Mindestlohn

Foto: Bundesregierung

 

Seit 1.1.2015 gibt es endlich den gesetzlichen Mindestlohn. Nochmals wird nun der gesetzliche Mindestlohn angehoben.

Am 1.1.2019 darf jeder Arbeitnehmer  nicht weniger als 9,19 Euro je Stunde brutto verdienen.

Der gesetzliche Mindestlohn gilt auch für Minijobber, Aushilfen, Zeitarbeitskräfte, Saisonaushilfen und ausländische Mitarbeiter. 

Dank der guten Wirtschaftslage in Deutschland steigt der gesetzliche Mindestlohn: Ab dem 1. Januar 2019 bekommen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mindestens 9,19 Euro, ab dem 1. Januar 2020 9,35 Euro brutto je Stunde.

 

Mit der schrittweisen Erhöhung 2019 und 2020 steigt der gesetzliche Mindestlohn um insgesamt 5,8 Prozent. Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet das eine Lohnerhöhung von etwa 790 Millionen Euro 2019 und rund 390 Millionen Euro im darauffolgenden Jahr.

Mit der „Zweiten Verordnung zur Anpassung der Höhe des Mindestlohns“ wird die von der Mindestlohnkommission am 26. Juni 2018 beschlossene Erhöhung rechtsverbindlich.

Mindestlohnkontrolle verstärken

Ob Arbeitgeber den Mindestlohn einhalten, das kontrolliert der Zoll. Laut Verdienste-Erhebung des Statistischen Bundesamtes von April 2017 haben Arbeitgeber in der Vergangenheit nicht immer den Mindestlohn eingehalten. So erhielten im Jahr 2017 weniger als 830.000 Beschäftigte weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro je Stunde. Weitere 500.000 Beschäftigungsverhältnisse lagen unter 8,50 Euro je Stunde.

Wer unter Mindestlohn bezahlt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 500.000 Euro rechnen. Arbeitgeber, die die Arbeitszeiten nicht ordentlich dokumentieren, können mit bis zu 30.000 Euro bestraft werden. Außerdem kann das Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden.

Um die konsequente Umsetzung des Mindestlohns sicherzustellen, wird die Bundesregierung den Zoll durch mehr Personal verstärken: Für diese Legislaturperiode sind 7.500 zusätzliche Stellen beim Bund in den Sicherheitsbehörden geplant.

Da nicht auszuschließen ist, dass Arbeitgeber sich nicht an den neuen Mindestlohn halten und Euch und die Sozialkassen betrügen, muss jeder Arbeitgeber Eure Arbeitszeiten dokumentieren! Das gilt für alle Arbeitsverhältnisse, bei denen weniger als 2.958 Euro brutto im Monat verdient wird.

Warum gerade die Grenze von 2.958 Euro? „Die Entgeltgrenze von 2.958 Euro dabei errechnet sich so: Nach dem Arbeitszeitgesetz ist eine monatliche Arbeitszeit (selbst mit Ausnahmegenehmigung der Arbeitsschutzbehörde und möglicher Sonntagsarbeit) von 348 Stunden maximal zulässig. Multipliziert man diese Höchststundenzahl mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 9,19 Euro ergibt sich die Entgeltgrenze von 3.198,12 Euro,“ so die Bundesregierung.

Einige Ausnahmen sind zugelassen:

  • Jugendliche sind vom Mindestlohn ausgeschlossen, es sei denn, Jugendliche haben ihre Berufsausbildung abgeschlossen.
  • Auszubildende
  • Zeitungsausträger/innen
  • Schüler- und Pflichtpraktikanten unter 3 Monate
  • längere Universitätspflichtpraktika
  • Langzeitarbeitslose in den ersten 6 Monaten

Einen eigenen Mindestlohn für die Landwirtschaft gibt es seit dem 1.1.2018 nicht mehr!

 

Wie wird der Mindeststundenlohn von 9,19 in einen Mindestmonatslohn umgerechnet?

Formel: Mindeststundenlohn x Wochenarbeitsstunden x 4,33 = Mindestmonatslohn

Beispiel: 9,19 € x 40 Stunden/Woche* x 4,33 = 1.591,70 € brutto/Monat

* Wenn Ihr mehr oder weniger viel in der Woche arbeitet, dann ändert Ihr bitte die Wochenarbeitszeit. Das muss übrigens korrekt geschehen, es muss JEDE Arbeitsstunde abgerechnet werden. Werden Arbeitsstunden verschwiegen, handelt es sich um Sozialbetrug, da entsprechend des Verdienstes die Sozialabgaben berechnet werden müssen und sich daraus dann übrigens auch die Höhe der Rente, das Krankengeld sowie die Arbeitslosenbezüge berechnet werden.

4 Antworten zu Mindestlohn

  1. Patricia sagt:

    Ich habe einmal eine Frage. Ich habe grade die Schule verlassen. Mir wird ein Quereinstieg in den Beruf des Pferdewirts angeboten, mir Stellt sich allerdings die Frage welcher Lohn für beide Partein gerecht ist.

    • Dietbert Arnold sagt:

      Hallo Patricia,
      ich antworte Dir erst jetzt, da ich vorher im Urlaub war und dann einmal Pause vom Internet mache. Ich hoffe, Du hast dafür Verständnis.

      Jetzt zu Dir: Was Du da vorhast ist sehr bedenklich. Ein Betrieb, der Dir als Schulabgängerin einen sog. Quereinstieg zum Pferdewirt anbietet, ist unseriös! Ich kann Dir nur dringend raten, von diesem Angebot die Finger zu lassen. Der Betrieb ist aus guten Gründen nicht ausbildungsberechtigt (Qualifikation, Pferdematerial, Ausstattung) und Du bist keine Auszubildende. Das heißt, Du hast nicht das Recht, die Berufsschule zu besuchen, Du darfst nicht die Zwischenprüfung zur Kontrolle ablegen und zur Abschlussprüfung musst Du Dich selber anmelden und diese auch noch bezahlen. Du hast keinerlei Rechte einer Auszubildenden! Dieser unseriöse Betrieb lässt Dich einfach nur billig als ungelernte Hilfskraft schuften. Ausbildung ist nicht Pflicht! Und das auch noch 4,5 statt 3 Jahre! Mensch, Patricia, wach auf! Alleine die Tatsache, dass nicht klar geregelt ist, wie viel Du verdienen wirst, ist doch bezeichnend für die auf Dich zukommende Ausbeutung. Wenn Du volljährig bist, muss der Betrieb natürlich den gesetzlichen Mindestlohn von 1282,00 bis 1473,00 Euro brutto im Monat für 40 h in der Woche bezahlen. Je nachdem, ob der Betrieb zur Landwirtschaft gehört oder nicht. Wenn Du noch nicht volljährig bist, dann gilt der Mindestlohn nicht. Super, darauf wartet der Betrieb ja nur. Ich an Deiner Stelle würde aber niemals unter einem Mindestlohn arbeiten. Und denke daran, bevor Du anfängst zu arbeiten, muss der Betrieb mit Dir einen Arbeitsvertrag schließen, so steht es im Nachweisgesetz. Da müssen alle diese Dinge klar geregelt sein.

      Also Patricia, Finger weg von unseriösen Angeboten. Was empfehle ich Dir:

      1. Nimm Kontakt mit dem Ausbildungsberater der Zuständigen Stelle Deines Bundeslandes auf. Die Adressen findest Du oben auf den Links. Die können Dir helfen, einen seriösen Ausbildungsbetrieb zu finden und das geht auch noch zum jetzigen Zeitpunkt.

      2. Überlege Dir, auch in die Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt einzutreten, denn die können Dir im Notfall auch rechtlich helfen. Und so wie ich das sehe, könnte das schon rasch nötig werden, wenn Du Dich so über das Ohr hauen lässt und nur noch Opfer eines Ausbeuterbetriebes wirst.
      Du siehst, ich schreibe immer deutlich meine Meinung und ich hoffe, dass Du doch noch die Kurve zu einer geordneten Berufsausbildung findest.

  2. Heinz sagt:

    MOIN MOIN,
    danke für die Info über die unterschiedliche Handhabung des Mindestlohnes.

    Ich betreue morgens derzeit (sieben Tage-Woche) drei Pferde in einem Privaten Stall.
    Das wohnen auf dem Grundstück ist durch eine niedrige Miete vereinbart.
    Nennt sich wohl Geldwerter Vorteil.
    Aber…
    Urlaubszeiten werden nur nach den Vorstellungen/Möglichkeiten der Halter gewährt.
    Also nicht die Zeiten nach dem Bundesurlaubsgesetz.
    Und für den Krankheitsfall soll ich die Kosten für Ersatzpersonal tragen.
    Bin Jahrgang 1944.
    Rechtsbeistand ist eingeleitet !

  3. Dietbert Arnold sagt:

    Hallo Heinz,

    das hört sich ja so an, als wenn Du als Leibeigener behandelt wirst. Das ist ja fürchterlich. Dass Du Dir Rechtsbeistand organisiert hast ist ein großes Glück.

    Du schreibst:
    „Das wohnen auf dem Grundstück ist durch eine niedrige Miete vereinbart.
    Nennt sich wohl Geldwerter Vorteil.“
    Stimmt. Bedeutet aber, dass Du diesen Vorteil als Lohn versteuern musst und der Arbeitgeber das als Miet- Einnahmen angeben muss. Du siehst, das ist ein tiefgehendes Schiff. Arbeitsrechtlich und steuerrechtlich.

    Natürlich hast Du laut Gesetz eine sechswöchige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Darüber brauchen wir überhaupt nicht diskutieren. Gesetze gelten auch in Pferdeställen. Die Lohnfortzahlung gibt es selbst für geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer. Ebenso hast Du den gesetzlich Dir zustehenden Urlaubsanspruch, natürlich bei voller Entlohnung.

    Dass von Dir verlangt wird, Du sollst für Deine Krankheitsvertretung aufkommen, ist einfach nur mies und schon beinahe kriminell. Es könnte sogar sein, dass Dein Arbeitgeber einen Ausfalllohn von der Krankenkasse bekommt, um eine Vertretung für Dich einzustellen. Dann würde der sogar noch verdienen, wenn Du krank bist. Einmal das Ausfallgeld und dann noch Deine „Strafzahlung“.

    Ich kann Dir keinen weiteren Rat geben, da ich nichts über Dein Arbeitsverhältnis weiß und somit schwer etwas beurteilen kann. Ebenso möchte und darf ich Dir keine Rechtsauskunft geben.

    Ich weiß, dass alle, die Deine Zuschrift jetzt gelesen haben, entsetzt sind, was es in Deutschland noch so gibt und wie manche Menschen ihre Mitmenschen noch so ausbeuten, wie zur Kaiserzeit. Selbst zu Bismarcks Zeiten war das schon besser geregelt worden. Wir alle drücken Dir die Daumen, damit Du Dich erfolgreich wehren kann. Schreibe uns einmal gelegentlich, wie es ausgegangen ist.

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