Berufsstart

Profitipps zur Bewerbung

Pferdewirtschaftsmeister sind allgemein keine Büromenschen. Lieber reiten sie fünf Pferde als einen einzigen Brief zu schreiben. Deshalb ist es oft sinnvoll, erst einmal im Betrieb anzurufen und zu fragen, ob man sich bewerben oder zu einem Vorstellungstermin kommen und dann die passenden Bewerbungsunterlagen mitbringen 100_9496darf. Übrigens: Auch ein derartiges Gespräch kann und muss man üben! Stelle Dir mal vor, Dich ruft einer an und der nuschelt da so rum und kriegt vor lauter Aufregung keinen richtigen Satz raus. Was würdest Du denn dann denken, wenn Du der Chef wärst?

Wenn man die Bewerbung per Post schickt, sollte man etwa nach 14 Tagen nachfragen, ob die Bewerbung angekommen ist und noch einmal sagen, dass man immer noch an dieser Stelle interessiert ist. Allerdings: Nicht den Ausbilder am Telefon unter Druck setzen und die Zusagen „herausleiern“ wollen.

„Ich persönlich reagiere recht empfindlich, wenn Bewerber von mir eine Entscheidung über die Besetzung einer Stelle schon nach 1-2 Wochen regelrecht „rausquetschen“ wollen“, so ein ernst zu nehmender Kommentar eines Ausbilders zu diesem Thema.

  • Grundsätze

Je besser ein Ausbildungsbetrieb, desto mehr Bewerbungen liegen auf dem Tisch des Ausbilders. So bewerben sich z.B. in Landgestüten jedes Jahr mehr als hundert Interessenten. Das ist ein riesiger Stapel, der da auf dem Schreibtisch liegt. Und ausgerechnet Du sollst zu den Auserwählten gehören?! Natürlich entscheidet dann die Qualität der Bewerbung, wer in die nähere Auswahl kommt und zum Bewerbungsgespräch mit Vorreiten eingeladen wird. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Deine Bewerbung besonders sorgfältig angefertigt wird. Sonst wird niemand Deine Bewerbung überhaupt lesen und von Deinen Vorzügen je erfahren. Deine Bewerbung muss so gut sein, dass Dein zukünftiger Chef neugierig auf Dich ist und unbedingt ein Treffen mit Dir vereinbaren will. In diesen Profitipps wirst Du keine einzige Formulierungshilfe finden, denn genau dann würden viele Bewerbungen gleich aussehen und langweilen. Deshalb übrigens Profitipps!

  • Vorbereitungen

Auch eine Bewerbung will vorbereitet werden. Klar, dass man vernünftiges Schreibpapier, passende DIN A4- Umschläge, einen Duden, Linienpapier und vernünftiges Schreibzeug zur Hand hat. Ein benutzter Frühstückstisch in der Küche ist denkbar ungeeignet. Natürlich kannst Du eine Bewerbung mit dem Computer erstellen, hüte Dich aber davor, die üblichen Vorlagen von Word oder Works zu benutzen. Das tun nämlich alle! Deine komplette Bewerbung kommt in eine Klemmmappe, niemals in Klarsichthüllen, wird auch nicht geklammert oder gelocht.

Bevor Du loslegst, informierst Du Dich erst einmal gründlich über den Betrieb. Dazu gehört die richtige Anschrift, ein Titel, die Kenntnis der Betriebszweige, Größe des Betriebes, Erfolge, Name des Ausbilders, usw.. Und noch etwas gehört zur Vorbereitung: Erkundige Dich über die Qualität der Ausbildung des Betriebes, befrage einmal ehemalige Azubis. Auch im Pferdebereich gibt es neben hervorragenden Ausbildern leider auch jede Menge „Schwarze Schafe“. Muss ja nicht sein, dass genau Du darauf reinfällst.

  • Anschreiben

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Zu jeder Bewerbung gehört ein einseitiges Anschreiben. Oft entscheidet dieses, ob Deine Bewerbungsunterlagen überhaupt weiter angeguckt werden. Das Anschreiben beginnt mit einer ordnungsgemäßen Adresse. Es macht einen schlechten Eindruck und signalisiert Gleichgültigkeit, wenn diese schon falsch ist! Günstig ist auch immer, wenn man einen Ansprechpartner herausfindet und nicht gleich mit „Sehr geehrte Damen und  Herren“ beginnt. Wenn aber ein Name, dann muss er richtig geschrieben werden! Natürlich darf eine Betreff- Zeile nicht fehlen, auf der sichtbar wird, dass es sich um Bewerbungsunterlagen handelt und um welche Stelle Du Dich bewerben willst. Nicht den Schwerpunkt vergessen! Das Wesentliche eines Anschreibens ist aber, dass DU kurz und knapp schreibst, warum DU Dich gerade in diesem Betrieb bewerben möchtest! Diese Passage macht oft die größte Mühe, Du solltest lange daran „basteln“. Am Ende steht dann eine nette Grußformel und unter der Unterschrift eine Liste der mitgeschickten Unterlagen. Beim Schreiben der Bewerbung sollte man sich Hilfe holen bei Leuten, die wissen, wie man einen Normbrief schreibt. Zur Not kauft man sich ein kleines Buch darüber. Dass Du beim Schreiben Deiner Bewerbung immer einen Duden benutzt, sollte wohl klar sein. Die einzelnen Passagen Deines Anschreibens werden mit Absätzen getrennt. Kurz, knapp und flockig! Deine Unterschrift schreibst Du bitte mit dem Füller, man darf vorher ruhig ein wenig üben. Sieht ja keiner.

Mein Tipp: Wenn Du die Stelle nicht haben möchtest, dann beginne so: „Sehr geehrte Damen und Herren,
mein aller größten Hobbys, sind die Pferde und das Reiten, deshalb möchte ich dieses Hobby zum Beruf machen und eine Ausbildung als Pferdewirt in Richtung Reiten beginnen. Erste Einblicke konnte ich schon…“ … und Tschüß!

  • Lebenslauf

Deinen Lebenslauf schreibst Du in einer Tabelle. Unterteile ihn in einen persönlichen und einen reiterlichen Lebenslauf. Zum persönlichen Lebenslauf gehören natürlich Deine Lebensdaten, Adresse, das familiäre Umfeld und natürlich die schulische Ausbildung mit ihren jeweiligen Abschlüssen sowie Hobbies und weiteres Engagement, auch wenn es nicht mit dem Pferd zu tun hat. Z.B. sieht ein Ausbilder an einer ehrenamtlichen Tätigkeit z.B. in einem Sportverein oder einer Jugendorganisation, ob man sich engagiert oder nur so abhängt. Natürlich gehört auch ein eventueller Führerschein in die Bewerbung. Unter reiterlicher Lebenslauf versteht man Deinen bisherigen  Weg im Umgang mit Pferden. Wo hast Du schon mal geritten? Wo hast Du schon mal Pferde gepflegt? Wo hast Du schon mal in der Landwirtschaft geholfen? Was kannst Du im Umgang mit dem Pferd? Welche Turniere hast Du schon geritten? Welche Prüfungen hast Du schon einmal abgelegt? Vermeide allerdings Sätze, die aussagen, dass es schon immer Dein Traum von Kindesbeinen an war, mit Pferden zu arbeiten. Das klingt zu sehr nach Wendy- Mädels als dass Du Dich als zukünftige Profikraft empfiehlst. Arbeitgeber hassen Pferde- Teenies als Azubis. Ehrlich! Bei Bewerbungen um eine Ausbildungsstelle im Schwerpunkt Rennreiten gehört auch die Angabe des derzeitigen Gewichtes in den Lebenslauf, eventuell auch die Größe und das Gewicht der Eltern und der Geschwister. Das hat nichts mit Verletzung der Intimsphäre zu tun, sondern kann deutlich machen, dass man als Azubi im Rennreiten z.B. 50 kg reiten kann. Bitte nicht vergessen: Ein Lebenslauf wird am Ende mit Ort und Datum unterschrieben. Damit erklärst Du die Richtigkeit Deiner Angaben. Also: Immer schön bei der Wahrheit bleiben, sonst ist die fristlose Kündigung nicht weit!

ep-logoNEU: Eine ganz neue Möglichkeit gibt es jetzt mit dem EUROPASS- Lebenslauf. Dort könnt Ihr auf dem Europaserver Euren Lebenslauf ausfüllen und dann auf den eigenen Computer herunterladen und ausdrucken. Das Ergebnis ist ein europaweit einheitlicher Lebenslauf, der sichtbar macht, dass Ihr auf dem neuesten europäischen Stand seit. Der EUROPASS- Lebenslauf eignet sich nicht nur für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz, er ist auch sinnvoll für alle Bewerbungen nach der Ausbildung. Mit der Nutzung des EUROPASS- Lebenslauf zeigst Du, dass Du Dich umfassend über neue Entwicklungen in der Berufsbildung beschäftigst. Der Vorteil für Betriebe ist, dass Du im EUROPAS- Lebenslauf Deine Qualifikationen, also das was Du kannst, hineinschreibst.

  • Foto

leica CameraSelbstverständlich gehört ein Foto zur Bewerbung. Da Reiten und Rennreiten etwas mit Figur zu tun hat, ist es günstig, ein gutes Ganzkörperfoto beizulegen. Das Foto sollte schon jemand gemacht haben, der mit einem Fotoapparat umgehen kann. Urlaubsbilder oder sonstige Bilder aus der Freizeit sind nicht so gut geeignet.  Natürlich gehört ein Foto auf der Rückseite beschriftet und sauber in die Mitte auf einen weißen Briefbogen geheftet (Doppelklebeband). Sonst ist das Foto eher auf dem überquellenden Schreibtisch Deines zukünftigen Chefs verloren, als Du es Dir vorstellen kannst. Ein sauberer Rand oder ein Passepartout (Ausschnitt im Papier, wie bei einem Bild, gibt es im Schreibwarenhandel) kann sehr wirkungsvoll sein. Beim EUROPASS wird das Bild direkt vom Computer in das Formular kopiert.

  • Anlagen

Zu den Anlagen gehören immer nur (gute) Kopien, niemals Originale!!! Selbstverständlich legst Du die letzten Schulzeugnisse/ Abschlusszeugnisse in Kopie bei. Solltest Du weitere Abschlüsse gemacht haben (z.B. Reitabzeichen, vorherige Berufsausbildungen, Kurse) gehören auch diese Kopien dazu. Im Anschreiben kann man ja erwähnen, dass man der Bewerbung nur Kopien beigefügt hat, Du aber bei einem persönlichen Vorstellungsgespräch natürlich die Originale gerne vorlegen möchtest.

  • Rückporto
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Grossbrief, Hüllenformate A5, C5, B5, A4, C4, B4, max. 500g, 1,45€

Viele Ausbildungsbetriebe, vor allem, wenn es kleinere Familienbetriebe sind, reagieren mittlerweile ziemlich säuerlich, wenn man, für den Fall der Ablehnung, keinen adressierten und frankierten Rückumschlag beifügt. Porto kostet mittlerweile richtig Geld und manch Ausbilder mag es verständlicherweise nicht einsehen, wenn er ungefragt Bewerbungen bekommt und diese vielleicht dutzendweise auf seine Kosten zurückschicken muss.

 

  • Versand
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Grossbrief, Hüllenformate A5, C5, B5, A4, C4, B4, max. 500g, 1,45€

Eine Bewerbung kann man natürlich persönlich überreichen. Dann aber nur nach Voranmeldung. Meistens wird Dein Brief (A4, nichts wird geknickt) aber per Post zum zukünftigen Ausbildungsbetrieb gehen. Klar, dass man einen neuen, sauberen Umschlag nimmt und sorgfältig beschriftet. Auch das kann man mal üben. Erwähnt wurde oben schon einmal, dass die Adresse korrekt und vollständig sein muss (vorher informieren). Wichtig ist ein korrektes Porto! Sonst soll Dein neuer Ausbildungsbetrieb eine Menge Strafporto entrichten bei der Zustellung. Das wird er mit Sicherheit nicht tun, so kommt Deine Bewerbung gar nicht erst an! Dumm gelaufen. Den EUROPASS- Lebenslauf druckst Du auf etwas dickeres, weißes Papier (100g) aus. Falls kein guter Drucker zur Verfügung steht, könnt Ihr die Datei auch auf einen Stick laden und in einem Copy- Shop professionell, sogar in Farbe ausdrucken lassen

  • Vorstellungsgespräch

100_3300Die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch ist schon eine aufregende Sache und entscheidet über Erfolg und Misserfolg Deiner Bewerbung. Deshalb musst Du vorbereitet sein! Ausbilder hassen es, wenn da mal einer so eben vorbeigeschneit kommt, nicht vorbereitet, in x-beliebigen Klamotten, kein Reitzeug dabei und möglichst mit wehenden Haare und einem Kaugummi im Mund oder einer Kippe im Gesicht und das ganze noch getoppt mit dreckigen Fingern und fleckigem Hemden. Jetzt sagt Du,  das gibt es nicht! Falsch! Schon oft gesehen, deshalb hier noch einmal die Mahnung: Ein Vorstellungsgespräch ist etwas Besonderes und gehört vorbereitet. Es ist eine Missachtung vor den Leistungen des Ausbilders, wenn Du Dich nicht ausreichend vorbereitest.  Dazu gehört eine gehörige Portion Wissen über den neuen Ausbildungsbetrieb (Ausbilder, Betrieb, Erfolge, Pferde, Turniere, Spezialitäten, usw.). Selbstverständlich ist es das gute Recht, dass ein zukünftiger Chef einen Bewerber bittet, einmal vorzureiten. Darauf muss man vorbereitet sein. Also komplettes Reitzeug! (Stiefel, Kappe, Handschuhe, Gerte, Reithose). Natürlich sind die Haare der Mädels vernünftig zusammengebunden, die Stiefel glänzen und die Handschuhe haben keine Löcher. Um es aber deutlich zu sagen, die Qualität der Reitstiefel oder der Reithose ist nicht entscheidend. Zur korrekten Reitbekleidung gehört eng anliegende Kleidung (Reitweste!!) und keinesfalls ein weites, schlackeriges Sweatshirt. Sonst sieht man eher aus wie ein Beduine zu Pferde. Ausbilder reagieren mittlerweile allergisch auf derartige „Reitkleidung“. Das Vorreiten ist übrigens dazu da, um zu sehen, wie veranlagt Du im Umgang mit dem Pferd bis. Also ein Ausbilder möchte sehen, ob Du einen geschmeidigen, ausbalancierten Grundsitz hast und wie Du mit einem Pferd umgehst. Keiner will sehen, 100_3165ob Du ein Pferd ausbilden oder Hohe Schule reiten kannst. Das sollst Du schließlich erst in Deiner Ausbildung lernen. Zu einem Vorstellungsgespräch gehören natürlich auch Themen wie Gehalt, Urlaub, Freizeit, Unterbringung, Berufsschule, usw.. Damit man in der Aufregung nicht alles vergessen hat, schreibt man sich solche Fragen auf. Das macht einen gut vorbereiteten Eindruck und verhindert, dass Du hinterher wegfährst und denkst: „Ach, das wollte ich ja auch noch gefragt haben!“. Eines allerdings solltest Du Dir bei diesen Gesprächen merken: Es ist keine Schande, auch über diese Themen zu sprechen. Ein Ausbilder, der keine Azubis mag, die auch (nicht nur) über Arbeitsbedingungen und Ausbildungschancen sprechen, den kannst Du getrost abhaken!

Themen, die Du nach Meinung der Zuständigen Stellen unbedingt angesprochen werden sollten, um spätere Missverständnisse und falsche Erwartungen zu vermeiden:

  • Arbeitszeit (tägliche Arbeitszeit, Pausen; Wochenarbeitszeit, Überstunden – Freizeitausgleich o. geldlicher Ausgleich), Arbeit am Wochenende und an Feiertagen)
  • Unterbringung/ Versorgung (Zimmer, sanitäre Anlagen, gemeinsame Verpflegung/Selbstversorger)
  • Hausordnung (Lebensgewohnheiten des Azubi in der Ausbildungsstätte, Freizeitgestaltung, Besuch von Freunden/ Partnern bei Unterbringung im Betrieb)
  • Entlohnung (Bruttolohn/Nettolohn, Abzüge für Unterkunft und Verpflegung  (Sachbezüge), Vergütung für nicht in Anspruch genommene Verpflegung )
  • Urlaub (Zahl der Urlaubstage, Urlaubszeitraum, Urlaubsgeld )
  • Berufsschule (Schulort, Schultag/Schultage)
  • Berichtsheftführung (Zeit für die Berichtsheftführung, regelmäßige Vorlage, altes Berichtsheft oder Ausbildungsnachweis?)
  • Ausbildungsinhalte (Achtung! In der Fachrichtung Zucht muss ein Azubi den Eigenbestandsbesamer- Lehrgang auf Kosten des Betriebes machen)

Natürlich darfst Du Dir zum Schluss eine Bedenkzeit ausbitten, denn schließlich sollte man jede wichtige Entscheidung eine Nacht überdenken und auch mit seinen Eltern oder Freunden besprechen. Übrigens Eltern: Du musst selber entscheiden, ob Du Deine Eltern/Freund o.a. zum Vorstellungsgespräch mitnimmst.

  • Kosten Vorstellungsgespräch

Wenn Du vom Betrieb zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, dann muss der Betrieb die Kosten für die Anreise ersetzen. Das sind z.B. Fahrtkosten mit der Bahn, natürlich 2. Klasse, Platz- Reservierungskosten, Busfahrkarten und, wenn es wirklich notwendig ist, Übernachtungskosten. Die Fahrt im eigenen Auto (oder der Eltern oder Freunden) kannst Du mit 30 Cent je zwei Kilometer ansetzen.

Geld

So steht es im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und dort im § 670: Ersatz von Aufwendungen; Macht der Beauftragte (also Du) zum Zwecke der Ausführung des Auftrages (Fahrt zum Vorstellungsgespräch) Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so ist der Auftraggeber (der einladende Betrieb) zum Ersatz verpflichtet. Klar, dass Du die Kosten nicht übertreiben darfst. Du bist ein junger Berufsanfänger und es ist Dir mehr zuzumuten, als ein Bewerber, der sich als Leiter eines großen, bedeutenden Gestüts bewirbt. Damit es keinen Ärger hinterher gibt, solltest Du ganz freundlich ohne Scheu über den Kostenersatz reden. Will ein Betrieb die Kosten für das Vorstellungsgespräch nicht tragen wollen, dann ist das sicher ein Hinweis für Dich, wie der zukünftige Ausbildungsbetrieb in den nächsten drei Jahren mit Dir umgehen wird. Nimm derartige Hinweise nicht auf die leichte Schulter.

  • online- Bewerbung

Online- Bewerbungen sind eine gute Alternative zur klassischen Form. Allerdings nur, wenn folgende Regeln (DO´s und die DONT´s) eingehalten werden:Schuler_computer

1. Online- Bewerbungen müssen genauso sorgfältig erstellt werden, wie schriftliche Bewerbungen: fehlerfrei, technisch perfekt, ansprechend.

2. Die Anschreibe- Mail mit den angehängten Dokumenten muss formgerecht erstellt werden. Dazu gehört ein sorgfältig formulierter, fehlerfreier Text sowie die komplette Absenderangabe. Eine Onlinebewerbung verzichtet immer auf Smilies, Grußabkürzungen, wie LG oder MfG, usw. Immer den zukünftigen Ausbilder korrekt anschreiben, also nicht mit „Hallo Herr …“ beginnen, sondern sich für „Sehr geehrter Herr XYZ“ entscheiden.

3. Nur seriöse Mail- Adressen als Absender verwenden. Das Postfach muss Anlagen weiterleiten können. Bewerbungen mit einer E- Mail- Adresse des alten Arbeitgebers sind nicht immer ratsam. Vermeidet grundsätzlich Adressen wie schnulli@gmx.de oder horsegirl@hotmail.de und entscheidet Euch für vorname.nachname@domain.de .

4. Immer erst telefonisch fragen, ob eine Online- Bewerbung willkommen ist. Dabei kann auch geklärt werden, ob zunächst eine sog. Kurzbewerbung ( Bewerbungsschreiben und Lebenslauf mit Foto) .

5. Die angehängten Dokumente (Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) müssen technisch perfekt erstellt, sehr gut lesbar und leicht ausdruckbar sein. Weiterhin dürfen die Dokumente nicht zu speicherintensiv (!) sein (max. 1 MB), das gilt besonders für gescannte  Zeugnisse und Bewerberfotos. Hier reichen oftmals 90 dpi. Besonders geeignet ist die Umwandlung in ein pdf- Dokument. Die Angehängten Dokumente, im Normalfall max. 3, sollten zusammen max. 5 MB aufweisen und klare Dateinamen haben, so z.B. Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf. Das pdf- Format hat übrigens den Vorteil, relativ virenunverdächtig zu sein und eine Bewerbung kann bequem in einem Dokument gesendet und so bequem geöffnet werden. Die Umwandlung in das pdf- Format erledigt ein pdf- Konverter, der für ca. 20 EUR im Fachhandel oder als Freeware im Internet ( http://freePDFxp.de/ ) zu bekommen ist. Der Umgang mit einem pdf- Konverter gelingt auch Laien. Gut haben es Nutzer von Textprogrammen, die kostenlos ein pdf- Konverter enthalten und Dokumente als pdf- Dokument  speichern.

6. In der Onlinebewerbung steht immer der Hinweis, dass Originalzeugnisse und Bescheinigungen selbstverständlich zu einem Vorstellungsgespräch mitgebracht werden.

7. Onlinebewerbungen immer nur an eine namentliche E- mail- Adresse senden, nie an Adressen mit info@… oder mail@… usw.. Viele dieser Adressen werden nicht gelesen oder aus Angst vor Viren nicht geöffnet. Deshalb eine Online- Bewerbung immer persönlich ankündigen und die korrekte Mail- Adresse erfragen. Eine telefonische Rückfrage stellt sicher, dass die Mail nicht im Span- Filter hängen geblieben ist.

8. Bewerbungshomepages von Drittanbietern meiden. Allenfalls auf eigene Bewerbungshompage (www.xyz.de) verweisen.

9. Um zu testen, wie die Online- Bewerbung bei einem anderen Empfänger ankommt, sollte eine Testbewerbung an einen Freund/Freundin geschickt werden.

10 Kommentare zu Berufsstart

  1. julika sagt:

    Die Übersicht ist sehr umfangreich und nützlich, vielen Dank! Hiermit auch ein Tipp, wo man die Bewerbungsunterlagen in PDF online konvertieren kann (kostenlos): Online PDF Konverter

  2. Jytte sagt:

    Hallo Herr Arnold,
    ich habe ein Problem mit einer EQJlerin. Sie macht eine EQ auf einem kleinen Pensionspferdebetrieb . Nun ist es so , dass sie aufgrund ihrer naja … sagen wir mal Gesamtmotivationslage so langsam und unselbständig ist , dass an ihren Arbeitstagen ( 3 Tage die Woche) die ganze Zeit für das Tagesgeschäft draufgeht. Eigentlich sollen in dieser Zeit auch noch Reittunterricht , Longieren üben und für die Berufsschule ( Grundstufe Agrar) lernen stattfinden . Also die Ausbildung kommt so zu kurz. Kann man , um die Sache zu entzerren , einen Nachmittag nach der Schule für soetwas nützen? Mir ist schon klar , das der Berufsschultag eigentlich ein voller Arbeitstag ist- aber es geht hier um Reitunterricht , Unterweisungen , Nachhilfe und Unterstützung beim Berichtsheft , die das Mädchen dringend braucht -und nicht um das Erschleichen zusätzlicher Arbeitszeit. Es wäre schon ganz gut sie einen halben Tag mehr im Betrieb zu haben… Zumal sie ja auch am Wochenende komplett frei hat.
    Ich würd mich freuen wenn Sie es schaffen , bis nächsten Mittwoch zu antworten , da ich dann ein Gespräch mit der Mutter und den Ausbildern habe .
    Bis dahin viele Grüße Jytte

  3. Dietbert Arnold sagt:

    Hallo Jytte,

    leider schaffe ich es erst jetzt, Dir zu antworten, aber manchmal ist der Teufel los und ich muss einfach Zeit für diese ehrenamtliche Aufgabe finden. Hoffentlich bist Du jetzt nicht böse.

    So wie Du mir das schilderst, spricht überhaupt nichts dagegen, mit der EQlerin „Nachhilfe“ zu machen. Das hilft Ihr doch. Ich wäre froh, wenn das andere Ausbilder auch machen würden. Klar muss nur sein, bei Dir bin ich mir sicher, dass dies keine versteckte Arbeitszeitverlängerung zum Misten ist. Lernen ist doch wunderbar! Nur zwingen kannst Du sie nicht. Entweder sie nimmt das Angebot an oder sie lässt es. Mit allen Konsequenzen. So ist das Leben, Chancen muss man ergreifen oder lässt sie sausen.

  4. Lilly sagt:

    Ich würde gerne eine Ausbildung zum Pferdewirt machen. Der Ausbildungsbeginn wäre Herbst 2018. Da ich dabei gerne das weitverbreitete Problem der „Ausnutzung“ umgehen würde und eine „qualitativ hochwertige“ Ausbildung durchlaufen möchte, wäre es naheliegend sich eher an großen/renomierten Betrieben oder Gestüten zu bewerben, oder? Da an diesen ja bekanntlicherweise meist ein ziemlicher Ansturm an „Ausbildungsfreudigen“ besteht, ist die Konkurrenz hoch und dementsprechend auch der Anspruch an die mitzubringenden Fähigkeiten. Wissen Sie, ob es irgendmöglich ist, an einem solchen „vorteilhaften“ Betrieb einen Platz zu bekommen, auch wenn man noch keine E- oder A-Turniere gegangen ist, bzw. generell im Leistungssport nicht direkt zu Hause ist?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Viele Grüße,
    Lilly

    • Dietbert Arnold sagt:

      Hallo Lilly,

      jetzt aber, mein Urlaub ist leider zu Ende, gut aber für Dich, denn jetzt habe ich Zeit, Dein Posting zu beantworten.

      Zunächst musst Du Dich entscheiden, welche Fachrichtung Du überhaupt einschlagen möchtest, denn die ist dafür verantwortlich, wie intensiv Du in der Abschlussprüfung das Reiten beherrschen musst. Die Verordnung zum Beruf Pferdewirt (siehe den Reiter Downloads) sagt genau aus, was wer in welcher Fachrichtung lernen muss. Auf der Seite findest Du auch den Ausbildungsplan zum Download.

      Dann hast Du ja noch Zeit bis zum Herbst 2018. Nutze also alle Ferien, um ein zwei- bis dreiwöchiges Praktikum (nicht Läger, sonst sucht ein Betrieb nur eine Arbeitskraft für lau!) auf verschiedenen Betrieben zu machen. Nur so findest Du heraus, was für ein Betrieb das ist und ob das passt. Ganz wichtig, mache nur Praktika auf anerkannten Ausbildungsbetrieben, die auch wirklich Auszubildende haben. Natürlich kannst Du vorher bei der Zuständigen Stelle (s. Reiter „Zuständige Stelle“) nachfragen, ob der Betrieb überhaupt ausbildungsberechtigt ist und welche Fachrichtung Du dort lernen könntest. Während des Praktikums nutzt Du die Zeit, auch mit den Azubis dieses Betriebes zu reden und die können Dir wesentlich Hinweise zu dem Betrieb geben.

      Am Ende des Praktikums bittest Du den Ausbilder/in um ein Abschlussgespräch. Das ist eine gute Möglichkeit, dass Deine Leistungen sowie Dein Talent eingeschätzt werden kann und Du gleichzeitig fragst, ob eine Ausbildung in diesem Betrieb möglich wäre. Natürlich nur, wenn Du das möchtest. Wenn das Gespräch auf eine mögliche Ausbildung kommt, dann sei bitte darauf vorbereitet und frage wesentliche Rahmenbedingungen ab, wie Berufsschulbesuch, Arbeitszeiten, Entlohnung, Urlaub, wann welche Ausbildungsinhalte gelehrt werden (Ausbildungsplan!), usw.. Wenn Du merkst, dass der Ausbilder nicht gerne über diese Themen ganz offen redet, dann weisst Du, dass das kein guter Ausbildungsbetrieb ist. Und Tschüss!

      Folgendes muss Dir klar sein:
      1.) Betriebe findest Du meist nicht in Deinem Wohnort. Oft musst Du das Bundesland wechseln, um einen geeigneten Betrieb zu finden. Qualität der Ausbildung muss Vorrang vor Heimweh haben.
      2.) Bitte keine zu großen Kompromisse schliessen, das geht zu 99% schief.
      3.) Ohne regelmäßigen Berufsschulbesuch geht es nicht! Keine Diskussion, ob der Berufsschulbesuch notwendig oder nur im dritten Jahr notwendig ist! Sonst sofort aufstehen und gehen.
      4.)Derzeit ist die Bewerbersituation auf Deiner Seite. Hatten selbst Landgestüte früher 200 – 300 Bewerbungen, sind die mittlerweile froh, alle Plätze zu besetzen. Also Selbstbewusstsein!
      5.) Frage mal in den Fachberufsschulen (s. Reiter „Berufsschulen“), ob Du einen Schultag hospitieren darfst. Dann kannst Du die Pausen super nutzen, Azubis zu ihren Betrieben zu befragen. Sollte ein zweites oder drittes Ausbildungsjahr sein, dann hat sich nämlich herausgestellt ob ein Azubi einen Traumbetrieb oder Albtraumbetrieb erwischt hat. Von diesen Erfahrungen könntest Du profitieren.
      6.) Und reitehrlich kannst Du in diesem Jahr noch gut zulegen. Da sollte aber ein Berufsausbilder den Unterricht geben. Du willst Profi werden, nicht Freizeitreiterin. Also müssen auch Profis Deine Ausbildung leiten.

      So Lilly, jetzt mache was draus. Gerne darfst Du Dich wieder bei uns hier melden.

      • Lilly sagt:

        Hallo Herr Arnold,

        ich hoffe, Sie hatten einen schönen Urlaub und danke Ihnen ganz herzlichen für die schnelle, ausführliche und sehr hilfreiche Antwort! 🙂

        Nach der Verordnung zum Beruf Pferdewirt denke ich mal, dass die Fachrichtung wahrscheinlich auf Haltung und Service hinauslaufen würde, aber ich habe gelesen, dass es auch Betriebe gibt, an denen man nach dieser Ausbildung noch die Fachrichtung Reiten/eine Bereiterausbildung anhängen kann, stimmt das?

        Zur Zeit mache ich gerade mein Abitur und bin sozusagen in zwei Wochen, wenn die letzte Prüfung durch ist, „frei“. Allderdings bin ich wahrscheinlich von August 2017 bis Anfang Februar 2018 in den USA und da bleibt nun nicht mehr so viel Zeit für viele Praktika, da ja gerade die beliebten Betriebe auch meist realtiv frühe Bewerbungsfristen haben, oder? Oder meinen Sie, ab Februar würde das auch noch passen?
        Demnach bleibt auch nur noch die Zeit bis August bzw. ab Februar zur reiterlichen Vorbereitung, wo ich wieder bei der Sache mit der Bewerberfrist wäre… 🙁

        Und nur mal rein hypothetisch: Denken Sie, es gäbe eine Möglichkeit, sein Pferd zu dem Ausbildungsplatz mitzubringen/unterzustellen, auch wenn dieses ein Westernpferd ist? Oder wäre das Ganze ingesamt überhaupt ratsam?

        Ich würde mich freuen, noch einmal von Ihnen zu hören.
        Lilly

  5. Dietbert Arnold sagt:

    Du Lilly, musst Dir das zeitlich so einteilen, wie Du es schaffst. Erfahrungsgemäß brauchst Du nicht nervös werden, weil Du befürchtest, alle Ausbildungsstellen sind schon ein Jahr vorher besetzt. Im Pferdebereich geht eigentlich das ganze Jahr die Suche und Einstellung von Auszubildenden.

    DU musst nur sehen, dass Du in den USA das Reiten nicht verlernst, ich meine, dass Du Deine Sportlichkeit und Deine Elastizität nicht verlierst.

    Ein eigenes Pferd mit in die Ausbildung zu nehmen ist oft ein Problem. Entweder musst Du dafür den Pensionspreis bezahlen oder der Betrieb befürchtet, dass Du Dich nur mit Deinem Pferd beschäftigst und die eigentliche Arbeit zu kurz kommt. Gute Betriebe wollen Dein Pferd nicht in der Ausbildung haben. Finanziell angeschlagene Betriebe würden sich um einen zahlenden Pensionsgast freuen. Gut es gibt auch Ausnahmen.

    Es gibt Betriebe, die erst Haltung&Service lernen lassen und dann, bei genügend Talent, auch noch die Fachrichtung Klassische Reitweise anbieten. Das sind vorrangig die Landgestüte. Auch da musst Du nicht die Befürchtung haben, dass Du da grundsätzlich chancenlos bist. Aber ein Pferd mitbringen geht da nicht.

    Bei allen Ausbildungen, besonders auch bei Haltung & Service, musst Du vorher absprechen, wie oft Du auf das Pferd kommst und welche Qualität der Unterricht für Dich hat. Einfach nur rumreiten ohne Unterricht bringt Dich nicht weiter und entsprecht nicht dem Ausbildungsplan. Sprich das vorher ab. Wenn Betriebe damit Probleme haben, dann sei froh, dass Du es vorher gemerkt hast. Keine Kompromisse in diesen Fragen!

    Du kannst Dir ja auch überlegen, ob Du Haltung & Service in einem Betrieb mit Westernpferden suchst. Das gibt es auch.

    Also, mache erst in Ruhe Dein Abi und dann nutze die Zeit bis Herbst 2018, Dich so viel wie möglich mit den Pferden zu beschäftigen. Vielleicht geht da ja auch in den USA was mit Westernpferden. Wäre doch ein Alleinstellungsmerkmal, wenn da in Deiner Bewerbung steht, dass Du in Amerika Erfahrungen mit Westernpferden gesammelt hast. Grundsätzlich ist es immer gut, wenn aus Deinem Lebenslauf sichtbar wir, dass Du Dich aus eigenem Antrieb um Pferde und Berufe mit Pferden gekümmert hast.

    Iss nicht so viele Burger und Donuts und bleibe sportlich. Sonst könnte das ein Problem werden.

  6. Lilly sagt:

    Okay, vielen Dank für die guten und auch ermutigenden Tipps!

    Das heißt, ich melde mich jetzt sofort bei einigen Betrieben bzgl. des Praktikums, dass ich evtl. noch ein oder zwei vorher machen kann? Oder soll ich lieber insgesamt warten, bis ich wieder da bin? Weil wenn man dann da ein Praktikum macht und an einer Ausbildung interessiert ist, dann aber erstmal für ein halbes Jahr nicht „erreichbar“ ist, ist das ja auch irgendwie nicht so toll, oder?

    Ich werde auf jeden Fall auf der Hut sein und auch zusehen, dass ich fit bleibe/fitter werde. 🙂 Die Zeit in den USA verbringe ich auf einer Pferderanch mit Viehzucht, das sollte vorerst kein Probem sein. Vielleicht hilft das dann ja evtl. auch etwas in Bezug auf das klassische Reiten etc.

    Oh achso, ja das kann sein. Und mit dem Pferd mitbringen, das ist ja auch irgendwie verständlich. :/ Mal abgesehen davon, dass man wahrscheinlich nach einem langen Arbeitstag auch nicht mehr so die Kraft in den Knochen besitzt, sich einer nächsten Herausforderung zu stellen. 😀 Für unsere Madame finden wir da schon eine Lösung..

    Ja, das war auch zuerst meine Überlegung, einen Westernbetrieb zu nehmen.. Von der Idee habe ich mich aber bald wieder abgewandt, da mir der klassische Leistungs- bzw. „Berufssport“ wesentlich besser gefällt. Im Westernreiten macht jeder so ein bisschen sein Ding und das gibt dann öfter ein kleines Chaos..

    Jap, wird gemacht.

    Haha okay, danke für den Tipp. 😀 Da werde ich auf jeden Fall drauf achten.

  7. Andy sagt:

    Hey 🙂

    wie stehen eigentlich die Chancen im Bezug auf eine Umschulung zum Pferdewirt? Ich bin gelernter Fachinformatiker und noch Student. Da ich in letzter Zeit relativ viel mit Pferden zu tun hatte (Misten, Pflege), ist mir klar geworden, dass das eigentlich genau das ist, was mich vollkommen erfüllt.

    LG

    LG Andy

  8. Dietbert Arnold sagt:

    Hallo Andy,

    Ich habe so den leisen Verdacht, dass Du nicht so genau weisst, was eine Umschulung ist. Aus Deinem Betrag lese ich heraus, dass Du Student bist und Fachinformatiker. Fachinformatiker ist ansich ein gesuchter Beruf. Dann wird das schwer mit einer Umschulung, denn für die ist die Arbeitsagentur zuständig und demzufolge ist eine Umschulung immer nur dann angesagt, wenn die Arbeitsagentur durch diese Massnahme verhindern will, dass Du arbeitslos bist und es preiswerter ist, Dich in einen gesuchten Beruf umzuschulen. Erstens bist Du nicht „Kunde“ der Arbeitsagentur, Du bist ja Student, und zweitens ist Dein Beruf nicht auf der Roten Liste, Informatiker werden gesucht. Eines darf die Arbeitsagentur nicht, Umschulungen finanzieren, weil Du in einem Beruf eben keine Lust mehr hast und doch lieber mit den Pferden arbeiten möchtest. Schließlich finanziert die Arbeitagentur die Umschulung, kostet vielleicht mal so eben 60.000.- und wird von den eingezahlten Arbeitslosenbeiträgen der Versicherten bezahlt.

    Natürlich kannst Du Pferdewirt lernen. Dann musst Du Dir einen Ausbildungsbetrieb suchen und eine ordentliche Berufsausbildung machen.

    Und mal ganz nebebei, Dir ist schon klar, dass Du mit Misten und Pflegen maximal hinterher 1.200.- brutto verdienst?

    Wenn Du nach der Uni zu diesem Erlebnis bereit bist, dann rate ich Dir dringenst, erst den Abschluss an der Uni zu machen, denn als Uniabbrecher bist Du nichts. Ob Du Dir diesen Schritt gut überlegt hast? Ich habe jedenfalls Sorgenfalten.

    Prüfe Dich sehr genau. Wenn Du nur von den Uniprüfungen weglaufen willst, ist der Pferdewirt keine Alternative. Ein Leben zu misten ist nicht so witzig. Das finde ich jedenfalls.

    Entscheiden musst nur Du Dich ganz allein.

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