Über den Tellerrand schauen!

Für jeden Menschen, aber gerade auch für Pferdewirte ist es besonders wichtig, sich durch Gradlinigkeit, Zivilcourage, Meinung, Einstellung und Haltung auszuzeichnen. Nur dann könnt Ihr aufrecht und zufrieden durch das Berufsleben und Euer Leben gehen.

Aber auch diese sozialen Verhaltensweisen müssen erlernt werden. Genau wie beim Reiten benötigt Ihr auch ohne Pferd Haltung.

Hilfreich können bei diesem Prozess die Berichte von Zeitzeugen sein, denn die sind, im Gegensatz zu den Kasinogesprächen, authentisch, eben keine Legenden, keine Fakenews.

Deshalb gibt es jetzt für Euch das Taschenbuch Pferdewirtprüfung (Bd. 9) -Zeitzeuge: Der Lipizzanerretter-. In diesem Buch berichtet der Zeitzeuge, der Tierarzt Dr. Lessing, Pferdewirtauszubildenden in ihrer Berufsschule aus seinem Leben und seine Erfahrungen damit. Entstanden sind Lebenserinnerungen, die nicht nur spannend, sondern obendrein kritisch, gut verständlich und durchaus humorvoll sind.

Als Zeitzeuge berichtet Dr. Lessing, wie er die komplette Lipizzanerzucht der Österreicher rettete, aber auch im eiskalten Wasser der Ostsee vor Göteborg schwamm, die Umzüchtung zum modernen Reitpferd gelang, er mit seinem Pferd auf der Autobahn ritt und wann er gemerkt hat, das die Nationalsozialisten Verbrecher waren.

Ein spannendes, gut lesbares Buch, dass auch nachdenklich macht.

Lasst es Euch nicht ausreden: Reiten alleine reicht nicht. Auch wenn Ihr nicht auf dem Pferd sitzt benötigt Ihr Haltung!

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2/3 sind einfach nur noch unzufrieden!

Große Unzufriedenheit herrscht bei den Pferdewirtauszubildenden. Am Ende ihrer Ausbildung sind sogar mehr als 2/3 der Azubis mit ihrer Berufsausbildung unzufrieden.

Die zum Teil mangelnde Ausbildung, der nicht wertschätzende Umgangston und die masslosen Arbeitszeiten von 50 bis 60 Stunden in der Woche zeigen Wirkung!

2/3 aller Pferdewirtauszubildenden im 3. Ausbildungsjahr sind mir ihrer Ausbildung unzufrieden. Sie fühlen sich schlecht ausgebildet und ausgebeutet. Schufften statt Lernen beherrscht die Berufsausbildung.

Kein Wunder, dass die große Mehrheit der Auszubildenden nach der Abschlussprüfung nur noch ein Ziel Hat: Raus aus dem Beruf.

Die Zahlen wiegen umso schwerer, denn sie stammen aus einer Befragung der Landwirtschaftskammer Hannover.

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Nach der Schule noch arbeiten?

Der Berufsschulbesuch ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Prüfung. Deshalb hat jeder Azubi das Recht von Beginn der Ausbildung an die Berufsschule zu besuchen. Der Chef MUSS Euch gehen lassen!

 

Jeder Azubi in Deutschland hat das Recht während seiner Berufsausbildung die Berufsschule zu besuchen und der Ausbilder muss seine Azubis dafür freistellen.

Da Schule in Deutschland von den Bundesländern organisiert wird, gibt es so viele Schulgesetze wie Bundesländer. Die Mehrzahl der Bundesländer ordnet während der Berufsausbildung absolute Schulpflicht an, einige Bundesländer haben für manche Schüler eine lediglich eine Kann- Regelung. Genaues zu Eurem Bundesland findet Ihr hier.

Immer wieder gibt es Streit um die Zeiten des Berufsschulbesuches und die Frage, ob vor oder nach der Schule noch gearbeitet werden muss.

Grundsätzlich gibt es dazu klare Grundsätze:

  1. Die freizustellende Zeit zum Besuch der Berufsschule beginnt mit dem Schulweg und endet mit der Rückkehr in den Betrieb. Schulpausen oder eine Freistunden gelten als Schulzeit. Gleiches gilt für Schulveranstaltungen, wie Exkursionen, Klassenfahren, usw.. Aber: Ihr müsst den kürzesten Weg zur und von der Schule nutzen. Eigenmächtige Pausen bei MacD sind nicht in der Schulzeit enthalten. Ist die Schule kürzer als auf dem Stundenplan vermerkt, müsst Ihr direkt nach dem aktuellen Schulschluss zurück in den Betrieb. Entsprechend, wenn die Schule später beginnt.
  2. Um zu entscheiden, ob Ihr vor- oder nach der Schule im Betrieb arbeiten müsst, seht Ihr in Euren Ausbildungsvertrag. Dort MUSS die tägliche Ausbildungszeit stehen. Wenn nicht, wendet Euch an die Zuständige Stelle und lasst den Ausbildungsvertrag korrigieren, denn alle anderen Zeitangaben anstelle der täglichen Ausbildungszeit sind rechtswidrig. Besonders übers Ohr gehauen werden Azubis in Rheinland- Pfalz, weil sich die Zuständige Stelle nicht bequemt, ihre rechtswidrigen Ausbildungsverträge zu korrigieren. Nehmen wir einmal an, die tägliche Ausbildungszeit beträgt 8 h, dann zieht Ihr die Schulzeit (Schulhinweg + Schulstunden + Schulrückweg) von den 8 h ab. Bleibt ein Rest, müsst Ihr wieder in den Betrieb. Entsteht ein Minus, dann habt Ihr Überstunden geleistet, die entweder bezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen werden müssen.
  3. Für Jugendliche, die noch nicht 18 Jahre alt sind, gilt das schärfere Jugendarbeitsschutzgesetz.
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Wieviel Urlaub gibt es?

Jeder Mensch hat in Deutschland das gesetzlich garantierte Recht auf bezahlten Urlaub. Unter 24 Werktage geht gar nicht.

n.n. (dem admin bekannt)

11.11.2017

 

Hallo ,

meine Freundin arbeitet seit dem 15.1.2002 in einem Dressurstall. Sie ist 37Jahre alt, wie viel Urlaub steht ihr zu? Steht ihr rein rechtlich noch andere Leistungen zu die Sie in Anspruch nehmen kann?

Vielen Dank

 

Dietbert Arnold

12.11.2017

Hallo liebe n.n.,

ich habe einmal Deinen Namen weggelassen, damit wir uns in Ruhe austauschen können. Jeder Mitarbeiter, übrigens auch Minijobber, hat Anspruch auf Urlaub. Dieser wird bei Jugendlichen vom Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt, bei Erwachsenen durch das Bundesurlaubsgesetz. Zu Jugendlichen schreibe ich jetzt nichts, denn da ist Deine Freundin ja gerade ein wenig drüber. Das Bundesurlaubsgesetz schreibt den Mindesturlaub vor. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen höheren Urlaub vereinbaren, dann ist das natürlich erlaubt. Grundsätzlich darf der Urlaub nicht kürzer als 24 Werktage im Jahr sein. Werktage sind alle Tage außer Sonntage und Feiertage. Eine Staffelung nach Alter darf nur noch in begründeten Ausnahmefällen vorgesehen werden. Übrigens: Wenn im Arbeitsvertrag eine 5-Tage-Woche vereinbart wurde, dann besteht eine Urlaubswoche aus 5 Arbeitstagen, bei einer 6-Tage-Woche aus 6 Arbeitstagen. Die Anzahl der Werktage ist für beide Arbeitsverträge gleich, nämlich 6 Werktage. Somit haben alle Arbeitnehmer einen Jahresurlaub von mindestens 4 Wochen. Das wollte der Gesetzgeber so garantieren.

Infos zum Bundesurlaubsgesetz findest Du hier und  hier

Weitere Infos erhältst Du, indem Du die Suchwörter „Entlohnung“, „Arbeitszeit“ sowie „Mindestlohn“ eingibst. Ich denke Du findest sehr viele Infos, was fair ist und was nicht. Oben unter „Gesetzlichen Grundlagen“ findest Du alle Gesetze im Original.

Eine gute Idee ist übrigens, Mitglied in der Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt zu werden, denn die beraten nicht nur, die kämpfen auch für ihre Mitglieder, notfalls auch vor Gericht. Und das alles ist im Gewerkschaftsbeitrag enthalten.

Wenn weitere Fragen sind, dann melde Dich einfach wieder.

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Faire Löhne 2018: Weniger geht gar nicht!

Für Pferdewirte gibt es, weil sie nicht in die Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt eintreten, keine Tarifverträge. Folglich muss jede/er von Euch Auge in Auge mit dem Chef die Höhe der Bezahlung vereinbaren.

Im Pferdebereich könnt Ihr von einer fairen Entlohnung 2018 ausgehen, wenn die unten angegebenen Monatslöhne erreicht werden. Denkt daran, das sind, wie im Arbeitsvertrag auch, immer Bruttolöhne. Geht einmal als Daumenwert davon aus, dass zwischen Bruttolohn und Nettolohn (Auszahlungsbetrag) etwa 30% liegen. Also: Bruttolohn – 30% = ist der mögliche Nettolohn (Auszahlungsbetrag).

Ganz wichtig, die am Ende der Tabelle angegebenen Bruttolöhne beziehen sich immer auf eine 40-Stunden-Woche. Wer mehr arbeitet, muss auch mehr Lohn bekommen.

Tipp: Wie kommt Ihr von einem Brutto- Monatslohn (40h- Woche) zu einem Brutto- Stundenlohn?

Ihr teilt den Bruttomonatslohn durch 4,35 und erhaltet den Brutto- Wochenlohn. Den Brutto- Wochenlohn teilt Ihr wiederum durch 40 und erhaltet den Brutto- Stundenlohn. Die Formel ist also: Brutto- Monatslohn : 4,35 : 40 = Brutto- Stundenlohn.

Wer von Euch bei einer 40- Stundenwoche weniger Lohn als in der unten dargestellten Tabelle erhält, kann sicher sein, dass er/sie von ihrem Arbeitgeber nicht fair entlohnt wird. Gar nicht erst den Arbeitsvertrag unterschreiben, andere Arbeitgeber suchen dringend Personal im Pferdebereich.

So, Ihr wisst jetzt, wo die Grenze zwischen Ausbeutung und fairer Entlohnung ist. Es liegt an Euch zu gehen! Wenn nicht, Armut wartet. Gegen eine höhere Bezahlung ist nichts einzuwenden und natürlich erlaubt.

Bezahlung nach Kompetenzen (europaweit eingeführt und deshalb vergleichbar)100% beschreibt den sog. Ecklohn, also das Niveau eines frisch ausgelernten Facharbeiters, z.B. Pferdewirt/inmögliche BeispieleBrutto- Monatslohn bei einer 40- Stunden- Woche
Niveau 1
beschreibt Kompetenzen zur Erfüllung einfacher Anforderungen in einem überschaubar und stabil strukturierten Lern- oder Arbeitsbereich. Die Erfüllung der Aufgaben erfolgt unter Anleitung.
Berufsanfänger ohne jegliche fachliche AusbildungGesetzlicher Mindestlohn
Landwirtschaft: 1.583,40 €
andere: 1.538,16 €
Niveau 2
beschreibt Kompetenzen zur fachgerechten Erfüllung grundlegender Anforderungen in einem überschaubar und stabil strukturierten Lern- oder Arbeitsbereich. Die Erfüllung der Aufgaben erfolgt weitgehend unter Anleitung.
80% - 90%Berufsanfänger nach erster Einarbeitung1.700.- bis 1.980.- €
Niveau 3
beschreibt Kompetenzen zur selbständigen Erfüllung fachlicher Anforderungen in einem noch überschaubaren und zum Teil offen strukturierten Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld.
90% - 100%z.B. Pferdepfleger/in1980.- bis 2.200.- €
Niveau 4
beschreibt Kompetenzen zur selbständigen Planung und Bearbeitung fachlicher Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld.
100% - 120%abgeschlossene Berufsausbildung, z.B. Pferdewirt/in, Landwirt/in, usw. 2.200.- bis 2.640.- €
Niveau 5
beschreibt Kompetenzen zur selbständigen Planung und Bearbeitung umfassender fachlicher Aufgabenstellungen in einem komplexen, spezialisierten, sich verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld
120% - 130%Berufsausbildung + Fort-/Weiterbildung
z.B. Hufbeschlagschmied, Besamungstechniker,
2.640.- bis 2.860.- €
Niveau 6
beschreibt Kompetenzen zur Planung, Bearbeitung und Auswertung von umfassenden fachlichen Aufgaben- und Problemstellungen sowie zur eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches oder in einem beruflichen Tätigkeitsfeld. Die Anforderungsstruktur ist durch Komplexität und häufige Veränderungen gekennzeichnet.
130% - 200%Meister (Bachelorebene)
Hier beginnt die Führungsebene
2.680.- bis 4.400.- €
Niveau 7
beschreibt Kompetenzen zur Bearbeitung von neuen komplexen Aufgaben- und Problemstellungen sowie zur eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in einem wissenschaftlichen Fach oder in einem strategieorientierten beruflichen Tätigkeitsfeld. Die Anforderungsstruktur ist durch häufige und unvorhersehbare Veränderungen gekennzeichnet.
200% - 400%Uniabschluss (Master)4.400.- bis 8.800.- €
Niveau 8
beschreibt Kompetenzen zur Gewinnung von Forschungserkenntnissen in einem wissenschaftlichen Fach oder zur Entwicklung innovativer Lösungen und Verfahren in einem beruflichen Tätigkeitsfeld. Die Anforderungsstruktur ist durch neuartige und unklare Problemlagen gekennzeichnet
400% und mehrDr./ Professor/ führende Leitungskraft, höchste Qualifikation, z.B. Landstallmeister/inab 8.800.- €

 

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Wenn sich Rechnen lohnt:

Mit der Arbeitszeit rechnen

tägliche Arbeitszeit (im Wochendurchschnitt)=wöchentliche Arbeitszeit:Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage
z.B.: 6,66 h/Tag=40h/Woche:6
monatliche Arbeitszeit in Stunden=wöchentliche Arbeitszeitx4,35*
z.B.: 174 h monatliche Arbeitszeit40 h/Wochex4,35
Arbeitstage im Monat=Anzahl wöchentliche Arbeitstagex4,35
z.B.: 26,1 Arbeitstage/ Monat=6 Arbeitstage/ Wochex4,35
Brutto- Stundenlohn=Brutto-Lohn im Monat:monatliche Arbeitsstunden
z.B.: 12 EUR Brutto- Stundenlohn=2.088 EUR Brutto- Lohn im Monat:174 Arbeitsstunden/ Monat
Brutto- Monatslohn=Brutto- Stundenlohnxmonatliche Arbeitsstunden
z.B.: 1.820,91 Brutto- Monatslohn=9,10 Brutto- Stundenlohnx200,1 Arbeitstunden/ Monat
* Ein Jahr hat bekanntlich 52 Wochen und 12 Monate. Demzufolge bekommt rechnerisch jeder Monat 4,334 Wochen (52:12=4,3333...). Nun gibt es aber auch Schaltjahre, die diese Rechnung von 4,3333... wieder ungenau machen. Deshalb rechnen Tarifpartner und auch die Lohnsteuerrichtlinie mit 4,35 Wochen in jedem Monat.

Merke: 1 Monat hat 4,35 Wochen und 21,75 (Fünf-Tage-Woche) oder 26,1 Arbeitstage (6-Tage-Woche)
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Euer Recht auf eine Zusatzrente im Alter

Mit bis zu 80€ die Rente aufstocken!

Das bietet Euch die Zusatzversorgung für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft (ZLF / ZLA).

Und das ganz ohne Euren Beitrag, denn in der gemeinsamen Einrichtung der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Arbeitgeberverbände und des Bundes wird von jedem Arbeitgeber 5,20€ je versicherungspflichtigen Mitarbeiter (auch Azubis) erhoben und damit die spätere Zusatzrente finanziert.

Das klappt aber nur, wenn Ihr dafür sorgt, dass Ihr mindestens 15 Jahre, besser länger, sozialversichert in einem landwirtschaftlichen Betrieb beschäftigt seid. Neuerdings (ab 2003) können auch freiwillige Beiträge bezahlt werden, um keine Lücken im Versicherungsverlauf zu haben. Also kümmert Euch. Am besten Ihr schaut einfach mal auf die neue Webseite der Zusatzversorgung für Arbeitnehmer in der Landwirtschaft www.zla.de. Natürlich kann man da auch anrufen und Fragen loswerden oder aber im Web-Portal eigene Meldungen zu Versicherungszeiten eingeben oder aber bereits vorhandene Dokumente einsehen. Und schon habt Ihr eine Kontrolle darüber, ob Ihr vom Arbeitgeber gemeldet seid.

Also:

  1. Sorgt schon jetzt für einen durchgängigen Versicherungsverlauf und sichert Euch alle Belege von Beschäftigungszeiten. Die müsst Ihr natürlich später, wenn es um die Höhe der Zusatzversorgung geht, vorlegen können.
  2. Und nicht vergessen: Diese hier beschriebene Zusatzversorgung gilt nur für alle landwirtschaftliche Betriebe, die in die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft einzahlen. Einzige Ausnahme: Gartenbaubetriebe.
  3. Euer Betrieb muss Euch bei der ZLF/ZLA bei Arbeitsbeginn angemeldet haben, so bestimmt es der für alle landwirtschaftlichen Betriebe (außer Gartenbau) rechtsgültige „Tarifvertrag über die Zusatzversorgung der Arbeitnehmer in Land- und Forstwirtschaft“  Wenn Ihr Zweifel habet, fragt die ZLF/ZLA einfach.
  4. Achtet einmal bei den großen landwirtschaftlichen Messen, wie z.B. Agritechnika auf den Stand der Zusatzversorgung für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft. 

    An diesem Logo erkennt Ihr die ZLA

  5. Bittet Euren Politiklehrer darum, dass Ihr über die ZLA informiert werdet. Die Schule kann sich auch an die ZLA wenden, die Euch dann Infos aus erster Hand liefern.
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Ausbildung- Check-up zum Ende der Probezeit

Spätestens im Dezember oder Januar läuft Eure Probezeit in der Berufsausbildung zum Pferdewirt ab. Innerhalb der Probezeit habt Ihr die Möglichkeit, den Ausbildungsbetrieb jederzeit komplikationslos, ohne Begründung und Angst vor Schadenersatzforderungen seitens des Ausbildungsbetriebes zu wechseln.

Jetzt ist die Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen, ob Ihr die nächsten Jahre Eure Ausbildung in diesem Betrieb fortsetzen wollt, ob Ihr in diesem Betrieb die Chance bekommt, eine erfolgreiche Berufsausbildung zu beenden.

Ich habe für Euch einmal Punkte in einer Tabelle erstellt, die nach meiner Erfahrung in der Berufsausbildung zu großen Konflikten führen können.

Nur ein Beispiel: Wenn Ihr nicht die Berufsschule besuchen dürft, dann findet Ihr das am Anfang vielleicht gar nicht so tragisch. Wenn Ihr dann aber eine sehr schlechte Prüfung ablegt oder, was gar nicht so selten vorkommt, deshalb durch die Prüfung fallt, dann ist das plötzlich eine ganz schlimme Sache. Euer Ausbilder lacht sich ins Fäustchen, dass Ihr so schön für ihn Geld verdient habt und Ihr müsst Euch nach der Berufsausbildung mit einem schlechten Zeugnis bewerben oder zusehen, wie Ihr die Wiederholungsprüfung schafft. Ein ganz mieser Start in das Berufsleben! Wollt Ihr das? Jetzt, zu Beginn der Ausbildung könnt Ihr das sicher zu erwartende Unheil noch abwenden. Entweder Euer Chef lenkt nach einem Gespräch ein, oder aber Ihr dreht Euch um und geht. Freie Ausbildungsplätze gibt es mittlerweile genug.

Probleme aushalten, anstelle sie frühzeitig zu lösen, führt in aller Regel in die Katastrophe. Das zeigt die langjährige Erfahrung mit Auszubildenden und mit Abschlussprüfungen. Gute Ausbildungsbetriebe sehen das genau so wie ich. Von Schwarzen Schafen müsst Ihr Euch trennen. Jetzt, nicht erst vor der Prüfung! Ihr seid jetzt erwachsen, Ihr seid jetzt im Berufsleben angekommen!

Wenn Ihr in der nachfolgenden Liste ein NEIN (also es stimmt nicht, was da steht) notiert habt und das Problem in einem klärenden Gespräch mit Eurem Ausbilder nicht lösen könnt, dann solltet Ihr noch in der Probezeit einen Wechsel des Ausbildungsbetriebes erwägen.

Ausbildungs- Check-up zum Ende der Probezeit

 Das ist mein Ausbildungsalltag:janein
1****Ich besuche seit Ausbildungsbeginn regelmäßig die Berufsschule.
2Ich muss nach der Berufsschule nicht mehr arbeiten.
3Ich arbeite im Regelfall nicht länger als im Ausbildungsvertrag vereinbart.
4Die Zeit in der Berufsschule sowie der Schulweg werden als Arbeitszeit gerechnet.
5Überstunden werden vom Betrieb durch Freizeit ausgeglichen.
6Bei notwendiger Arbeit an Sonn- und Feiertagen bekomme ich Ersatzruhetage.
7Ich bekomme regelmäßig eine komplette Lohnabrechnung, auf der genau zu sehen ist, welchen Bruttolohn ich erhalte und ich den ausgezahlten Nettolohn nachvollziehen kann.
8Ich habe einen gesetzlich vorgeschriebenen, persönlichen Ausbildungsplan für meine Ausbildung erhalten.
9Ich schreibe wöchentlich einen Ausbildungsnachweis* mit Zeitangaben, den der Ausbilder regelmäßig unterschreibt.
10Ich hake diejenigen Ausbildungsinhalte im Ausbildungsplan** ab, die mir vom Ausbilder vermittelt wurden.
11Ich spreche regelmäßig mit meinem Ausbilder über meinen Ausbildungsfortschritt.
12Ich bekomme den im Ausbildungsvertrag vereinbarten Urlaub von mindestens 24 Werktagen.
13Ich habe einen von mir, dem Betrieb und der Zuständigen Stelle unterschriebenen Ausbildungsvertrag ausgehändigt bekommen.
14Ich erhalte den im Ausbildungsvertrag vereinbarten Lohn ***.
15Ich werde regelmäßig ausgebildet und bin nicht hauptberuflich Pferdepflegerin.
16Trotz der anstrengenden Berufsausbildung finde ich Zeit, mich mit der Theorie (Anatomie, Reitlehre, Haltung, Tierverhalten, usw.) zu beschäftigen.
17Bei allen Fragen und Problemen, die ich habe, kann ich meinen Ausbilder immer ansprechen und ich fühle mich ernst genommen.
18Ich freue mich noch immer, diesen Ausbildungsplatz bekommen zu haben.
19Ich werde nicht angeschriehen und beleidigt
20Ich werde nicht sexuell belästigt (anmachen, beleidigen, begrabbeln, sexuelle Anspielungen, usw.)
21Ich bin bei der Zusatzversorgung für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft angemeldet.*****
22Ich bin vom Betrieb sozialversichert. ******
* Unter Downloads könnt Ihr Euch einen gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildungsnachweis ausdrucken und regelmäßig ausfüllen.

** Unter "Downloads" findet Ihr einen Ausbildungsplan der entsprechenden Fachrichtung der Berufsausbildung zum Pferdewirt zum abhaken der bereits ausgebildeten Inhalte.

*** Unter "Bezahlung" findet Ihr die Euch zustehende Entlohnung während der Berufsausbildung.

**** Die Reihenfolge ist nicht nach Wichtigkeit/ Bedeutung vorgenommen worden.

***** Diese Aussage kommt nur für Azubis von landwirtschaftlichen Betrieben infrage. Sonst nicht beachten! Infos: www.zla.de

****** Im Zweifelsfall könnt Ihr Euch bei Eurer Krankenkasse erkundigen, die ist für die Beitragszahlung aller Sozialversicherungen zuständig.
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Ausbildungsstatistik 2016: Die Talfahrt setzt sich fort!

Die neue Ausbildungsstatistik des Statistischen Bundesamtes ist seit eigen Tagen veröffentlicht und muss besonders in der Pferdewirtschaft mit großer Sorge zur Kenntnis genommen werden.

Nach wie vor befindet sich der Beruf Pferdewirt im freien Fall.

Jetzt rächt sich die vielfach zu beobachtende, gewissenlose Berufsausbildung in diesem Beruf, bei der die Arbeitsleistung der Azubis im Fokus der Ausbildungsbetriebe steht und Ausbildung zur Nebensache gerät.

Maßlose Ausbilder machen den Beruf kaputt. Die Reaktion des Berufsstandes ist, vorsichtig ausgedrückt, verhalten, nur Schönreden ändert nichts! Wer Kritik übt, ist ein Nestbeschmutzer.

Nicht zu leugnen: 50% der Azubis schmeißt die Ausbildung vorzeitig hin. Die Begründung der Azubis, die ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig lösen, ist nahezu immer gleich:

  • Mangelnde Wertschätzung,
  • mangelnde Ausbildung,
  • maßlose Arbeitszeiten.

Damit ist der Beruf Pferdewirt einer der traurigen Spitzenreiter bei den vorzeitigen Vertragslösungen in Deutschland. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 25%.

Auch Pferdewirtazubis haben ein Recht auf Ausbildung und sind keine billigen Arbeitskräfte. Die Wirklichkeit sieht aber oft anders aus.

Interessant ist der Vergleich der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge und die vorzeitige Vertragsauflösung im Jahr 2016 in Deutschland:

  neue Verträge 2016vorz. gelöst. Verträge 2016
Haltung & Servicem3918 (46%)
w333153 (46%)
Zuchtm66 (100%)
w5736 (63%)
Klassische Reitausbildungm3315 (46%)
w18999 (52%)
Rennreitenm66 (100%)
w93 (33%)
Spezialreitweisenm33 (100%)
w3012 (40%)

Ein Beruf, der locker auf die Hälfte seiner Azubis verzichten kann, investiert zu wenig in seinen Nachwuchs und schafft sich mittel- und langfristig ab. Einzelne Fachrichtungen sind schon kräftig dabei.

Die Berechtigung Auszubildende einzustellen setzt voraus, sich an Recht und Gesetz zu halten, in Ausbildung zu investieren und den Wunsch nach einer billigen Arbeitskraft hinten anzustellen.

Übrigens:

  • Die guten Azubis brechen ab und gehen. Die, die gehen, haben in der großen Mehrzahl einen mittleren oder höheren Schulabschluss und entscheiden sich oft statt der enttäuschenden Berufsausbildung für ein Studium.
  • Obwohl viele Betriebe Jungen händeringend suchen, können sie nicht verhindern, dass z.T. ganze Jahrgänge ihre Ausbildung unter diesen Bedingungen hinschmeissen.
  • Den gesamten Bericht findet Ihr hier zum kostenfreien Download
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Ausbildungsstatistik: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2016

Auch die Landgestüte bilden Pferdewirte in den Fachrichtungen Klassische Reitausbildung, Zucht und Pferdehaltung & Service aus.

Die ersten Daten der Ausbildungsstatistik 2016 sind vorhanden. Bei der Auswertung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zwischen 2015 und 2016 lässt sich folgender Trend ablesen:

  • Immer weniger Auszubildende im Beruf Pferdewirt.
  • Die Fachrichtung Klassische Reitausbildung geht deutlich zurück.
  • Die Fachrichtung Pferderennen halbiert sich innerhalb eines Jahres. Es muss damit gerechnet werden, dass sich dieser Beruf sich langsam aber sicher aus der Berufsausbildung verabschiedet. Jahrelange Fehlentwicklungen im Rennsport und mangelnde Wertschätzung der Auszubildenden über viele Jahre und wenig Engagement der Zuständigen Stellen, die Missstände in der Berufsausbildung abzustellen, führen dazu, dass der Bereich Pferderennen von Auszubildenden konsequent gemieden wird. Eine Mahnung an alle anderen Fachrichtungen, diesen Weg nicht zu beschreiten. Aus Fehlern könnte man/frau lernen.
  • Die Fachrichtung Pferdehaltung & Service legt zu, die Klassische Reitausbildung nimmt ab. Ein Ausweichen der Ausbildungsbetriebe zur Fachrichtung Pferdehaltung & Service, weil diese Fachrichtung vermeintlich leichter (günstiger für den Betrieb) ausgebildet werden kann und der Ertrag für den Betrieb durch die Arbeit eines Azubis in dieser Fachrichtung größer ist? Also: Wenn Ihr als Azubis die Fachrichtung Klassische Reitausbildung lernen möchtet, dann lasst Euch nicht von einem Betrieb schnell in die Fachrichtung Pferdehaltung & Service drängen. Holt Euch auf jeden Fall mehrere Beurteilungen von verschiedenen Betrieben, um zu entscheiden, ob Ihr Pferdehaltung & Service anstelle von der Klassischen Reitausbildung lernen solltet.
  • Diese Statistik berücksichtigt noch nicht die Anzahl der Berufsabbrecher in der jeweiligen Fachrichtung.
FachrichtungmännlichweiblichmännlichweiblichEntwicklung  
20152016
alle Pferdewirte12970296684m: -26%; w: -3%; ges.: -6%
Klassische Reitausbildung4824636210m: -25%; w: -15%; ges.: -16%
Pferdehaltung & Service3934542372m: +8%; w: +8%; ges.: +8%
Pferdezucht1863963m: -50%; w: +-0; ges.: -11%
Pferderennen921312m: -67%; w: -43%; ges.: -50%
Spezialreitweisen627627m: +-0; w: +-0; ges.: +-0

 

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Fachrichtung wechseln?

In den ersten zwei Jahren könnt Ihr die Fachrichtung noch wechseln. Entweder in der Probezeit oder danach nur nach Absprache mit Eurem Ausbilder.

n.n., 07.05.2017 (dem Admin bekannt)

Ich befinde mich jetzt seit 3 Monaten in der Ausbildung zum Pferdewirt FR Pferderennen EG Trabrennfahren. In ca. eineinhalb Monaten steht meine Zwischenprüfung bevor.

Mir macht das Fahren sehr viel Spaß, auch mit den Geschwindigkeiten habe ich kein Problem, nur habe ich mittlerweile das Gefühl, ich hätte kein „Handchen“ als Fahrerin. Zudem bezweifle ich momentan stark, ob ich Freude und genug Ehrgeiz für die Rennen hätte, da sich die Situation auf der Rennbahn doch sehr von der im Training unterscheidet.

Trotzdem fühle ich mich in meinem jetzigen Ausbildungsbetrieb wirklich wohl, ich komme mit den anderen Mitarbeitern, meinem Chef und den Pferden sehr gut klar und möchte das Umfeld dort nicht mehr missen! Allerdings möchte ich mich natürlich auch weiterentwickeln, auch reiterlich, was momentan nicht möglich ist.

Ich habe überlegt, die Fachrichtung zu wechseln, möglichst zur Zucht. Ich habe auch schon zwei mögliche Betriebe gefunden, die ich kontaktieren möchte, damit sie meine weitere Ausbildung übernehmen. Ist das überhaupt möglich oder muss ich erst „in den sauren Apfel beißen“ und meine jetzige Fachrichtung zu Ende lernen um dann zu wechseln? Könnte es Probleme geben, weil ich im zweiten Lehrjahr angefangen habe?

Haben Sie zudem eine Idee, wie ich ein Gespräch mit meinem jetzigen Chef anstoßen könnte, der wird ja wohl nicht allzu begeistert sein.

Dietbert Arnold, 08.05.2017

Grundsätzlich ist ein Wechsel der Fachrichtung oder des Einsatzgebietes im Beruf Pferdewirt/in möglich. Nach der Verordnung zum Beruf Pferdewirt/sind die ersten zwei Jahre der Ausbildung identisch, nur das dritte Ausbildungsjahr ist dann fachrichtungsbezogen. Das bedeutet, dass Du die ersten zwei Jahre in der Ausbildung immer für alle Fachrichtungen anerkannt bekommst. Du musst also nicht die Ausbildung neu beginnen. Selbst wenn Du die Abschlussprüfung in der einen Fachrichtung bestanden hast, benötigst Du nur noch ein Jahr weitere Ausbildung, also das dritte Ausbildungsjahr in einer anderen Fachrichtung, um dann die Abschlussprüfung in der weiteren Fachrichtung machen zu können.

Jetzt kommt aber die nächste Überlegung: Aus einem Ausbildungsvertrag kann man/frau nicht so einfach aussteigen. Dazu benötigst Du wichtige Gründe (Ausbildungsmängel, Verfehlungen des Ausbilders, Verbot die Berufsschule zu besuchen, usw.) oder aber der Hinweis, dass Du die Berufsausbildung ganz aufgeben möchtest. Das ist bei Dir augenscheinlich nicht der Fall. Weil eine Berufsausbildung so ein fester Vertrag ist, hat der Gesetzgeber bestimmt, dass es immer eine Probezeit geben muss, mindestens 1 Monat und maximal 4 Monate. In dieser Zeit können beide Seiten die Ausbildung ohne Begründung sofort beenden. Auf gut Deutsch: Chef ich bin dann mal weg, drehst Dich um und gehst. Danach geht das eben nicht mehr. Natürlich kann eine Berufsausbildung auch im gegenseitigen Einverständnis gelöst werden. Das muss aber schriftlich passieren. Die Zuständige Stelle hat dafür Vordrucke.

In Deinem Ausbildungsvertrag steht genau drin, wie lang Deine Probezeit ist, in der Du jederzeit in der Probezeit ohne jeglichen Grund kündigen kannst. Die beste Lösung ist immer, wenn Ausbilder und Auszubildende sich aussprechen und der Wechsel nicht im Streit geschieht. Ich rate Dir, ein Gespräch mit Deinem Ausbilder zu suchen und ohne Vorwürfe an ihn Deine Situation schildern und darum zu bitten, für Deine Entscheidung Verständnis aufzubringen. Du bringst Verständnis für seine Situation auf, denn der Ausbilder hat ja mit Dir als Arbeitskraft gerechnet. So ein Gespräch solltest Du nicht auf der Stallgasse suchen, sondern machst mit Deinem Ausbilder einen Termin aus, bei dem ihr euch bei einer Tasse Kaffee mal ganz in Ruhe unterhalten könnt. Ohne Handy und anderen Störungen.

Ganz zum Schluss muss ich Dir sagen, dass es durchaus eine gute Idee sein kann, von den Trabern zu einer anderen Fachrichtung zu wechseln, denn im Trabrennsport ist die Situation nicht wirklich zukunftsfähig. Das könnte eine Sackgasse sein für Auszubildende. Leider streiten sich die „Traber“ gerne mal untereinander und vergessen dabei, dass sie ihrem Beruf dabei nicht gerade weiterbringen.

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Du hast ein Recht auf ein Arbeitszeugnis!

n.n.(dem Admin bekannt), 07.04.2017

Hallo,
Ich habe meinen Ausbilder gebeten mir ein Zeugnis auszustellen aber ich soll dieses selbst schreiben. Gibt es Vorlagen oder ähnliches ?

Dietbert Arnold, 08.04.2017

Hallo liebe n.n.

da macht es sich aber Dein Chef zu einfach! DER hat gemäß Berufsbildungsgesetz § 16 die Pflicht, Dir ein schriftliches Zeugnis auszustellen. Nicht DU, sondern DER muss das Zeugnis schreiben. Ich rate Dir dringend, nicht einen Zeugnistext zu schreiben, denn Du kannst überhaupt nicht abschätzen, welche Folgen welche Zeugnisformulierungen für Deinen weiteren Lebensweg haben werden. Dieses Zeugnis wird Dich lebenslang begleiten.

Du hast einen einklagbaren Anspruch auf ein Zeugnis Deines Ausbildenden und der hat am Ende der Berufsausbildung das Zeugnis auszustellen. Der Ausbildende kann aber verlangen, dass Du das Zeugnis bei ihm abholst. Bekommst DU kein Arbeitszeugnis von Deinem Chef, kannst Du ihn u.U. schadenersatzpflichtig machen!

DU musst übrigens Deinem Chef sagen, ob Du ein „einfaches“ oder ein „qualifiziertes“ Zeugnis haben möchtest. DU hast das Wahlrecht!

Das „einfache“ Zeugnis muss gemäß Berufsbildungsgesetz folgende Mindestinhalte haben: Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung, erworbene Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Das Zeugnis muss schriftlich auf Papier und nicht in elektronischer Form erstellt werden. Zeugnisse müssen immer wahrheitsgemäß, vollständig und wohlwollend formuliert sein.

Das „qualifizierte Zeugnis“ enthält Angaben über Dein Verhalten ( Pünktlichkeit, Kundenumgang, Umgang mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Mitazubis, Umgang mit den Pferden, usw.) und Deine Leistungen in der Berufsausbildung (Auffassungsgabe, Lernwille, Leistungsbereitschaft, Selbständigkeit, Qualität der Arbeit, Zusatzqualifikationen, Turnierteilnahmen, Berufswettbewerbe, Arbeitstempo, Eigeninitiative, Entscheidungsfähigkeit, Urteilsvermögen, usw.). Das qualifizierte Zeugnis darf nur auf Deinen Wunsch erstellt werden. Auf keinen Fall dürfen bestimmte Formulierungen benutzt werden, die als sog. Geheimcodes dienen. Da werden positive Beurteilungen dazu genutzt, Dich zu kritisieren. Oft erkennen nur Profis die Geheimcodes, deshalb ist die Begutachtung des Zeugnisses von Fachleuten nicht falsch.

Am Ende des Zeugnisses wird eine Schlussformel erwartet.

Im Übrigen darf ein Ausbilder keine Auskünfte z.B. an neue Arbeitgeber ohne Deine Zustimmung geben. Zur Information an neue, zukünftige Arbeitgeber dient das Arbeitszeugnis.

Das Arbeitszeugnis muss auf dem betrieblich benutzten Geschäftsbogen erstellt und natürlich mit Ort und Datum unterschrieben werden. Das Zeugnis muss die Überschrift „Zeugnis“ oder „Arbeitszeugnis“ tragen und in einer akzeptablen Form erstellt werden (fehlerfrei, fleckenlos, umgeknickt, keine Radierungen oder Verbesserungen) und klar gegliedert und verständlich formuliert sein.

DU siehst jetzt, das ist keine Aufgabe eines Azubis. Lasse bitte, das ist mein dringender Rat, die Finger von der Zeugnisformulierung. Die rechtlichen Bestimmungen und Kommentare sind noch seitenlang und füllen Bücher!

Auch siehst Du jetzt, dass es einfach gut ist, wenn Du jemanden hast, der Dir im Berufsleben sagen kann, wo oben und unten  und was richtig und falsch ist. Deshalb bin ich Mitglied der Pferdewirtgewerkschaft IG Bauen, Agrar, Umwelt. Die beraten mich und denen lege ich bei solchen Fragen mein Arbeitszeugnis zur Kontrolle vor und notfalls geben die mir auch Rechtsschutz. Deshalb verlange von Deinem Ausbildenden ein Zeugnis, „einfach“ oder „qualifiziert“ und lege das dann als Gewerkschaftsmitglied den Rechtsschutzsekretären zur Prüfung vor. Das ist natürlich kostenloser Service für IG BAU- Mitglieder. Alternativ, wenn Du nicht Mitglied der Gewerkschaft werden möchtest,  lege das Zeugnis einem Fachanwalt für Arbeitsrecht zur Prüfung vor. Dann aber kommt eine Rechnung auf Dich zu.

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Aus- und Fortbildung lohnt sich!

Immer eine gute Idee ist es, über eine Aus- oder Fortbildung nachzudenken. Generell gilt, dass Ihr mit jedem weiteren Schritt Euer Einkommen um mindestens 25% steigert und gleichzeitig die Gefahr der Arbeitslosigkeit deutlich senkt.

Mit jeder neuen Fortbildung steigert sich Euer Einkommen durchschnittlich um 25%. Da sind die Fortbildungskosten schon eingerechnet. Aus- und Fortbildung ist also eine gute Investition in Euer Berufsleben. Und denkt dran: Lebenslanges Lernen, auch Fortbildungen mit höherem Alter und Berufserfahrung lohnen sich immer.

Die Eintrittskarte in eine Fortbildung ist zunächst immer die Berufsausbildung. Ist die z.B. mit der Pferdewirtin abgeschlossen, habt Ihr die Wahl für zahlreiche Fortbildungen. Das kann der Meister sein, ein Fachhochschulstudium (Bachelor) oder ein Universitätsstudium (Master). In Betracht kommen aber auch Zwischenschritte, wie z.B. der Hufbeschlagschmied oder Besamungstechniker, das ist sozusagen der halbe Weg zum Meister.

Eines aber solltet Ihr immer bedenken: Nicht jeder, der Fort- und Weiterbildung anbietet, überreicht Euch hinterher ein staatlich anerkanntes Zeugnis, dass Euch eine Stufe weiter bringt. Auf der sicheren Seite seid Ihr immer, wenn Ihr Euch bestätigen lasst, dass Ihr am Ende der Fort- oder Weiterbildung ein staatlich anerkanntes Abschlusszeugnis erhaltet, welches auch die Einordnung Eures Abschlusses in den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) im Zeugnis bescheinigt.

Private Akademien und hochtrabende Abschlusszeugnisse bringen Euch nicht weiter in Eurer Berufskarriere, es sei denn Ihr legt Wert darauf, ein sündhaft teures Mickey- Mouse- Examen Euch an die Wand zu hängen.

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Endlich realistische Lohnempfehlungen

Lange hat es gedauert, nun aber sind erstmals seriöse Gehaltsempfehlungen der Bundesvereinigung der Berufsreiter für Pferdewirte/innen und Pferdewirtschaftsmeister/innen herausgegeben worden.

 

Jetzt ist es soweit, die Bundesvereinigung der Berufsreiter gibt seriöse Empfehlungen für Pferdewirte und Pferdewirtschaftsmeister heraus und nennt damit Gehälter, die als fair zu bezeichnen sind.

Besonders gut ist, dass auch die dazu passenden Stundenlöhne genannt werden, damit alle Mitarbeiter auch erkennen können, wie hoch die Überstundenbezahlung auszusehen hat.

Betriebe, die sich nicht an die Empfehlungen der Bundesvereinigung der Berufsreiter halten und deutlich weniger bezahlen, gehören mit Sicherheit zu den Arbeitgebern, die nicht fair entlohnen. Um diese Betriebe müsst Ihr einfach einen ganz großen Bogen machen.

Wer von Euch einen neuen Betrieb sucht und sich dort bewerben will, der findet in den Gehaltsempfehlungen einen guten Hinweis, welche Gehälter von Euch selbstbewusst gefordert werden können, ohne unverschämte Forderungen zu stellen. Einfach nur Euer gutes Recht!

Und wer derzeit beschäftigt ist und beim Lesen feststellt, dass er/sie viel weniger Lohn bekommt, der/die sollte dringend sich um eine neue Stelle bemühen, falls ein mutiges Gespräch mit dem Chef nichts bringt. Lasst sie alleine misten, diese Geizhälse!

Die Gehaltsempfehlungen der Bundesvereinigung sind privat herausgegeben und und sind leider keine offiziellen Tarifverträge. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass die in den Empfehlungen niedergeschriebenen Gehälter als üblich anzusehen sind. Mehr geht immer, weniger geht gar nicht.

Die Gehaltsempfehlungen könnt Ihr hier herunterladen

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Pferdewissenschaften in der Schweiz studieren

Lust auf Landwirtschaft? Lust auf Pferde? Lust auf die Schweiz?

Dann kann das eine Möglichkeit für Euch sein, denn die Berner Fachhochschule für Agrar- Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) kann auch von Studenten aus Deutschland besucht werden.

Besonders interessant ist das Bachelorstudium Agronomie mit der VertiefungPferdewissenschaften. Studierende erwerben zunächst die Basics der Agrarwissenschaften und beschäftigen sich  mit Pflanzen- und Nutztierwissenschaften, Betriebswirtschaft, Marketing, den relevanten Naturwissenschaften und auch der Technik. Ab dem dritten Semester beginnt dann die hippologisches Spezialisierung. Mehr und mehr beschäftigt sich das Studium mit Anatomie und Pathologie des Pferdes, Pferdefütterung, Gründlandmanagement, Ethologie, Pferdehaltung, Pferdeausbildung, Pferdezucht und Genetik, Sport- und Trainingslehre, Reitanlagenbau, Exterieurbeurteilung, Pferdehandel, Krisenmanagement und natürlich auch Wirtschaft und Recht rund um das Pferd.

Ganz genau könnt Ihr alles hier nachlesen oder: www.hafl.bfh.ch

Nach dem erfolgreichen Studienabschluss habt Ihr den Titel „Bachelor of Science in Agronomie mit Vertiefung Pferdewissenschaften“

Wer kann sich bewerben?

  • alle Pferdewirte mit der Fachhochschulreife oder allgemeinen Hochschulreife
  • alle Meister mit Fachhochschulreife oder allgemeiner Hochschulreife. Da die Schweiz nicht zur EU gehört, wird die Meisterprüfung derzeit leider nicht als Hochschulreife anerkannt.
  • Meister ohne Fachhochschulberechtigung können aber eine Sonderzulassung beantragen und wenden sich an den Leiter der Lehre, Prof. Dr. Roland Stähli, der jeden Antrag gerne prüfen möchte: T +41 31 910 21 25 oder roland.staehli@bfh.ch

 

Individuelle Auskünfte und Beratung zur Zulassung und zum Studium gibt Euch: Prof. Dr. Conny Herholz, Leiterin Vertiefung Pferdewissenschaften, T +41 31 910 21 11 oder office.hafl@bfh.ch

Alle Fotos dieser Seite: ©HAFL / C. Herholz

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