Hilfe, ich werde nicht ausgebildet

  • n.n.

hallo, ich habe jetzt länger im internet gesucht aber nichts passendes gefunden.

Ich absolviere seit frühjahr 2011 meine ausbildung zum Pferdewirt – zucht, als erster Azubi in diesem betrieb. Allerdings hat der Betrieb den Pferdewirtschaftsmeister, 2 Monate nach meiner Einstellung entlassen. mein Chef hat die Lösung so gelegt, dass nun 2 mal die Woche eine Meisterin in den betrieb kommt um mit mir Pferde zu arbeiten. die züchterischen Sachen und Zuchtmanagement werde ich schon im Arbeitsalltag so mitbekommen oder will mir mein chef selbst beibringen (kein Pferdewirt und arbeitet auch nicht aktiv im stall mit).

Leider ist es nun so, dass ich mich nicht genügend gefördert fühle, da ich eigentlich keinen ansprechpartner habe. mein chef ist nur durchschnittlich 10minuten am tag im stall und die meisterin kommt nur 2 mal die woche ein paar stunden. meine ausbilder sind sehr zufrieden mit mir nur leider bin ich mittlerweile nicht mehr zufrieden mit dem betrieb.  denn zu der vernachlässigten ausbildung kommt nun leider auch, dass wir seit der meister entlassen wurde unterbesetzt sind, ich zwar meine freien tage trotzdem bekomme aber immer fragen muss wann ich arbeiten muss -früher wurde immer für 2-3 monate ein arbeitsplan aufgestellt wer wann arbeitet. somit kann ich privat (zahnarzttermin,orthopäde, usw.) fast nichts mehr planen, da wir in der planung uns von einer woche in die nächste hangeln. schon mehrmals angesprochen darauf, wurde ich immerwieder vertröstet, sobald dieser praktikant oder jene arbeitskraft anfängt zu arbeiten (was nie wahr wurde, da alle vor dieser katastrophalen stimmung fliehen) würden wir einen arbeitsplan erstellen.

Hinzu kommt die stimmungsschwankungen meines chefs. an einem tag soll man eine arbeit auf bestimmte art machen und zwei wochen später weis dieser davon nichts mehr und man bekommt einen anschiss. das ist mittlerweile eher die regel, dass man nie weis wie man es richtig machen soll (hier wäre ein ausbilder vor ort nicht schlecht). außerdem finde ich nicht richtig, dass ich als Azubi den stall zum größten teil leiten und für Aushilfen (die zum größten teil keine Ahnung haben!) die Verantwortung übernehmen muss.

nun nach diesem langen text meine fragen:

  • ist irgendeine Mindestanwesenheit vom Ausbilder/Meister vorgeschrieben?
  • kann man während der Ausbildung die Fachrichtung mit einem Betriebswechsel ändern, ohne die Ausbildung von vorne anfangen zu müssen?
  • kann man einem Azubi auferlegen die Leitung eines Gestüts, die Verantwortung für ahnungslose Aushilfen/Praktikanten oder vorher noch nie gemachte arbeiten ohne Kontrolle eines Vorgesetzten/Ausbilders zu übernehmen?

alles in allem würde ich gerne den betrieb und die Fachrichtung wechseln, da mir der beruf sehr viel spaß macht aber ich dieses Arbeitsklima nicht mehr aushalte auf dem hof. ich hoffe sie können mir weiter helfen. vielen dank im Vorraus!!!

  • Dietbert Arnold

 

Gerne will ich Dir meine Meinung zu Deinen Fragen schreiben:

 

Zunächst aber etwas Grundsätzliches: Dein Problem musst Du der Zuständigen Stelle Deines Bundeslandes schildern. Der/die dortigen Ausbildungsberater haben die Aufgabe (und Pflicht) die Berufsausbildung zu überwachen und sicherzustellen, dass Du ordnungsgemäß ausgebildet wirst.

 

Ausbildende haben nach dem Berufsbildungsgesetz eine Ausbildungspflicht. Das wurde Dir vom Ausbildenden im Berufsausbildungsvertrag versprochen. Ausbilden kann der Ausbildende oder ein ausdrücklich damit beauftragter Ausbilder. Egal, wer ausbildet, der Ausbildende (bei Dir der Betriebsinhaber) oder der Ausbilder (bei Dir der Meister), einer von beiden muss immer von der Zuständigen Stelle die entsprechende Eignung bescheinigt bekommen. Frage die Zuständige Stelle, ob das bei Dir der Fall ist. Ein beauftragter Ausbilder muss vom Ausbildenden der Zuständigen Stelle gemeldet werden. Ein Ausbilder muss nicht ständig, aber überwiegend im Betrieb sein, um Deine Ausbildung durchzuführen und zu überwachen. Kommt ein Ausbildender der Ausbildungspflicht nicht nach, handelt er gegen das Berufsbildungsgesetz und macht sich eventuell auch schadenersatzpflichtig, dann z.B., wenn Du Deine Ausbildung verlängern musst, zusätzlich umziehen musst, usw.. Um diese Ansprüche geltend zu machen, wäre es gut, wenn Du Mitglied der Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt wirst und von den Experten dort Rechtsberatung und Rechtsschutz erhältst. Falls Du diese Möglichkeit suchst, will ich Dir gerne einen entsprechenden Kontakt herstellen.

Um eines ganz deutlich zu sagen: Ein Azubi darf nicht grundsätzlich eigenständig einen Betrieb führen. Damit sind Auszubildende, sie sind ja noch in der Ausbildung und dürfen auch Fehler machen, grundsätzlich überfordert. Es ist richtig, dass Du hier Bedenken hast!

 

Nun zum Wechsel: Die Fachrichtung kannst Du noch spätestens bis nach dem zweiten Ausbildungsjahr wechseln. Die bisherige Ausbildungszeit wird Dir anerkannt. Das ergibt sich zweifelsfrei aus der Verordnung Pferdewirt/in.

 

Zusammengefasst: Es ist richtig, dass Du die von Dir festgestellten Probleme ansprichst und um sofortige Problemlösung bemüht bist. Ein „Weiter so“ geht zu Deinen Lasten und endet oft mit einer verkorksten Prüfung. Also wehre Dich. Erster Schritt: Zuständige Stelle. Zweiter Schritt: Wenn Du das Gefühl haben solltest, dass die Zuständige Stelle nicht entschlossen genug tätig wird, dann brauchst Du Rechtsschutz. Den bietet Dir die Mitgliedschaft der Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt. Glaube mir, wenn die sich an die Zuständige Stelle wenden, dann wirkt das. Dritter Schritt: Wenn Du möchtest, dass Dein Ausbildender für den Dir entstandenen Schaden haftpflichtig gemacht werden sollte, dann wende Dich ebenfalls an die Gewerkschaft. Alternativ kannst Du natürlich auch einen Rechtsanwalt beauftragen, den Du zunächst bezahlen musst. Ob der Ausbildende den dann bezahlen muss, ist nicht sicher.

 

Egal wie Du Dich entschließt: Handle sofort und lasse Dich nicht hinhalten. Dir wurde eine Ausbildung und nicht preiswertes Arbeiten versprochen. Es ist Deine Berufsausbildung und es sind Deine Berufschanchen. Es geht um Dein Berufsleben!

Ausbildungsplatz in Bayern suchen

  • nn

Da ich ihre Internetseite für sehr hilfreich empfunden habe und sie mich viel zum um-/nachdenken gebracht hat, würde ich sie gerne um Rat fragen.
Ich habe 2011 meinen Realschulabschluss gemacht. In meinem Leben hatte ich leider nie viel mit Pferden zu tun da mir die Möglichkeit
dazu nicht gegeben war, abgesehen davon, dass meine Eltern eine Stute besaßen bis ich 3 Jahre alt war und wir aus berufsgründen gezwungen waren diese zu verkaufen.

Die Erinnerung an diese Zeit meiner Kindheit war sehr prägend und ich bin mit Tieren aufgewachsen, es gab kein Jahr in meinem Leben ohne Tiere.
Ich kann einen sehr guten Bezug zu ihnen herstellen und bin was den Kontakt mit Tieren angeht sehr empfindsam. Daher will ich unbedingt einen Beruf
ergreifen der mit Tieren zu tun hat, zumindest eine Ausbildung um später mein Abitur nachzuholen und Tiermedizin zu studieren. Ich war schon immer
sehr fasziniert von Pferden und wollte mit ihnen zusammenleben und arbeiten. Jedoch hatte ich nie das Glück reiten lernen zu dürfen oder ein eigenes Pferd geschweige denn eine Reitbeteiligung zu besitzen.

Es gibt einige Ausbildungsbetriebe in zumutbarer Umgebung [Umkreis von 80km] die Ausbildungen zur Pferdewirtin anbieten. Meine bevorzugte Fachrichtung wäre Zucht und Handel, da ich sehr Biologie-begabt und interessiert bin, welche auch ein Anerkannter Ausbildungsbetrieb (laut FN, Liste von 2010) in der Nähe anbieten würde. Habe ich Ihrer Einschätzung nach überhaupt eine Chance eine seriöse Ausbildungsstelle zur Pferdewirtin zu bekommen, obwohl ich nie reiten gelernt habe? Im Stellenangebot steht nur dabei, dass man bereits erste Erfahrungen im Umgang mit Pferden gesammelt haben sollte. Diese habe Ich im weitestgehenden Sinne ja. Ich bin als ich klein war mit meiner Mutter gemeinsam auf unserer Stute geritten und war oft auf dem Reiterhof. Doch zu mehr hat mir mein Leben leider nicht Gelegenheit geboten. Ich würde auch zuerst ein mind. 2-wöchiges Praktikum dort absolvieren wollen bevor ich den Ausbildungsvertrag eingehen würde, nachdem ich von so vielen schlechten Erfahrungen lesen musste.

Ich würde einfach gerne wissen, ob es in dieser Branche noch einige Menschen gibt, am besten in Bayern, die nicht nur am ausbeuten interessiert sind und sich nicht nur Menschen als Azubis für Pferdewirte aussuchen die in Pferden nur Sportmaschinen sehen, wie das ja leider oftmals so ist, sondern Lebewesen die angemessen behandelt werden müssen (nicht nur um ihrer Leistungsfähigkeit auf Turnieren willen!). Oder ist dieser Wunsch vollkommen hoffnungslos?

  • Dietbert Arnold
  1. Zunächst schaust Du Dir einmal die Verordnung zum Pferdewirt genau an, damit Du weißt, was Du überhaupt lernen möchtest.
  2. Du lädst Dir die aktuelle Liste der Ausbildungsbetriebe bei der Zuständigen Stelle in Bayern (das suchst Du doch?) herunter. Falls Du auch andere Länder suchst, dann schaust Du auf die entsprechenden Webseiten.
  3. Du suchst Dir mindestens zwei Betriebe raus und machst ein zwei- bis dreiwöchiges Praktikum in einem zugelassenen Ausbildungsbetrieb, der auch selber Azubis derzeit ausbildet. Nach dem Praktikum sprichst Du mit dem Ausbilder und mit den Mitarbeitern und den Azubis und bittest sie, Dir ehrlich zu sagen, ob dieser Beruf Pferdewirt für Dich eine Chance hat.
  4. Du selber fragst Dich ohne rosarote Brille, ob Du das, was Du da beim Praktikum machst, auch drei Jahre, im heißen Sommer, im kalten Winter, bei Sonne und Regen wirklich tun willst und dabei vielleicht 50 Stunden in der Woche hart arbeiten möchtest und/oder kannst.

Alle anderen Hinweise, die Du hier so schreibst, sind ganz informativ, gehören aber überhaupt nicht zu der Beantwortung der Frage, ob Du den Beruf Pferdewirt lernen solltest oder möchtest. Solche Sachen gehören besonders nicht in eine Bewerbung! Da wirst Du gleich als Wendy- Mädel abgestempelt und auf die warten Ausbilder überhaupt nicht. Was denkst Du? Jetzt bist Du handlungssicherer?

P.S. Auch wenn Du merken solltest, dass der Pferdewirt doch nichts für Dich ist, dann ist das keine Niederlage. Nein, auch diese Suche war dann erfolgreich, denn Du weißt dann, dass Dein Traum lieber ein Hobby sein sollte. Auch das wäre eine wichtige Erfahrung.

Achtung in der Fachrichtung Zucht

  •  ChristineIch würde gerne im Jahr 2012 eine Ausbildung zur Pferdewirtin machen. Eigentlich mit SP Reiten. Ich glaube jedoch, dass ich dafür noch nicht gut genug reite. In einem anderen Forum habe ich gelesen, dass man nachdem man den SP Zucht abgeschlossen hat, man noch ein Jahr dranhängen kann für den SP Reiten. Funktioniert das auch mit anderen SP oder ist das insgesamt eine falsche Information?
  • Dietbert ArnoldHallo Christine, gut, dass Du uns schreibst. Da ist derzeit nämlich folgende Taktik im Umlauf:

    Alle die nicht reiten können oder wollen, die werden in die Fachrichtung Zucht beraten und damit bessere Ausmister. Danach, so heißt es dann, kann ja locker mit einem weiteren Jahr die Fachrichtung Klassische Reitausbildung gemacht werden. Theoretisch ist das möglich, die Praxis spricht aber dagegen, diesen Weg zu gehen.

    Dieser Weg ist nämlich ein Holzweg! In der Fachrichtung Zucht geht es um Bedeckung, Besamung, Trächtigkeit, Geburt und Fohlenaufzucht. Also das komplette Zuchtmanagement. Eine sehr komplexe, anspruchsvolle Tätigkeit. Zur Ausbildung gehört auch die Besamung. Folglich muss in der Ausbildung mindestens der Eigenbestandsbesamungslehrgang gemacht werden. Das Reiten spielt in der Fachrichtung Zucht eine wenig wichtige Rolle. Deshalb wird Dir diese dreijährige Ausbildung überhaupt nicht helfen, den Weg zur Fachrichtung Klassische Reitausbildung zu finden.

    Ich rate allen Interessenten, die sich für die Fachrichtung Zucht entscheiden wollen ganz dringend, vor Abschluss des Ausbildungsvertrages beim Betrieb zu erfragen, ob der Besamungslehrgang (mindestens Eigenbestandsbesamer) mit in der Ausbildung durchgeführt wird. Drückt sich der Betrieb davor und sagt den Lehrgang (während der Arbeitszeit ohne Kosten!) nicht zu, ist zu vermuten, dass der Betrieb nur einen/e Misterin sucht. Finger weg!

Rechtschutz durch Gewerkschaft

Erfolgsbilanz Rechtsschutz
Millionen Euro für IG BAU-Mitglieder vor Arbeits- und Sozialgerichten erstritten
Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei. Gut lachen haben da die 30.588 Mitglieder der IG BAU. Sie haben als Gewerkschaftsmitglied Hilfe bei ihrer Klage vor dem Arbeits- oder Sozialgericht erhalten. Für sie hat die DGB-Rechtsschutz GmbH im letzten Jahr fast 90 Millionen Millionen Euro erstritten.Ca. 50 Millionen Euro wurden vor den Arbeitsgerichten für unsere Mitglieder erkämpft. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf Leistungsklagen um Arbeitsentgelt. Knapp ein Viertel der Summe entfällt auf Klagen um die Wirksamkeit einer betriebsbedingten Kündigung. Es lohnt sich also, wenn man sich mit seiner Gewerkschaft gegen schlechte oder falsche Bezahlung wehrt.
Bemerkenswert ist, dass die Streitfälle im Sozialrecht inzwischen knapp die Hälfte aller Rechtsschutzfälle ausmacht. Hier geht es insbesondere um zahlreiche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem ALG II, Streitigkeiten mit der Rentenversicherung und Auseinandersetzungen um die Arbeitslosenversicherung. Auch hier gilt für uns: Wir helfen unseren Mitgliedern, damit sie ihr Recht bekommen!

Rechtsschutz der IG BAU gibt es in Streitfällen mit dem Arbeitgeber (Arbeitsrecht), in Streitfällen mit der Kranken- und der Pflegekasse, in Streitfällen mit dem Arbeitsamt, dem Rentenversicherer, der gesetzlichen Unfallversicherung und dem Versorgungsamt (Sozialrecht).

Der Rechtsschutz ist für die IG BAU-Mitglieder eine Zusatzleistung, die im Mitgliedsbeitrag enthalten ist. Auch deshalb lohnt es sich, IG BAU-Mitglied zu sein.

 

Vielen Pferdewirten droht im Alter absolute Armut

Rente_logo

Auch wenn man in jungen Jahren noch nicht daran denkt, ist es dennoch einmal ratsam zu schauen, was denn irgendwann im Alter finanziell geht:

 

  • Bruttolohn 7,50/h, entspricht EUR 1252,50 je Monat brutto würde eine Rente im Alter von 535,49 EUR brutto im Monat ergeben. Absolute Armut herrscht!
  • Bruttolohn 9,47/h, entspricht EUR 1581,49 je Monat brutto würde eine Rente von 676,21 EUR brutto im Monat ergeben. Damit würde gerade mal die Grundversorgung der Sozialhilfe erreicht werden.

 

Was lernen wir daraus? Wer im Alter nicht total verarmen will und wirklich Not leiden muss, der sollte darauf achten, dass der Arbeitslohn, davon hängt ja die Rentenbeitragshöhe ab, nicht unter 1.600 EUR brutto im Monat liegt. Wenn ein Beruf dieses auf Dauer nicht bietet, dann ist es ratsam, den Beruf zu wechseln!

Böse Falle auch für die im Pferdebereich oft genutzte Variation, nur wenige hundert Euro fest zu verdienen und den Rest „schwarz“. Für die Rente bleibt dann nur ein Hungerlohn. Logisch. 

Denkt mal darüber nach!

Bewerben während der Arbeitszeit

„Chef, ich bin dann mal eben weg!“

Wer selber eine Stelle gekündigt hat oder wem gekündigt wurde, hat bis zum Ende seines Arbeitsvertrages das Recht, während der Arbeitszeit und bei vollem Gehalt sich um eine neue Stelle zu kümmern. Gemeint sind Vorstellungsgespräche, Bewerbungstests, Termine bei Stellenvermittlern oder der Arbeitsagentur sowie Infoveranstaltungen rund um die neue Stelle. Übertreiben darf man es aber auch nicht. Bis zu einer Woche muss der alte Arbeitgeber im Regelfall freistellen und weiter den Lohn bezahlen. Geregelt ist das alles im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)  § 616 und § 629. Wichtig: Der Sonderurlaub zur Bewerbung muss natürlich mit dem Noch- Arbeitgeber abgesprochen werden, für eine Ablehnung muss es aber schon gute Gründe geben.

Durchschnittspferdewirt/in

Und so sieht der Durchschnittspferdewirt*, besser Durchschnittspferdewirtin aus:

Sie ist weiblich, deutsch, ca. 19 Jahre alt, hat einen Realschulabschluss, kommt aus NRW, Niedersachsen oder Brandenburg und wird spätestens im zweiten Durchgang die Abschlussprüfung bestehen. Allerdings kennt jede Auszubildende auch eine weitere Auszubildende, die so viel Stieß mit ihrem Ausbilder/in hatte, dass die Ausbildung abgebrochen wurde.

*Auswertung der offiziellen Statistik

Friert Euch nicht krank!

Jetzt ist es wieder lausig kalt draußen und die meisten Pferdewirte frieren richtig. Und das Dumme: Wirklich wärmende Winterkleidung ist richtig teuer und meist feht das Geld dafür.

Das muss nicht sein!

Weil schon bei geringen Kältebelasungen die Gesundheit und die Arbeitszufriedenheit deutlich zurückgeht, die Mitarbeiter erkranken, weniger Leistung erbringen, Senibilität, Geschicklichkeit sowie die Bewegung deutlich engeschränkt werden, kommt es  vermehrt zu Unfällen durch eine deutlich verringerte Reaktionsgeschwindigkeit.

Da aber nach der vorherrschenden Rechtslage Arbeit nicht Leben und Gesundheit der Mitarbeiter gefährden darf, muss jeder Arbeitgeber sich um seine frierenden Mitarbeiter kümmern!, Der Chef muss eine Persönliche Schutzausrüstung kostenfrei zur Verfügung stellen, die im Winter z.B. aus Wollsocken, langer Unterwäsche, Winterschuhe, Winterpullover, Winterhose- und Jacke, Handschuhe und ware Kopfbedeckung bestehen muss.

Und natürlich müssen sich in der Kälte arbeitende Mitarbeiter während der Arbeitszeit, also nicht in der Pause, regelmäßig azfwärmen können. Dazu muss der Arbeitgeber Heißgetränke zur Verfügung stellen.

So sind die Pausenregelungen:

+15° bis +10° (kühl) nach 150 min 10 min Aufwärmpause

+10° bis -5° (leicht kalt)  wie oben

-5 bis -15° (kalt) nach 90 min 30 min Aufwärmzeit

Die Aufwärmzeit hat in einem 21° warmen Aufenthaltsraum stattzufinden.

Was könnt Ihr tun, wenn das bei Euch nicht so ist? (Und es wird in Eurem Betrieb fast nie so sein, denn Pferdewitschaftsmeister glauben, dass geltende Gesetze in Pferdebetrieben nicht gelten)

Wendet Euch an das zuständige Gewerbeaufsichtsamt, die Gesetzliche Unfallversicherung sowie an die Zuständige Stelle. Alle müssen Eure Hinweise streng vertraulich behandeln! Und dann kann derjenige frierende Pferdewirtazubi glücklich sein, wenn er Mitglied der Pferdewirtgewerkschaft IG BAU ist, denn die würde in einem solchem Falle dem Arbeitgeber heiße Socken machen!

Geforderte Arbeitszeit für Quereinsteiger (§45.2 BBiG)

Alle diejenigen, die eine Abschlussprüfung gem. § 45.2 Berufsbildungsgesetz machen möchten, müssen wissen, dass sie mindestens die 1,5fache reguläre Ausbildungszeit (1,5 x 3 Jahre = 4,5 Jahre) hauptberufliche Vollzeit- Tätigkeit der Zuständigen Stelle nachweisen müssen.

Abhängig Beschäftigte müssen entsprechend dieser Forderung sowohl ihren Arbeitsvertrag sals auch die geleisteten Sozialversicherungen nachweisen können. 

Wer als Stutent neben seinem Studium gearbeitet hat, kann grundsätzlich nicht behaupten, hauptberuflich gearbeitet zu haben. Wird dennoch so argumentiert, ist zu fragen, ob es hier nicht zur Erschleichung von Sozialleistungen gekommen ist, denn Studenten werden grundsätzlich auf Kosten der Allgemeinheit dahingegend subventioniert, dass der Staat für geringe Beiträge zur Krankenkasse sorgt und auf andere Sozialversicherungsbeiträge (Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung) verzichtet. Gleichzeitig sind studentische Jobs in vielen Fällen steuerfrei!

Bei der Definition einer sozialversicherten Tätigkeit, die zur Ablegung der Pferdewirtprüfung berechtigt, gehen immer öfter die Aufsichtsbehörden der Zuständigen Stellen davon aus, dass ungelernte Arbeiterinnen/er deutlich mehr als Pferdewirtauszubildende im Monat verdient haben müssen. Es muss damit gerechnet werden, dass der landwirtschaftliche Tarifvertrag herangezogen wird und für ungelernte Arbeiten etwa 1.200 EUR pro Monat brutto als Einkommen nachgewiesen werden muss.

Nach Auffassung der Aufsichtsbehörden sind 400- Euro- Jobs oder Langzeitpraktika keine hauptberufliche Vollzeitbeschäfzigung und dürfen demzufolge nicht auf die 4,5 Jahre dauernde hauptberufliche Tätigkeit angerechnet werden!

Prüfungsbewerber, die freiberuflich gearbeitet haben, müssen der Zuständigen Stelle ihre Einkommensteuererklärungen lückenlos vorweisen können, um zur dokumentiere, dass die freiberufliche Tätigkeit hauptberuflich augeübt wurde bevor sie zur Abschlussprüfung zugelassen werden.

Achtung Falle: Es gibt sog. „Ausbildungsbetriebe“, die nicht ausbildungsberechtigt sind und ihre „Auszubildenden“ 4,5 Jahre zu Azubilohn arbeiten lassen und ihre „Auszubildenden“ dann auf deren Kosten zur Abschlussprüfung gem. § 45.2 schicken. Diese Praxis ist nicht zielführend, weil die Zuständigen Stellen diese Ausbildungszeit nicht als hauptberufliche Tätigkeit anrechnen dürfen. Auszubildende, die glauben, dass mit der bloßen Manipulation von Arbeitsverträgen und angeblichen Lohnzahlungen die Zuständigen Stellen täuschen, müssen wissen, dass derartige Betrügereien alsSchwarzarbeit vom Staatsanwalt verfolgt werden und empfindliche Strafen und drastische Nachzahlungen drohen. 

Auszubildende, die eine derartige Ausbildung über 4,5Jahre machen, sei dringend geraten, sich z.B. mit der zuständigenGewerkschaft IG BAU in Verbindung zu setzen.

Weniger Pferdewirt- Azubis

In den letzten Jahhren hatte sich die Zahl der Pferdewirtauszubildenden eigentlich immer konstant bei ca. 2.200 Azubis eingependelt. Erstmals geht deren Zahl jetzt deutlich zurück. Im Jahr 2010 ist ein Minus von satten 10% zu verzeichnen.

  • Meiden die Schulabgänger neuerdings den Beruf Pferdewirt und seine nicht selten maßlosen Ausbilder? Haben die jungen Leute es satt, ständig ausgebeutet statt ausgebildet zu werden?
  • Meiden die heutigen Schulabgänger die Schwarzen Schafe? Schön wäre es. Dann allerdings wäre eine weitere Abnahme der Auszubildenden zu erwarten.

Sorgen machen derzeit Gespräche mit den Zuständigen Stellen. Diese berichten immer öfter, dass frühere Ausbildungsbetriebe im Schwerpunkt Reiten nur noch die Fachrichtung Haltung & Service ausbilden wollen. Als Motiv, so viele Ausbildungsberater, wird angenommen, dass nicht wenige Ausbilder meinen, mit Haltung & Service viel weniger ausbilden zu müssen und stattdessen lieber die Azubis schuften lassen können.

Lassen sich das noch immer die meisten Azubis gefallen oder wehren sie sich? 

Wie günstig es ist, Azubis in den Pferdeställen schuften zu lassen, zeigt ein Blick über den Tellerrand. Azubis sind billiger als die Beschäftigung von Mitarbeitern aus dem ehemaligen Ostblockstaaten.

Nur Ignoranten wissen nicht, dass in der Tschechischen Republik durchschnittlich 10 EUR/h bezahlt werden und deshalb mehr und mehr Deutsche lieber in Tschechien als in Deutschland arbeiten. Der Laie staunt, die Arbeitsagentur kennt die Situation. Und die „billigen“ Polen, die machen einen riesigen Bogen um Deutschland und gehen gleich nach Großbritannien und Irland. Dort gibt es einen fairen, menschenwürdigen Mindestlohn. Zweifeler können ja mal einen kurzen Blick auf den Flugplan von Rhyanair werfen. Die irischen Billigflieger starten oft  täglich von 9 Flughäfen zu jeweils 6 Städten der grünen Insel. Und wer es immer noch nicht glaubt, kann sich einmal die polnischen Verkehrszeichen auf der Autobahn Richtung London ansehen.

Zu viel Arbeit macht krank!

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) stellte jetzt durch eine Studie fest, dass zu viel Arbeit krank macht. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Arbeitnehmer, die regelmäßig 60 Stunden je Woche schuften, deutlich öfter unter Rückenschmerzen, Schlafbeschwerden sowie Herzerkrankungen leiden. Mitarbeiter, die zwischen 35 bis 44 Stunden in der Woche arbeiten, dahingegen deutlich gesünder sind. Je Länger Mitarbeiter arbeiten müssen, desto häufiger klagen sie darüber, dass Arbeit und Familie nicht unter einen Hut zu bringen ist.

IG BAU rät zu Lohncheck in Hessen

ig_bau-logoDie IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) empfiehlt Pferdewirtazubis in Hessen einen genauen Blick auf ihre aktuelle Lohnabrechnung. Der neue Tarifvertrag für Azubis sieht seit August 2012 für die Ausbildungsvergütungen in der Landwirtschaft (gilt auch für Pferdewirtazubis) ein Plus von 3 % vor. Deshalb schaut genau hin, ob Euer Chef die Erhöhung auch an Euch weitergegeben hat. Konkret muss ein Azubi unter 18J. im ersten Ausbildungsjahr mindestens 555 EURO bekommen, Volljährige im ersten Ausbildungsjahr sollten 570 EUR auf der Abrechnung lesen. Im August 2013 gibt es dann noch einmal 2,3 % mehr. Gleichzeitig werden dann auch die Prämien für gute Prüfungsleistungen erhöht.

Schwarzarbeit: Mit mir nicht!

Schwarzarbeit ist in der Pferdewirtschaft weit verbreitet. Jeder von Euch weiß das. Das schelle Geld, bar auf die Hand, reizt.

Schwarzarbeit ist aber illegal und unsozial, denn sie führt zu Wettbewerbsverzerrungen: Gerade gesetzestreue Betriebe, die ehrlichen eben, die Euch soziale Arbeitsverträge bieten würden, verlieren ihre Existenz an die Schwarzen Schafe im Pferdebereich. Menschwürdig bezahlte Pferdewirte verlieren ihren guten Arbeitsplatz und damit ihre Existenz. Zehn illegale Arbeitsplätze vernichten durchschnittlich sechs legale Arbeitsplätze. Für Euch alle bleiben nur noch die sog. Schwarzen Schafe!

Den Sozialkassen und dem Staat gehen Milliardensummen verloren. Wir reden über ein Sechstel des deutschen Bruttosozialproduktes, also etwa 370 Mrd. Euro! In der Schwarzarbeit in Deutschland verbergen sich im Jahr 2006 über 8 Millionen Vollzeit- Arbeitsplätze!

„Den Deutschen geht die Arbeit nicht aus, höchstens die offizielle“, so der Kommentar von Fachleuten.

Macht nichts? Denkste! Die Sozialversicherungen sowie Steuern werden für uns alle teurer. Am Ende zahlen alle drauf! Ohne Schwarzarbeit hätten wir wahrscheinlich keine höheren Sozialabgaben!

Den größten Reibach machen die illegal tätigen Betriebe, denn die sparen Eure Sozialversicherungsbeiträge ein. Mit der Folge, dass Ihr im Notfall nicht abgesichert seid.

Das ganz große Elend droht im Alter, denn Ihr habt zwar das ganze Leben hart gearbeitet, aber keinen Anspruch auf Rente! Der Sozialfall ist vorprogrammiert. Die ganz, ganz große Armut droht!

Natürlich bekommt ein Arbeitnehmer, der nicht sozialversichert ist, auch kein Arbeitslosengeld, wenn Ihr einmal den Arbeitsplatz verlieren solltet oder eine Umschulung notwendig wird.

Selbst bei längerer Krankheit bleibt Ihr unbezahlt, denn wer keine Krankenkassenbeiträge bezahlt, der bekommt kein Krankengeld!

Gerne genommen wird im Pferdebereich ein Minilohn und der Rest ist Schwarz. Pfiffig denken viele, denn warum soll ich dem Staat und den Sozialkassen auch noch was von meinem sauer verdienten Geld abgeben? Stimmt. Aber, im Falle eines Unfalles, einer Krankheit, von Arbeitslosigkeit oder Rente wird immer nur das letzte, offizielle Minigehalt gerechnet. Also gibt es auch nur ein Miniunfallgeld, Minikrankengeld, Miniarbeitslosengeld oder eine Minirente!

Wer von Euch schwarz arbeitet, arbeitet illegal und ist somit erpressbar. Du kannst ja nichts sagen, weil sonst fliegst Du ja mit auf! Eines ist aber sicher: Drastisch bestraft werden immer erst die unsozial arbeitenden Arbeitgeber. Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt, die Liste des Staatsanwaltes ist unter Umständen bei einer Gerichtsverhandlung lang:

• Sozialabgabenhinterziehung • Dokumentenfälschung • Lohnwucher • Betrug • Nötigung • Korruption • illegale Ausländerbeschäftigung • Steuerhinterziehung.

Immer öfter kontrolliert der Staat auch Pferdebetriebe, um Schwarzarbeit dauerhaft zu unterbinden. Deshalb solltet Ihr immer auf eine Kontrolle eingestellt sein. Um zu dokumentieren, dass Ihr nicht schwarz und illegal arbeitet, solltet Ihr immer Euren Sozialversicherungsausweis sowie den Personalausweis (Kopie reicht) bei Euch tragen. Wer sich nicht sicher ist, was Schwarzarbeit oder nur Nachbarschaftshilfe ist, der kann sich auf der Homepage des Zoll gut informieren.

Immer mehr Arbeitgeber, Arbeitnehmer und öffentliche Einrichtungen lassen sich das unsoziale Verhalten vieler Arbeitgeber nicht mehr gefallen und wehren sich gegen Schwarzarbeit. Neben verschiedenen Arbeitgeberorganisationen (leider nicht die Bundesvereinigung der Berufsreiter) sind sowohl die Gewerkschaft IG Bauen Agrar Umwelt sowie der Zoll im Kampf gegen die illegale und unsoziale Schwarzarbeit aktiv. Deshalb haben sowohl der Zoll als auch die Gewerkschaft IG Bauen Agrar Umwelt ständig ansprechbare Hotlines geschaltet:

Gemeinsam gegen Schwarzarbeit:

„Könnten Staat und Sozialversicherungsträger das durch Schwarzarbeit verlorene Geld vereinnahmen, hätten sich die Diskussionen der letzten Jahre um Kürzungen im Renten- und Gesundheitsbereich oder um fehlende Investitionsmittel zur Sanierung der maroden Infrastruktur erübrigt“, sagt die IG BAU. Es bleibe daher zu hoffen, dass die Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Bundeszollverwaltung (FKS) in den nächsten Jahren, wie angekündigt, ihre Effizienz noch einmal verdoppeln und so die Schwarzarbeit nachhaltig zurückdrängen kann.

Hier könnt Ihr Euch engagieren und Schwarzarbeit melden:

Zolllogo

E-Mail: poststelle@abt-fks.bfinv.de

Tel.: 0221/37993-100
Fax: 0221/37993-701 oder -702

www.zoll-stoppt-schwarzarbeit.de

ig_bau-logo

www.igbau.de

Meldestelle Lohndumping und illegale Beschäftigung 0800.4422802 (gebührenfrei)

Wer menschenwürdige Arbeitsplätze in der Pferdewirtschaft fordert, muss sich gegen Schwarzarbeit wehren.

Wegschauen reicht nicht aus!

Auch Du trägst Verantwortung!

 

Zuschuss zum Azubilohn: Berufsausbildungsbeihilfe

Förderung der Berufsausbildung

Rechtsgrundlagen:Sozialgesetzbuch Drittes Buch – Arbeitsförderung – SGB III – vom 24.3.1997, §§ 59–76 in der jeweils geltenden Fassung

was?

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) gewährt das Arbeitsamt unter bestimmten Voraussetzungen

– für eine betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf bei Unterbringung außerhalb des Haushaltes der Eltern, wenn die Ausbildungsstätte von der Wohnung der Eltern aus nicht in angemessener Zeit erreicht werden kann (diese Voraussetzung muss jedoch bei einer anderweitigen Unterbringung nicht erfüllt sein, wenn der Auszubildende das 18. Lebensjahr vollendet hat, verheiratet ist oder war, mit mindestens einem Kind zusammenlebt oder seine Verweisung auf die Wohnung der Eltern aus schwerwiegenden sozialen Gründen unzumutbar ist),

– für die Teilnahme an nicht den Schulgesetzen der Länder unterliegenden beruflichen Bildungsmaßnahmen, die auf die Aufnahme einer Berufsausbildung vorbereiten oder der beruflichen Eingliederung dienen (berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen).

 wie viel?

Berufsausbildungsbeihilfe wird grundsätzlich als Zuschuss gewährt. Dabei wird ein entsprechender Bedarf für den Lebensunterhalt des Auszubildenden und für seinen Ausbildungsaufwand berücksichtigt. Das Einkommen des Auszubildenden wird grundsätzlich voll angerechnet, das seines Ehegatten und seiner Eltern nur, soweit es bestimmte Freibeträge übersteigt.

Für Teilnehmer an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen werden die Lehrgangskosten, die Fahrkosten sowie die Kosten für Lernmittel und Arbeitskleidung ohne Anrechnung von Einkommen übernommen.

wer?

Jugendliche und junge Erwachsene.

Weitere Informationen hierzu enthält das Merkblatt Nr. 11 „Angebote der Berufsberatung“ sowie das Online- Arbeitsamt.

Tipp

In den Berufsinformationszentren (BIZ) gibt es zum Thema „Berufsausbildungsbeihilfe“ ein Computerprogramm, das neben der Information über diese Leistung auch die Möglichkeit zu einer überschlägigen Berechnung bietet.

Beispiel:

Beispiel für die Förderung einer Ausbildung:

Adriana ist ledig und wohnte bisher bei ihren Eltern in Osnabrück. Dort fand sie keine passende Ausbildungsstelle als Pferdewirtin. Deshalb hat sie sich für einen Ausbildungsplatz in Warendorf entschieden. Sie hat ein Zimmer angemietet, das 220,00 EUR monatlich kostet. Im 1. Ausbildungsjahr bekommt sie eine Ausbildungsvergütung in Höhe von 320,00 EUR.

Für ihren Lebensunterhalt werden monatlich zugrundegelegt. Hinzu gerechnet werden

341 Euro

als Zusatzbedarf für die Unterkunft höchstens

146 Euro

Bedarf für sonstige Aufwendungen (gem. § 68 SGBIII) Beim Pferdewirt gehören hierzu Reithosen, Reitstiefel, Arbeitsschuhe, Handschuhe, Pullover, Reitweste, Turnierbekleidung, Kappe, Sturzweste, usw.

12 Euro

Fahrtkosten für die Fahrten zwischen Wohnung und der Ausbildungsstätte (Monatskarte für den Bus)

41 Euro

Bedarf für eine Familienheimfahrt im Monat (Bahnfahrkarte)

14 Euro

Gesamtbedarf:

626 Euro

 

Dem Gesamtbedarf wird dann das anzurechnende Einkommen von Alina und ihren Eltern gegenübergestellt.

Von Alinas Ausbildungsvergütung

320 Euro

wird ein Freibetrag von
abgezogen

– 56 Euro

Das anzurechnende Einkommen Alinas beträgt

264 Euro

Es verbleibt ein Bedarf von
(Gesamtbedarf von 626 Euro minus anzurechnendes Einkommen von 264 Euro)

362 Euro

Das Einkommen der Eltern von
wird außerdem noch angerechnet, von dem aber Freibeträge abgezogen werden:

1900 Euro

Freibetrag für die Eltern

1555 Euro

Freibetrag

550 Euro

Freibetrag für das Elterneinkommen insgesamt

2105 Euro

Der Freibetrag von 56 Euro (von der Ausbildungsvergütung) und von 550 Euro (beim Einkommen der Eltern) kann nur dann abgesetzt werden, wenn die auswärtige Unterbringung für die Berufsausbildung erforderlich ist.

Das Einkommen der Eltern liegt unter den Freibeträgen und wird deshalb nicht angerechnet. Würde das Elterneinkommen die Freibeträge übersteigen, blieben davon 50 % anrechnungsfrei.

Ergebnis:
Für Alina haben wir einen Bedarf von 362 Euro errechnet. Weil die Freibeträge höher als das Einkommen der Eltern sind, wird davon nichts angerechnet. Damit erhält Alina neben ihrer Ausbildungsvergütung vom Betrieb zusätzlich eine Berufsausbildungsbeihilfe in Höhe 362 Euro von der Agentur für Abeit.

Rechner im Internet

Wer es ganz genau wissen möchte, der nutzt den BAB- Rechner der Arbeitsagentur im Internet: www.babrechner.arbeitsagentur.de