Bildungsprämie sichern!!!

(Eine Info der IG Bauen Agrar Umwelt):

Wer sich im Beruf weiterbildet, hält sich auf dem neuesten Stand, ist zufriedener im Job – und verbessert in einer sich stetig wandelnden Arbeitswelt seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Doch nicht immer passen die individuellen Weiterbildungswünsche von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit denen des Arbeitgebers zusammen. Auch gibt es für viele Erwerbstätige nicht die Möglichkeit, an betrieblicher Weiterbildung teilzunehmen.

Hier setzt die Bildungsprämie an. Sie unterstützt Erwerbstätige mit niedrigem Einkommen mit bis zu 500 Euro – unabhängig vom Arbeitgeber. Die Bildungsprämie lässt sich für ganz persönliche Weiterbildungsziele nutzen und ist einfach zu beantragen.

Wer kann die Bildungsprämie bekommen?

Der Prämiengutschein der Bildungsprämie richtet sich an Menschen, die mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sind oder sich in Eltern- oder Pflegezeit befinden und über ein zu versteuerndes Einkommen (zvE) von maximal 20 000 Euro (als gemeinsam Veranlagte 40 000 Euro) verfügen. Das zu versteuernde Einkommen steht im Steuerbescheid. Der Betrag kann deutlich niedriger sein als das jährliche Bruttoeinkommen.

Ob die Voraussetzungen für einen Prämiengutschein erfüllt sind, lässt sich prüfen. Pro Kalenderjahr können Erwerbstätige einen Prämiengutschein erhalten. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Den Prämiengutschein erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer von rund 500 Beratungsstellen in Deutschland.

Weitere Informationen auch unter der kostenfreien Telefon-Hotline 0800 2623000.

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Warum bekomme ich so wenig Ausbildungsvergütung?

n.n. (dem Admin bekannt)

28.06.2018

Hallo,
Ich hätte da mal eine Frage, undzwar fange ich am 1.08 meine Ausbildung zum Pferdewirt in Sachsen-Anhalt an. In meinem Vertrag steht im 1. Ausbildungjahr 540 €, im 2. Ausbildungjahr 585 €, und im 3. Ausbildungjahr 630 €.
Das sind ganz andere Beträge als sie hier stehen.

Kann ich mit das ändern lassen ?

Meine Freundin hat es auch so, in ihrem Vertrag steht im 2. Ausbildungjahr 640 €, und im 3. Ausbildungjahr 680 €. Sie macht ihre Ausbildung in Hessen und da sind die auch ganz anders.

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Deine Daten gehören Dir!

Ab 25. Mai 2018 werden die persönlichen Daten aller EU- Bürger noch besser geschützt. Persönliche Daten sind z.B. Euer Namen, die Anschrift, Ausweisnummer, Kontoverbindung, die IP- Adresse des Rechners und natürlich auch die Prüfungsunterlagen Eurer Berufsausbildung zum Pferdewirt/in und zum Pferdewirtschaftsmeister/in.

Klar muss die Zuständige Stelle Unterlagen über die komplette Berufsausbildung in einer personenbezogenen Akte sammeln. Aber wer darf da reingucken? Wie lange werden die Daten aufbewahrt und wer darf wissen, ob Ihr den Ausbildungsbetrieb nach einem Streit um die Arbeitszeit und die Ausbildungsqualität wechseln musstet? Muss jeder wissen, dass Ihr die Abschlussprüfung erst  nach der Nachprüfung bestanden habt oder Ihr die Prüfung angefochten habt?

Wo bleiben die vielen Daten der Berufsausbildung eigentlich? Zu welchem Zweck werden sie gesammelt? Kann man ein Leben lang Euch damit erpressen? Werdet Ihr einen bestimmten Ruf einfach nicht wieder los?

Ganz besonders interessant ist der Datenschutz für alle Prüflinge in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung. Habt Ihr gewusst, dass das komplette Abschlusszeugnis nicht nur bei der Zuständigen Stelle lagert, sondern auch komplett der Deutschen Reiterliche Vereinigung zur Verfügung gestellt wird? Was hat ein privater Verein mit Euren ganz persönlichen Daten aus einer staatlichen Prüfung zu tun? Was machen die damit? Warum machen die das? Gibt es einen vernünftigen Grund diese hoch sensiblen Prüfungsdaten an Dritte weiterzugeben? Erteilt die FN sogar Auskunft über Eure Prüfungsdaten?

Und genau deshalb gibt es die Datenschutz- Grundverordnung, die europaweit Eure ganz persönlichen Daten schützt. Ihr habt die Hoheit über Eure Daten.

  • Die Zuständigen Stellen müssen Euch schriftlich und verständlich genau erklären, welche personenbezogenen Daten sie über Euch speichern und warum sie dieses tun. Die Zuständige Stelle muss Euch weiter sagen, wie lange sie die Daten speichert, wie sie sie schützt und an wen sie sie weitergibt. Auf Wusch müssen die Behörden und Institutionen Euch die von Euch gesammelten Daten ausgedruckt zur Verfügung stellen.
  • Das Sammeln und weitergeben Eurer persönlichen Daten darf nur mit Eurer Einwilligung geschehen.
  • Ihr könnt verlangen, dass Eure persönlichen Daten, die ohne einen wichtigen Grund gespeichert werden, zu löschen sind. Es ist sicher einzusehen, dass Prüfungsunterlagen bei der Zuständigen Stelle eine bestimmte Zeit aufbewahrt werden, dass aber die Zuständigen Stellen Eure persönlichen Prüfungsdaten an die Deutsche Reiterliche Vereinigung weiterreicht, ist fragwürdig und birgt ein hohes Risiko für Euch. Bei der FN muss keiner wissen, dass Ihr einmal durchgefallen seid, eine Nachprüfung notwendig war, den Ausbildungsnachweis lückenhaft geführt, im Springreiten eine 5 oder in welchem Betrieb Ihr gelernt oder nach berechtigtem Streit gekündigt hattet.
  • Hat die Zuständige Stelle Euch gefragt, ob sie die Prüfungszeugnisse an die FN weitergeben darf und welches wichtige Ziel diese Datenweitergabe hat?
  • Hat Euch die FN gefragt, ob sie Eure ganz persönlichen Daten speichern darf? Hat Euch die FN informiert, warum sie Eure Daten speichert?
  • Hat Euch die FN darüber informiert, dass Ihr die Löschung der kompletten Prüfungsdaten verlangen könnt?

Ihr wisst jetzt, dass Eure sensiblen Daten der Prüfung in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung an Dritte, also der FN, weitergegeben werden. (Ob das in Bayern so ist, kann ich nicht sagen). Gegen unberechtigte Datenspeicherung könnt Ihr Euch jetzt mit den EU- weiten Bestimmungen des Datenschutzes wehren. Und plötzlich ist die so schlecht gemachte Datenschutz- Grundverordnung ganz verbraucherfreundlich und ein großer Gewinn für Euch.

Und wenn die Zuständigen Stellen und die FN nicht innerhalb von 4 Wochen beantworten, welche Daten gesammelt, wie sie geschützt werden, welches Ziel sie haben, wie lange die Daten gespeichert bleiben und an wen sie mit welcher Begründung weitergegeben werden, dann wendet Euch an die in Eurem Bundesland befindliche Datenschutzbehörde/ Datenschutzbeauftragten. Die müssen und werden Euch helfen.

Dieser Text ist keine Rechtsauskunft, es ist lediglich meine persönlich Meinung.

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Hilfreiche Umrechnungstabelle zur Weidedüngung

Wenn eine Düngeplanung erstellt werden muss, ist eine Umrechnungstabelle der Pflanzennährstoffe immer hilfreich.

Sobald das Ergebnis einer Bodenprobe vorliegt, geht es für Pferdewirte an die praktische Umsetzung, die Düngeplanung. Deshalb gehört die Weidedüngung auch zum Prüfungswissen. Hierbei hilft in vielen Fällen eine Umrechnungstabelle der einzelnen Pflanzennährstoffe von der Elementform zur Oxidform und umgekehrt, denn ob der Stickstoff in Form von Nitrat oder Ammonium vorliegt, bedeutet nicht, dass deren Gewichte (Massen) vergleichbar sind.

Selbst bei der Fütterung kann die Umrechnungstabelle helfen, denn 100 g Salz (NaCl) sind nicht auch 100 g Natrium (Na).

Hier jedenfalls könnt Ihr Euch die hilfreiche Umrechnungstabelle herunterladen.

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Update für das Giftpflanzenbuch

Im neuen Look und grundlegend aktualisiert: Das alte Buch Giftpflanzen für Pferde wird zu Pferdewirtprüfung (Bd. 10) -Giftpflanzen- .

Ganze 9 Jahre hat es schon auf dem Buckel gehabt, das Buch Giftpflanzen für Pferde. Dringend nötig das große Update zur 2. Auflage 2018. Nicht nur das Äußere (Titel, Format, Farbe, Grafik) hat sich verändert und ist damit zum Band 10 der Reihe Pferdewirtprüfung geworden, sondern, und das ist viel wichtiger, der Inhalt wurde an die neuen Erkenntnisse der Toxikologie angepasst und neuere Entwicklungen für Pferdehalter in Specials zusätzlich in der brandneuen 2. Auflage aufgenommen:

  • Bei den Kreuzkräutern steht nicht so sehr die Giftigkeit der Kreuzkräuter im Vordergrund, das ist allgemein bekannt, im Fokus steht, wie Pferdehalter eine erfolgversprechende Kreuzkrautprophylaxe installieren können, um ihre Pferde zu schützen.
  • Völlig unterschätzt wird mehrheitlich in der Pferdehaltung die nicht unerhebliche Gefahr der Nitrat- Vergiftung. Ursächlich verantwortlich bei der oft schleichenden, meist übersehenen Nitratvergiftung ist die Überdüngung der Böden und Gewässer hauptsächlich durch die Massentierhaltung. Da, wo Gülle und Rückstände aus der Biogasproduktion nicht zur Düngung, sondern zur Entsorgung auf die ohnehin schon üppig versorgen Böden ausgebracht wird, reichern nicht nur das Bodenwasser, sondern auch viele Pflanzen große Nitratmengen an, die bereits in geringer Konzentration zu Vergiftungen führen, die mit Darmentzündungen und Leistungsminderungen beginnen. Es gibt Toxikologie die berichten, dass die Vergiftungen mit Nitrat ein größeres Ausmaß haben, als „klassische“ Vergiftungen durch Pflanzen.
  • In neuerer Zeit wird die „Zucht“ von bekämpfungsresistenten Giftpflanzen zu einem großen Problem. Durch nicht fachgerechten Einsatz von Herbiziden werden in der intensiven Landwirtschaft regelrecht resistente Biotypen gezüchtet, die sich dann ungehindert auf vielen landwirtschaftlichen Flächen ausbreiten können und nicht nur im Futter wieder auftauchen, sondern auch in Saatreife gelangen. Große Probleme gibt es bereits bei Kreuzkräutern und dem Schwarzen Nachtschatten.
  • Erinnert wird einmal mehr über die besondere Vorsicht von Pferdehaltern mit ihren Gartennachbarn. Immer öfter wird der Gartenschnitt über den Koppelzaun entsorgt. Das geht nicht selten tödlich aus.
  • Und natürlich gibt es klare Ratschläge, wie Pferdehalter ihr Pferd und später auch dem Tierarzt helfen können, wenn der Fall doch eintreten sollte, den sich keiner wünscht.
  • In der 2. Auflage wurden auch die Hunde der Pferdehalter nicht vergessen. Alle Pflanzen, die auch für Hunde problematisch werden können, sind, soweit bekannt, markiert.
  • In einem Teil werden diejenigen Pflanzen beschrieben, die Pferdehalter nach dem heutigen Wissensstand sorglos um ihre Weiden Pflanzen können. Hier eignen sich sehr gut sogenannte Knicks, also Hecken. Eine eindeutige WIN-WIN-Situation für Pferdehalter, Pferde und Natur.

Die Beschäftigung mit diesem Praxisbuch für alle Pferdehalter ist geeignet, Pferdeleben zu retten, denn, da sind sich alle Toxikologie einig, 90% aller Vergiftungen hätten sich vermeiden lassen.

Die bibliografischen Angaben:

Dietbert Arnold: Pferdewirtprüfung (Bd.10) -Giftpflanzen-, (BOD) Norderstedt 2018, ISBN 978-3746006864

Erhältlich beim Verlag BOD, im Internethandel wie amazon, buecher.de, Hugendubel.de  sowie in jedem Buchladen zu bestellen.

Tipp: Bei der Bestellung erst auf das Erscheinungsjahr 2018 schauen und danach den günstigsten Preis (inclusive Porto und Verpackung) aussuchen. Nicht, dass Ihr noch ein altes Buch untergejubelt bekommt. Die Verwendung der alten Auflage kann aus fachlicher Sicht nicht mehr empfohlen werden!

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Über den Tellerrand schauen!

Für jeden Menschen, aber gerade auch für Pferdewirte ist es besonders wichtig, sich durch Gradlinigkeit, Zivilcourage, Meinung, Einstellung und Haltung auszuzeichnen. Nur dann könnt Ihr aufrecht und zufrieden durch das Berufsleben und Euer Leben gehen.

Aber auch diese sozialen Verhaltensweisen müssen erlernt werden. Genau wie beim Reiten benötigt Ihr auch ohne Pferd Haltung.

Hilfreich können bei diesem Prozess die Berichte von Zeitzeugen sein, denn die sind, im Gegensatz zu den Kasinogesprächen, authentisch, eben keine Legenden, keine Fakenews.

Deshalb gibt es jetzt für Euch das Taschenbuch Pferdewirtprüfung (Bd. 9) -Zeitzeuge: Der Lipizzanerretter-. In diesem Buch berichtet der Zeitzeuge, der Tierarzt Dr. Lessing, Pferdewirtauszubildenden in ihrer Berufsschule aus seinem Leben und seine Erfahrungen damit. Entstanden sind Lebenserinnerungen, die nicht nur spannend, sondern obendrein kritisch, gut verständlich und durchaus humorvoll sind.

Als Zeitzeuge berichtet Dr. Lessing, wie er die komplette Lipizzanerzucht der Österreicher rettete, aber auch im eiskalten Wasser der Ostsee vor Göteborg schwamm, die Umzüchtung zum modernen Reitpferd gelang, er mit seinem Pferd auf der Autobahn ritt und wann er gemerkt hat, das die Nationalsozialisten Verbrecher waren.

Ein spannendes, gut lesbares Buch, dass auch nachdenklich macht.

Lasst es Euch nicht ausreden: Reiten alleine reicht nicht. Auch wenn Ihr nicht auf dem Pferd sitzt benötigt Ihr Haltung!

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2/3 sind einfach nur noch unzufrieden!

Große Unzufriedenheit herrscht bei den Pferdewirtauszubildenden. Am Ende ihrer Ausbildung sind sogar mehr als 2/3 der Azubis mit ihrer Berufsausbildung unzufrieden.

Die zum Teil mangelnde Ausbildung, der nicht wertschätzende Umgangston und die masslosen Arbeitszeiten von 50 bis 60 Stunden in der Woche zeigen Wirkung!

2/3 aller Pferdewirtauszubildenden im 3. Ausbildungsjahr sind mir ihrer Ausbildung unzufrieden. Sie fühlen sich schlecht ausgebildet und ausgebeutet. Schufften statt Lernen beherrscht die Berufsausbildung.

Kein Wunder, dass die große Mehrheit der Auszubildenden nach der Abschlussprüfung nur noch ein Ziel Hat: Raus aus dem Beruf.

Die Zahlen wiegen umso schwerer, denn sie stammen aus einer Befragung der Landwirtschaftskammer Hannover.

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Nach der Schule noch arbeiten?

Der Berufsschulbesuch ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Prüfung. Deshalb hat jeder Azubi das Recht von Beginn der Ausbildung an die Berufsschule zu besuchen. Der Chef MUSS Euch gehen lassen!

 

Jeder Azubi in Deutschland hat das Recht während seiner Berufsausbildung die Berufsschule zu besuchen und der Ausbilder muss seine Azubis dafür freistellen.

Da Schule in Deutschland von den Bundesländern organisiert wird, gibt es so viele Schulgesetze wie Bundesländer. Die Mehrzahl der Bundesländer ordnet während der Berufsausbildung absolute Schulpflicht an, einige Bundesländer haben für manche Schüler eine lediglich eine Kann- Regelung. Genaues zu Eurem Bundesland findet Ihr hier.

Immer wieder gibt es Streit um die Zeiten des Berufsschulbesuches und die Frage, ob vor oder nach der Schule noch gearbeitet werden muss.

Grundsätzlich gibt es dazu klare Grundsätze:

  1. Die freizustellende Zeit zum Besuch der Berufsschule beginnt mit dem Schulweg und endet mit der Rückkehr in den Betrieb. Schulpausen oder eine Freistunden gelten als Schulzeit. Gleiches gilt für Schulveranstaltungen, wie Exkursionen, Klassenfahren, usw.. Aber: Ihr müsst den kürzesten Weg zur und von der Schule nutzen. Eigenmächtige Pausen bei MacD sind nicht in der Schulzeit enthalten. Ist die Schule kürzer als auf dem Stundenplan vermerkt, müsst Ihr direkt nach dem aktuellen Schulschluss zurück in den Betrieb. Entsprechend, wenn die Schule später beginnt.
  2. Um zu entscheiden, ob Ihr vor- oder nach der Schule im Betrieb arbeiten müsst, seht Ihr in Euren Ausbildungsvertrag. Dort MUSS die tägliche Ausbildungszeit stehen. Wenn nicht, wendet Euch an die Zuständige Stelle und lasst den Ausbildungsvertrag korrigieren, denn alle anderen Zeitangaben anstelle der täglichen Ausbildungszeit sind rechtswidrig. Besonders übers Ohr gehauen werden Azubis in Rheinland- Pfalz, weil sich die Zuständige Stelle nicht bequemt, ihre rechtswidrigen Ausbildungsverträge zu korrigieren. Nehmen wir einmal an, die tägliche Ausbildungszeit beträgt 8 h, dann zieht Ihr die Schulzeit (Schulhinweg + Schulstunden + Schulrückweg) von den 8 h ab. Bleibt ein Rest, müsst Ihr wieder in den Betrieb. Entsteht ein Minus, dann habt Ihr Überstunden geleistet, die entweder bezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen werden müssen.
  3. Für Jugendliche, die noch nicht 18 Jahre alt sind, gilt das schärfere Jugendarbeitsschutzgesetz.
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Wieviel Urlaub gibt es?

Jeder Mensch hat in Deutschland das gesetzlich garantierte Recht auf bezahlten Urlaub. Unter 24 Werktage geht gar nicht.

n.n. (dem admin bekannt)

11.11.2017

 

Hallo ,

meine Freundin arbeitet seit dem 15.1.2002 in einem Dressurstall. Sie ist 37Jahre alt, wie viel Urlaub steht ihr zu? Steht ihr rein rechtlich noch andere Leistungen zu die Sie in Anspruch nehmen kann?

Vielen Dank

 

Dietbert Arnold

12.11.2017

Hallo liebe n.n.,

ich habe einmal Deinen Namen weggelassen, damit wir uns in Ruhe austauschen können. Jeder Mitarbeiter, übrigens auch Minijobber, hat Anspruch auf Urlaub. Dieser wird bei Jugendlichen vom Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt, bei Erwachsenen durch das Bundesurlaubsgesetz. Zu Jugendlichen schreibe ich jetzt nichts, denn da ist Deine Freundin ja gerade ein wenig drüber. Das Bundesurlaubsgesetz schreibt den Mindesturlaub vor. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen höheren Urlaub vereinbaren, dann ist das natürlich erlaubt. Grundsätzlich darf der Urlaub nicht kürzer als 24 Werktage im Jahr sein. Werktage sind alle Tage außer Sonntage und Feiertage. Eine Staffelung nach Alter darf nur noch in begründeten Ausnahmefällen vorgesehen werden. Übrigens: Wenn im Arbeitsvertrag eine 5-Tage-Woche vereinbart wurde, dann besteht eine Urlaubswoche aus 5 Arbeitstagen, bei einer 6-Tage-Woche aus 6 Arbeitstagen. Die Anzahl der Werktage ist für beide Arbeitsverträge gleich, nämlich 6 Werktage. Somit haben alle Arbeitnehmer einen Jahresurlaub von mindestens 4 Wochen. Das wollte der Gesetzgeber so garantieren.

Infos zum Bundesurlaubsgesetz findest Du hier und  hier

Weitere Infos erhältst Du, indem Du die Suchwörter „Entlohnung“, „Arbeitszeit“ sowie „Mindestlohn“ eingibst. Ich denke Du findest sehr viele Infos, was fair ist und was nicht. Oben unter „Gesetzlichen Grundlagen“ findest Du alle Gesetze im Original.

Eine gute Idee ist übrigens, Mitglied in der Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt zu werden, denn die beraten nicht nur, die kämpfen auch für ihre Mitglieder, notfalls auch vor Gericht. Und das alles ist im Gewerkschaftsbeitrag enthalten.

Wenn weitere Fragen sind, dann melde Dich einfach wieder.

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Faire Löhne 2018: Weniger geht gar nicht!

Für Pferdewirte gibt es, weil sie nicht in die Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt eintreten, keine Tarifverträge. Folglich muss jede/er von Euch Auge in Auge mit dem Chef die Höhe der Bezahlung vereinbaren.

Im Pferdebereich könnt Ihr von einer fairen Entlohnung 2018 ausgehen, wenn die unten angegebenen Monatslöhne erreicht werden. Denkt daran, das sind, wie im Arbeitsvertrag auch, immer Bruttolöhne. Geht einmal als Daumenwert davon aus, dass zwischen Bruttolohn und Nettolohn (Auszahlungsbetrag) etwa 30% liegen. Also: Bruttolohn – 30% = ist der mögliche Nettolohn (Auszahlungsbetrag).

Ganz wichtig, die am Ende der Tabelle angegebenen Bruttolöhne beziehen sich immer auf eine 40-Stunden-Woche. Wer mehr arbeitet, muss auch mehr Lohn bekommen.

Tipp: Wie kommt Ihr von einem Brutto- Monatslohn (40h- Woche) zu einem Brutto- Stundenlohn?

Ihr teilt den Bruttomonatslohn durch 4,35 und erhaltet den Brutto- Wochenlohn. Den Brutto- Wochenlohn teilt Ihr wiederum durch 40 und erhaltet den Brutto- Stundenlohn. Die Formel ist also: Brutto- Monatslohn : 4,35 : 40 = Brutto- Stundenlohn.

Wer von Euch bei einer 40- Stundenwoche weniger Lohn als in der unten dargestellten Tabelle erhält, kann sicher sein, dass er/sie von ihrem Arbeitgeber nicht fair entlohnt wird. Gar nicht erst den Arbeitsvertrag unterschreiben, andere Arbeitgeber suchen dringend Personal im Pferdebereich.

Die Entlohnung lediglich mit dem derzeitigen Mindestlohn (2017/18) von 8,84 brutto je Stunde reicht in Deutschland nicht mehr aus, um ein eigenständiges Leben zu führen. Der Mindestlohn ist in Deutschland nicht mehr existenzsichernd, Pferdeleute, die so bezahlt werden gelten als arm und sind ein Sozialfall.

Je nach Region müsst Ihr mindestens 9,00 – 13,00 € brutto je Stunde verdienen, um nicht auf Sozialhilfe/ Hartz IV angewiesen zu sein. Die Hans- Böckler- Stiftung des Deutschen Gewerkschaft Bund hat die unterschiedlichen Regionen aufgelistet:

Obwohl der Mindestlohn zu deutlichen Lohnsteigerungen bei Geringverdienern geführt hat, ist die Zahl der Aufstocker kaum gesunken. Ein Grund: die rasant steigenden Mieten in vielen Städten.

So, Ihr wisst jetzt, wo die Grenze zwischen Ausbeutung und fairer Entlohnung ist. Es liegt an Euch zu gehen! Wenn nicht, Armut wartet. Gegen eine höhere Bezahlung ist nichts einzuwenden und natürlich erlaubt.

Bezahlung nach Kompetenzen (europaweit eingeführt und deshalb vergleichbar)100% beschreibt den sog. Ecklohn, also das Niveau eines frisch ausgelernten Facharbeiters, z.B. Pferdewirt/inmögliche BeispieleBrutto- Monatslohn bei einer 40- Stunden- Woche
Niveau 1
beschreibt Kompetenzen zur Erfüllung einfacher Anforderungen in einem überschaubar und stabil strukturierten Lern- oder Arbeitsbereich. Die Erfüllung der Aufgaben erfolgt unter Anleitung.
Berufsanfänger ohne jegliche fachliche AusbildungGesetzlicher Mindestlohn
Landwirtschaft: 1.583,40 €
andere: 1.538,16 €
Niveau 2
beschreibt Kompetenzen zur fachgerechten Erfüllung grundlegender Anforderungen in einem überschaubar und stabil strukturierten Lern- oder Arbeitsbereich. Die Erfüllung der Aufgaben erfolgt weitgehend unter Anleitung.
80% - 90%Berufsanfänger nach erster Einarbeitung1.700.- bis 1.980.- €
Niveau 3
beschreibt Kompetenzen zur selbständigen Erfüllung fachlicher Anforderungen in einem noch überschaubaren und zum Teil offen strukturierten Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld.
90% - 100%z.B. Pferdepfleger/in1980.- bis 2.200.- €
Niveau 4
beschreibt Kompetenzen zur selbständigen Planung und Bearbeitung fachlicher Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld.
100% - 120%abgeschlossene Berufsausbildung, z.B. Pferdewirt/in, Landwirt/in, usw. 2.200.- bis 2.640.- €
Niveau 5
beschreibt Kompetenzen zur selbständigen Planung und Bearbeitung umfassender fachlicher Aufgabenstellungen in einem komplexen, spezialisierten, sich verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld
120% - 130%Berufsausbildung + Fort-/Weiterbildung
z.B. Hufbeschlagschmied, Besamungstechniker,
2.640.- bis 2.860.- €
Niveau 6
beschreibt Kompetenzen zur Planung, Bearbeitung und Auswertung von umfassenden fachlichen Aufgaben- und Problemstellungen sowie zur eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches oder in einem beruflichen Tätigkeitsfeld. Die Anforderungsstruktur ist durch Komplexität und häufige Veränderungen gekennzeichnet.
130% - 200%Meister (Bachelorebene)
Hier beginnt die Führungsebene
2.680.- bis 4.400.- €
Niveau 7
beschreibt Kompetenzen zur Bearbeitung von neuen komplexen Aufgaben- und Problemstellungen sowie zur eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in einem wissenschaftlichen Fach oder in einem strategieorientierten beruflichen Tätigkeitsfeld. Die Anforderungsstruktur ist durch häufige und unvorhersehbare Veränderungen gekennzeichnet.
200% - 400%Uniabschluss (Master)4.400.- bis 8.800.- €
Niveau 8
beschreibt Kompetenzen zur Gewinnung von Forschungserkenntnissen in einem wissenschaftlichen Fach oder zur Entwicklung innovativer Lösungen und Verfahren in einem beruflichen Tätigkeitsfeld. Die Anforderungsstruktur ist durch neuartige und unklare Problemlagen gekennzeichnet
400% und mehrDr./ Professor/ führende Leitungskraft, höchste Qualifikation, z.B. Landstallmeister/inab 8.800.- €

 

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Wenn sich Rechnen lohnt:

Mit der Arbeitszeit rechnen

tägliche Arbeitszeit (im Wochendurchschnitt)=wöchentliche Arbeitszeit:Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage
z.B.: 6,66 h/Tag=40h/Woche:6
monatliche Arbeitszeit in Stunden=wöchentliche Arbeitszeitx4,35*
z.B.: 174 h monatliche Arbeitszeit40 h/Wochex4,35
Arbeitstage im Monat=Anzahl wöchentliche Arbeitstagex4,35
z.B.: 26,1 Arbeitstage/ Monat=6 Arbeitstage/ Wochex4,35
Brutto- Stundenlohn=Brutto-Lohn im Monat:monatliche Arbeitsstunden
z.B.: 12 EUR Brutto- Stundenlohn=2.088 EUR Brutto- Lohn im Monat:174 Arbeitsstunden/ Monat
Brutto- Monatslohn=Brutto- Stundenlohnxmonatliche Arbeitsstunden
z.B.: 1.820,91 Brutto- Monatslohn=9,10 Brutto- Stundenlohnx200,1 Arbeitstunden/ Monat
* Ein Jahr hat bekanntlich 52 Wochen und 12 Monate. Demzufolge bekommt rechnerisch jeder Monat 4,334 Wochen (52:12=4,3333...). Nun gibt es aber auch Schaltjahre, die diese Rechnung von 4,3333... wieder ungenau machen. Deshalb rechnen Tarifpartner und auch die Lohnsteuerrichtlinie mit 4,35 Wochen in jedem Monat.

Merke: 1 Monat hat 4,35 Wochen und 21,75 (Fünf-Tage-Woche) oder 26,1 Arbeitstage (6-Tage-Woche)
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Euer Recht auf eine Zusatzrente im Alter

Mit bis zu 80€ die Rente aufstocken!

Das bietet Euch die Zusatzversorgung für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft (ZLF / ZLA).

Und das ganz ohne Euren Beitrag, denn in der gemeinsamen Einrichtung der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Arbeitgeberverbände und des Bundes wird von jedem Arbeitgeber 5,20€ je versicherungspflichtigen Mitarbeiter (auch Azubis) erhoben und damit die spätere Zusatzrente finanziert.

Das klappt aber nur, wenn Ihr dafür sorgt, dass Ihr mindestens 15 Jahre, besser länger, sozialversichert in einem landwirtschaftlichen Betrieb beschäftigt seid. Neuerdings (ab 2003) können auch freiwillige Beiträge bezahlt werden, um keine Lücken im Versicherungsverlauf zu haben. Also kümmert Euch. Am besten Ihr schaut einfach mal auf die neue Webseite der Zusatzversorgung für Arbeitnehmer in der Landwirtschaft www.zla.de. Natürlich kann man da auch anrufen und Fragen loswerden oder aber im Web-Portal eigene Meldungen zu Versicherungszeiten eingeben oder aber bereits vorhandene Dokumente einsehen. Und schon habt Ihr eine Kontrolle darüber, ob Ihr vom Arbeitgeber gemeldet seid.

Also:

  1. Sorgt schon jetzt für einen durchgängigen Versicherungsverlauf und sichert Euch alle Belege von Beschäftigungszeiten. Die müsst Ihr natürlich später, wenn es um die Höhe der Zusatzversorgung geht, vorlegen können.
  2. Und nicht vergessen: Diese hier beschriebene Zusatzversorgung gilt nur für alle landwirtschaftliche Betriebe, die in die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft einzahlen. Einzige Ausnahme: Gartenbaubetriebe.
  3. Euer Betrieb muss Euch bei der ZLF/ZLA bei Arbeitsbeginn angemeldet haben, so bestimmt es der für alle landwirtschaftlichen Betriebe (außer Gartenbau) rechtsgültige „Tarifvertrag über die Zusatzversorgung der Arbeitnehmer in Land- und Forstwirtschaft“  Wenn Ihr Zweifel habet, fragt die ZLF/ZLA einfach.
  4. Achtet einmal bei den großen landwirtschaftlichen Messen, wie z.B. Agritechnika auf den Stand der Zusatzversorgung für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft. 

    An diesem Logo erkennt Ihr die ZLA

  5. Bittet Euren Politiklehrer darum, dass Ihr über die ZLA informiert werdet. Die Schule kann sich auch an die ZLA wenden, die Euch dann Infos aus erster Hand liefern.
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Ausbildung- Check-up zum Ende der Probezeit

Spätestens im Dezember oder Januar läuft Eure Probezeit in der Berufsausbildung zum Pferdewirt ab. Innerhalb der Probezeit habt Ihr die Möglichkeit, den Ausbildungsbetrieb jederzeit komplikationslos, ohne Begründung und Angst vor Schadenersatzforderungen seitens des Ausbildungsbetriebes zu wechseln.

Jetzt ist die Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen, ob Ihr die nächsten Jahre Eure Ausbildung in diesem Betrieb fortsetzen wollt, ob Ihr in diesem Betrieb die Chance bekommt, eine erfolgreiche Berufsausbildung zu beenden.

Ich habe für Euch einmal Punkte in einer Tabelle erstellt, die nach meiner Erfahrung in der Berufsausbildung zu großen Konflikten führen können.

Nur ein Beispiel: Wenn Ihr nicht die Berufsschule besuchen dürft, dann findet Ihr das am Anfang vielleicht gar nicht so tragisch. Wenn Ihr dann aber eine sehr schlechte Prüfung ablegt oder, was gar nicht so selten vorkommt, deshalb durch die Prüfung fallt, dann ist das plötzlich eine ganz schlimme Sache. Euer Ausbilder lacht sich ins Fäustchen, dass Ihr so schön für ihn Geld verdient habt und Ihr müsst Euch nach der Berufsausbildung mit einem schlechten Zeugnis bewerben oder zusehen, wie Ihr die Wiederholungsprüfung schafft. Ein ganz mieser Start in das Berufsleben! Wollt Ihr das? Jetzt, zu Beginn der Ausbildung könnt Ihr das sicher zu erwartende Unheil noch abwenden. Entweder Euer Chef lenkt nach einem Gespräch ein, oder aber Ihr dreht Euch um und geht. Freie Ausbildungsplätze gibt es mittlerweile genug.

Probleme aushalten, anstelle sie frühzeitig zu lösen, führt in aller Regel in die Katastrophe. Das zeigt die langjährige Erfahrung mit Auszubildenden und mit Abschlussprüfungen. Gute Ausbildungsbetriebe sehen das genau so wie ich. Von Schwarzen Schafen müsst Ihr Euch trennen. Jetzt, nicht erst vor der Prüfung! Ihr seid jetzt erwachsen, Ihr seid jetzt im Berufsleben angekommen!

Wenn Ihr in der nachfolgenden Liste ein NEIN (also es stimmt nicht, was da steht) notiert habt und das Problem in einem klärenden Gespräch mit Eurem Ausbilder nicht lösen könnt, dann solltet Ihr noch in der Probezeit einen Wechsel des Ausbildungsbetriebes erwägen.

Ausbildungs- Check-up zum Ende der Probezeit

 Das ist mein Ausbildungsalltag:janein
1****Ich besuche seit Ausbildungsbeginn regelmäßig die Berufsschule.
2Ich muss nach der Berufsschule nicht mehr arbeiten.
3Ich arbeite im Regelfall nicht länger als im Ausbildungsvertrag vereinbart.
4Die Zeit in der Berufsschule sowie der Schulweg werden als Arbeitszeit gerechnet.
5Überstunden werden vom Betrieb durch Freizeit ausgeglichen.
6Bei notwendiger Arbeit an Sonn- und Feiertagen bekomme ich Ersatzruhetage.
7Ich bekomme regelmäßig eine komplette Lohnabrechnung, auf der genau zu sehen ist, welchen Bruttolohn ich erhalte und ich den ausgezahlten Nettolohn nachvollziehen kann.
8Ich habe einen gesetzlich vorgeschriebenen, persönlichen Ausbildungsplan für meine Ausbildung erhalten.
9Ich schreibe wöchentlich einen Ausbildungsnachweis* mit Zeitangaben, den der Ausbilder regelmäßig unterschreibt.
10Ich hake diejenigen Ausbildungsinhalte im Ausbildungsplan** ab, die mir vom Ausbilder vermittelt wurden.
11Ich spreche regelmäßig mit meinem Ausbilder über meinen Ausbildungsfortschritt.
12Ich bekomme den im Ausbildungsvertrag vereinbarten Urlaub von mindestens 24 Werktagen.
13Ich habe einen von mir, dem Betrieb und der Zuständigen Stelle unterschriebenen Ausbildungsvertrag ausgehändigt bekommen.
14Ich erhalte den im Ausbildungsvertrag vereinbarten Lohn ***.
15Ich werde regelmäßig ausgebildet und bin nicht hauptberuflich Pferdepflegerin.
16Trotz der anstrengenden Berufsausbildung finde ich Zeit, mich mit der Theorie (Anatomie, Reitlehre, Haltung, Tierverhalten, usw.) zu beschäftigen.
17Bei allen Fragen und Problemen, die ich habe, kann ich meinen Ausbilder immer ansprechen und ich fühle mich ernst genommen.
18Ich freue mich noch immer, diesen Ausbildungsplatz bekommen zu haben.
19Ich werde nicht angeschriehen und beleidigt
20Ich werde nicht sexuell belästigt (anmachen, beleidigen, begrabbeln, sexuelle Anspielungen, usw.)
21Ich bin bei der Zusatzversorgung für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft angemeldet.*****
22Ich bin vom Betrieb sozialversichert. ******
* Unter Downloads könnt Ihr Euch einen gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildungsnachweis ausdrucken und regelmäßig ausfüllen.

** Unter "Downloads" findet Ihr einen Ausbildungsplan der entsprechenden Fachrichtung der Berufsausbildung zum Pferdewirt zum abhaken der bereits ausgebildeten Inhalte.

*** Unter "Bezahlung" findet Ihr die Euch zustehende Entlohnung während der Berufsausbildung.

**** Die Reihenfolge ist nicht nach Wichtigkeit/ Bedeutung vorgenommen worden.

***** Diese Aussage kommt nur für Azubis von landwirtschaftlichen Betrieben infrage. Sonst nicht beachten! Infos: www.zla.de

****** Im Zweifelsfall könnt Ihr Euch bei Eurer Krankenkasse erkundigen, die ist für die Beitragszahlung aller Sozialversicherungen zuständig.
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Ausbildungsstatistik 2017: Die Talfahrt setzt sich fort: Vorzeitige Vertragsauflösungen erneut gestiegen!

Die neue Ausbildungsstatistik 2017 des Statistischen Bundesamtes ist seit eigen Tagen veröffentlicht und muss besonders in der Pferdewirtschaft mit großer Sorge zur Kenntnis genommen werden.

Nach wie vor befindet sich der Beruf Pferdewirt im freien Fall.

Jetzt rächt sich die vielfach zu beobachtende, gewissenlose Berufsausbildung in diesem Beruf, bei der die Arbeitsleistung der Azubis im Fokus der Ausbildungsbetriebe steht und Ausbildung zur Nebensache gerät.

Maßlose Ausbilder machen den Beruf kaputt. Die Reaktion des Berufsstandes ist, vorsichtig ausgedrückt, verhalten, nur Schönreden ändert nichts! Wer Kritik übt, ist ein Nestbeschmutzer.

Das standardmäßig wiederholte Argument, hier platzen nur die Träume der Wendymädels ist so einfältig wie falsch. In kaum einen Beruf machen Schüler dermaßen oft Schülerpraktika, wie im Beruf Pferdewirt und schließlich haben ja Berufsausbilder den Ausbildungsvertrag nach sorgfältiger Prüfung der möglichen Azubis unterschrieben.  Oder suchen die tatsächlich nur billige Arbeitskräfte, weil die Betriebe in der Pferdewirtschaft wissen, dass sie mit ihren Auszubildenden sogar noch Geld verdienen.

Nicht zu leugnen: über 50% der Azubis schmeißt die Ausbildung vorzeitig hin. Die Begründung der Azubis, die ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig lösen, ist nahezu immer gleich:

  • mangelnde Wertschätzung,
  • mangelnde Ausbildung,
  • maßlose Arbeitszeiten.

Damit ist der Beruf Pferdewirt einer der traurigen Spitzenreiter bei den vorzeitigen Vertragslösungen in Deutschland. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 25%. Bei den Pferdewirten liegt die vorzeitige Lösungsquote bei mittlerweile über 50%!

Trauriger Spitzenreiter ist die Fachrichtung Klassische Reitausbildung mit 56%!

Auch Pferdewirtazubis haben ein Recht auf Ausbildung und sind keine billigen Arbeitskräfte. Die Wirklichkeit sieht aber oft anders aus.

Interessant ist der Vergleich der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge und die vorzeitige Vertragsauflösung im Jahr 2016 und 2017 in Deutschland:

Neue und vorzeitig gelöste Ausbildungsverträge 2016 und 2017

FachrichtungGeschlechtneue Verträge 2016vorz. gelöst. Verträge 2016neue Verträge 2017vorz. gelöst. Verträge 2017
alle Fachrichtungen705351 (50%)756384 (51%)
Haltung & Servicem3918 (46%)3915 ( 38%)
w333153 (46%)327174 (53%)
Zuchtm66 (100%)153 (20%)
w5736 (63%)7533 (44%)
Klassische Reitausbildungm3315 (46%)3318 (55%)
w18999 (52%)216120 (56%)
Rennreitenm66 (100%)03
w93 (33%)126 (50%)
Spezialreitweisenm33 (100%)30 (0%)
w3012 (40%)3612 (33%)
*Bei den ganz kleinen Fachrichtungen dürfen die %- Angaben nicht überinterpretiert werden, da bereits ein Azubi die Prozentzahl wesentlich beeinflusst.

 

Ein Beruf, der locker auf die Hälfte seiner Azubis verzichten kann, investiert zu wenig in seinen Nachwuchs und schafft sich mittel- und langfristig ab. Einzelne Fachrichtungen sind schon kräftig dabei.

Die Berechtigung Auszubildende einzustellen setzt voraus, sich an Recht und Gesetz zu halten, in Ausbildung zu investieren und den Wunsch nach einer billigen Arbeitskraft hinten anzustellen.

Übrigens:

  • Die guten Azubis brechen ab und gehen. Die, die gehen, haben in der großen Mehrzahl einen mittleren oder höheren Schulabschluss und entscheiden sich oft statt der enttäuschenden Berufsausbildung für ein Studium.
  • Obwohl viele Betriebe Jungen händeringend suchen, können sie nicht verhindern, dass z.T. ganze Jahrgänge ihre Ausbildung unter diesen Bedingungen hinschmeissen.
  • Den gesamten Bericht 2016 findet Ihr hier zum kostenfreien Download, den Bericht 2017 könnt Ihr hier downloaden.
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Ausbildungsstatistik: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2016

Auch die Landgestüte bilden Pferdewirte in den Fachrichtungen Klassische Reitausbildung, Zucht und Pferdehaltung & Service aus.

Die ersten Daten der Ausbildungsstatistik 2016 sind vorhanden. Bei der Auswertung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zwischen 2015 bis 2017 lässt sich folgender Trend ablesen:

  • Immer weniger Auszubildende im Beruf Pferdewirt, ein vorläufiger Tiefstand ist erreicht.
  • Die Fachrichtung Klassische Reitausbildung geht deutlich zurück und bleibt bei diesem Tiefstand. Ein kleines Plus von 1% ist Trendwende oder nur Zufall?
  • Die Fachrichtung Pferderennen halbiert sich innerhalb eines Jahres. Der Abschwung setzt sich 2017 fort. Es muss damit gerechnet werden, dass sich dieser Beruf sich langsam aber sicher aus der Berufsausbildung verabschieden muss. Jahrelange Fehlentwicklungen im Rennsport und mangelnde Wertschätzung der Auszubildenden über viele Jahre und wenig Engagement der Zuständigen Stellen, die Missstände in der Berufsausbildung abzustellen, führen dazu, dass der Bereich Pferderennen von Auszubildenden auch 2017 konsequent gemieden wird. Eine Mahnung an alle anderen Fachrichtungen, diesen Weg nicht zu beschreiten. Aus Fehlern könnte man/frau lernen.
  • Die Fachrichtung Pferdehaltung & Service legt 2015 zu 2016 zu, die Klassische Reitausbildung nimmt ab. Ein Ausweichen der Ausbildungsbetriebe zur Fachrichtung Pferdehaltung & Service, weil diese Fachrichtung vermeintlich leichter (günstiger für den Betrieb) ausgebildet werden kann und der Ertrag für den Betrieb durch die Arbeit eines Azubis in dieser Fachrichtung größer ist? Also: Wenn Ihr als Azubis die Fachrichtung Klassische Reitausbildung lernen möchtet, dann lasst Euch nicht von einem Betrieb schnell in die Fachrichtung Pferdehaltung & Service drängen. Holt Euch auf jeden Fall mehrere Beurteilungen von verschiedenen Betrieben, um zu entscheiden, ob Ihr Pferdehaltung & Service anstelle von der Klassischen Reitausbildung lernen solltet. Eine dramatische Wende 2016/2017: Die Fachrichtung bricht regelrecht ein. Minus 12%! Wahrscheinlich haben doch viele Interessenten bei ihrem Praktikum gemerkt, dass ein Großteil der Betriebe nur preiswerte Mister sucht und kein Interesse an einer soliden, umfassenden Ausbildung rund umfass Pferd und ihre Menschen hat.
  • Diese Statistik berücksichtigt noch nicht die Anzahl der Berufsabbrecher in der jeweiligen Fachrichtung.
  • Die Fachrichtung Zucht hat ihre motivierten Auszubildenden gefunden und steigt um 25% im Verlauf 2016/2017. Einen großen Beitrag liefert dazu der bei den Azubis besonders geliebte Eigenbestandsbesamungslehrgang. Nicht weil man da auf die Sause gehen kann, sonders richtig viel lernen kann. Dann macht es auch nichts, wenn das Lernen für die Abschlussprüfung sehr aufwändig ist. Andere Fachrichtungen können hier richtig lernen: Sorgfältige Ausbildung wird gewünscht, erwartet und dann dankend angenommen. Das Ergebnis sind zufriedene und lernbereite Mitarbeiter.
  • Die Spezialreitweisen tuen sich noch immer schwer, sich als Ausbildungsberuf zu sehen. Vielleicht wird das ja anders und ein Plus von 18% ist der Anfang in die richtige Richtung. Denn eines muss allen Betrieben klar sein: Ohne eigene Ausbildung wird es demnächst nur noch Personal aus Schwellenländern geben. Wenn überhaupt.

 

 

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge

FachrichtungmännlichweiblichmännlichweiblichmännlichweiblichEntwicklung 2016/2017
alle Pferdewirte1297029668490666-3%
201520162017
Klassische Reitausbildung482463621033216+1%
Pferdehaltung & Service393454237239327-12%
Pferdezucht18639631575+25%
Pferderennen921312012-20%
Spezialreitweisen627627336+18%

 

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