Kein Arbeitsvertrag, ein Sklavenvertrag!

Petra, 11.08.2019

Lieber Dietbert Arnold!
Eine gute Freundin von mir hat nun ihre Prüfung zur Pferdewirtin erfolgreich abgelegt. Sie fiebert nun ihrem ersten Job entgegen und soll in Kürze ihren Arbeitsvertrag unterschreiben. Von dem neuen Job verspricht sie sich viel in den Punkten Fort- und Weiterbildung. Jetzt hat sie mir ihren Arbeitsvertrag gezeigt und ich bin ehrlich gesagt entsetzt……ich kann mir nicht vorstellen das ein solcher Vertrag rechtens ist. Unter anderem enthält der Vertrag die folgenden Bestimmungen welche ich persönlich nicht unterschreiben würde:
§ Anstellungsvertrag als Bereiter
§ Entgelt: Die monatliche Vergütung beträgt……. Euro netto. Hier gibt es keine weiteren Angaben zum Stundenlohn oder Bruttolohn.
§ Arbeitszeit und Freizeitregelung: Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt ca………. Stunden. Die Festlegung und Verteilung der Arbeitszeit sowie die Zahl der Arbeitstage bleibt dem Arbeitgeber vorbehalten, wenn nachfolgend keine gesonderte  Vereinbarung getroffen ist. (Eine gesonderte Vereinbarung gibt es nicht) Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, auf Anordnung Überstunden zu leisten, die Überstunden sind mit dem Bruttolohn abgegolten.
Vergleicht man die ca. Arbeitsstunden mit dem Nettolohn erscheint der Nettolohn auf den ersten Blick sehr attraktiv……doch ich befürchte das sich im Laufe des Arbeitsverhältnisses keiner mehr an die ca. Angabe halten wird. Zumal jetzt schon klar ist das die mündlich besprochenen Arbeitszeiten in keinem Verhältnis zu den vertraglich geregelten Arbeitszeiten stehen. Für ein kurzes Statement wäre ich sehr dankbar. Ich möchte dem Glück meiner Freundin nicht im Wege stehen, will sie aber auch nicht mit geschlossenen Augen in ihr Unglück rennen lassen.

Bevor Ihr einen Arbeitsvertrag unterschreibt, lasst einen Fachmann/Fachfrau drüberschauen. Alleine jetzt solltet Ihr merken, wie wichtig eine Gewerkschaft besonders für Pferdewirte ist, die jederzeit mit Beratung und notfalls Rechtsschutz Euch weiterhilft.

Dietbert Arnold, 13.08.2019

Das ist kein Arbeitsvertrag, das ist Sklavenvertrag. Derartigen Praktiken in der Branche sorgen dafür, dass immer weniger Auszubildende den Beruf wählen und wenn doch, auf keinen Fall im Beruf bleiben. Von diesen Arbeitgebern gibt es einfach zu viele. Warum komme ich zu dieser vernichtenden Beurteilung?

Bei einer Nettolohnvereinbarung must klar definiert sein, dass der Arbeitgeber alle Sozialversicherungsbeträge komplett übernimmt und auch entrichtet. Gleiches gilt auch für die alle Steuern (Lohnsteuer, Soli und auch Kirchensteuer). Das bedeutet, ein Arbeitgeber entrichtet den Arbeitgeber- und den Arbeitnehmeranteil. Natürlich gilt das auch für zukünftige Erhöhungen. Kommt es bei der Steuererklärung des Arbeitnehmers zu Erstattungen, dann stehen die dem Arbeitnehmer zu. Ein Nettolohn ist für den Arbeitgeber ein großes Risiko und gewöhnlich lassen sie die Finger davon. Es ist also zu fragen, warum der zukünftige Betrieb eine Nettovereinbarung vorschlägt. Da wäre ich sehr vorsichtig, ob da nicht mit einem Trick die Sozialversicherungspflicht ausgehebelt wird.

Überstunden müssen laut Gesetz nur geleistet werden, wenn es um Notfälle geht, die nicht planbar sind. Auch nach Gesetz darf der Arbeitgeber nicht willkürlich die Arbeitszeit und die Arbeitstage je Woche anweisen. Es ist nämlich ein großer Unterschied, ob in einer 5- oder 6- Tagewoche gearbeitet wird, weil sich danach der Urlaubsanspruch ableitet.

Wenn Überstunden über den Bruttolohn abgegolten werden, dann sind es ganz viele Überstunden, die wahrscheinlich eingefordert werden, denn interessanterweise ist in diesem Fall der weitaus höhere Bruttolohn als Ausgleich genannt.

Bei den Arbeitszeiten sollte dringend geklärt werden, ob die so wichtige Aus- und Fortbildung Arbeitszeit oder Freizeit ist. Das ist auch für die so wichtige Absicherung bei einem Unfall ganz wesentlich. Freizeitunfälle sind keine Arbeitsunfälle. Nur die gesetzlichen Unfallversicherungen gewähren eine umfassende Absicherung, die Krankenkassen kommen nur für die Gesundung auf. Nur zur Erklärung: Wenn Deine Freundin ein steifes Kniegelenk nach einem Unfall hat, dann ist sie nicht mehr krank, „nur“ noch behindert. Und für Behinderungen zahlt die Krankenkasse nur sehr wenig.

Welchen Tipp kannst Du Deiner Freundin geben?

  • Schlage ihr vor, in die Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt einzutreten und sich dort ausführlich über den vorgeschlagenen Arbeitsvertrag beraten zu lassen.
  • Alternativ kannst Du Deiner Freundin auch vorschlagen, einen Steuerberater oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht über den Arbeitsvertrag gucken zu lassen. Das kostet natürlich.
  • Sage Deiner Freundin auf jeden Fall, dass sie damit rechnen muss, dass der Arbeitsvertrag wahrscheinlich nur ein Ziel hat: Vorteil für den Arbeitgeber und Nachteil für deine Freundin.
  • Unter Downloads (oben bei den Reitern) findet Deine Freundin einen Arbeitsvertrag, der nur wenige Punkte enthält. Den sollte sie, wenn überhaupt, verwenden, denn dann gelten wenigstens alle gesetzlichen Vorgaben des Arbeitsrechtes.
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Gesetzliche Unfallversicherung

Der Beruf Pferdewirt gilt bei Versicherungen als Hochrisikoberuf, gut wenn es sich dann wenigsten um einen Arbeitsunfall handelt.

Euer Arbeitgeber zahlt zu 100% den Betrag zur Gesetzlichen Unfallversicherung. Die wird oft auch Berufsgenossenschaft (BG) genannt. Je nach Branche gibt es unterschiedliche gesetzliche Unfallversicherungen. So sind Reitvereine in der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG), landwirtschaftliche Betriebe in der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) sowie Reitställe in der BG Verkehr. Immer wenn Ihr durch den Betrieb krankenversichert seid, dann wird auch für Euch die Unfallversicherung bezahlt.

Die Absicherung durch die Gesetzliche Unfallversicherung ist für Euch ein Glücksfall, denn diese Unfallversicherungen haben wesentlich bessere Leistungen, wenn es um einen Arbeitsunfall geht. Im Gegensatz zur Krankenversicherung kümmert sich die Gesetzliche Unfallversicherung auch um Reha, Umschulungen, Renten, usw.. Zuzahlungen gibt es übrigens bei den Gesetzlichen Unfallversicherungen nicht! Deshalb solltet Ihr im Berufsschulunterricht die Ohren spitzen, wenn es um die Gesetzliche Unfallversicherung geht. Bitte verwechselt die Gesetzliche Unfallversicherung keinesfalls mit den privaten Unfallversicherungen, die immer Euren Beitrag wollen und längst nicht so gute Leistungen bieten, wie die Gesetzlichen Unfallversicherungen.

Wenn tatsächlich einmal etwas im Betrieb passiert und Ihr Euch verletzt habt, dann scheut niemals, dies als Arbeitsunfall zu benennen. Sofort bei der ersten Behandlung sagt Ihr, dass es sich um einen Arbeitsunfall handelt. Ihr müsst überhaupt keine Angst haben, dass Ihr Probleme bekommt, weil Ihr den Unfall selbst verursacht habt. Die Gesetzlichen Unfallversicherungen zahlen immer, es gibt kein Verschuldensprinzip. Selbst wenn Ihr schuldhaft vom Pferd fallt, werdet Ihr genauso behandelt, als wenn Ihr ohne Schuld verunglückt wärt. Selbst Reiten ohne Helm bleibt ohne Folgen für die Behandlung für Euch.

Ganz wichtig: Auch außerhalb des Betriebes seid Ihr gesetzlich unfallversichert.

Das bedeutet:

  • Auf dem direkten Weg zur Arbeit seid Ihr unfallversichert. Übernachtet Ihr mal woanders (Partner, Eltern, Freunde,…), seid Ihr auch auf diesem Weg versichert. Der Weg muss aber etwa im Verhältnis zum normalen Weg sein.
  • Wenn auf dem Weg zur Arbeit noch Kinder in die Krippe, Kindergarten, Schule, Tagesmutter, usw. gebracht werden , darf vom direkten Weg abgewichen werden.
  • Fahrt Ihr zum Tanken, Einkaufen, Kaffe holen, usw. und das dauert nicht länger als 2 Stunden, dann wird die Fahrt zur Arbeit unterbrochen und lebt nach der Pause wieder auf.
  • Gibt es Verkehrsstaus oder verkehrsgünstigere Routen, dann darf vom direkten Weg abgewichen werden.
  • Womit Ihr zu Arbeit kommt, Fahrrad, eBike/-Roller, Motorrad, Auto, Bus, Bahn, zu Fuß oder auf dem Pferd, Ihr seid gesetzlicher unfallversichert.
  • Der direkte Nachhauseweg ist natürlich auch wieder unfallversichert. Fahrt Ihr nach Feierabend noch zum Sport, zu Freunden, usw. und dieser Weg ist ähnlich lang wie der direkte Nachhauseweg, dann seid Ihr auch Versicherung. Aber nur bis zu diesem Ziel. Die Fahrt von dem abweichenden Ziel nach Hause ist privat und nicht mehr gesetzlich unfallversichert.
  • Große Unsicherheiten bestehen regelmäßig bei Turnierbesuchen. Deshalb tragt bitte alle betrieblich angeordneten Tätigkeiten in Euren Ausbildungsnachweis ein. Durch seine Unterschrift bestätigt Euer Ausbilder, dass es sich um Arbeitszeit (Ausbildungszeit) handelt und die ist natürlich gesetzlich unfallversichert. Auch der Weg zum Turnier, zur Körung, zum Nachbarbetrieb im Rahmen einer Ausbilderkooperation. Und selbst wenn im Ausbildungsnachweis steht, Ihr reitet im Ausland, dann ist das Arbeitszeit und Ihr seid natürlich auch dort gesetzlich unfallversichert.
Der Ausbildungsnachweis sagt genau, was Arbeitszeit (Ausbildungszeit) ist und was Eure Freizeitbeschäftigung ist. Deshalb ist das genaue und korrekte Führen des Ausbildungsnachweises so wichtig.
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Ohne Berufsschule habt Ihr schlechte Karten!

Zur Berufsausbildung gehört immer auch die Berufsschule. Genau deshalb heißt unsere Berufsausbildung auch Duale Ausbildung. Also, zwei Partner bilden Euch aus: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule. Deshalb sagt auch das Berufsbildungsgesetz (BBiG) dass jeder/e Auszubildender/e das Recht hat, zur Berufsschule zu gehen.

Alle Auszubildende haben das Recht die Berufsschule zu besuchen, egal wie alt, egal ob erste oder zweite Ausbildung, egal ob erste oder zweite Fachrichtung.

Da Schulgesetzgebung in der Hand der Bundesländer liegt, gibt es unterschiedliche Schulgesetze. Leider gibt es Bundesländer, die Ausnahmen vom Pflichtbesuch der Berufsschule machen, dann nämlich, wenn Auszubildende älter als 18 oder 20 Jahre sind.

Und genau diese lückenhafte Berufsschulpflicht, wie z.B. in Baden- Württemberg, Rheinland- Pfalz, Nordrhein- Westfalen oder Bayern sorgt dafür, dass immer mehr Ausbildungsbetriebe diese Lücke ausnutzen, um ihre Auszubildenden im Betrieb schuften zu lassen und sie nicht zur Berufsschule zu schicken. Prüfer bestätigen immer wieder, dass genau aus diesen Bundesländern Auszubildende ihre Prüfungsnote verschlechtern oder gar durchfallen, weil ihnen das Wissen der Berufsschule fehlt.

Deshalb rate ich Euch dringend, von Eurem gestzlich verbrieften Recht auf Berufsschulbesuch Gebrauch zu machen. Sollte ein Ausbildungsbetrieb das versuchen zu verhindern, dann lasst Ihr den Chef selber misten und sucht Euch sofort einen anderen Ausbildungsbetrieb. Ausbildungsplätze für Pferdewirte gibt es genug.

Wer Euch nicht zur Berufsschule gehen lässt, ist ein Schwarzes Schaf und nicht an Euch, sondern nur an Eurer Arbeitskraft interessiert. Finger Weg!

Berufsanfänger sollten vor Ausbildungsbeginn klar machen, dass sie grundsätzlich die Berufsschule besuchen werden. Sollte der zukünftige Ausbildungsbetrieb dies verhindern wollen, dann unterschreibt den Ausbildungsvertrag nicht, dreht Euch auf dem Absatz um und geht.

Auch wenn Euer Betrieb generell damit einverstanden ist, dass Ihr die Berufsschule besucht, dann nimmt manchmal der Wunsch des/der Ausbilders/in zu, Euch immer öfter von der Berufsschule fernzuhalten, weil der Betrieb wichtiger ist als die Schule. Hier müsst Ihr, das ist meine Erfahrung, ganz konsequent sein. Der Berufsschulunterricht steht nicht zur Debatte, das müsst Ihr klar machen und auch konsequent so handeln. Wenn Ihr dem Betrieb diesen kleinen Finger gebt, dann habt Ihr verloren. Spätestens bei der Abschlussprüfung werdet Ihr dafür die Rechnung präsentiert bekommen.

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Der schlanke, schicke Blaue ist da!

Ohne einen Ausbildungsnachweis werden Auszubildende nicht zur Abschlussprüfung zugelassen. Aber die derzeitige Praxis mit dem dicken, grünen Berichtsheftordner ist mehr Frust als Lust und erfüllt obendrein nicht seinen eigentlichen Zweck: Die nachvollziehbare, nachweisbare Dokumentation der Berufsausbildung. Mit dem Bd. 11 der Reihe Pferdewirtprüfung stelle ich Euch eine überraschend schlanke, möglichst praktische und einfache Lösung zum Führen des vorgeschriebenen Ausbildungsnachweises zur Verfügung. Im Gegensatz zu den derzeitig gebräuchlichen dicken, überfrachteten, grünen Berichtsheftordnern erfüllt dieser schlanke, blaue Ausbildungsnachweis komplett die Anforderungen …

  • …des Berufsbildungsgesetzes, …
  • … der Beschlüsse des Hauptausschusses beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) und dem …
  • Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Arbeitszeitdokumentation

Endlich haben Pferdewirtauszubildende die Möglichkeit sich für eine schlanke, einfache und nicht frustrierende Ausbildungsnachweisführung zu entscheiden, die dennoch die Berufsausbildung nachvollziehbar und nachweisbar dokumentiert. Nur mit einem Ausbildungsnachweis seid Ihr in der Lage, im Fall der Fälle Mängel der Berufsausbildung nachzuweisen und Euch mit Erfolg auch vor Gericht zu wehren. Auch die Zuständige Stelle MUSS tätig werden, wenn in Eurem Ausbildungsnachweis Ausbildungsmängel sichtbar werden. Aber auch Ausbildungsbetriebe können sich gegen unberechtigte Vorwürfe wehren, wenn der Ausbildungsnachweis einen korrekten Ausbildungsverlauf dokumentiert. Deshalb ist die Führung dieses Ausbildungsnachweises für den Ausbildungsbetrieb und seine Auszubildenden gleich wichtig.

KEIN Azubi und KEIN Ausbildungsbetrieb darf gezwungen werden, das alte, grüne Berichtsheft zu führen und es ist nur Euch überlassen, ob Ihr als Zusatz im Ausbildungsvertrag Euch verpflichtet, den dicken, grünen Berichtsheftordnern mit all den frustrierenden Berichten und Angaben zu führen und dennoch nicht einmal ein lückenloser Nachweis Euerer Ausbildung ist.

Merke:

Wenn Euer Ausbilder von Euch verlangt, Erfahrungsberichte, Lagepläne, Infoteile, Leittexte usw. zu bearbeiten, dann müsst Ihr das nur tun, wenn das während der 40stündigen Wochen-Arbeitszeit gemacht wird. Hausaufgaben gibt es in der Berufsausbildung nicht!

Lasst Euch nicht für dumm verkaufen!

Selbst wenn der Ausbildungsbetrieb sich wider Erwarten weigern sollte, seinen Auszubildenden diese ökonomische und dennoch präzise Ausbildungsnachweisführung zu erlauben, solltet Ihr diesen Ausbildungsnachweis für Euch ganz gewissenhaft führen, denn mit den herkömmlichen dicken, grünen Berichtsheftordnern lassen sich Verstöße in der Berufsausbildung mit daraus entstehenden Schadenersatzforderungen noch Nachfragen der gesetzlichen Unfallversicherungen belegen. Aus diesem Grund sollten Ausbildungsbetriebe und Auszubildende beide ein Interesse an einer wahrheitsgemäßen und vollständigen Dokumentation haben.

Der Neue schlanke, Blaue beinhaltet:

  • die Verordnung Pferdewirt,
  • den Ausbildungsrahmenplan,
  • Grundsätze zum Führen des gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildungsnachweises,
  • Musterwochenbericht mit Anleitung zum Ausfüllen sowie
  • Wochenberichtsformulare für drei Jahre und
  • zwei Überprüfungsberichtsseiten der Zuständigen Stelle.

Wo bekommt Ihr den Ausbildungsnachweis für Pferdewirte, der als Pferdewirtprüfung (Bd.11) daherkommt:

Die bibliografischen Angaben:

Dietbert Arnold: Pferdewirtprüfung (Bd.11) – Ausbildungsnachweis -, (Verlag BOD), Norderstedt 2019, ISBN 978-3744893367

Mehr Infos zum Führenden des Ausbildungsnachweises findet Ihr hier.

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Stellenangebot* Pferdewirt/in Raum Düsseldorf

Gut Müllerhof

Mitarbeiter/in, Teammitglied mit valider Ausbildung (z.B. Pferdewirt/in) gesucht

Unser Gestüt „Gut Müllerhof“ ist räumlich ein Bestandteil eines Ressort Hotel welches wir gerade entwickeln. Wir befinden uns derzeit in der Erprobungsphase des ersten Stalltraktes mit unserer Stammherde – bestehend aus sechs Pferden: vier Hannoveranerstuten, davon zwei Jährlinge – alle aus allerbester Zucht und zwei HC Kartäuser ( Cartujanus aus dem Staatgestüt Jerez ). Das Alter der Pferde: 1-7 Jahre.

Unsere Anlage umfasst mit zwei kleinen Wäldern ca. 19 ha und verfügt im Endausbau über 26 Boxen. Die Haltungs –  und Umgangsbedingungen für und mit den Pferden haben für uns erste Priorität. Die Technik und das Design der Ställe dürften einmalig sein. Das Gesamtambiente und die Möglichkeiten, die sich für die Pferdehaltung ergeben, sind so schön wie selten. Wir arbeiten diszipliniert, unaufgeregt, gelassen und fair. Unsere Anlage ist in Leichlingen ( zwischen Köln u. Düsseldorf nahe der A3 ). Ein Video zur Anlage sehen Sie unter: www.lo-projects.de > aktuelle Projekte > Gestüt.

Wir suchen ein weiteres Teammitglied, Mo-Sa für je ca. 4-5- Stunden. Die Schwerpunkte sind die Pflege, Grundausbildung u. Bodenarbeit der Pferde sowie das Sammeln von Vitaldaten/Stalldaten mit Hilfe unserer technischen Ausrüstung und natürlich alle Aufgaben die in Zusammenhang mit dem Umgang unserer Pferde stehen. Gelegentliche Mithilfe beim Stallreinigen/Hygiene sollte miterledigt werden.

Wir bieten eine Festanstellung zu fairem Lohn. Auf Wunsch könnte ein eigenes Pferd gehalten werden (detaillierte Absprache erforderlich). Eine schöne kleine Wohnung am Hof steht bei Bedarf zur Verfügung.

Sie erhalten großen Ermessens- u. Entscheidungsspielraum und wir erwarten ein hohes Verantwortungsbewustsein.

Für alle Pferde erarbeiten wir, nachdem sie in kürze die neue Stallung bezogen haben und sich eingewöhnt haben, eine Expertise im Hinblick auf ihre Talente, um dann von ausgewählten Trainern weiter gefördert zu werden. Auch hier werden Sie mit einbezogen.

Mit Fertigstellung der Gesamtanlage kann die Anstellung auf Vollzeit ausgeweitet werden mit den dann vorhandenen Karrierechancen.

Wir freuen uns auf ihre Bewerbung . Ansprechpartner ist Herr Rainer Kohl. Bei Rückfragen : Gestüt Gut Müllerhof GmbH & Co KG , Müllerhof 1 , 42799 Leichlingen,  rkohl@stylish-wohnen.de , T 0160 90 11 11 01

*Wie immer erscheint dieses Stellenangebot außerhalb meiner Verantwortlichkeit.

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Prüfung durchgefallen – Was nun?

  • n.n. (dem Admin bekannt)
  • 04.04.2019

Hallo,ich würde gerne wissen wie das nach nicht bestandener Abschlussprüfung ist: praktischer Teil Dressur und Unterricht nicht bestanden.

Muss man dann weiterhin zur Berufsschule gehen ? Muss der Ausbilder oder der Auszubildende dort evtl. wieder anmelden? Wer beantragt die Wiederholungsprüfung, nur Azubi oder mit dem Ausbilder zusammen? Wer legt fest wann die nächste Wiederholungsprüfung ist? 

Vielen Dank im voraus für Ihre AuskunftIch würde Sie bitten keine Namensnennung vorzunehmen.

Mit freundlichen Grüssen

Durchfallen bei der Abschlussprüfung bietet gleichzeitig immer eine zweite Chance, die Ihr allerdings nutzen müsst.
  • Dietbert Arnold
  • 04.04.2019

Hallo n.n.

natürlich werde ich Deinen Namen nicht nennen. Du bist durch die Abschlussprüfung gefallen. Das ist doof, kann aber auch eine Chance sein, im zweiten Anlauf eine wesentlich bessere Wiederholungsprüfung zu machen. Das kommt schon des öfteren vor und dann beim zweiten Mal gibt es doch noch strahlende Gesichter. Hinterher fragt keiner mehr, ob Du ein oder zwei Anläufe gebraucht hast.

Voraussetzung ist allerdings, dass Du die Schwächen wirklich angehst und Dich verbesserst. Neben den noch vorhandenen Schwächen im praktischen Reiten haben Dir die Prüfer auch dokumentiert, dass die Umsetzung der Reitlehre für den Unterricht nicht geklappt hat. Also auch an der Reittheorie arbeiten.

Ich gehe beim Lesen Deiner Fragen davon aus, dass Du nach dem Durchfallen Deinen Ausbilder gebeten hast, das Ausbildungsverhältnis zu verlängern. Das muss er auf Deinen Wunsch auch, bis zur nächsten Prüfung, maximal 1 Jahr. Du bist aber nicht verpflichtet, in den Ausbildungsbetrieb zurückzugehen. Das weißt Du aber, oder?

Wenn Du also wieder Azubi bist, dann bist Du, wie vorher auch berufsschulpflichtig, wenn allgemeine Schulpflicht besteht, wie z.B. in Ostdeutschland, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig- Holstein, usw. Da in den Bundesländern ganz unterschiedliche Schulgesetze gültig sind, unbedingt in der Schule nachfragen! Wenn Du es willst, muss Dein Chef Dich zur Schule gehen lassen, auch nach der misslungenen Prüfung. Ebenso muss Dein Chef Dich als Azubi, auch nach dem Prüfungsversuch, zur Prüfung bei der Zuständigen Stelle anmelden sowie die Prüfungskosten übernehmen. Die Anmeldung kann praktisch schon morgen erfolgen, formal kannst Du bei der nächsten Abschlussprüfung schon wieder teilnehmen. Allerdings solltest Du mit Deinem Ausbilder besprechen, ob Du in einer kürzeren oder längeren Zeit Deine Schwächen ausbügeln kannst. Bedenke bitte, dass Korrekturen im Dressurreiten durchaus einen längeren Zeitraum benötigen können. Das kann ich aber von hier nicht beurteilen.

Ich hoffe, ich habe Dir weiterhelfen können, sonst zögere nicht und schreibe mir noch einmal.

Liebe Grüße

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Probezeit: Nutzt die Chancen! Lasst die Schwarzen Schafe alleine misten!

Das steht im Gesetz:

Berufsbildungsgesetz

(BBiG)
§ 20 Probezeit

Das Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit der Probezeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen.

Die meisten von Euch werden eine viermonatige Probezeit im Ausbildungsvertrag vereinbart haben und diese endet in der Mehrheit der Fälle Ende November.

Was bedeutet das für Euch?

Der Sinn der Probezeit ist, dass Euer Ausbilder innerhalb der Probezeit erkennen kann, ob Ihr überhaupt für die Ausbildung geeignet seid. Für Euch bietet sich die Chance, in aller Ruhe und Konsequenz zu überlegen, ob Euer Ausbilder Euch überhaupt ausbildet oder nur als billige Arbeitskraft nutzt.

Wenn Euer Ausbilder oder Ihr zu dem Schluss gekommen seid, das Ausbildungsverhältnis zu beenden, dann ist das innerhalb der Probezeit komplikationslos möglich: Das Ausbildungsverhältnis kann ohne Einhaltung einer Probezeit jederzeit gekündigt werden. Nach der Probezeit ist eine Trennung nur sehr schwer möglich: Ihr könnt nicht so einfach gehen, Euer Ausbilder wird Euch nicht so schnell los.

Wann beginnt die Probezeit?

Die Probezeit beginnt mit dem Ausbildungsbeginn, der im Berufsausbildungsvertrag vereinbart ist.

Wann sollte aus meiner Sicht das Berufsausbildungsverhältnis in der Probezeit gekündigt werden?

  • Ständige Überforderung und Angst während der Arbeit
  • Die anfängliche Freude am Beruf ist verloren gegangen
  • Ausbilder lässt Euch nicht regelmäßig die Berufsschule besuchen
  • Hauptaufgabe ist das Putzen der Pferde und Misten der Boxen
  • Keine Ausbildung durch den Ausbilder
  • Kein Ausbilder im Betrieb
  • Mangelnde Wertschätzung im Betrieb, abfällige Bemerkungen, Anschreien, …
  • Ständige unbezahlte Überstunden, kein Freizeitausgleich
  • Ständig mehr als 40 Stunden Arbeitszeit in der Woche, kein vereinbarter Urlaub, unregelmäßige Entlohnung, keine Entlohnung in Höhe des Ausbildungsvertrages
  • Kein Ausbildungsvertrag, der von der Zuständigen Stelle unterschrieben ist und Euch ausgehändigt wurde
  • Keine monatlichen Gehaltsabrechnungen mit Auflistung der Sozialversicherungen
  • Der Betrieb stellt keine Schutzkleidung (Regen-/Kälteschutzbekleidung, Helm, Sicherheitsschuhe, …)

Müsst Ihr nach der Kündigung den Beruf aufgeben?

Natürlich nicht! Die Kündigung bedeutet meist, dass Ihr mit dem Ausbildungsbetrieb nicht zufrieden seid. Lasst Euch nicht einreden, dass Ihr die Schuldigen seid! Wenn es in einem Betrieb nicht passt, dann wechselt und sucht Euch einen passenderen Betrieb. Da die Zahl der Pferdewirtazubis deutlich abgenommen hat, suchen viele Betriebe händeringend Auszubildende. Das ist Eure Chance: Ihr habt die Wahl und kein Azubi hat es nötig, eine Berufsausbildung bei einem „Schwarzen Schaf“ zu machen. Die bisher absolvierte Ausbildungszeit wird natürlich auch bei einem neuen Ausbildungsvertrag angerechnet.

Mein Tipp: Lasst die Schwarzen Schafe alleine misten!

Immer wieder kommen Auszubildende nach drei Jahren zur Abschlussprüfung, die nur ausgenutzt und nicht ausgebildet wurden. Nicht selten müssen die Prüfer dann feststellen, dass die berufliche Handlungsfähigkeit nicht vorhanden ist und die Auszubildenden durch die Prüfung fallen. Das muss nicht sein! Nutzt die Probezeit, um die Ausbildungszeit in dem Ausbildungsbetrieb ganz nüchtern zu überdenken. Macht Euch eine Strichliste mit positiven und negativen Punkten Eurer Ausbildung. Wenn die Gesamtbilanz negativ ist, dann nutzt unbedingt die Probezeit zur komplikationslosen Kündigung. In aller Regel ist es kein Problem, einen passenderen Ausbildungsbetrieb zu finden, denn Pferdewirtazubns sind heiß gesucht und IHR könnt Euch den richtigen Betrieb aussuchen.

 

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Bildungsprämie sichern!!!

(Eine Info der IG Bauen Agrar Umwelt):

Wer sich im Beruf weiterbildet, hält sich auf dem neuesten Stand, ist zufriedener im Job – und verbessert in einer sich stetig wandelnden Arbeitswelt seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Doch nicht immer passen die individuellen Weiterbildungswünsche von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit denen des Arbeitgebers zusammen. Auch gibt es für viele Erwerbstätige nicht die Möglichkeit, an betrieblicher Weiterbildung teilzunehmen.

Hier setzt die Bildungsprämie an. Sie unterstützt Erwerbstätige mit niedrigem Einkommen mit bis zu 500 Euro – unabhängig vom Arbeitgeber. Die Bildungsprämie lässt sich für ganz persönliche Weiterbildungsziele nutzen und ist einfach zu beantragen.

Wer kann die Bildungsprämie bekommen?

Der Prämiengutschein der Bildungsprämie richtet sich an Menschen, die mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sind oder sich in Eltern- oder Pflegezeit befinden und über ein zu versteuerndes Einkommen (zvE) von maximal 20 000 Euro (als gemeinsam Veranlagte 40 000 Euro) verfügen. Das zu versteuernde Einkommen steht im Steuerbescheid. Der Betrag kann deutlich niedriger sein als das jährliche Bruttoeinkommen.

Ob die Voraussetzungen für einen Prämiengutschein erfüllt sind, lässt sich prüfen. Pro Kalenderjahr können Erwerbstätige einen Prämiengutschein erhalten. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Den Prämiengutschein erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer von rund 500 Beratungsstellen in Deutschland.

Weitere Informationen auch unter der kostenfreien Telefon-Hotline 0800 2623000.

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Warum bekomme ich so wenig Ausbildungsvergütung?

n.n. (dem Admin bekannt)

28.06.2018

Hallo,
Ich hätte da mal eine Frage, undzwar fange ich am 1.08 meine Ausbildung zum Pferdewirt in Sachsen-Anhalt an. In meinem Vertrag steht im 1. Ausbildungjahr 540 €, im 2. Ausbildungjahr 585 €, und im 3. Ausbildungjahr 630 €.
Das sind ganz andere Beträge als sie hier stehen.

Kann ich mit das ändern lassen ?

Meine Freundin hat es auch so, in ihrem Vertrag steht im 2. Ausbildungjahr 640 €, und im 3. Ausbildungjahr 680 €. Sie macht ihre Ausbildung in Hessen und da sind die auch ganz anders.

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Deine Daten gehören Dir!

Ab 25. Mai 2018 werden die persönlichen Daten aller EU- Bürger noch besser geschützt. Persönliche Daten sind z.B. Euer Namen, die Anschrift, Ausweisnummer, Kontoverbindung, die IP- Adresse des Rechners und natürlich auch die Prüfungsunterlagen Eurer Berufsausbildung zum Pferdewirt/in und zum Pferdewirtschaftsmeister/in.

Klar muss die Zuständige Stelle Unterlagen über die komplette Berufsausbildung in einer personenbezogenen Akte sammeln. Aber wer darf da reingucken? Wie lange werden die Daten aufbewahrt und wer darf wissen, ob Ihr den Ausbildungsbetrieb nach einem Streit um die Arbeitszeit und die Ausbildungsqualität wechseln musstet? Muss jeder wissen, dass Ihr die Abschlussprüfung erst  nach der Nachprüfung bestanden habt oder Ihr die Prüfung angefochten habt?

Wo bleiben die vielen Daten der Berufsausbildung eigentlich? Zu welchem Zweck werden sie gesammelt? Kann man ein Leben lang Euch damit erpressen? Werdet Ihr einen bestimmten Ruf einfach nicht wieder los?

Ganz besonders interessant ist der Datenschutz für alle Prüflinge in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung. Habt Ihr gewusst, dass das komplette Abschlusszeugnis nicht nur bei der Zuständigen Stelle lagert, sondern auch komplett der Deutschen Reiterliche Vereinigung zur Verfügung gestellt wird? Was hat ein privater Verein mit Euren ganz persönlichen Daten aus einer staatlichen Prüfung zu tun? Was machen die damit? Warum machen die das? Gibt es einen vernünftigen Grund diese hoch sensiblen Prüfungsdaten an Dritte weiterzugeben? Erteilt die FN sogar Auskunft über Eure Prüfungsdaten?

Und genau deshalb gibt es die Datenschutz- Grundverordnung, die europaweit Eure ganz persönlichen Daten schützt. Ihr habt die Hoheit über Eure Daten.

  • Die Zuständigen Stellen müssen Euch schriftlich und verständlich genau erklären, welche personenbezogenen Daten sie über Euch speichern und warum sie dieses tun. Die Zuständige Stelle muss Euch weiter sagen, wie lange sie die Daten speichert, wie sie sie schützt und an wen sie sie weitergibt. Auf Wusch müssen die Behörden und Institutionen Euch die von Euch gesammelten Daten ausgedruckt zur Verfügung stellen.
  • Das Sammeln und weitergeben Eurer persönlichen Daten darf nur mit Eurer Einwilligung geschehen.
  • Ihr könnt verlangen, dass Eure persönlichen Daten, die ohne einen wichtigen Grund gespeichert werden, zu löschen sind. Es ist sicher einzusehen, dass Prüfungsunterlagen bei der Zuständigen Stelle eine bestimmte Zeit aufbewahrt werden, dass aber die Zuständigen Stellen Eure persönlichen Prüfungsdaten an die Deutsche Reiterliche Vereinigung weiterreicht, ist fragwürdig und birgt ein hohes Risiko für Euch. Bei der FN muss keiner wissen, dass Ihr einmal durchgefallen seid, eine Nachprüfung notwendig war, den Ausbildungsnachweis lückenhaft geführt, im Springreiten eine 5 oder in welchem Betrieb Ihr gelernt oder nach berechtigtem Streit gekündigt hattet.
  • Hat die Zuständige Stelle Euch gefragt, ob sie die Prüfungszeugnisse an die FN weitergeben darf und welches wichtige Ziel diese Datenweitergabe hat?
  • Hat Euch die FN gefragt, ob sie Eure ganz persönlichen Daten speichern darf? Hat Euch die FN informiert, warum sie Eure Daten speichert?
  • Hat Euch die FN darüber informiert, dass Ihr die Löschung der kompletten Prüfungsdaten verlangen könnt?

Ihr wisst jetzt, dass Eure sensiblen Daten der Prüfung in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung an Dritte, also der FN, weitergegeben werden. (Ob das in Bayern so ist, kann ich nicht sagen). Gegen unberechtigte Datenspeicherung könnt Ihr Euch jetzt mit den EU- weiten Bestimmungen des Datenschutzes wehren. Und plötzlich ist die so schlecht gemachte Datenschutz- Grundverordnung ganz verbraucherfreundlich und ein großer Gewinn für Euch.

Und wenn die Zuständigen Stellen und die FN nicht innerhalb von 4 Wochen beantworten, welche Daten gesammelt, wie sie geschützt werden, welches Ziel sie haben, wie lange die Daten gespeichert bleiben und an wen sie mit welcher Begründung weitergegeben werden, dann wendet Euch an die in Eurem Bundesland befindliche Datenschutzbehörde/ Datenschutzbeauftragten. Die müssen und werden Euch helfen.

Dieser Text ist keine Rechtsauskunft, es ist lediglich meine persönlich Meinung.

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Hilfreiche Umrechnungstabelle zur Weidedüngung

Wenn eine Düngeplanung erstellt werden muss, ist eine Umrechnungstabelle der Pflanzennährstoffe immer hilfreich.

Sobald das Ergebnis einer Bodenprobe vorliegt, geht es für Pferdewirte an die praktische Umsetzung, die Düngeplanung. Deshalb gehört die Weidedüngung auch zum Prüfungswissen. Hierbei hilft in vielen Fällen eine Umrechnungstabelle der einzelnen Pflanzennährstoffe von der Elementform zur Oxidform und umgekehrt, denn ob der Stickstoff in Form von Nitrat oder Ammonium vorliegt, bedeutet nicht, dass deren Gewichte (Massen) vergleichbar sind.

Selbst bei der Fütterung kann die Umrechnungstabelle helfen, denn 100 g Salz (NaCl) sind nicht auch 100 g Natrium (Na).

Hier jedenfalls könnt Ihr Euch die hilfreiche Umrechnungstabelle herunterladen.

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Update für das Giftpflanzenbuch

Im neuen Look und grundlegend aktualisiert: Das alte Buch Giftpflanzen für Pferde wird zu Pferdewirtprüfung (Bd. 10) -Giftpflanzen- .

Ganze 9 Jahre hat es schon auf dem Buckel gehabt, das Buch Giftpflanzen für Pferde. Dringend nötig das große Update zur 2. Auflage 2018. Nicht nur das Äußere (Titel, Format, Farbe, Grafik) hat sich verändert und ist damit zum Band 10 der Reihe Pferdewirtprüfung geworden, sondern, und das ist viel wichtiger, der Inhalt wurde an die neuen Erkenntnisse der Toxikologie angepasst und neuere Entwicklungen für Pferdehalter in Specials zusätzlich in der brandneuen 2. Auflage aufgenommen:

  • Bei den Kreuzkräutern steht nicht so sehr die Giftigkeit der Kreuzkräuter im Vordergrund, das ist allgemein bekannt, im Fokus steht, wie Pferdehalter eine erfolgversprechende Kreuzkrautprophylaxe installieren können, um ihre Pferde zu schützen.
  • Völlig unterschätzt wird mehrheitlich in der Pferdehaltung die nicht unerhebliche Gefahr der Nitrat- Vergiftung. Ursächlich verantwortlich bei der oft schleichenden, meist übersehenen Nitratvergiftung ist die Überdüngung der Böden und Gewässer hauptsächlich durch die Massentierhaltung. Da, wo Gülle und Rückstände aus der Biogasproduktion nicht zur Düngung, sondern zur Entsorgung auf die ohnehin schon üppig versorgen Böden ausgebracht wird, reichern nicht nur das Bodenwasser, sondern auch viele Pflanzen große Nitratmengen an, die bereits in geringer Konzentration zu Vergiftungen führen, die mit Darmentzündungen und Leistungsminderungen beginnen. Es gibt Toxikologie die berichten, dass die Vergiftungen mit Nitrat ein größeres Ausmaß haben, als „klassische“ Vergiftungen durch Pflanzen.
  • In neuerer Zeit wird die „Zucht“ von bekämpfungsresistenten Giftpflanzen zu einem großen Problem. Durch nicht fachgerechten Einsatz von Herbiziden werden in der intensiven Landwirtschaft regelrecht resistente Biotypen gezüchtet, die sich dann ungehindert auf vielen landwirtschaftlichen Flächen ausbreiten können und nicht nur im Futter wieder auftauchen, sondern auch in Saatreife gelangen. Große Probleme gibt es bereits bei Kreuzkräutern und dem Schwarzen Nachtschatten.
  • Erinnert wird einmal mehr über die besondere Vorsicht von Pferdehaltern mit ihren Gartennachbarn. Immer öfter wird der Gartenschnitt über den Koppelzaun entsorgt. Das geht nicht selten tödlich aus.
  • Und natürlich gibt es klare Ratschläge, wie Pferdehalter ihr Pferd und später auch dem Tierarzt helfen können, wenn der Fall doch eintreten sollte, den sich keiner wünscht.
  • In der 2. Auflage wurden auch die Hunde der Pferdehalter nicht vergessen. Alle Pflanzen, die auch für Hunde problematisch werden können, sind, soweit bekannt, markiert.
  • In einem Teil werden diejenigen Pflanzen beschrieben, die Pferdehalter nach dem heutigen Wissensstand sorglos um ihre Weiden Pflanzen können. Hier eignen sich sehr gut sogenannte Knicks, also Hecken. Eine eindeutige WIN-WIN-Situation für Pferdehalter, Pferde und Natur.

Die Beschäftigung mit diesem Praxisbuch für alle Pferdehalter ist geeignet, Pferdeleben zu retten, denn, da sind sich alle Toxikologie einig, 90% aller Vergiftungen hätten sich vermeiden lassen.

Die bibliografischen Angaben:

Dietbert Arnold: Pferdewirtprüfung (Bd.10) -Giftpflanzen-, (BOD) Norderstedt 2018, ISBN 978-3746006864

Erhältlich beim Verlag BOD, im Internethandel wie amazon, buecher.de, Hugendubel.de  sowie in jedem Buchladen zu bestellen.

Tipp: Bei der Bestellung erst auf das Erscheinungsjahr 2018 schauen und danach den günstigsten Preis (inclusive Porto und Verpackung) aussuchen. Nicht, dass Ihr noch ein altes Buch untergejubelt bekommt. Die Verwendung der alten Auflage kann aus fachlicher Sicht nicht mehr empfohlen werden!

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Über den Tellerrand schauen!

Für jeden Menschen, aber gerade auch für Pferdewirte ist es besonders wichtig, sich durch Gradlinigkeit, Zivilcourage, Meinung, Einstellung und Haltung auszuzeichnen. Nur dann könnt Ihr aufrecht und zufrieden durch das Berufsleben und Euer Leben gehen.

Aber auch diese sozialen Verhaltensweisen müssen erlernt werden. Genau wie beim Reiten benötigt Ihr auch ohne Pferd Haltung.

Hilfreich können bei diesem Prozess die Berichte von Zeitzeugen sein, denn die sind, im Gegensatz zu den Kasinogesprächen, authentisch, eben keine Legenden, keine Fakenews.

Deshalb gibt es jetzt für Euch das Taschenbuch Pferdewirtprüfung (Bd. 9) -Zeitzeuge: Der Lipizzanerretter-. In diesem Buch berichtet der Zeitzeuge, der Tierarzt Dr. Lessing, Pferdewirtauszubildenden in ihrer Berufsschule aus seinem Leben und seine Erfahrungen damit. Entstanden sind Lebenserinnerungen, die nicht nur spannend, sondern obendrein kritisch, gut verständlich und durchaus humorvoll sind.

Als Zeitzeuge berichtet Dr. Lessing, wie er die komplette Lipizzanerzucht der Österreicher rettete, aber auch im eiskalten Wasser der Ostsee vor Göteborg schwamm, die Umzüchtung zum modernen Reitpferd gelang, er mit seinem Pferd auf der Autobahn ritt und wann er gemerkt hat, das die Nationalsozialisten Verbrecher waren.

Ein spannendes, gut lesbares Buch, dass auch nachdenklich macht.

Lasst es Euch nicht ausreden: Reiten alleine reicht nicht. Auch wenn Ihr nicht auf dem Pferd sitzt benötigt Ihr Haltung!

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2/3 sind einfach nur noch unzufrieden!

Große Unzufriedenheit herrscht bei den Pferdewirtauszubildenden. Am Ende ihrer Ausbildung sind sogar mehr als 2/3 der Azubis mit ihrer Berufsausbildung unzufrieden.

Die zum Teil mangelnde Ausbildung, der nicht wertschätzende Umgangston und die masslosen Arbeitszeiten von 50 bis 60 Stunden in der Woche zeigen Wirkung!

2/3 aller Pferdewirtauszubildenden im 3. Ausbildungsjahr sind mir ihrer Ausbildung unzufrieden. Sie fühlen sich schlecht ausgebildet und ausgebeutet. Schufften statt Lernen beherrscht die Berufsausbildung.

Kein Wunder, dass die große Mehrheit der Auszubildenden nach der Abschlussprüfung nur noch ein Ziel Hat: Raus aus dem Beruf.

Die Zahlen wiegen umso schwerer, denn sie stammen aus einer Befragung der Landwirtschaftskammer Hannover.

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Nach der Schule noch arbeiten?

Der Berufsschulbesuch ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Prüfung. Deshalb hat jeder Azubi das Recht von Beginn der Ausbildung an die Berufsschule zu besuchen. Der Chef MUSS Euch gehen lassen!

 

Jeder Azubi in Deutschland hat das Recht während seiner Berufsausbildung die Berufsschule zu besuchen und der Ausbilder muss seine Azubis dafür freistellen.

Da Schule in Deutschland von den Bundesländern organisiert wird, gibt es so viele Schulgesetze wie Bundesländer. Die Mehrzahl der Bundesländer ordnet während der Berufsausbildung absolute Schulpflicht an, einige Bundesländer haben für manche Schüler eine lediglich eine Kann- Regelung. Genaues zu Eurem Bundesland findet Ihr hier.

Immer wieder gibt es Streit um die Zeiten des Berufsschulbesuches und die Frage, ob vor oder nach der Schule noch gearbeitet werden muss.

Grundsätzlich gibt es dazu klare Grundsätze:

  1. Die freizustellende Zeit zum Besuch der Berufsschule beginnt mit dem Schulweg und endet mit der Rückkehr in den Betrieb. Schulpausen oder eine Freistunden gelten als Schulzeit. Gleiches gilt für Schulveranstaltungen, wie Exkursionen, Klassenfahren, usw.. Aber: Ihr müsst den kürzesten Weg zur und von der Schule nutzen. Eigenmächtige Pausen bei MacD sind nicht in der Schulzeit enthalten. Ist die Schule kürzer als auf dem Stundenplan vermerkt, müsst Ihr direkt nach dem aktuellen Schulschluss zurück in den Betrieb. Entsprechend, wenn die Schule später beginnt.
  2. Um zu entscheiden, ob Ihr vor- oder nach der Schule im Betrieb arbeiten müsst, seht Ihr in Euren Ausbildungsvertrag. Dort MUSS die tägliche Ausbildungszeit stehen. Wenn nicht, wendet Euch an die Zuständige Stelle und lasst den Ausbildungsvertrag korrigieren, denn alle anderen Zeitangaben anstelle der täglichen Ausbildungszeit sind rechtswidrig. Besonders übers Ohr gehauen werden Azubis in Rheinland- Pfalz, weil sich die Zuständige Stelle nicht bequemt, ihre rechtswidrigen Ausbildungsverträge zu korrigieren. Nehmen wir einmal an, die tägliche Ausbildungszeit beträgt 8 h, dann zieht Ihr die Schulzeit (Schulhinweg + Schulstunden + Schulrückweg) von den 8 h ab. Bleibt ein Rest, müsst Ihr wieder in den Betrieb. Entsteht ein Minus, dann habt Ihr Überstunden geleistet, die entweder bezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen werden müssen.
  3. Für Jugendliche, die noch nicht 18 Jahre alt sind, gilt das schärfere Jugendarbeitsschutzgesetz.
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