdeversorgung.

Wichtige Aspekte sind:

 Information aller Beteiligten

  Aufstellen und Einhaltung verbindlicher Regeln

  Beschränkung der sozialen Kontakte auf das unverzichtbar Notwendige

  Betretungsverbot bei Symptomen einer Erkrankung der Atemwege

  Abstandhalten und Verzicht auf Berührung/Händeschütteln

  Händehygiene

  Husten- und Niesregeln

Anforderungen des Tierschutzes

Das Deutsche Tierschutzgesetz definiert, dass jedes Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden muss. Zudem darf die Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass dem Tier dadurch Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden.

Sichergestellt sein muss daher:

  Pferdegerechte Fütterung

  Pflege der Boxen (Ausmisten und Einstreuen, Kontrolle der Tröge und Tränken)

  Tägliche Tierkontrolle (Ist das Pferd gesund? Liegen Verletzungen vor?)

  Tägliche mehrstündige Bewegung (kontrollierte und freie Bewegung ). Es muss fachlich geprüftwerden, ob und in welchem Umfang die kontrollierte Bewegung durch Personen reduziert werden kann und in wie weit z.B. der alleinige Weidegang, die Bewegungsanlage oder der Gang auf das Paddock ausreichend ist.

  Notwendige tierärztliche Versorgung

  Ggf. notwendige Versorgung durch den Schmied

Maßgaben für die Umsetzung

1. Organisatorische Aspekte

Benennung einer verantwortlichen Person

Für die Umsetzung und Einhaltung der notwendigen Regeln bedarf es einer verantwortlichen Leitung. In Pensionsbetrieben und Reitschulen ist das in der Regel der Betriebsleiter. Bei Vereinen liegt die Verantwortung in den Händen des Vorstandes. Bei Bedarf kann die Aufgabe an geeignete Personen delegiert werden.

Information und Kommunikation

Es ist zwingend erforderlich, dass alle Beteiligten einen guten Kenntnisstand zum Infektionsschutz besitzen und die aufgestellten Verhaltensregeln eingehalten werden. Eine Missachtung der Regeln muss unterbunden werden. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen oder Fieber haben keinen Zutritt!

Für die Kommunikation eignen sich Aushänge, Internet, Messenger, E-Mail-Verteiler und andere digitale Formate sowie Einzelgespräche der Leitung. Gruppenzusammenkünfte sind aus Infektionsschutzgründen hierzu nicht geeignet.

Begrenzung und Festlegung von Anwesenheitszeiten

Ausschließlich die für die Versorgung und Bewegung der Pferde notwendigen Personen haben Zutritt. Die Anwesenheitszeit wird auf das notwendige Minimum reduziert. Hierbei ist von maximal 2 Stunden pro Pferd und Tag auszugehen. Dabei ist nur eine Person je Pferd erforderlich. Bei Minderjährigen ist zu prüfen ob aus Gründen der Aufsichtspflicht eine unmittelbare Beaufsichtigung durch eine erwachsene Person notwendig ist. Sollte dies der Fall sein, so ist zu prüfen, ob die Pferdepflege nicht durch eine andere Person allein vorgenommen werden kann. Bei Bedarf wird ein Anwesenheitsplan erstellt, der die Anwesenheitszeiten festlegt. So kann sichergestellt werden, dass nur so viele Personen gleichzeitig anwesend sind, wie es mit gutem Infektionsschutz vereinbar ist. Die entsprechende Einordnung durch die verantwortliche Person muss vor Ort und in Abhängigkeit mit der jeweiligen Infrastruktur erfolgen.

Nachvollziehbarkeit und Dokumentation der Anwesenheit

Damit im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus die sozialen Kontakte nachvollzogen werden können, sollen die beteiligten Personen diese dokumentieren. Das kann vor Ort durch Listen oder individuell durch alle Personen erfolgen.

Anwesenheit von Tierarzt, Schmied und Dienstleistern

Wenn eine Versorgung durch den Tierarzt oder Schmied erforderlich ist, erfolgt dies in Absprache mit der verantwortlichen Leitung (Ausnahme: akute Erkrankung und Notfallversorgung). Die Anwesenheit weiterer Dienstleister (z.B. Sattler, Physiotherapeuten etc.) muss ebenfalls mit der Leitung abgesprochen werden. Es ist abzuwägen, ob eine Dienstleistung nicht auch zu einem späteren Zeitpunkt erbracht werden kann.

Mitarbeiter des Betriebs

Sofern ein Betrieb auf Grund seiner Größe über eine entsprechende Anzahl Mitarbeiter verfügt, empfiehlt sich die Arbeit in einem strikten Schichtsystem. Im Falle von Infektionen mit dem Coronavirus kann dies dazu beitragen, dass nicht alle Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt werden.

Vertretungsregelungen

Im Fall von Erkrankungen oder notwendiger Quarantäne muss die Versorgung des Pferdes sichergestellt sein. Der verantwortlichen Leitung wird empfohlen, von allen Pferdebesitzern eine entsprechende Vertretungsregelung einzuholen.

Möglichkeit für die Händehygiene

Verein oder Betrieb müssen sicherstellen, dass die Anforderungen an die Händehygiene erfüllt werden können. Waschbecken, Seife und (Papier-)Handtücher müssen stets zur Verfügung stehen.

Schließung von Reiterstübchen und Sozialräumen

Das Betretungsrecht bezieht sich ausschließlich auf die notwendige Versorgung der Pferde. Gesellige und soziale Kontakte sind darüber hinaus nicht möglich. Die entsprechenden Räumlichkeiten (z.B. Reiterstübchen) sind zu schließen. Sämtliches soziales Beisammensein ist zu unterbinden.

2. Verhaltensregeln für die betreuenden Personen der Pferde

Einhalten aller Maßgaben zum Infektionsschutz

Jede Person verpflichtet sich ausdrücklich zur Einhaltung aller aufgestellten Regeln. Nur unter dieser Maßgabe kann die zuverlässige Versorgung der Pferde sichergestellt werden. Der Vorsorgegedanke gilt ausdrücklich auch dem Infektionsschutz der Betriebsmitarbeiter.

Reduzierung der Anwesenheitszeit und Eigenverantwortung

Auch wenn es schwerfällt: Jede Person verpflichtet sich dazu, die eigene Anwesenheitszeit auf die angemessene Versorgung des Pferdes zu reduzieren. Ziel ist nicht die Ausübung des Sports oder die Freizeitgestaltung. Maßgeblich ist der Schutz der Menschen vor einer Coronainfektion. Daher sind sämtliche Maßnahmen so auszurichten, dass der basale Anspruch des Tierschutzes erfüllt wird. Darüber hinausgehende Aktivitäten müssen unterbleiben. Die Aufrechterhaltung und Sicherstellung der Pferdeversorgung hängt maßgeblich von der Eigenverantwortung aller Beteiligten ab.

Keine Begrüßungsrituale

Auf gängige Begrüßungsrituale wie Händedruck oder Umarmungen ist ausdrücklich zu verzichten.

Händehygiene
U
nmittelbar nach dem Betreten der Anlage ist auf direktem Wege der Sanitärbereich aufzusuchen, um die Hände gründlich zu waschen und ggf. zu desinfizieren, bevor weitere Gegenstände wie z.B. Putzzeug, Besen, Schubkarren etc. angefasst werden. Vor dem Verlassen der Anlage ist ebenfalls eine gründliche Händehygiene durchzuführen. Generell ist das zusätzliche permanente Tragen der Reithandschuhe oder anderer Handschuhe sinnvoll.

Abstandregeln

Ein Mindestabstand von 1 bis 2 m zu anderen Personen im Stall ist bei jeglichen Tätigkeiten rund um die Betreuung der Pferde einzuhalten. Beengte Räumlichkeiten wie beispielsweise Sattelkammern werden einzeln betreten. Die Abstandsregeln sind auch bei der Pferdevor- und -nachbereitung und bei dem Passieren auf der Stallgasse einzuhalten.

Anzahl der Pferde in der Halle und auf dem Platz

Die Anzahl der Pferde, die sich gleichzeitig in der Halle oder auf dem Platz befinden, ist zu begrenzen. Orientierung bietet die Formel: 200 Quadratmeter je Pferd (das entspricht vier Pferden auf einer Fläche von 20x40m).

Informationsquellen

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziale in Nordrhein-Westfalen

www.mags.nrw

Robert-Koch-Institut

www.rki.nrw

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

www.bzfga.de www.infektionsschutz.de

Pferdesportverband Westfalen

www.pferdesport-westfalen.de

Pferdesportverband Rheinland

www.psvr.de

Deutsche Reiterliche Vereinigung

www.pferd-aktuell.de

Welche Regeln gelten eigentlich? Gibt es einen Tarifvertrag für Pferdewirte?

n.n., 24.02.2020

Guten Tag Herr Arnold, 

mein Name ist n.n.(dem Admin bekannt), ich habe hier auf dem Hof, auf dem ich bisher eine Vollzeitanstellung hatte, fristgerecht auf Ende Februar gekündigt. 

Meine Arbeitgeberin ist was den letzten Arbeitstag betrifft nicht sehr kooperativ und beruft sich auf Überstunden, die ich laut Vertrag noch abzuleisten hätte. 
Ich stehe aktuell mit mehreren Leuten im Kontakt um das ganze zu klären. 
Da kam die Frage auf, nach den Regelungen im Tarifvertrag bezüglich Mehrarbeit und Überstunden, was bedeutet das usw. . Gibt es überhaupt einen Tarifvertrag und wenn ja, wo finde ich den? 

Dietbert Arnold, 01.03.2020

Liebe n.n.,

leider musstest Du ein wenig auf eine Antwort warten, weil ich anderweitig unterwegs war. Da ich diese Seite in meiner Freizeit betreibe, kann es deshalb vereinzelt zu Wartezeiten führen. Nun aber zu Deinem Problem:

Für Pferdewirte/innen gibt es KEINE Tarifverträge. Ausnahmen sind die Landgestüte als Arbeitgeber. Warum seid Ihr nicht tarifgebunden oder besser ausgedrückt durch einen Tarifvertrag geschützt. Die Antwort ist ganz einfach: Einen Tarifvertrag für eine Berufsgruppe schließen immer die Arbeitgeberorganisation und die Arbeitnehmerorganisation. Bei den Arbeitgebern sind das der Arbeitgeberverband und bei den Arbeitnehmervertretern die Gewerkschaft. Diese beiden Sozialpartner beraten über die Bedingungen der Arbeit und schließen Lohn- und Manteltarifverträge ab. Die gelten aber nur, wenn der Betrieb im zuständigen Arbeitgeberverband und die Mitarbeiter in der zuständigen Gewerkschaft Mitglied sind.

Für die Betriebe ist die Situation doch easy, keine Regeln aus einem Tarifvertrag bedeutet, die können fast alles machen, was sie wollen. Kein Wunder also, dass Berufe mit Tarifverträgen im durchschnitt doppeltet so hohe Gehälter haben als tariffreie Branchen.

Und jetzt könnte ich sagen: Ihr habt ja alle selber Schuld, dass Ihr keinen Tarifvertrag habt! Ein bisschen stimmt das nämlich. Warum? Ganz einfach, kaum ein Pferdewirt/in ist Mitglied in ihrer Gewerkschaft (Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt, IG BAU) und deshalb können die ganz wenigen, organisierten Pferdewirte/innen die Arbeitgeber nicht zwingen, auch sich im Arbeitgeberverband zu organisieren und einen Tarifvertrag abzuschließen. Die Arbeitgeber haben natürlich überhaupt kein Interesse, einen Tarifvertrag zu vereinbaren und haben auch verdammt wenig Respekt vor ihren Arbeitnehmern. Die sind ja nicht organisiert und kommen nur einzeln unter die Augen der Chefs. Dann werde die meisten natürlich ganz klein. Nur wenn Ihr Euch alle organisiert, dann sieht das Ganze schon anders aus, weil Ihr Pferdewirte/innen dann sagen könnt: Chef, wenn das nicht fairer wird mit der Bezahlung und den Arbeitsbedingungen, dann streiken wir mal, dann könnt ihr alle alleine mal den Stall machen. Und das scheuen Chefs wie der Teufel das Weihwasser.

Also gilt für Dich der Arbeitsvertrag, den Du mit Deinem Betrieb abgeschlossen hast. Ich hoffe, Du hast einen Arbeitsvertrag? In dem Arbeitsvertrag muss eigentlich stehen, wie viele Stunden Du zu arbeiten hast. Hast Du Deine Arbeitszeiten dokumentiert? Eigentlich muss auch Dein Arbeitgeber die wichtigsten Bestimmungen des Arbeitsvertrages niedergeschrieben und auch die Stunden dokumentiert haben. Wenn Du natürlich keine Aufzeichnungen hast, dann kann Dein Betrieb natürlich viel behaupten.

Was tun?

Du brauchst eine richtige Rechtsberatung. Die würde die Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt natürlich kostenfrei für Dich vornehmen und notfalls auch Dich vor Gericht vertreten. Dumm ist, dass Du wahrscheinlich nicht Mitglied der Gewerkschaft bist und der Versicherungsfall natürlich schon eingetreten ist. Laut Satzung vertritt die Gewerkschaft Dich dann nicht, weil, wenn alle erst eintreten, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann habt ihr natürlich nicht genug Beiträge geleistet, diesen Rechtsschutz zu finanzieren. Gewerkschaften finanzieren sich grundsätzlich durch die Mitgliedsbeiträge ihrer Mitglieder. Und dennoch kannst Du einmal bei der IG BAU vorsprechen, ob sie Dir trotzdem helfen. Wenn das so sein sollte, dann darfst Du natürlich nicht im Mai austreten. Das wäre einfach nur unfair, weil Du die Mitgliedsbeiträge vieler IG BAU- Mitglieder verbraucht hast, ohne selber in „guten“ Zeiten das ein wenig auszugleichen.

Wenn die Gewerkschaft sagt, dass sie Dich nicht vertreten kann (was Du sicher verstehen könntest), dann rate ich Dir Dich bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten zu lassen. Die Beratung und vielleicht ein deutlicher Brief des Anwaltes kostet nicht die Welt. Hilft aber oft. Rede einfach bei der ersten Beratung auch über Kosten. Das ist völlig normal und Anwälte sind deshalb nicht böse. Du wirst ja auch gefragt, was eine Reitstunde bei Dir kostet.

Wenn Du schlau bist, dann lasse entweder von der Gewerkschaft bzw. vom Anwalt Deinen neuen Arbeitsvertrag ansehen, bevor Du ihn unterschreibst. Und denke daran, unter 12,00 brutto jede Stunde gelten Arbeitnehmer nach Ansicht der Europäischen Gemeinschaft als arm!

Wenn Du weitere Fragen hast, dann melde Dich einfach wieder. Ich hoffe, es geht dann rascher.

Kein Pferd – Keine Prüfung?

n.n., 09.02.2020 (dem Admin bekannt)


Ich habe am 1.4.2018 meine Ausbildung zum Pferdewirt Spezialreitweisen Gangreiten in Bayern angefangen. Zum 1.9.2019 habe ich dann an einen Betrieb in Hessen gewechselt, da mein erster Betrieb mich nicht wirklich ausgebildet hat. Im neuen Betrieb ist es allerdings jetzt auch so, das zu mir gesagt wurde das es kein Pferd für die Abschlussprüfung gibt. 
Jetzt ist meine Frage, ob ich die Prüfung auch ohne Ausbildungsbetrieb diesen Sommer machen kann. Denn meine zukünftige Chefin würde mir Pferde stellen. Diese sind allerdings in Rügen. Sie würde mir die Pferde auch zur Verfügung stellen, allerdings soll ich an meinem Ausbildungsbetrieb die volle Einstellgebür zahlen und drei Druse Tests vorlegen bevor das Pferd kommen darf. Das würde allerdings so viel Zeit beanspruchen das es sich nicht mehr rentiert das Pferd zu holen. 
Ich hoffe sie können mir helfen oder haben Adressen wo ich mich informieren kann. 
Vielen Dank Mit freundlichen Grüßen n.n.

Dietbert Arnold, 10.02.2020

Liebe n.n., wenn ich das so lese, dann habe ich wieder das Gefühl, Recht und Gesetz gilt nicht auf Reitplätzen. Ein erheblicher Teil der Berufsausbilder pfeift auf Recht und Gesetz und lässt Euch einfach nur schuften und verdienst sich dabei dumm und dämlich an Euch.

Das darfst DU Dir nicht gefallen lassen!

Um es einmal klar und deutlich zu sagen, damit kein „Ausbilder“ sagen kann, er/sie hat es nicht gewusst: Das Berufbildungsgesetz (BBiG) gibt hier klare gesetzliche Regeln vor:

§ 14 BBiG

„Ausbildende haben Auszubildenden kostenlos die Ausbildungsmittel, insbesondere Werkzeuge, Werkstoffe und Fachliteratur zur Verfügung zu stellen, die zur Berufsausbildung und zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen, auch soweit solche nach Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses stattfinden, erforderlich sind.“ Du siehst also, Dein Betrieb muss Dir ein Pferd zur Verfügung stellen, wenn Du sonst nicht die Prüfung ablegen kannst. Das Pferd ist für Pferdewirte so etwas wie ein Werkzeug. Ohne Säge kann ein Tischler kein Brett kürzen und ohne Pferd kannst Du nicht Gangpferde reiten.

„Ausbildende haben 1.dafür zu sorgen, dass den Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit vermittelt wird, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist, und die Berufsausbildung in einer durch ihren Zweck gebotenen Form planmäßig, zeitlich und sachlich gegliedert so durchzuführen, dass das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Ausbildungszeit erreicht werden kann,“ Die berufliche Handlungsfähigkeit beinhaltet natürlich auch das praktische Reiten und zum Erreichen des Ausbildungszieles ist das Reiten auch in der Prüfung zwingend. Folglich hat Dein Betrieb dafür zu sorgen, dass Du beritten bist in der Abschlussprüfung.

§ 32 BBiG

„Die zuständige Stelle hat darüber zu wachen, dass die Eignung der Ausbildungsstätte sowie die persönliche und fachliche Eignung vorliegen.“ Und genau das muss die Zuständige Stelle in Hessen tun! Die haben die ordnungsgemäße Berufsausbildung zu überwachen und müssen reagieren, wenn es Regelverstöße gibt. Also ganz konkret: Nicht Dein vielleicht späterer Betrieb noch Du persönlich hast dafür zu sorgen, dass Du Deine Abschlussprüfung machen kannst. Nein Dein Ausbildungsbetrieb und die Zuständige Stelle haben Dir zu ermöglichen, dass Du eine im Vertrag versprochene Abschlussprüfung machen kannst. Wenn die Dir nicht helfen und Du keine Abschlussprüfung ermöglichen, dann kannst Du den Dir entstandenen Schaden, z.B. Verdienstausfall, usw. natürlich gerichtlich geltend machen. Und wenn die Zuständige Stelle nicht wirklich engagiert tätig wird, dann gibt es auch die Möglichkeit einer Dienstaufsichtsbeschwerde.

§ 43 BBiG

 „Zur Abschlussprüfung ist zuzulassen, 1.wer die Ausbildungsdauer zurückgelegt hat oder wessen Ausbildungsdauer nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet,2.wer an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen teilgenommen sowie einen vom Ausbilder und Auszubildenden unterzeichneten Ausbildungsnachweis nach § 13 Satz 2 Nummer 7 vorgelegt hat und3.wessen Berufsausbildungsverhältnis in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder die Auszubildenden noch deren gesetzliche Vertreter oder Vertreterinnen zu vertreten haben.“ Hier kannst Du ganz klar ablesen, wann die Zuständige Stelle Dich zur Prüfung zulassen muss. Das sind alleine die drei Punkte: Ausbildungsdauer erreicht, Zwischenprüfung teilgenommen und Vertrag bei der Zuständigen Stelle registriert. Und wenn Du das vorweisen kannst, dann müssen die Dich zur Prüfung zulassen.

Was kannst Du tun?

  • Als erstes sprichst Du mit der Zuständigen Stelle in Hessen. Die müssen Dir helfen. Lasse Dich nicht abwimmeln. Die müssen tätig werden!
  • Du kündigst den Ausbildungsvertrag nicht! Nur als Azubi muss Dir die Zuständige Stelle helfen. Nur als Azubi unterliegst Du dem Berufsbildungsgesetz. Nur als Azubi hast Du das Recht zur Abschlussprüfung. Nur als Azubi ist die Prüfung für Dich kostenfrei.
  • Du solltest Dir auf keinen Fall ein Pferd privat besorgen. Stelle Dir einmal vor, da passiert etwas bei der Anfahrt zur Prüfung oder in der Prüfung mit dem Pferd, da bist Du voll haftpflichtig! Ganz davon abgesehen, wer bezahlt denn die Impfungen?
  • Sage Deinem Betrieb, dass Du darauf bestehst, dass sie Dir ein geeignetes Pferd für die Prüfung kostenfrei zur Verfügung stellen. Mache deutlich, dass Du den Betrieb für alle Versäumnisse haftpflichtig machst. Der Betrieb hat Dir Ersatz zu besorgen, wenn er kein geeignetes Pferd hat.
  • Lasse Dich auf jeden Fall auch rechtlich beraten. Hilfreich sind deutliche Schreiben an die Zuständige Stelle und an den „Ausbildungsbetrieb“, die zeigen, dass Du Dir diese Behandlung nicht gefallen lässt. Das kann ein Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Arbeitsrecht sein, der Dich berät und die Briefe aufsetzt, das kann aber auch die Gewerkschaft machen, die eine Rechtsschutzabteilung hat. Wenn Du das möchtest, dann wende Dich an die Gewerkschaft Bauen Umwelt Agrar und bespreche mit denen, ob sie bereit sind, Dich zu vertreten, obwohl Du dann ja gerade erst eingetreten bist. Falls Du Dich für einen Rechtsanwalt entscheidest, dann darfst Du ruhig vorher fragen, welche Kosten z.B. für die Beratung und die Formulierung der Briefe auf Dich zukommen. Da wird kein Anwalt böse sein und das wird auch kein Vermögen sein!

Adressen

Zuständige Stelle Hessen: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH),  –  Bildung- und Beratunszentrum, Schanzenfeldstr. 8, 35578 Wetzlar; Kontakt: Brigitte Krug, T 0561.7299318,  0561.7299225, Brigitte.krug.@llh.hessen.de , Dr. Marie- Luise Rahier T 0561.7299305, F 0561.7299304, marie-luise.rahier@llh.hessen.de, Michael Stein, T 0561.7299315, F 0561.7299304, mobile 0151.12509110, Michael.stein@llh.hessen.de

Gewerkschaft IG Bauen, Agrar, Umwelt: Anspruch auf kostenlosen Rechtsschutz haben alle Gewerkschaftsmitglieder. Genauere Infos und Termine gibt es in den IG BAU-Büros In Frankfurt: 069 24 26 270, Fax: 069 24 26 27 28  sowie in Darmstadt unter Tel.: 06151-33510 Fax.: 06151-367014 erreichbar!

Regionale Büros in Hessen findest Du hier: https://igbau.de/Bueros-und-Adressen.html?Region=600.

Zu guter Letzt

Wenn Du Hilfe beim Kontakt suchst, dann melde Dich noch einmal. Dir jedenfalls wünsche ich viel Selbstbewusstsein beim Durchsetzen Deiner berechtigten Forderungen. Nicht DU musst handeln, sondern die, die Deine Prüfung unberechtigt verhindern könnten! Und manches Mal kann ein knackiger Brief eines Anwaltes oder der Rechtsschutzabteilung helfen, dass Zuständige Stellen aufwachen und Betriebe merken, dass sie kein wehrloses Opfer eingestellt haben. Selbst wenn Du nicht Deine Prüfung machen kannst, dann spart ja sogar noch Dein Betrieb die Prüfungsgebühr! Vielleicht ist das ja das Ziel! Also ran, wehre Dich, lasse Dich nicht zum Opfer machen und schreibe uns mal, wie es weitergeht.

Habt Ihr Euch schon mal um die Rente gekümmert?

Die Rente ist abhängig von Eurer Entlohnung. Nur faire Bezahlungen sichern eine menschenwürdige Rente. Jeder Euro mehr je Stunde zählt!

Aach, das ist ja noch so lange lange hin. Wer weiß, was da noch alles passiert. Stimmt. Und dennoch solltet Ihr jetzt noch weiterlesen, weil schon jetzt, heute, die Grundlagen für Eure spätere Altersversorgung gelegt werden. Warum ist das so? Ganz einfach, jedes Jahr sozialversicherte Arbeit ist ein Rentenbaustein, den Ihr übrigens auch so pi mal Daumen ausrechnen könnt. Keine Angst, diese Rechenformen können auch alle von Euch, für die Mathe ein Buch mit sieben Siegeln ist.

Die pi x Daumen Rentenformel*

(Bruttomonatslohn : 100) x Rentenbeitragsjahre = Rente im Monat

Nehmen wir gleich mal ein Beispiel und gucken, ob Ihr die Formel richtig rechnet: Im ersten Ausbildungsjahr habt Ihr € 710.- im Monat brutto verdient. Also rechnet Ihr zuerst € 710 : 100. Das sind €7,10. Das müsst Ihr jetzt mit 1 malnehmen, da Ihr ja 1 Beitragsjahr berechnen wollt. Das ist ein Rentenbaustein von € 7,10 im Monat. So könnt Ihr jetzt das zweite (z.B. € 7,60 für € 760 Bruttomonatslohn) und das dritte Ausbildungsjahr (z.B. € 8,10 für € 810) berechnen. Am Ende Eurer Berufsausbildung stehen also 3 Rentenbausteine mit zusammen € 22,80 Rente im Monat.

Das war nur der Beginn des Arbeitslebens

Das Arbeitsleben hat mit der Berufsausbildung erst begonnen, denn eine Rente gibt es erst im Alter von 67 Jahren. Nehmen wir einmal an, Ihr habt mit 18 die Berufsausbildung begonnen, dann ist die Berufsausbildung, wenn dreijährig, mit 21 abgeschlossen, Ihr seid 21 und habt drei Rentenbausteine mit einem Rentenwert von € 22,80 im Monat. Euer Arbeitsleben ist möglicherweise noch 46 Jahre lang, bevor Ihr in Rente gehen könnt. Anders ausgedrückt, es sind noch 46 Rentenbausteine möglich. Aber auch nur, wenn Ihr sozialversicherungspflichtig arbeitet. Ein Jahr Auszeit in Australien, gerne, aber ein Rentenbaustein mit € 0,00. Lasst uns wieder ein Beispiel machen: Bereits vorhanden 3 Rentenbausteine mit zusammen € 22,80 Rentenwert. Nehmen wir einmal an, Ihr arbeitet jetzt bis zum Renteneintritt zum gesetzlichen Mindestlohn (Stand 2020), dann beträgt der Wert der Rentenbausteine € 1619,42 Bruttomonatslohn : 100 = 16,1942 für ein Jahr. Für 46 Jahre sind das € 744,93 Rente im Monat. Zusammen mit € 22,80 aus der Berufsausbildung beträgt die geschätzte Rente im Alter von 67 Jahren € 767,73 im Monat.

Was fällt auf?

  1. Das ist ganz schön wenig!
  2. Die lebenslange Arbeit lediglich zum Mindestlohn ist für den Chef gut, für Euch im Alter ein Desaster. Bittere Armut garantiert!
  3. Unter 12,00 € je Stunde ist ein menschenwürdiges Leben im Alter nicht möglich. Vielleicht merkt Ihr jetzt schon, dass in der Pferdebranche nicht fair bezahlt wird.
  4. Jedes Jahr sozialversicherungspflichtige Arbeit schafft eine höhere Rente.
  5. Die Rentenhöhe ist direkt abhängig von der Höhe des Einkommens. Wer mehr verdient, bekommt auch mehr Rente. Jede nichtbezahlte Überstunde lässt nur den Chef jubeln, Euch aber in Altersarmut!
  6. Jahre mit geringem Monatslohn können nur mit Jahren höherer Bezahlung kompensiert werden.
  7. Einkommen, das nicht aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung kommt, erhöht auch nicht die Rente. Anders ausgedrückt: Selbständigkeit und Schwarzarbeit wirkt sich nicht auf die Rente aus.
  8. Schwarzarbeit ist ein Schuss ins eigene Knie!
  9. Das Aushandeln eines fairen Lohnes hat einen ganz großen Einfluss auf ein menschenwürdiges Leben im Alter.
  10. Diese pi x Daumen Rentenberechnung berücksichtigt keine Anrechnungszeiten für Kinder und/oder Pflege.
  11. Über Minilöhne und spätere, garantierte Altersarmut zu meckern, hilft Euch nicht weiter. Entweder Ihr schließt Euch in einer Gewerkschaft zusammen und kämpft für einen Tarifvertrag mit fairen Löhnen (und Renten), oder Ihr lasst die Chefs selber misten, qualifiziert Euch weiter und macht das Pferd zum Hobby.
  12. Wer mit den jetzigen Löhnen und den Renten zufrieden ist, der/die macht einfach weiter so.

Beispielrechnungen

Stundenlohn (brutto)Monatslohn (brutto) bei 40h/WocheRente nach
45 Berufsjahren
Rente nach
40 Berufsjahren
Rente nach
35 Berufsjahren
9,351619,42728,73647,76566,79
12,002078,40935,28831,36727,44
16,702892,441301,591156,971012,35
24,004156,801870,561662,721454,88

*Die pi x Daumenrentenberechnung dient lediglich zur Orientierung. Nicht berücksichtigt werden beitragslose Anrechnungs- Jahre für die Rente, wie Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten, Ausbildungszeiten, usw.. Die genaue Berechnung bis zu zwei Stellen hinter dem Komma soll nicht suggerieren, hier handele es sich um ganz korrekte, offizielle Berechnungen. Die pingelige Berechnung soll Euch nur helfen, den Rechenweg nachzuvollziehen und Euch zeigen, ob Ihr die Formel korrekt anwendet.

Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt: Informationen zum Rechtsschutz ihrer Mitglieder

Oft reicht schon das Schreiben der Gewerkschaft aus, um den Chef umzustimmen, aber manchmal hilft nur der Gang vor Gericht, um Eure Rechte durchzusetzen.

Wir setzen uns ein! Mit uns bekommen Mitglieder Ihr gutes Recht! Jahr für Jahr gewährt die IG Bauen-Agrar-Umwelt insgesamt vielen tausend Mitgliedern erfolgreich Rechtsschutz. Das ist Kompetenz, die unseren Mitgliedern bares Geld bringt.

Mit unserer Rechtsschutzarbeit erstreiten wir jedes Jahr viele Millionen Euro für unsere Kolleginnen und Kollegen, allein im Jahr 2018 waren es 29 Millionen Euro. Recht haben und Recht bekommen Gewerkschaften sorgen mit Tarifverträgen für eine solide Grundlage, für die Ansprüche der Arbeitnehmer*innen gegenüber den Arbeitgeber*innen.

Unsere Tarifverträge sichern Einkommen und regeln Arbeitsbedingungen. Sie sind für Gewerkschaftsmitglieder rechtsverbindlich und können im Streitfall eingeklagt werden. Die IG BAU ist da, wenn es um Streitigkeiten zum Sozialrecht oder Arbeitsverhältnis geht. Schließlich haben Tarifverträge nur dann einen Wert, wenn sie in den Betrieben auch angewendet werden. Leider ist es so, dass Recht haben und Recht bekommen zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind – das muss insbesondere beim Thema Kündigungsschutz immer wieder festgestellt werden.

Wir helfen unseren Mitgliedern, dass sie ihr Recht bekommen! Kostenlose Rechtsberatung Tarifverträge werden nicht für Gewerkschaften, sondern von Gewerkschaften für ihre Mitglieder abgeschlossen. Die Arbeitnehmer*innen sind im Streitfall auch Kläger*innen, schließlich geht es darum, ihre Ansprüche durchzusetzen. Das geht manchmal nur vor Gericht. Die Gewerkschaft selbst hat keine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber, darf also selbst nicht als Kläger auftreten. Sie muss vielmehr durch eine schriftliche Vollmacht dazu berechtigt werden, sich für den*die Arbeitnehmer*in einzusetzen. Wir kümmern uns um alles, was recht ist!

Rechtsschutz der IG BAU gibt es in Streitfällen mit dem*der Arbeitgeber*in (Arbeitsrecht), in Streitfällen mit der Kranken- und der Pflegekasse, in Streitfällen mit dem Arbeitsamt, dem Rentenversicherer, der gesetzlichen Unfallversicherung und dem Versorgungsamt (Sozialrecht). Voraussetzungen: Sie müssen mindestens drei Monate Mitglied bei der IG BAU sein und uns eine schriftliche Vollmacht für die Führung des Verfahrens erteilen.

Rechtsschutz gewähren wir übrigens auch, wenn ein Mitglied wegen einer vom*von der Arbeitgeber*in veranlassten Sache strafrechtlich verfolgt wird. Das kommt gar nicht so selten vor. Gerade bei Verstößen gegen das Umweltrecht, Unfällen mit Schwerverletzten oder gar Todesfällen, die es in unserer Branche leider häufig zu beklagen gibt, machen wir uns für die Interessen und Rechte der Arbeitnehmer*innen stark.

Wir wissen, was zu tun ist Wir schicken unsere Mitglieder (beziehungsweise deren Hinterbliebene) nicht zu irgendeiner Rechtsberatung, vielmehr beraten und begleiten wir sie selber kompetent und zuverlässig. Bei der IG BAU arbeiten erfahrene Gewerkschaftssekretär*innen und Jurist*innen im Interesse der Mitglieder. Im konkreten Fall formulieren wir eine schriftliche Geltendmachung der Ansprüche, die es durchzusetzen gilt. Sollte dieser Antrag, der immer vor einer Klage kommt, erfolglos sein, organisieren wir in Absprache mit der*dem Kläger*in das weitere Verfahren. Wir arbeiten eng mit der Rechtsschutz GmbH des DGB (Deutscher Gewerkschafts- Bund) oder ausgewählten Vertrauensanwält*innen zusammen, um eine möglichst optimale Vertretung vor Gericht sicherzustellen.

Sie sind also in guten Händen! Keine Angst vor der eigenen Courage „Wasch mich, aber mach mich nicht nass!“ Das mag in vielen Dingen des Lebens funktionieren, aber bestimmt nicht, wenn man sich mit dem*der Arbeitgeber*in auseinandersetzt. Hier muss die Belegschaft Rückgrat beweisen und jede*r Einzelne für sein*ihr gutes Recht energisch eintreten. Unser Rechtsschutz ist ihm dabei sicher! Voraussetzung ist eine schriftliche Vollmacht. Ohne diese können wir nicht juristisch tätig werden. Das ist auch bei jedem*r anderen Anwalt*Anwältin so. Mehr Mitglieder – noch bessere Leistungen! Unser Rechtsschutz ist eine solidarische Leistung aller organisierten Arbeitnehmer*innen in der IG BAU.

Jedes neue Mitglied stärkt unsere Organisation und sorgt für noch mehr Durchsetzungskraft. Als Stimme der Arbeitnehmer*innen setzen wir uns auf Arbeitgeber*innenseite für faire Einkommen, angemessene Arbeitsbedingungen und soziale Leistungen ein. Im Rechtsschutz sorgen wir für juristische Klarheit und entwickeln die Rechtsprechung im Sinne der Arbeitnehmer*innen weiter. 

Gut zu wissen Die Gewerkschaft leistet kompetenten Rechtsschutz und ist eine zuverlässige Partnerin in der Rechtsberatung. Sie ist jedoch keine Rechtsschutzversicherung, für die jeder einzelne Rechtsschutzfall ein Risiko darstellen würde, das es zu vermeiden gilt. Wir sind für sie da. Immer. Private Rechtsschutzversicherung besser ? – Denkste ! Die privaten Rechtsschutzversicherungen bieten weder die Qualität noch die Leistungen des gewerkschaftlichen Rechtsschutzes. Es sind z.B. tariflichen Forderungen ausgeschlossen oder die beauftragten Rechtsanwält*innen haben wenig Erfahrung und Fachkenntnisse über Arbeits- und Sozialrecht. Wir haben die erfahrenen Expert*innen und arbeiten mit den aktuellsten Gesetzen.“ aus: Wir setzen uns ein – der Rechtsschutz der IG BAU

Merke:

  1. Der Rechtsschutz wird gewährt, wenn mindestens drei Mitgliedsbeiträge eingegangen sind.
  2. Der Rechtsschutz wird auch gewährt, wenn es im Betrieb keinen Tarifvertrag gibt.
  3. Der Rechtsschutz wird nicht für Streitigkeiten gewährt, die vor Gewerkschaftseintritt entstanden sind.
  4. Der Monatsbeitrag der IG BAU beträgt 1,15% des Brutto- Monatslohnes (Azubis ca. 6.-€ – 9.-€ im Monat), so steht es in der Satzung der Gewerkschaft

Kaum Konkurrenz und deshalb unverzichtbar: Tabellen zur Pferdefütterung

Nach wie vor eine der wenigen aktuellen Futterwerttabellen für die Pferdefütterung und deshalb ein musst have für alle Pferdewirte und die es werden wollen.

Mit der kleinen, preiswerten Futterwerttabelle lassen sich Pferde sicher füttern. Sowohl der Bedarf als auch die Aufnahme der Nährstoffe lassen sich so sicher bilanzieren und beurteilen. Dadurch werden Unter- und Überversorgungen des Pferdes sichtbar. Gerade letztere sind eindeutig das größere Problem in der heutigen Pferdehaltungen. Viele unserer Pferde sind zu dick und damit nicht gesund.

Obwohl die Tabellen zur Pferdefütterung klein und unscheinbar daher kommen, findet der Pferdprofi doch alle relevanten Angaben, firmenunabhängig, dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechen und praxisorientiert. Nicht zu vernachlässigen ist der bewusst niedrig gehaltene Preis des Tabellenwerkes, maßgeschneidert für Auszubildende. Das Tabellenbuch ist zwar preiswürdig aber nicht billig. So wird an den Kosten die professionelle Fütterung nicht scheitern.

Die Tabellen zur Pferdefütterung sorgen nicht nur für optimal versorgte Pferde, sondern vermitteln Euch die Grundlagen zur Pferdewirtprüfung im Bereich Pferdefütterung. Zusammen mit dem kostenfreien Formblatt zur Rationsberechnung seid Ihr bestens für die Praxis und für die Pferdewirtprüfung vorbereitet. Dafür reichen 4,99 € und kein Cent mehr aus.

Pferdewirtprüfung [Bd.8]

– Tabellen zur Pferdefütterung –

  • Band 8 von 11 in dieser Reihe
  • Booklet
  • 48 Seiten
  • ISBN-13: 9783739226729
  • Verlag: Books on Demand
  • Erscheinungsdatum: 08.01.2016 
  • 4,99 € inkl. MwSt. /  portofrei , sofort verfügbar
  • Hier könnt Ihr das Buch portofrei beim Verlag bestellen, natürlich gibt es das Tabellenwerk auch im klassischen Buchhandel sowie bei Amazon (leider mit Portokosten) und weiteren online- Buchshops.

Große Unzufriedenheit auch 2019 bei den Pferdewirtazubis

Seltene Momente in der Ausbildung zum Pferdewirt: Lernen statt misten

In ihrer jährlichen Befragung der Auszubildenden hat die Landwirtschaftskammer Niedersachen auch 2019 erhebliche Defizite bei den Auszubildenden im Beruf Pferdewirt/in festgestellt. Ganz offensichtlich nutzen viele Betriebe ihre Auszubildenden nur als billige Arbeitskräfte aus. Von einer geregelten Berufsausbildung der jungen Menschen kann nicht die Rede sein.

Die Ergebnisse der Befragung im Einzelnen:

Über 60%, also 2 von 3 befragten Azubis, bemängeln …

  • … die hohe Zahl der Überstunden ohne jeglichen Zeitausgleich
  • …und gleichzeitig die unstrukturierte Ausbildung bei ebenfalls fehlendem Ausbildungsplan.
  • Und ganz offensichtlich schuften die Azubis noch nicht genug und sind auch noch maßlos mit ihrer Bitte um bessere Ausbildung, denn die Ausbilder strafen sie dafür mit mangelnder Wertschätzung.

Der Berufsbildungsausschuss der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat auf seiner jüngsten Sitzung dieses wiederholt schlechte Befragungsergebnis beraten und kündigt an, dass die Ausbildungsbetriebe konsequent entsprechend des Beschlusses des Berufsausbildungsausschusses vom 26.11.06 und 18.11.19 anwenden werden. Da wurde z.B. beschlossen, dass „Mängel in der Eignung der Ausbildungsstätte und der Ausbildungsleistung (,die) an die Zuständige Stelle herangetragen werden“ zu Überprüfungen der Betriebe führen.

Und das ist mein Tipp an Euch:

  1. Dokumentiert immer Eure Ausbildungszeiten ganz genau. Dazu könnt Ihr die kostenfreien Ausbildungsnachweis- Seiten downloaden oder Euch das kostenpflichtige Ausbildungsnachweis- Buch (ganz nach unten scrollen) bestellen.
  2. Ihr unterschreibt den Berufsausbildungsvertrag nur, wenn Ihr einen individuellen Ausbildungsplan (zeitliche und sachliche Gliederung der Ausbildung) ausgehändigt bekommt.
  3. Ladet Euch von meiner Webseite den Ausbildungsplan der jeweiligen Fachrichtung herunter und hakt dann immer die Ausbildungsinhalte ab, die der Betrieb für euch durchgeführt hat. Eine lückenhafte Ausbildung wird so rasch sichtbar.
  4. Wenn der von Euch geführte Ausbildungsnachweis und/oder der ebenfalls von Euch sorgfältig geführte Ausbildungsplan Mängel an der Ausbildung sichtbar macht, dann sprecht beim Ausbildungsberater der Zuständigen Stelle vor und bittet um Abhilfe. Ihr solltet wissen, dass die „Zuständige Stelle darüber zu wachen hat, dass die Eignung der Ausbildungsstätte sowie die persönliche und fachliche Eignung vorliegen.“ (§ 32 Berufsbildungsgesetz )
  5. Werdet Mitglied der Gewerkschaft IG Bauen Agrar Umwelt, denn die werden mit Euch zusammen die von mir zur Verfügung gestellten und von Euch geführten Ausbildungsnachweise sowie die Ausbildungspläne ansehen und sich dann an die Zuständige Stelle wenden und notfalls natürlich auch klagen. Dieser Rechtsschutz ist für Mitglieder der Gewerkschaft kostenfrei. Der große Vorteil für Euch ist, dass Ihr endlich ernst genommen werden, denn mit einer starken Gewerkschaft legt sich so schnell keiner an, der „kleine Pferdewirt/in“ wird dagegen schon schnell mal folgenlos übers Ohr gehauen oder abgewimmelt.

Arbeitszeit* – was gilt denn jetzt?

*Arbeitszeit und Ausbildungszeit sind in diesem Zusammenhang gleichbedeutend. Der Gesetzgeber beschreibt die Arbeitszeit für Auszubildende als Ausbildungszeit.

Nach den Vorschriften des Gesetzes muß in jedem Berufsausbildungsvertrag die „regelmäßige tägliche Arbeitszeit“ eingetragen sein. So steht es im § 11 Berufsbildunggesetz BBiG. Es kann und sollte gleichzeitig auch die „regelmäßige wöchentliche Ausbildungszeit“ aufgenommen werden, das allerdings ist keine Pflichtangabe.

So muss es eingetragen werden, wenn die regelmäßige wöchentliche Ausbildungszeit 40 h beträgt und die Woche 6 Arbeitstage hat. Sind lediglich “ regelmäßige tägliche Ausbildungszeit 8 h“ eingetragen, dann wären maximal 48 h in einer 6-Tage- Woche möglich. Wenn Ihr das nicht wollt, dann schafft Klarheit durch die beiden Angaben: „tägliche regelmäßige Ausbildungszeit“ und „tägliche regelmäßige Wochenstunden“.

Beispiel 1

„regelmäßige tägliche Ausbildungszeit: 8 h“ und „regelmäßige wöchentliche Ausbildungszeit: 40 h“ dann bedeutet dies, dass Du eine 5-Tage-Woche hast, denn 5 x 8 =40.

Beispiel 2

„regelmäßige tägliche Ausbildungszeit: 8 h“, dann bedeutet dies, dass für volljährige Auszubildende lediglich das Arbeitszeitgesetz gilt und das begrenzt die Arbeit auf werktäglich 8 h. Werktäglich bedeutet im Arbeitsrecht: Alle Tage, ausgenommen Sonntag und gesetzliche Feiertage. Kurz und gut: Der Chef kann werktäglich die tägliche Höchstzeit von 8 h anordnen, also glatte 48 h.

Beispiel 3

„regelmäßige tägliche Ausbildungszeit 6 h 40 min“ und „regelmäßige Wochenausbildungszeit 40 h“ bedeutet, dass es sich um eine 6-Tage-Woche handelt und an diesen Tagen jeweils 6h 40 min gearbeitet werden muss.

Was solltest Du vor Abschluss des Berufsausbildungsvertrages wissen?

Zunächst ist es extrem wichtig, dass Du genau verstanden hast, was da im Berufsausbildungsvertrag steht, denn wenn Du aus Unwissenheit gegen die Ausbildungszeit verstößt, kann das letztlich zur Kündigung führen. Deshalb rate ich Dir dringend, im Berufsausbildungsvertrag darauf zu achten, dass die vorgeschriebene „regelmäßige tägliche Ausbildungszeit“ eingetragen ist und dringe dann noch darauf, dass die „regelmäßige wöchentliche Ausbildungszeit“ zusätzlich im Berufsausbildungsvertrag vermerkt wird. Wenn dafür kein Feld vorgesehen ist, dann kann diese Wochenstundenangabe unter „sonstige Vereinbarungen“ notiert werden. Nur alleine mit der Angabe der „regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit und „regelmäßigen wöchentlichen Ausbildungszeit“ besteht für beide Seiten Klarheit. Späterer Verdruss und Streit wird vermieden.

Was hat die „regelmäßige tägliche Ausbildungszeit“ mit der Berufsschule zu tun?

Das Gesetz schreibt vor, dass ein Berufsschultag mit mehr als 5 Unterrichtsstunden einem Arbeitstag im Betrieb mit der „regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit“ gleichzusetzen ist. Steht also im Berufsausbildungsvertrag: „regelmäßige tägliche Ausbildungszeit: 8h“, dann hast Du an diesem Berufsschultag bereits 8 von 40 oder 8 von 48 Stunden gearbeitet, muss so bezahlt werden und hast damit auch die tägliche Höchstarbeitszeit erreicht. Du musst nicht mehr in den Betrieb zum Arbeiten kommen. Gleiches gilt beim Blockunterricht: Bei Blockunterricht hast Du die „regelmäßige wöchentliche Ausbildungszeit“ erreicht, wenn Du mindestens 25 Unterrichtsstunden an mindestens 5 Tagen hattest. Vergleiche §15 Berufsbildungsgesetz.

Was ist die Berufsschule wert?

Die neuen Regeln für den Berufsschulunterricht

Euer Chef/in muss Euch raten, regelmäßig die Berufsschule zu besuchen und Euch für den Berufsschulbesuch freistellen. (Paragraf 14 Berufsbildungsgesetz (BBiG)

Beginnt die Berufsschule vor 9 Uhr, dürft Ihr nicht vorher im Betrieb arbeiten. Das Gesetz (Paragraf 15 Berufsbildungsgesetz (BBiG)) spricht unmissverständlich von Beschäftigungsverbot!

Endlich ist der Berufsschulunterricht eindeutig geregelt. Euer Betrieb muss Euch alle zur Berufsschule schicken, diese Zeit auf die Arbeitszeit anrechnen und natürlich auch bezahlen.

1 Berufsschultag mit mehr als 5 Unterrichtsstunden ist als ein ganzer Tag zu behandeln. Ihr müsst an diesem Tag komplett freigestellt werden. Angerechnet wird dieser Berufsschultag mit der durchschnittlich, täglichen Arbeitszeit. Wo findet Ihr die durchschnittlich, tägliche Arbeitszeit? Ganz einfach: Im Ausbildungsvertrag unter „durchschnittlich, tägliche Arbeitszeit“. Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen, ein Berufsschultag von mehr als 5 Unterrichtsstunden ist ein kompletter Arbeitstag, wird genau so behandelt wie ein Arbeitstag auf dem Betrieb, muss also bezahlt werden, gilt mit zur Wochenarbeitszeit und darf auf keinen Fall nachgearbeitet werden.

Gleiches wie für den Berufsschultag gilt für den Blockunterricht: 25 Stunden Berufsschulunterricht an mindestens 5 Tagen entsprechen einer Arbeitswoche, so wie sie bei „durchschnittliche, wöchentliche Ausbildungszeit“ im Berufsausbildungsvertrag genannt wird.

Diese gesetzlich festgelegten Regeln zur Freistellung von Azubis gilt nicht nur für die klassischen Schulstunden, sondern auch für Prüfungstage, überbetriebliche Lehrgänge, Studienfahrten der Berufsschule, usw.. Ein Tag vor der Abschlussprüfung muss Euch der Betrieb auch bezahlt freistellen, damit Ihr Euch in aller Ruhe auf den Prüfungstag vorbereiten könnt.

Wenn in Eurem Berufsausbildungsvertrag nicht die tägliche Ausbildungszeit und die wöchentliche Ausbildungszeit angegeben ist, dann setzt Euch mit der Zuständigen Stelle in Verbindung, denn die tägliche Ausbildungszeit muss nach Vorschriften des Gesetzgebers immer eingetragen sein. Wenn nur die tägliche Ausbildungszeit im Vertrag eingetragen ist, dann könnt Ihr die wöchentliche Ausbildungszeit daran erkennen, wie die wöchentliche Ausbildungszeit aufgeteilt ist, 5- Tage- oder 6-Tage-Woche. Dann kann die tägliche Ausbildungszeit leicht ermittelt werden. Übrigens: Nicht wundern, der Gesetzgeber spricht bei Auszubildenden immer von Ausbildungszeit. Die ist gleichzusetzen mit der Arbeitszeit.

Lies ein Buch – Der Chef muss es besorgen!

Die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes BBiG zum 1.1.2020 bringt einen wichtigen Vorteil für Euch, den Ihr für Eure Berufsausbildung aber auch nutzen solltet:

Euer Ausbildende (also der Chef) hat Euch kostenlos die Fachliteratur zur Verfügung zu stellen, die zur Berufsausbildung und zum Ablegen der Zwischen- und Abschlussprüfung erforderlich ist.

Wer es nicht glaubt: Paragraf 14.3 Berufsausbildungsgesetz, da könnt Ihr das noch einmal schwarz auf weiß nachlesen und dem Ausbildenden vorlegen.

Aber denkt daran, dass zur Verfügung stellen nicht bedeutet, dass Ihr das Buch behalten dürft, es gehört natürlich immer dem Ausbildenden.

Sollte der Ausbildende sich weigern, die Fachliteratur kostenlos zur Verfügung zu stellen, dann sammelt die Belege für die Buchbeschaffung und stellt die Bücher dem Betrieb nach der Prüfung in Rechnung.

Mögliche Fachliteratur findet Ihr hier unter Medien

Prüfungstermine 2020, 1. Halbjahr

Termine für die Fachrichtung Klassische Reitausbildung, deutschlandweit, ausgenommen Bayern

Abschlussprüfung

  1. Lehrgang 21.02. – 05.03.20, Abschlussprüfung 04./05.03.20
  2. Lehrgang 06.03. – 19.03.20, Abschlussprüfung 18./19.03.20
  3. Lehrgang 20.03. – 02.04.20, Abschlussprüfung 01./02.04.20
  4. Lehrgang 17.04. – 30.04.20, Abschlussprüfung 29./30.04.20
  5. Lehrgang 15.05. – 28.05.20, Abschlussprüfung 27./28.05.20
  6. Lehrgang 29.05. – 10.06.20, Abschlussprüfung 09./10.06.20
  7. Lehrgang 12.06. – 25.06.20, Abschlussprüfung 24./25.06.20

Zwischenprüfung

  1. 02./03.04.20
  2. 06./07.04.20
  3. 07./08.04.20
  4. 08./09.04.20
  5. 14./15.04.20
  6. 15./16.04.20
  7. 16./17.04.20

Alle Auszubildenden müssen zum Besuch der Berufsschule freigestellt werden!

Novellierung des Berufsbildungsgesetzes ab 1.1.2020

Der § 15 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) ist neu gefasst worden und wird zum 1.1.2020 wirksam. Endlich werden erwachsene Auszubildende jugendlichen Auszubildenden bei der Freistellung und Anrechnung für Berufsschul- und Prüfungszeiten gleichgestellt. Die Neuregelungen bewirken, dass alle Auszubildenden an einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden je 45 Minuten freizustellen sind, das heißt, nicht mehr in den Betrieb kommen müssen.

Außerdem werden den Auszubildenden diese Berufsschultage mit der durchschnittlichen, täglichen Arbeitszeit auf ihre Ausbildungszeit angerechnet, das heißt als voller Arbeitstag mit zum Beispiel acht Stunden bei einer vereinbarten 40- Stunden- Woche an 5 Tagen.

Um die anzurechnende Arbeitszeit für einen Berufsschultag exakt festlegen zu können, muss nach dem Berufsbildungsgesetz die tägliche Ausbildungszeit (= Arbeitszeit) im Ausbildungsvertrag eingetragen sein. Achtet darauf, dass im Ausbildungsvertrag die durchschnittliche, tägliche Arbeitszeit eingetragen ist. Sollte das nicht der Fall sein, reklamiert den Ausbildungsvertrag beim Ausbildungsberater der Zuständigen Stelle und verlangt einen entsprechenden Zusatz, so wie es das Gesetz zwingend vorschreibt!

Beispiel: Vereinbart sind im Ausbildungsvertrag: 6- Tage-Woche und 6 h 40 min/ Tag (= 40h/Woche). Bei einem Unterrichtstag von mehr als 5 Schulstunden müssen 6 h 40 min von 40 Wochenstunden abgezogen werden. Bei ungekürzter Ausbildungsvergütung beträgt die betriebliche Ausbildungszeit 33 h 20 Minuten je Woche.

Eine Freistunde, weil z.B. ein Lehrer erkrankt ist, gilt als Unterrichtsstunde. In den Ferien muss natürlich in der Schulzeit im Betrieb gearbeitet werden.

Die Freistellungspflicht zur Berufsschule beinhaltet auch zusätzliche offizielle Schulveranstaltungen, wie Exkursionen, Studienfahrten, Messebesuche, usw.. Wichtig ist dabei, dass die Schule diese zusätzlichen Angebote als Unterrichtszeit definiert hat.

Wer ab Januar 2020 von Euch nicht regelmäßig die Berufsschule besucht, der/die darf sich nicht beschwere, dass der „Ausbilder“ richtig Kasse mit Euch macht und Ihr dafür zum Dank Eure Prüfung vergeigt! Hart arbeiten, ja, ausbeuten nein!

Informationen zum Beruf Pferdewirt durch die Bundesvereinigung der Berufsreiter 2020

Die Bundesvereinigung der Berufsreiter informiert in Zusammenarbeit mit den Zuständigen Stellen, den Berufsschulen über den Beruf des Pferdewirtes. Alle diejenigen, die daran denken, diesen Beruf zu erlernen, sind dazu – mit ihren Eltern – herzlich eingeladen. 

Bundesweite Veranstaltungstermine:

15.02.2020, Landes-Reit- und Fahrschule Rheinland e.V, Weißenstein 52, 40764 Langenfeld, Tel. 02173-1011-200, Beginn 10.00 Uhr, Anmeldung unter

07.03.2020, Berufsinformationstag der LWK Niedersachsen,  Heidegut Eschede, Am Bruche 1, 29348 Eschede, Beginn 10.00 Uhr, Anmeldung bis zum 28.02.2020 unter: www.heidegut-eschede.de

04.04.2020 Pferdezentrum Franken, Am Reiterzentrum, 91522 Ansbach, Tel. 0981-4650-0, Beginn 11.00 Uhr

18.09.2020, Bayerischer Reit- und Fahrverband e. V., Landshamerstraße 11, 81929 München, Tel. 089-926967–250, Beginn 10.00 Uhr

26.09.2020, Landgestüt Dillenburg, Wilhelmstr. 24, 35683 Dillenburg, Tel. 02771-8983-0, E-Mail: landgestuet@llh.hessen.de, Beginn 10.00 Uhr

26.09.2020, Landeslehrstätte Pferdesport Weser-Ems e.V.,  Am Heidewinkel 8, 49377 Vechta, Tel. 04441-9140-0, E-Mail: sudeikat@psvwe.de, Beginn 10.00 Uhr im Seminarraum der Landeslehrstätte

11.10.2020, Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt, Landesreit- u. Fahrschule, Hauptgestüt 10, 16845 Neustadt/Dosse, Tel. 033970-5029-0, Beginn 10.00 Uhr, Treffpunkt: Havelberger Str. 20

17.10.2020, Landgestüt Moritzburg, Schlossallee 1, 01468 Moritzburg, Tel. 035207-890-101, Beginn 10.00 Uhr

17.10.2020, Landgestüt Redefin, 19230 Redefin, Tel. 038854-620-21                                                                    E-Mail: info@landgestuet-redefin.de, Beginn 10.00 Uhr im Schulungsraum der Landes-Reit- und Fahrschule

Alle Termine finden auch im nächsten Jahr im gleichen Zeitraum statt.

Ablauf der Informationsveranstaltung:

Informationen über Berufsbild, persönliche Voraussetzungen, Ausbildungsgang, Arbeitsalltag, Ausbildungsbetrieb, Ausbildungsvertrag und Berufsaussichten (ca. 90 Min.)

Vorreiten oder Vormustern eines Pferdes  – für Teilnehmer ab 15 Jahre vor einer „Testkommission“ (jeweils ca. 15 Min.), anschl. Bekanntgabe der Einschätzung der praktischen Fähigkeiten.

Korrekte Reitausrüstung und Reithelm erforderlich.

Kostenbeitrag:      10,00 – 20,00 Euro je nach Veranstaltungsort, bitte bei der Anmeldung erfragen.

Anmeldung:          Direkt am jeweiligen Veranstaltungsort

Anfangszeit:          Bitte bei der Anmeldung erfragen!! (In der Regel 10.00 Uhr!)

Hinweis von pferdewirtpruefung.de

Dieses freiwillige Beratungsangebot ist lediglich ein Angebot der Bundesvereinigung der Berufsreiter. Da derzeit ein Mangel an Auszubildenden herrscht, ist damit zu rechnen, dass die Beratung wohlwollend ausfällt und die durchaus berechtigte Kritik an den nicht sehr selten anzutreffenden Schwarzen Schafen unter den Ausbildungsbetrieben nicht deutlich genug angesprochen wird. Die Gefahr, an einen Ausbildungsbetrieb zu gelangen, der nur an der billigen Arbeitskraft seiner Azubis interessiert ist, ist nicht zu unterschätzen.

Eine Verpflichtung zum Besuch dieser Veranstaltungen besteht nicht und hat keinen Einfluss auf den Abschluss eines Ausbildungsvertrages. Diese Informationsveranstaltungen dürfen nicht dazu führen, dass ein Ausbildungsbetrieb nicht kritisch hinterfragt wird, bevor es zum Abschluss eines Berufsausbildungsvertrages kommt.

Auf keinen Fall sollten sich Auszubildende unter Zeitdruck setzen lassen, denn die Zeiten, dass sich die Bewerbungen bei den Ausbildungsbetrieben stapeln, die sind erst einmal vorbei. Es herrscht ein Mangel an Pferdewirtauszubildenden und kein Mangel an Ausbildungsbetrieben.

Eine Berufsausbildung in einem Betrieb, der seine Auszubildenden nicht regelmäßig zur Berufsschule gehen lässt und diese Schulzeiten nicht als Arbeitszeit anerkennt, ist generell abzulehnen. Sagt beim Bewerbungsgespräch, dass Ihr nur den Vertrag unterschreibt, wenn Ihr regelmäßig die Berufsschule besucht und die dort verbrachten Schulstunden Teil der vertraglichen Arbeitszeit sind. So übrigens sieht es ab Januar 2020 das Berufsbildungsgesetz vor.