Ausbildungsstatistik 2016: Die Talfahrt setzt sich fort!

Die neue Ausbildungsstatistik des Statistischen Bundesamtes ist seit eigen Tagen veröffentlicht und muss besonders in der Pferdewirtschaft mit großer Sorge zur Kenntnis genommen werden.

Nach wie vor befindet sich der Beruf Pferdewirt im freien Fall.

Jetzt rächt sich die vielfach zu beobachtende, gewissenlose Berufsausbildung in diesem Beruf, bei der die Arbeitsleistung der Azubis im Fokus der Ausbildungsbetriebe steht und Ausbildung zur Nebensache gerät.

Maßlose Ausbilder machen den Beruf kaputt. Die Reaktion des Berufsstandes ist, vorsichtig ausgedrückt, verhalten, nur Schönreden ändert nichts! Wer Kritik übt, ist ein Nestbeschmutzer.

Nicht zu leugnen: 50% der Azubis schmeißt die Ausbildung vorzeitig hin. Die Begründung der Azubis, die ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig lösen, ist nahezu immer gleich:

  • Mangelnde Wertschätzung,
  • mangelnde Ausbildung,
  • maßlose Arbeitszeiten.

Damit ist der Beruf Pferdewirt einer der traurigen Spitzenreiter bei den vorzeitigen Vertragslösungen in Deutschland. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 25%.

Auch Pferdewirtazubis haben ein Recht auf Ausbildung und sind keine billigen Arbeitskräfte. Die Wirklichkeit sieht aber oft anders aus.

Interessant ist der Vergleich der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge und die vorzeitige Vertragsauflösung im Jahr 2016 in Deutschland:

  neue Verträge 2016vorz. gelöst. Verträge 2016
Haltung & Servicem3918 (46%)
w333153 (46%)
Zuchtm66 (100%)
w5736 (63%)
Klassische Reitausbildungm3315 (46%)
w18999 (52%)
Rennreitenm66 (100%)
w93 (33%)
Spezialreitweisenm33 (100%)
w3012 (40%)

Ein Beruf, der locker auf die Hälfte seiner Azubis verzichten kann, investiert zu wenig in seinen Nachwuchs und schafft sich mittel- und langfristig ab. Einzelne Fachrichtungen sind schon kräftig dabei.

Die Berechtigung Auszubildende einzustellen setzt voraus, sich an Recht und Gesetz zu halten, in Ausbildung zu investieren und den Wunsch nach einer billigen Arbeitskraft hinten anzustellen.

Übrigens:

  • Die guten Azubis brechen ab und gehen. Die, die gehen, haben in der großen Mehrzahl einen mittleren oder höheren Schulabschluss und entscheiden sich oft statt der enttäuschenden Berufsausbildung für ein Studium.
  • Obwohl viele Betriebe Jungen händeringend suchen, können sie nicht verhindern, dass z.T. ganze Jahrgänge ihre Ausbildung unter diesen Bedingungen hinschmeissen.
  • Den gesamten Bericht findet Ihr hier zum kostenfreien Download
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Ausbildungsstatistik: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2016

Auch die Landgestüte bilden Pferdewirte in den Fachrichtungen Klassische Reitausbildung, Zucht und Pferdehaltung & Service aus.

Die ersten Daten der Ausbildungsstatistik 2016 sind vorhanden. Bei der Auswertung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zwischen 2015 und 2016 lässt sich folgender Trend ablesen:

  • Immer weniger Auszubildende im Beruf Pferdewirt.
  • Die Fachrichtung Klassische Reitausbildung geht deutlich zurück.
  • Die Fachrichtung Pferderennen halbiert sich innerhalb eines Jahres. Es muss damit gerechnet werden, dass sich dieser Beruf sich langsam aber sicher aus der Berufsausbildung verabschiedet. Jahrelange Fehlentwicklungen im Rennsport und mangelnde Wertschätzung der Auszubildenden über viele Jahre und wenig Engagement der Zuständigen Stellen, die Missstände in der Berufsausbildung abzustellen, führen dazu, dass der Bereich Pferderennen von Auszubildenden konsequent gemieden wird. Eine Mahnung an alle anderen Fachrichtungen, diesen Weg nicht zu beschreiten. Aus Fehlern könnte man/frau lernen.
  • Die Fachrichtung Pferdehaltung & Service legt zu, die Klassische Reitausbildung nimmt ab. Ein Ausweichen der Ausbildungsbetriebe zur Fachrichtung Pferdehaltung & Service, weil diese Fachrichtung vermeintlich leichter (günstiger für den Betrieb) ausgebildet werden kann und der Ertrag für den Betrieb durch die Arbeit eines Azubis in dieser Fachrichtung größer ist? Also: Wenn Ihr als Azubis die Fachrichtung Klassische Reitausbildung lernen möchtet, dann lasst Euch nicht von einem Betrieb schnell in die Fachrichtung Pferdehaltung & Service drängen. Holt Euch auf jeden Fall mehrere Beurteilungen von verschiedenen Betrieben, um zu entscheiden, ob Ihr Pferdehaltung & Service anstelle von der Klassischen Reitausbildung lernen solltet.
  • Diese Statistik berücksichtigt noch nicht die Anzahl der Berufsabbrecher in der jeweiligen Fachrichtung.
FachrichtungmännlichweiblichmännlichweiblichEntwicklung  
20152016
alle Pferdewirte12970296684m: -26%; w: -3%; ges.: -6%
Klassische Reitausbildung4824636210m: -25%; w: -15%; ges.: -16%
Pferdehaltung & Service3934542372m: +8%; w: +8%; ges.: +8%
Pferdezucht1863963m: -50%; w: +-0; ges.: -11%
Pferderennen921312m: -67%; w: -43%; ges.: -50%
Spezialreitweisen627627m: +-0; w: +-0; ges.: +-0

 

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Fachrichtung wechseln?

In den ersten zwei Jahren könnt Ihr die Fachrichtung noch wechseln. Entweder in der Probezeit oder danach nur nach Absprache mit Eurem Ausbilder.

n.n., 07.05.2017 (dem Admin bekannt)

Ich befinde mich jetzt seit 3 Monaten in der Ausbildung zum Pferdewirt FR Pferderennen EG Trabrennfahren. In ca. eineinhalb Monaten steht meine Zwischenprüfung bevor.

Mir macht das Fahren sehr viel Spaß, auch mit den Geschwindigkeiten habe ich kein Problem, nur habe ich mittlerweile das Gefühl, ich hätte kein „Handchen“ als Fahrerin. Zudem bezweifle ich momentan stark, ob ich Freude und genug Ehrgeiz für die Rennen hätte, da sich die Situation auf der Rennbahn doch sehr von der im Training unterscheidet.

Trotzdem fühle ich mich in meinem jetzigen Ausbildungsbetrieb wirklich wohl, ich komme mit den anderen Mitarbeitern, meinem Chef und den Pferden sehr gut klar und möchte das Umfeld dort nicht mehr missen! Allerdings möchte ich mich natürlich auch weiterentwickeln, auch reiterlich, was momentan nicht möglich ist.

Ich habe überlegt, die Fachrichtung zu wechseln, möglichst zur Zucht. Ich habe auch schon zwei mögliche Betriebe gefunden, die ich kontaktieren möchte, damit sie meine weitere Ausbildung übernehmen. Ist das überhaupt möglich oder muss ich erst „in den sauren Apfel beißen“ und meine jetzige Fachrichtung zu Ende lernen um dann zu wechseln? Könnte es Probleme geben, weil ich im zweiten Lehrjahr angefangen habe?

Haben Sie zudem eine Idee, wie ich ein Gespräch mit meinem jetzigen Chef anstoßen könnte, der wird ja wohl nicht allzu begeistert sein.

Dietbert Arnold, 08.05.2017

Grundsätzlich ist ein Wechsel der Fachrichtung oder des Einsatzgebietes im Beruf Pferdewirt/in möglich. Nach der Verordnung zum Beruf Pferdewirt/sind die ersten zwei Jahre der Ausbildung identisch, nur das dritte Ausbildungsjahr ist dann fachrichtungsbezogen. Das bedeutet, dass Du die ersten zwei Jahre in der Ausbildung immer für alle Fachrichtungen anerkannt bekommst. Du musst also nicht die Ausbildung neu beginnen. Selbst wenn Du die Abschlussprüfung in der einen Fachrichtung bestanden hast, benötigst Du nur noch ein Jahr weitere Ausbildung, also das dritte Ausbildungsjahr in einer anderen Fachrichtung, um dann die Abschlussprüfung in der weiteren Fachrichtung machen zu können.

Jetzt kommt aber die nächste Überlegung: Aus einem Ausbildungsvertrag kann man/frau nicht so einfach aussteigen. Dazu benötigst Du wichtige Gründe (Ausbildungsmängel, Verfehlungen des Ausbilders, Verbot die Berufsschule zu besuchen, usw.) oder aber der Hinweis, dass Du die Berufsausbildung ganz aufgeben möchtest. Das ist bei Dir augenscheinlich nicht der Fall. Weil eine Berufsausbildung so ein fester Vertrag ist, hat der Gesetzgeber bestimmt, dass es immer eine Probezeit geben muss, mindestens 1 Monat und maximal 4 Monate. In dieser Zeit können beide Seiten die Ausbildung ohne Begründung sofort beenden. Auf gut Deutsch: Chef ich bin dann mal weg, drehst Dich um und gehst. Danach geht das eben nicht mehr. Natürlich kann eine Berufsausbildung auch im gegenseitigen Einverständnis gelöst werden. Das muss aber schriftlich passieren. Die Zuständige Stelle hat dafür Vordrucke.

In Deinem Ausbildungsvertrag steht genau drin, wie lang Deine Probezeit ist, in der Du jederzeit in der Probezeit ohne jeglichen Grund kündigen kannst. Die beste Lösung ist immer, wenn Ausbilder und Auszubildende sich aussprechen und der Wechsel nicht im Streit geschieht. Ich rate Dir, ein Gespräch mit Deinem Ausbilder zu suchen und ohne Vorwürfe an ihn Deine Situation schildern und darum zu bitten, für Deine Entscheidung Verständnis aufzubringen. Du bringst Verständnis für seine Situation auf, denn der Ausbilder hat ja mit Dir als Arbeitskraft gerechnet. So ein Gespräch solltest Du nicht auf der Stallgasse suchen, sondern machst mit Deinem Ausbilder einen Termin aus, bei dem ihr euch bei einer Tasse Kaffee mal ganz in Ruhe unterhalten könnt. Ohne Handy und anderen Störungen.

Ganz zum Schluss muss ich Dir sagen, dass es durchaus eine gute Idee sein kann, von den Trabern zu einer anderen Fachrichtung zu wechseln, denn im Trabrennsport ist die Situation nicht wirklich zukunftsfähig. Das könnte eine Sackgasse sein für Auszubildende. Leider streiten sich die „Traber“ gerne mal untereinander und vergessen dabei, dass sie ihrem Beruf dabei nicht gerade weiterbringen.

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Du hast ein Recht auf ein Arbeitszeugnis!

n.n.(dem Admin bekannt), 07.04.2017

Hallo,
Ich habe meinen Ausbilder gebeten mir ein Zeugnis auszustellen aber ich soll dieses selbst schreiben. Gibt es Vorlagen oder ähnliches ?

Dietbert Arnold, 08.04.2017

Hallo liebe n.n.

da macht es sich aber Dein Chef zu einfach! DER hat gemäß Berufsbildungsgesetz § 16 die Pflicht, Dir ein schriftliches Zeugnis auszustellen. Nicht DU, sondern DER muss das Zeugnis schreiben. Ich rate Dir dringend, nicht einen Zeugnistext zu schreiben, denn Du kannst überhaupt nicht abschätzen, welche Folgen welche Zeugnisformulierungen für Deinen weiteren Lebensweg haben werden. Dieses Zeugnis wird Dich lebenslang begleiten.

Du hast einen einklagbaren Anspruch auf ein Zeugnis Deines Ausbildenden und der hat am Ende der Berufsausbildung das Zeugnis auszustellen. Der Ausbildende kann aber verlangen, dass Du das Zeugnis bei ihm abholst. Bekommst DU kein Arbeitszeugnis von Deinem Chef, kannst Du ihn u.U. schadenersatzpflichtig machen!

DU musst übrigens Deinem Chef sagen, ob Du ein „einfaches“ oder ein „qualifiziertes“ Zeugnis haben möchtest. DU hast das Wahlrecht!

Das „einfache“ Zeugnis muss gemäß Berufsbildungsgesetz folgende Mindestinhalte haben: Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung, erworbene Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Das Zeugnis muss schriftlich auf Papier und nicht in elektronischer Form erstellt werden. Zeugnisse müssen immer wahrheitsgemäß, vollständig und wohlwollend formuliert sein.

Das „qualifizierte Zeugnis“ enthält Angaben über Dein Verhalten ( Pünktlichkeit, Kundenumgang, Umgang mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Mitazubis, Umgang mit den Pferden, usw.) und Deine Leistungen in der Berufsausbildung (Auffassungsgabe, Lernwille, Leistungsbereitschaft, Selbständigkeit, Qualität der Arbeit, Zusatzqualifikationen, Turnierteilnahmen, Berufswettbewerbe, Arbeitstempo, Eigeninitiative, Entscheidungsfähigkeit, Urteilsvermögen, usw.). Das qualifizierte Zeugnis darf nur auf Deinen Wunsch erstellt werden. Auf keinen Fall dürfen bestimmte Formulierungen benutzt werden, die als sog. Geheimcodes dienen. Da werden positive Beurteilungen dazu genutzt, Dich zu kritisieren. Oft erkennen nur Profis die Geheimcodes, deshalb ist die Begutachtung des Zeugnisses von Fachleuten nicht falsch.

Am Ende des Zeugnisses wird eine Schlussformel erwartet.

Im Übrigen darf ein Ausbilder keine Auskünfte z.B. an neue Arbeitgeber ohne Deine Zustimmung geben. Zur Information an neue, zukünftige Arbeitgeber dient das Arbeitszeugnis.

Das Arbeitszeugnis muss auf dem betrieblich benutzten Geschäftsbogen erstellt und natürlich mit Ort und Datum unterschrieben werden. Das Zeugnis muss die Überschrift „Zeugnis“ oder „Arbeitszeugnis“ tragen und in einer akzeptablen Form erstellt werden (fehlerfrei, fleckenlos, umgeknickt, keine Radierungen oder Verbesserungen) und klar gegliedert und verständlich formuliert sein.

DU siehst jetzt, das ist keine Aufgabe eines Azubis. Lasse bitte, das ist mein dringender Rat, die Finger von der Zeugnisformulierung. Die rechtlichen Bestimmungen und Kommentare sind noch seitenlang und füllen Bücher!

Auch siehst Du jetzt, dass es einfach gut ist, wenn Du jemanden hast, der Dir im Berufsleben sagen kann, wo oben und unten  und was richtig und falsch ist. Deshalb bin ich Mitglied der Pferdewirtgewerkschaft IG Bauen, Agrar, Umwelt. Die beraten mich und denen lege ich bei solchen Fragen mein Arbeitszeugnis zur Kontrolle vor und notfalls geben die mir auch Rechtsschutz. Deshalb verlange von Deinem Ausbildenden ein Zeugnis, „einfach“ oder „qualifiziert“ und lege das dann als Gewerkschaftsmitglied den Rechtsschutzsekretären zur Prüfung vor. Das ist natürlich kostenloser Service für IG BAU- Mitglieder. Alternativ, wenn Du nicht Mitglied der Gewerkschaft werden möchtest,  lege das Zeugnis einem Fachanwalt für Arbeitsrecht zur Prüfung vor. Dann aber kommt eine Rechnung auf Dich zu.

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Aus- und Fortbildung lohnt sich!

Immer eine gute Idee ist es, über eine Aus- oder Fortbildung nachzudenken. Generell gilt, dass Ihr mit jedem weiteren Schritt Euer Einkommen um mindestens 25% steigert und gleichzeitig die Gefahr der Arbeitslosigkeit deutlich senkt.

Mit jeder neuen Fortbildung steigert sich Euer Einkommen durchschnittlich um 25%. Da sind die Fortbildungskosten schon eingerechnet. Aus- und Fortbildung ist also eine gute Investition in Euer Berufsleben. Und denkt dran: Lebenslanges Lernen, auch Fortbildungen mit höherem Alter und Berufserfahrung lohnen sich immer.

Die Eintrittskarte in eine Fortbildung ist zunächst immer die Berufsausbildung. Ist die z.B. mit der Pferdewirtin abgeschlossen, habt Ihr die Wahl für zahlreiche Fortbildungen. Das kann der Meister sein, ein Fachhochschulstudium (Bachelor) oder ein Universitätsstudium (Master). In Betracht kommen aber auch Zwischenschritte, wie z.B. der Hufbeschlagschmied oder Besamungstechniker, das ist sozusagen der halbe Weg zum Meister.

Eines aber solltet Ihr immer bedenken: Nicht jeder, der Fort- und Weiterbildung anbietet, überreicht Euch hinterher ein staatlich anerkanntes Zeugnis, dass Euch eine Stufe weiter bringt. Auf der sicheren Seite seid Ihr immer, wenn Ihr Euch bestätigen lasst, dass Ihr am Ende der Fort- oder Weiterbildung ein staatlich anerkanntes Abschlusszeugnis erhaltet, welches auch die Einordnung Eures Abschlusses in den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) im Zeugnis bescheinigt.

Private Akademien und hochtrabende Abschlusszeugnisse bringen Euch nicht weiter in Eurer Berufskarriere, es sei denn Ihr legt Wert darauf, ein sündhaft teures Mickey- Mouse- Examen Euch an die Wand zu hängen.

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Endlich realistische Lohnempfehlungen

Lange hat es gedauert, nun aber sind erstmals seriöse Gehaltsempfehlungen der Bundesvereinigung der Berufsreiter für Pferdewirte/innen und Pferdewirtschaftsmeister/innen herausgegeben worden.

 

Jetzt ist es soweit, die Bundesvereinigung der Berufsreiter gibt seriöse Empfehlungen für Pferdewirte und Pferdewirtschaftsmeister heraus und nennt damit Gehälter, die als fair zu bezeichnen sind.

Besonders gut ist, dass auch die dazu passenden Stundenlöhne genannt werden, damit alle Mitarbeiter auch erkennen können, wie hoch die Überstundenbezahlung auszusehen hat.

Betriebe, die sich nicht an die Empfehlungen der Bundesvereinigung der Berufsreiter halten und deutlich weniger bezahlen, gehören mit Sicherheit zu den Arbeitgebern, die nicht fair entlohnen. Um diese Betriebe müsst Ihr einfach einen ganz großen Bogen machen.

Wer von Euch einen neuen Betrieb sucht und sich dort bewerben will, der findet in den Gehaltsempfehlungen einen guten Hinweis, welche Gehälter von Euch selbstbewusst gefordert werden können, ohne unverschämte Forderungen zu stellen. Einfach nur Euer gutes Recht!

Und wer derzeit beschäftigt ist und beim Lesen feststellt, dass er/sie viel weniger Lohn bekommt, der/die sollte dringend sich um eine neue Stelle bemühen, falls ein mutiges Gespräch mit dem Chef nichts bringt. Lasst sie alleine misten, diese Geizhälse!

Die Gehaltsempfehlungen der Bundesvereinigung sind privat herausgegeben und und sind leider keine offiziellen Tarifverträge. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass die in den Empfehlungen niedergeschriebenen Gehälter als üblich anzusehen sind. Mehr geht immer, weniger geht gar nicht.

Die Gehaltsempfehlungen könnt Ihr hier herunterladen

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Pferdewissenschaften in der Schweiz studieren

Lust auf Landwirtschaft? Lust auf Pferde? Lust auf die Schweiz?

Dann kann das eine Möglichkeit für Euch sein, denn die Berner Fachhochschule für Agrar- Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) kann auch von Studenten aus Deutschland besucht werden.

Besonders interessant ist das Bachelorstudium Agronomie mit der VertiefungPferdewissenschaften. Studierende erwerben zunächst die Basics der Agrarwissenschaften und beschäftigen sich  mit Pflanzen- und Nutztierwissenschaften, Betriebswirtschaft, Marketing, den relevanten Naturwissenschaften und auch der Technik. Ab dem dritten Semester beginnt dann die hippologisches Spezialisierung. Mehr und mehr beschäftigt sich das Studium mit Anatomie und Pathologie des Pferdes, Pferdefütterung, Gründlandmanagement, Ethologie, Pferdehaltung, Pferdeausbildung, Pferdezucht und Genetik, Sport- und Trainingslehre, Reitanlagenbau, Exterieurbeurteilung, Pferdehandel, Krisenmanagement und natürlich auch Wirtschaft und Recht rund um das Pferd.

Ganz genau könnt Ihr alles hier nachlesen oder: www.hafl.bfh.ch

Nach dem erfolgreichen Studienabschluss habt Ihr den Titel „Bachelor of Science in Agronomie mit Vertiefung Pferdewissenschaften“

Wer kann sich bewerben?

  • alle Pferdewirte mit der Fachhochschulreife oder allgemeinen Hochschulreife
  • alle Meister mit Fachhochschulreife oder allgemeiner Hochschulreife. Da die Schweiz nicht zur EU gehört, wird die Meisterprüfung derzeit leider nicht als Hochschulreife anerkannt.
  • Meister ohne Fachhochschulberechtigung können aber eine Sonderzulassung beantragen und wenden sich an den Leiter der Lehre, Prof. Dr. Roland Stähli, der jeden Antrag gerne prüfen möchte: T +41 31 910 21 25 oder roland.staehli@bfh.ch

 

Individuelle Auskünfte und Beratung zur Zulassung und zum Studium gibt Euch: Prof. Dr. Conny Herholz, Leiterin Vertiefung Pferdewissenschaften, T +41 31 910 21 11 oder office.hafl@bfh.ch

Alle Fotos dieser Seite: ©HAFL / C. Herholz

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Locker, gut gelaunt und vorbereitet für die Prüfung!

Nach einem Vortrag der Sportpsychologin Gaby Bussmann (bussmann@reitsportpsychologie.de) , die als Mentaltrainerin die Deutschen Olympiareiter betreut, habe ich diese Profitipps zur Pferdewirtprüfung sowie zur Fortbildungsprüfung zum Pferdewirtschaftsmeister entwickelt.

 

  1. Wenn Ihr Euch auf die Prüfung vorbereitet, weil Ihr im Reiten, Longieren, Ausritt vorbereiten, Hufverband wickeln, der Exterieurbeurteilung oder in der Rationserstellung geprüft werdet, dann bitte genau so wie in der Prüfung! Also Ihr plant z.B. um 9:30 das Pferd Fury zu longieren. Dann findet das auch genau um 9:30 statt. Da wird nichts mehr geholt, aufs Handy geschaut, die Kleidung zurecht gezupft, das Pferd noch rasch geputzt, Anbindering gesucht oder zm Klo gegangen. Dann trainiert Ihr neben der eigentlichen Arbeit mit dem Pferd auch das in einer Prüfung so wichtige Zeit- Management. Also: Wenn Ihr um 12:15 eine L- Dressuraufgabe reiten wollt, dann geht das Punkt 12:15 los, da wird nichts wiederholt oder abgekürzt oder gar neu angefangen. In einer Prüfung habt Ihr nur eine Chance, die Ihr unbedingt nutzen solltet. Und das übt Ihr!
  2. Vor der Prüfung einige Tage Urlaub nehmen bzw. endlich mal die Überstunden nehmen. Wenn der Betrieb das nicht will, macht nichts, Ihr geht. Wenn der Betrieb immer noch mault, dann wisst Ihr, dass das ein schlechter Betrieb ist, um den man besser einen Bogen macht. Arbeitsrechtliche Probleme bekommt Ihr nicht, wenn Ihr geht.
  3. Wer kurz vor der Prüfung, vielleicht im Prüfungslehrgang oder während der Prüfungszeit beim Turnier meldet, der hat den Schuss nicht gehört oder der/die nimmt die Prüfung nicht so ernst. Geht gar nicht!
  4. Die „freie“ Zeit nutzen, den Prüfungstag bzw. Prüfungslehrgang in aller Ruhe sorgfältig vorzubereiten. Eine schriftliche Liste erstellen und das Erledigte abhaken.
  5. Zur Vorbereitung gehört auch, die Kleidung durchzusehen (Flecken, Löcher, Knöpfe) und Schuhe und Stiefel zu putzen sowie Vorbereitung des Autos und der Wegstrecke, sowie die Überlegung, wie Ihr fahrt, wenn Stau ist und wie lange da der Zeitpuffer sein muss. Wer gegen die Uhr zur Prüfung fährt hat schon verloren.
  6. Am besten einen Tag vorher anreisen. Schon einmal den Weg zum Prüfungsort machen, Zeitpuffer einbauen. Ziel ist es, erst einmal in aller Ruhe anzukommen und Zeit zu haben, sich umzuschauen, einzuleben.
  7. Ab jetzt klammert Ihr konsequent alle dunklen Gedanken aus und denkt einfach positiv. Ihr habt Euch super vorbereitet, das wird gut gehen! Ihr stellt Euch vor, wie schön es ist, endlich die Prüfung zu bestehen und Pferdewirtin zu sein. Das hilft wirklich!
  8. Ab jetzt viel lachen! Spaß haben, ist definitiv erlaubt und hilfreich. Ruhig lustige Sachen machen, lustigen Film sehen, Karten spielen, schönes Buch lesen. Immer einfach lächeln, das wirkt, probiert das mal aus! Und alle, die hektisch sind und schlechte Laune haben, konsequent meiden, einfach stehen lassen.
  9. Vor der Prüfung, Ihr habt ja ein wenig Zeit eingeplant, sich einfach mal richtig massieren lassen. Der Streß weicht und Ihr seid auch gelöst! 20 €, die gut angelegt sind. Zur Vorbereitung gehört also auch, sich vor der Prüfung mal eine Physiopraxis zu suchen und einen Termin zu machen. Ihr reiten gleich besser! Wer von Euch noch nie eine Message bekommen hat, sollte das zuhause einmal vorher probieren. Dann könnt Ihr die Anwendung direkt vor der Prüfung viel gelassener genießen.
  10. Wenn Ihr reiten müsst in der Prüfung, dann könnt Ihr Euch gegenseitig tapen  oder es gleich bei der Physio machen lassen. Dazu gibt es mehrere Methoden:
    1. Tipp "Horizont"Mit Kinesiotape von der einen bis zur anderen Schulter tapen. Ihr bekommt ein Feedback über das Tape, wenn Ihr nicht mehr gerade sitzt.
    2. Tipp "Hosenträger"Ihr tapet Euch Hosenträger während Ihr schön gestreckt seid und die Schultern zurück nehmt, beginnend auf der Vorderseite in Höhe des Dekolletee unter Zug bis zur Schulter, dann ohne Zug ! über die Schulter und auf den Rücken, so tief wie auf der Vorderseite.
    3. Tipp "Kreuz"Ihr beginnt an der Schulter und lasst das Tape auf der gegenüberliegenden Rückenseite im Bereich der letzten Rippen enden. Es entsteht ein Kreuz auf Eurem Rücken. Nehmt Ihr das elastischere Kinesiotape, dann erhaltet Ihr ein Feedback, wenn Ihr nicht gestreckt sitzt, ist das Tape aber wenig elastisch, dann werdet Ihr auch durch das Tape gerade hingesetzt.
    Warum das Ganze? Jedesmal, wenn Ihr nicht nicht gestreckt auf dem Pferd sitzt und die Schultern nach vorne geraten, dann macht sich Euer Tape bemerkbar und Ihr merkt, wdass Ihr nicht gerade und mit vorgebeugter Schulter auf dem Pferd sitzt. Das Tape gibt Euch also eine Rückmeldung. Ihr könnt jetzt Euren Sitz korrigieren, gerade und Schulter zurück. Und plötzlich wirkt Ihr besser ein und Ihr fühlt Euch viel stärker, besser gerüstet für die Prüfung. Wenn Ihr jetzt noch ein wenig lächelt, kann gar nichts mehr schief gehen und die Prüfer sind begeistert. Kleiner Tipp für die Männer: Vor dem Tapen rasieren, sonst macht das Entfernen des Tapes nicht wirklich Spaß! Aber: Das mit dem Tapen und die Wahl, welche Methode für Euch die passende ist, dass müsst Ihr unbedingt vor der Prüfung  in Ruhe zuhause ausprobieren.

    So könnt Ihr z.B. das Kreuz für einen aufrechten Sitz tapen. Mit einem runden Rücken und tiefen Kopf auf einen Stuhl setzen und eine zweite Person beginnt mit dem Kreuz unter Zug. Je starrer das Tape, desto stärker die Wirkung. Probiert es einfach aus. (Danke an das Team der Physiopraxis Ahrens in Bremen)

  11. Keine Prüfungsaufgabe wird komplett zu 100% von Euch erfüllt. Kein Mensch, auch nicht Prüfer, sind perfekt. Macht nichts! Bemerkt Ihr einen Fehler, dann nicht darüber nachdenken, nicht hadern, konzentriert Euch auf Euren Plan, den Ihr gemacht habt. IMMER NACH VORNE SCHAUEN UND NACH VORNE DENKEN! Und dann bloß nicht denken, dass jetzt alles umsonst, alles vorbei ist. Gewonnen wird immer am Schluß. Wenn Ihr mit einem Schiff fahrt, kommt Ihr ja auch nicht auf die Idee, vor dem Anlegen des Dampfers auszusteigen!
  12. Habt Ihr gemerkt? Nur wenn Ihr Euch Ziele setzt und dazu Pläne macht, werdet Ihr wirklich erfolgreich sein. Ziele,das Notieren Eurer Stärken  und Erinnerungen an gute Ritte/Trainingseinheiten sowie Eure Pläne solltet Ihr aufschreiben und immer wieder ansehen. Alle Prüfungsaufgaben, egal ob mit oder ohne Pferd, werden vorher von Euch geplant. Da malt man sich mal den Weg auf, da lauft Ihr die Aufgabe ab, Ihr reitet/ longiert mit geschlossenen Augen (natürlich ohne Pferd) oder malt die Aufgabe mit dem Finger im Sand, oder, oder. Auch den Hufverband kann man mit geschlossenen Augen in Gedanken wickeln oder mit dem Bleistift die Wickelungen zeichnen. Denn viele verschiedene Wege führen dazu, dass Ihr Euch, oder besser Euer Gehirn, sich die Aufgabe besser einprägt und Ihr dann selbstbewußt das Gelernte ausführen könnt, denn Ihr seid super gut vorbereitet. Einen Blackout wird es dann nicht geben, gibt es sowieso nicht, in meiner fast vierzigjährigen Prüferzeit habe ich noch nie einen Blackout erlebt: Alles Märchen und Gerüchte. Und wer sicher ist, der ist auch lockerer und deutlich besser in der Prüfung.
  13. Beim Fachgespräch nicht mit den Fehlern beginnen. Ihr habt eine gut vorbereitete Aufgabe gezeigt und da dürft Ihr ruhig stolz auf das hinweisen, was gut gelungen ist. Bloß keine Fehlerguckerei! Probleme können weiter zum Ende dargestellt werden, frei nach dem Motto, eigentlich war das ganz gut, wäre aber noch besser gewesen, wenn… . Ein guter Tipp ist auch immer die sog. Sandwich- Methode: Mit guten Dingen beginnen, dann Verbesserungen aufzeigen und zum Schluss noch mal aufzeigen, was insgesamt ganz gut war.
  14. Ihr wählt Euch vor und während der Prüfung 2 -3 Berater. Die dürfen Euch was sagen, die dürfen Euch beurteilen, denen glaubt Ihr. Und alle anderen Klugschnacker blendet Ihr konsequent aus! Wer seid Ihr denn, dass da jeder an Euch rumkritisieren darf. Ihr seid doch gut vorbereitet. Und dann noch etwas zum Überlegen: Ihr könnt Prüfer nicht Volltexten oder anfliegen, um Eure Schwächen zu kaschieren, meint Ihr, die Prüfer sind doof? Solche plumpen Versuchen enden immer negativ. Beherzigt: Zu viele Tipps machen Euch raschlebig und die Ergebnisse werden schlechter!
  15. Entzieht Euch ganz konsequent den Grüppchen, die da stressen, tratschen, lästern und ewig vom Durchfallen reden. Großen Bogen um diese Grüppchen. Macht in der prüfungsfreien Zeit etwas ganz anderes, geht Eis essen, macht das Handy lautlos, leiht Euch ein Fahrrad, geht ins Museum, macht einen Spaziergang und knipst ein paar schöne Bilder mit dem Handy, sucht schöne Pflanzen oder Blätter, sucht schöne Steine, singt einfach (muss ja keiner in der Nähe sein) oder setzt Euch alleine zu den Pferden in den Stall oder auf der Weide und beobachtet sie, redet mit denen,macht Fotos oder zeichnet sie.
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So könnt Ihr die Ausbildungsqualität kontrollieren

Ein wirksames Qualitätsmanagement sichert Eure Berufsausbildung. Im Galopp zum Download

Immer wieder gibt es bei der Abschlussprüfung Tränen. Der Ausbilder hat Euch nicht genügend auf die Prüfung vorbereitet und Ihr habt das Desaster erst am Prüfungstag bemerkt und plötzlich ist die Prüfung gefährdet oder Ihr rasselt mit Pauken und Trompeten durch die Abschlussprüfung. Das tut weh!

Dabei ist für alle, Euren Ausbilder, der Zuständigen Stelle, Euren Eltern und natürlich auch Euch selber eigentlich völlig klar, was Ihr in der Berufsausbildung lernen müsst und was Euch in der Prüfung erwartet, denn die Verordnung zum Beruf Pferdewirt/in mit dem dazugehörenden Ausbildungsrahmenplan sagt klipp und klar was gelehrt werden muss.  So wie in der Praxis gibt es für die Schule den Rahmenlehrplan Pferdewirt/in. Auch der ist, wie der Ausbildungsrahmenplan, verbindlich.

Jetzt gibt Euch pferdewirtpruefung.de die einfache Möglichkeit, die Qualität der Berufsausbildung von Beginn an mitzuverfolgen und zu sehen, ob Ihr wirklich auch in allen Bereichen ausgebildet werdet. Ihr könnt jetzt jederzeit und damit rechtzeitig sehen, ob Ihr entsprechend sorgfältig ausgebildet werdet oder nur als Dauermister unterwegs seid. So etwas nennt die Fachwelt Qualitätsmanagement.

Ihr könnt Euch den Ausbildungsrahmenplan Eurer Fachrichtung herunterladen und dann jeweils an den entsprechenden Ankreuzkästchen markieren, ob, wer und wo dieser Ausbildungsteil gelehrt wurde. Diese 13 Seiten müssen Euch die gesamte Ausbildung begleiten, achtet sorgfältig auf das Dokument und füllt es immer zeitnah aus.

Ihr habt jetzt die Möglichkeit, rechtzeitig zu sehen, ob die Ausbildung im grünen Bereich verläuft oder sich da zur Prüfung noch ganz große Lücken auftun. Und seien wir mal ehrlich, auch ein guter Ausbilder verliert mal in der täglichen Arbeitshektik den Überblick, was er eigentlich mit Euch machen wollte und ist sicher dankbar, wenn Ihr Verantwortung für Eure Ausbildung übernehmt und ihn an Eure noch fehlende Ausbildungsteile erinnert. Also, setzt Euch mit Eurem Ausbilder zusammen und besprecht regelmäßig die Ankreuzsituation des Ausbildungsrahmenplanes. Gute Ausbilder werden Euch dankbar sein für Euer Engagement. Die schlechten sind maulig mit Euch. Dann kann es besser sein zu gehen. Auch andere Betriebe suchen Azubis. Weg, je früher, desto besser.

Nur wenn das gemeinsame Gespräch nicht zielführend ist, dann müsst Ihr Eure Taktik ändern. Dann müsst Ihr die Zuständige Stelle informieren und denen eine Kopie Euerer Aufzeichnungen geben. Die Zuständige Stelle muss Euch helfen zu einer guten Ausbildung zu kommen. Das ist deren gesetzlich festgelegte Aufgabe. Und natürlich ist die Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt für seine Mitglieder immer da und stärkt ihnen den Rücken. Notfalls vor Gericht.

Jetzt sagt Ihr, bloß kein Stress mit dem Chef, wird schon werden, schön fleißig weitermisten. Könnt Ihr tun, Euch dann aber nicht wundern, wenn bei der Prüfung die Tränen fließen und Ihr feststellen müsst, dass Ihr drei Jahre als billige Arbeitskraft geschuftet habt und immer noch ohne Berufsabschluss seid.

Also: Hier gehts zum Download! Qualitätskontrolle für Azubis!

Wach auf, es geht um Dich!

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Der Chef muss Deinen Führerschein bezahlen!

Zur Ausbildung gehört der Pferdetransport – deshalb ist Euer Ausbilder für den Führerschein BE zuständig

Teil der Verordnung zum Beruf Pferdewirt/in ist der Ausbildungsrahmenplan. In dem ist verbindlich festgelegt, was der Betrieb Euch in der Ausbildung beibringen muss. Unter der Überschrift „Tierschutz und Tiergesundheit“ steht folgender Unterpunkt: „Transporte planen, Pferde tiergerecht transportieren und die dafür geltenden rechtlichen Bestimmungen anwenden“. Ihr müsst in Eurer Ausbildung Pferde transportieren und dazu ist der Führerschein BE (PKW + Anhänger zwischen 750 kg und 3500 kg) gesetzlich vorgeschrieben. Da Ihr für Eure Ausbildung nicht bezahlen dürft, muss der Ausbildungsbetrieb den Führerschein bezahlen. Übrigens:  Genau deshalb haben die Sachverständigen beim Ausbildungsrahmenplan dafür gesorgt, dass das Transportieren von Pferden erst nach der Zwischenprüfung dran ist. Denn dann sind alle Azubis 18 und dürfen mit dem Führerschein BE fahren. Wenn Du vor der Ausbildung bereits den Führerschein B hast, dann ist Dein Betrieb für den Zusatz E (Anhänger) verantwortlich und muss ihn selbstverständlich finanzieren. Wenn Du den Führerschein BE schon hast, kannst Du nachträglich Dir nicht das Geld erstatten lassen.

Die Ausbildungsrahmenplanposition gilt für alle Fachrichtungen des Pferdewirtes.

Wenn Du das hier liest und Zweifel hast, dann hier noch der Hinweis auf die Fachrichtung Zucht. Dort steht im Ausbildungsrahmenplan, dass die Pferdewirte in dieser Fachrichtung Pferde besamen müssen. Das geht nur mit der Qualifikation Eigenbestandsbesamer und genau deshalb müssen die Ausbildungsbetriebe in der Fachrichtung Zucht diesen nicht ganz billigen Lehrgang bezahlen.

Zu allerletzt: Ein schlechtes Gewissen braucht Ihr als Azubi nicht zu haben, wenn Euer Betrieb den Führerschein bezahlen muss, denn der hat an Euch schon so viel verdient, dass der Führerschein locker bezahlt ist.

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Mindestlohn: Was ändert sich am 1.1.2017?

Der Mindestlohn steigt!

Der Mindestlohn steigt! Auch in der Landwirtschaft gilt jetzt ein einheitlicher Mindestlohn in Ost und West!

Der gesetzliche MIndestlohn steigt ab 1. Januar 2017 von brutto 8,50 Euro auf 8,84 Euro in der Stunde. Doch das ist nicht alles, was Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zum Jahreswechsel über Mindestlöhne wissen müssen. Eine die neue DGB-Broschüre „Mindestlöhne: Was ändert sich ab 2017?“ (PDF-Download) listet alle wichtigen Infos auf.

Wie geht’s weiter mit den Mindestlohn-Ausnahmen?
Leider gelten die meisten Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn weiterhin – und zwar für:

  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung,
  • Auszubildende – unabhängig von ihrem Alter – im Rahmen der Berufsausbildung,
  • Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate ihrer Beschäftigung nach Beendigung der Arbeitslosigkeit (die IAB-Evaluation der Mindestlohn-Ausnahme für diese Personengruppe hat gezeigt, dass der befürchtete Drehtüreffekt nicht eintritt, wonach alle sechs Monate neue Langzeitarbeitslose eingestellt werden; aber auch die erhoffte bessere Integration der Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt wurde durch diese Ausnahme absolut nicht erreicht. Zudem stellt diese Ausnahme eine verfassungsrechtliche Ungleichbehandlung dar),
  • Praktikanten, wenn das Praktikum verpflichtend im Rahmen einer schulischen oder hochschulischen Ausbildung stattfindet,
  • Praktikanten, wenn das Praktikum freiwillig bis zu einer Dauer von drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder Aufnahme eines Studiums dient,
  • Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung zu einer Berufsausbildung oder an einer anderen Berufsbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz teilnehmen,
  • ehrenamtlich Tätige.

Einige der Ausnahmen hat der DGB von Anfang an kritisiert.

Was ist mit der Mindestlohn-Ausnahme für Zeitungszusteller?
Bisher hatten Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller keinen Anspruch auf den vollen bisherigen Mindestlohn von 8,50 Euro. Ab 1. Januar bekommt zwar auch diese Beschäftigtengruppe mindestens 8,50 Euro – aber eben noch nicht den neuen gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro. Den gibt’s für Zeitungszusteller erst ein jahr später ab dem 1. Januar 2018.

Welche Branchen-Mindestlöhne weichen noch nach unten ab?
Für eine Übergangsfrist kann durch Tarifverträge mit Branchen-Mindestlöhnen, die bereits vor Einführung des Mindestlohngesetzes unter dem gesetzlichen Mindestlohn lagen, vom gesetzlichen Mindestlohn abgewichen werden. 2017 ist das noch für folgende Branchen relevant:

  • bei den Wäschereidienstleistungen im Objektkundenbereich Ost gilt der Branchenmindestlohn von derzeit 8,75 Euro noch bis Ende September 2017 und liegt damit noch 9 Cent unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns,
  • in der Land*- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau steigt das Mindestentgelt zum Januar 2017 auf 8,60 Euro, ab November 2017 dann auf 9,10 Euro,
  • in der Textil- und Bekleidungsindustrie Ost steigt der Mindestlohn zum November 2016 auf 8,75 Euro und wird ab Januar 2017 – wie für den Westbereich – auf den aktuellen gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro angehoben.

In der Leiharbeit gilt der Mindestlohn von derzeit 9 Euro (West) und 8,50 (Ost) bis zum 31. Dezember 2016. Ob es eine Folgevereinbarung gibt, hängt von dem Ausgang der Tarifverhandlungen ab (Webseite zur Tarifrunde Leiharbeit 2016/2017). Bis dahin gilt ab 1. Januar 2017 der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,84 Euro – sowohl in verleihfreien Zeiten als auch für den Zeitraum des Einsatzes in einem Entleihbetrieb. (Quelle IG BAU und DGB)

* Achtung Falle! Der landwirtschaftliche Mindestlohn gilt nur für die Pferdebetriebe, die als Landwirtschaftsbetrieb tätig sind. Ein Indiz dafür ist, dass Euer Betrieb Euch in der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft der Sozialversicherung für Landwirtschaft. Forsten und Gartenbau (SVLFG) angemeldet hat. Auch bei der Steuer wird unterschieden zwischen landwirtschaftlicher Tierzucht und Tierhaltung (Tiere mit eigener Futtergrundlage, z.B. höchstens ca. 10 Pferde auf 20 ha, 17 Pferd 30 ha, 23 Pferde 50 ha, usw.) und gewerblicher Tierzucht und Tierhaltung (Reitunterricht, Pensionsstall, Verkaufsstall, Ausbildungsstall, mehr Pferde je Fläche als in der Landwirtschaft). Das sind jetzt nur Anhaltswerte, Euer Betrieb muss Euch darüber genau Auskunft geben. Nur in der landwirtschaftlichen Tierzucht und Tierhaltung, nicht in der gewerblichen Tierzucht und Tierhaltung,  gilt der derzeit noch niedrigere landwirtschaftliche Mindestlohn.

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Hochrisikoberuf Pferdewirt

Der Beruf Pferdewirt gilt bei Versicherungen als Hochrisikoberuf

Der Beruf Pferdewirt gilt bei Versicherungen als Hochrisikoberuf

Weil Pferdewirte besonders häufig verunglücken, gilt dieser Beruf bei den Versicherungen als Hochrisikoberuf und deshalb sind die Prämien von Berufsunfähigkeitsversicherungen für Pferdewirte oft 40% – 50% teurer, als bei weniger unfallträchtigen Berufen.

Auch die gesetzlichen Unfallversicherungen (Berufsgenossenschaften) registrieren das hohe Unfallrisiko von Pferdewirten. Deshalb müssen Betriebe für einen Pferdewirt einen wesentlich höheren Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung leisten. Und der ist genau 24,26 mal höher als z.B. für den Lehrer an der Berufsschule. Die Berufsgenossenschaften stufen nach Auswertung der vergangenen Unfälle alle Berufe in sog. Gefahrenklassen ein. Eine kleine Auswahl zeigt, wie hoch das tatsächliche Unfallrisiko des Pferdewirtes ist:


Unfallrisiko verschiedener Berufe

Auswertung der Gefahrentarife unterschiedlicher gesetzlicher Unfallversicherungen
BerufUnfallhäufigkeit
Banken und Versicherungen0,41
Schulen1
Rettungsdienst3,3
Tierpark/ Tierheim3,34
Feuerwehr4,05
Tunnelbau15,2
Taucher21,92
Pferdewirt24,26

Wenn Ihr Euch einmal die Tabelle ganz genau anseht, dann erleiden Pferdewirte 60 mal häufiger Arbeitsunfälle als z.B. Mitarbeiter bei Banken und Versicherungen. Nun könnt Ihr sagen, klar, die sitzen ja den ganzen Tag auf ihrem Bürostuhl. Stimmt, bedenkt aber, dass auch diese Angestellten natürlich ein nicht unerhebliches Unfallrisiko auf ihrem Hin- und Rückweg zur Arbeit haben. Nur eine Berufsgruppe überflügelt die Pferdewirte locker: Profifussballer mit einem Gefahrentarif von 57.

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DAS Weihnachtsgeschenk für Pferdewirtazubis

Ein Weihnachtsgeschenk für Pferdewirtazubis: Ihr werdet Pate und übernehmt den Mitgliedsbeitrag für die zeit der Berufsausbildung bei der Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt und sorgt so für eine "Vollkaskoversicherung" während der Ausbildung Eurer Lieben. Ein Geschenk das mehr Wert ist, als es kostet.

Ein Weihnachtsgeschenk für Pferdewirtazubis: Ihr werdet Pate und übernehmt den Mitgliedsbeitrag für die zeit der Berufsausbildung bei der Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt und sorgt so für eine „Vollkaskoversicherung“ während der Ausbildung Eurer Lieben. Ein Geschenk, das mehr Wert ist, als es kostet.

Liebe Eltern,

liebe Paten,

liebe große Geschwister,

liebe Partner,

Ihr sorgt Euch um Eure Pferdewirtazubis? Ihr wollt den schwer schuftenden Azubis was Gutes tun? Ihr wollt Euern Lieben mit einem Geschenk den Rücken stärken?  Ihr wollt keinen Gutschein für MacDoof verschenken? Ihr wollt mit einer Patenschaft einfach nur Verantwortung übernehmen?

Euch kann geholfen werden! Ihr übernehmt Verantwortung, werdet Paten und verschenkt zu Weihnachten die Mitgliedschaft bei der IG Bauen, Agrar, Umwelt für die Zeit der Berufsausbildung . Damit seid Ihr Sponsor einer „Vollkaskoversicherung“ für die nicht immer problemlose Ausbildung zum Pferdewirt/in. Gar nicht so selten gibt es Schwierigkeiten mit masslosen Chefs während der Berufsausbildung (Ihr braucht ja nur die Kommentare hier lesen) und dann ist Euer Geschenk mehr als Gold wert! Von der Beratung bis zum Rechtsschutz, vom preiswerten Urlaub bis zur Freizeitunfallversicherung, das alles ist der Mehrwert der Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt, die ihren Mitglieder immer den Rücken stärkt und sie nicht alleine dem Chef überlässt.

Dieses, im wahrsten Sinne des Wortes, wertvolle Geschenk ist obendrein nicht wirklich teuer, nur wertvoll. Der Mitgliedsbeitrag mit allen Leistungen eines großen, starken Partners kostet mal gerade 1,15% vom Nettolohn, also zwischen 5.- bis 7.- Euro im Monat für Pferdewirtazubis. Eine Summe, die Eltern, Paten, große Geschwister oder Partner doch übernehmen könnten. Ein Geschenk, das mehr Wert ist als es kostet!

Wie kann man Mitglied der IG Bauen, Agrar, Umwelt werden? Das seht Ihr hier.

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Personelle Anforderungen an Ausbildungsbetriebe

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Immer wieder kommt es vor, dass Betriebe mehr oder weniger nur von Azubis geführt werden. Die Ausbilder verdienen sich goldenen Nasen und die Azubis werden dafür schlecht ausgebildet.

Um diesen Wildwuchs eindämmen zu können, wurde im Bundesanzeiger die Empfehlungen des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung vom 16. Dezember 2015 zur Eignung der Ausbildungsstätten veröffentlich, an die sich die Zuständigen Stellen und die Ausbildungsbetriebe halten müssen:

  • Relation Ausbilder/ Auszubildende: 1 Ausbilder max. 3 Azubis, 1 hauptberuflicher Ausbilder, der nur für die Azubis zuständig ist, max 16 Azubis. Das ist z.B. bei Ausbildern der Deula der Fall.

und

  • Relation Fachkräfte: 1-2 Fachkräfte = 1 Azubi, 3-5 Fachkräfte = 2 Azubis, je weitere 3 Fachkräfte = ein weiterer Azubi

Also, ein im Betrieb mitarbeitender Ausbilder darf nur insgesamt 3 Azubis ausbilden. Hat der Betrieb mehr Azubis, muss es zwei oder mehr Ausbilder im Betrieb geben. Ist diese Relation nicht gewährleistet, dann Finger weg von diesem Ausbildungsbetrieb!

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Habt Ihr einen betrieblichen Ausbildungsplan?

Zu jedem Berufsausbildungsvertrag gehört zwingend ein individueller, für Dich gefertigter, betrieblicher Ausbildungsplan für die gesamte Berufsausbildung.

Zu jedem Berufsausbildungsvertrag gehört zwingend ein individueller, für Dich gefertigter, betrieblicher Ausbildungsplan für die gesamte Berufsausbildung.

Damit Ihr als Auszubildende, Eure Eltern und natürlich auch die Zuständige Stelle sehen könnt, was Euch in Eurer Berufsausbildung erwartet und ob die vertragsgemäße Ausbildung auch korrekt abläuft, deshalb muss der Ausbildungsbetrieb zusätzlich zum Ausbildungsvertrag einen betrieblichen Ausbildungsplan erstellen, in dem genau drinsteht, was, wann, wo und wer Euch ausbildet.

Dieser betriebliche Ausbildungsplan muss vor Beginn der Berufsausbildung zusammen mit dem Ausbildungsvertrag bei der Zuständigen Stelle vorgelegt werden. Ohne betrieblichen Ausbildungsplan darf die Zuständige Stelle den Ausbildungsvertrag nicht eintragen, denn der betriebliche Ausbildungsplan ist vertragsmäßiger Bestandteil des Berufsausbildungsvertrages, so sagt es § 11 Berufsbildungsgesetz.

Wenn sich herausstellt, dass Ihr wesentliche Teile der Berufsausbildung gar nicht vermittelt bekommen habt, dann könnt Ihr immer darauf bauen, dass der Ausbildungsbetrieb das aber vertraglich zugesichert hat und notfalls den Betrieb schadenersatzpflichtig machen.

Aber aufgepasst: Der betriebliche Ausbildungsplan, das Gesetz spricht von sachlicher und zeitlicher Gliederung, ist nicht zu verwechseln mit dem in der Verordnung zum Beruf Pferdewirt angehängten Ausbildungsrahmenplan. Diesen einfach nur zu kopieren ist nicht ausreichend, weil er nicht individuell für Dich erstellt ist, wie z.B. Turnier- bzw. Leistungsprüfungsteilnahme, Lehrgänge, Abzeichen, jahreszeitlich bedingte Tätigkeiten, Einweisungen, Ausbildungsvorhaben, ausserbetriebliche Ausbildungen, Ausbildungsdauer, Auslandsaufenthalte, usw..

Ihr habt keinen betrieblichen Ausbildungsplan? Dann hat wohl der Betrieb und die Zuständige Stelle geschlafen und Euch fehlt eine vertraglich eindeutig zugesicherte Ausbildung. Für den Betrieb gut, der hat dann weniger zu befürchten, wenn er schlurig ausbildet und auch gut für die Zuständige Stelle, denn die müssen zur Ausbildungsvertragseintragung weniger kontrollieren und sind dann auch nicht bei eventuellen Beschwerden gezwungen, dem Betrieb den betrieblichen Ausbildungsplan vorzulegen, zu vergleichen und den Betrieb vielleicht abzumahnen, gegebenenfalls sogar die Ausbilderbefähigung abzuerkennen. Die Verlierer seid wieder einmal Ihr.

Die Zuständige Stelle in Sachsen- Anhalt macht es einfach vorbildlich, denn der Ausbildungsvertrag enthält folgenden Passus:

Die beigefügten Angaben zur sachlichen und zeitlichen Gliederung des Ausbildungsablaufs (Ausbildungsplan) sind Bestandteil dieses Vertrages.

 

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