Habt Ihr einen betrieblichen Ausbildungsplan?

Zu jedem Berufsausbildungsvertrag gehört zwingend ein individueller, für Dich gefertigter, betrieblicher Ausbildungsplan für die gesamte Berufsausbildung.
Zu jedem Berufsausbildungsvertrag gehört zwingend ein individueller, für Dich gefertigter, betrieblicher Ausbildungsplan für die gesamte Berufsausbildung.

Damit Ihr als Auszubildende, Eure Eltern und natürlich auch die Zuständige Stelle sehen könnt, was Euch in Eurer Berufsausbildung erwartet und ob die vertragsgemäße Ausbildung auch korrekt abläuft, deshalb muss der Ausbildungsbetrieb zusätzlich zum Ausbildungsvertrag einen betrieblichen Ausbildungsplan erstellen, in dem genau drinsteht, was, wann, wo und wer Euch ausbildet.

Dieser betriebliche Ausbildungsplan muss vor Beginn der Berufsausbildung zusammen mit dem Ausbildungsvertrag bei der Zuständigen Stelle vorgelegt werden. Ohne betrieblichen Ausbildungsplan darf die Zuständige Stelle den Ausbildungsvertrag nicht eintragen, denn der betriebliche Ausbildungsplan ist vertragsmäßiger Bestandteil des Berufsausbildungsvertrages, so sagt es § 11 Berufsbildungsgesetz.

Wenn sich herausstellt, dass Ihr wesentliche Teile der Berufsausbildung gar nicht vermittelt bekommen habt, dann könnt Ihr immer darauf bauen, dass der Ausbildungsbetrieb das aber vertraglich zugesichert hat und notfalls den Betrieb schadenersatzpflichtig machen.

Aber aufgepasst: Der betriebliche Ausbildungsplan, das Gesetz spricht von sachlicher und zeitlicher Gliederung, ist nicht zu verwechseln mit dem in der Verordnung zum Beruf Pferdewirt angehängten Ausbildungsrahmenplan. Diesen einfach nur zu kopieren ist nicht ausreichend, weil er nicht individuell für Dich erstellt ist, wie z.B. Turnier- bzw. Leistungsprüfungsteilnahme, Lehrgänge, Abzeichen, jahreszeitlich bedingte Tätigkeiten, Einweisungen, Ausbildungsvorhaben, ausserbetriebliche Ausbildungen, Ausbildungsdauer, Auslandsaufenthalte, usw..

Ihr habt keinen betrieblichen Ausbildungsplan? Dann hat wohl der Betrieb und die Zuständige Stelle geschlafen und Euch fehlt eine vertraglich eindeutig zugesicherte Ausbildung. Für den Betrieb gut, der hat dann weniger zu befürchten, wenn er schlurig ausbildet und auch gut für die Zuständige Stelle, denn die müssen zur Ausbildungsvertragseintragung weniger kontrollieren und sind dann auch nicht bei eventuellen Beschwerden gezwungen, dem Betrieb den betrieblichen Ausbildungsplan vorzulegen, zu vergleichen und den Betrieb vielleicht abzumahnen, gegebenenfalls sogar die Ausbilderbefähigung abzuerkennen. Die Verlierer seid wieder einmal Ihr.

Die Zuständige Stelle in Sachsen- Anhalt macht es einfach vorbildlich, denn der Ausbildungsvertrag enthält folgenden Passus:

Die beigefügten Angaben zur sachlichen und zeitlichen Gliederung des Ausbildungsablaufs (Ausbildungsplan) sind Bestandteil dieses Vertrages.

 

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