Bezahlung

Geld gross

Auszubildende müssen gem. Berufsbildungsgesetz (BBiG) angemessen entlohnt werden. Als angemessen gilt, was die regionalen Tarifpartner in der Landwirtschaft für Azubis vereinbart haben. Nur dann dürfen die Zuständigen Stellen den Ausbildungsvertrag überhaupt eintragen. In den jeweiligen Bundesländern gelten die nachstehenden Regelungen. Ebenso findet Ihr hier ganz unten die sog. Sachbezüge, also die gesetzlich für ganz Deutschland festgelegten Abzüge für Wohnen und Essen.

Wappen_Niedersachsen

Azubivergütung im Bereich Landwirtschaftskammer Niedersachsen 

 ab 1.11.13  
1. Ausb.- Jahr€ 615
2- Ausbild.- Jahr€ 665
3. Ausb.- Jahr€ 715

Überstunden, also wenn die tarifliche Arbeitszeit überschritten wird, muss die Mehrarbeit mit einem Zuschlag von 25% entlohnt werden!  Für Arbeit an Sonn- und nicht lohnfortzahlungspflichtigen Feiertagen gibt es ein Zuschlag von 50 %, für Arbeiten an bezahlten gesetzlichen Feiertagen in Höhe von 150 %.

  • Urlaubsgeld: 7,00 EUR/ Tag
  • Prämie Bestehen Zwischenprüfung mit 2 und besser: 150,00 EUR
  • Prämie Bestehen Abschlussprüfung mit 2 und besser: 250,00 EUR
  • Weihnachtsgeld:  205,00 €

 Wappen_Bayern

Tarifvertrag über Ausbildungsvergütungen in der Land- und Forstwirtschaft in Bayern

Ausbildungsvergütungen ab 01.04.2013
unter 18 J. über 18 J.
1. Ausbildungsjahr 520.- € 600.- €
2. Ausbildungsjahr 580.- € 660.- €
3. Ausbildungsjahr 640.- € 720.- €

Ab 1. Juli 2014 gibt es dann für 18+ Jahre im ersten Ausbildungsjahr 630 Euro, im zweiten 690 Euro und im dritten 750 Euro.

  •  Die Arbeitszeit beträgt 40 h/ Woche.
  • Überstunden sollten vorrangig durch zusätzliche Freizeit (1 Überstunde = 1 1/4 Freizeitstunde) ausgeglichen werden. Geht das nicht, muss 1/100 der monatlichen Bruttovergütung für jede Mehrarbeitsstunde bezahlt werden.
  • Das Weihnachtsgeld wird in jedem Ausbildungsjahr gezahlt und beträgt 76,70 je Jahr.

Wappen_RLP

Endlich gibt es nun auch im letzten Bundesland in Deutschland einen Auszubildendentarifvertrag für Landwirte und Pferdewirte in Rheinland- Pfalz!

 ab 1.8.13  
1. Ausb.-Jahr€ 495
2. Ausb.-Jahr€ 550
3. Ausb.- Jahr€ 590

Wappen Baden_Württemberg

Der Arbeitgeberverband der Land- und Forstwirtschaft in Baden-Württemberg und der landwirtschaftliche Arbeitgeberverband für Südbaden haben mit der Industriegewerkschaft Bauen – Agrar – Umwelt -Bundesvorstand- im Gehaltstarifvertrag vom 23.03.2011 folgende geltende Ausbildungsvergütung (monatlich, brutto) vereinbart:

 ab 1.7.14  
1. Ausb.- Jahr€ 620
2. Ausb.- Jahr€ 675
3. Ausb.- Jahr€ 730

  • Auszubildende über 18 Jahre erhalten 5,42 € brutto je Mehrarbeitsstunde 
  • Auszubildende unter 18 Jahre dürfen keine Überstunden machen!
  • Urlaubsgeld: € 6,14 täglich.

Wappen_NRW

Tarifliche Ausbildungsvergütungen für Pferdewirtazubis in NRW

 ab 1.8.14  
1. Ausb.- Jahr€ 630
2. Ausb.- Jahr€ 660
3. Ausb._ Jahr€ 710

Hinweis: Lt. Tarifvertrag erhalten auch Auszubildende je Urlaubstag ein Urlaubsgeld von 3,58 € je Urlaubstag und Weihnachtsgeld 102,26 €. Beides wird zusammen mit der Vergütung ausgezahlt. Durch die Auszahlung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes erhöht sich die für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge und Steuern maßgebliche Bruttovergütung

Wappen _Brandenburg

Die monatliche Ausbildungsvergütung beträgt für Auszubildende in Brandenburg:

 ab 1.7.14  
1. Ausb.- Jahr€ 540
2. Ausb.- Jahr€ 590
3, Ausb,_ Jahr€ 675

Überstunden bei volljährigen Azubis müssen mit mindestens 7 EUR/h brutto vergütet werden. Minderjährige Azubis dürfen keine Überstunden leisten!

Wappen_Hessen

Tarifliche Ausbildungsvergütungen für Pferdewirtazubis in Hessen

Die monatlichen Vergütungen betragen ab dem 01.08.2012

 

unter 18 Jahre

über 18 Jahre

im 1. Ausbildungsjahr

555,00 €

570,00 €

im 2. Ausbildungsjahr

610,00 €

630,00 €

im 3. Ausbildungsjahr

655,00 €

675,00 €

     Die monatlichen Vergütungen betragen ab dem 01.08.2013

 

unter 18 Jahre

über 18 Jahre

im 1. Ausbildungsjahr

570,00 €

585,00 €

im 2. Ausbildungsjahr

625,00 €

645,00 €

im 3. Ausbildungsjahr

670,00 €

690,00 €

 Achtung: 

Auszubildende, die in ihrem Berufsschulzeugnis einen Notendurchschnitt von

  • besser als die Note „befriedigend“ (3,0) erreicht haben, erhalten eine Leistungsprämie je Zeugnis in Höhe von 45,00 € (50,00 € ab 1.8.13)
  • besser als die Note „gut“ (2,0) erreicht haben, erhalten eine Leistungsprämie je Zeugnis in Höhe von 75,00 € (100,00 € ab 1.8.13)
  • Urlaubsgeld 2,80 € je Werktag oder 3,30 je Arbeitstag
  • Weihnachtsgeld 77,00 €

Wappen_SchleswigHolstein

Tarifliche Ausbildungsvergütungen für Pferdewirtazubis in Schleswig- Holstein

 ab 1.3.13  
1. Ausb.- Jahr€ 600
2. Ausb.- Jahr€ 650
3. Ausb.- Jahr€ 700

Für jeden Urlaubstag erhält der Auszubildende 6,14 € Urlaubsgeld. Dieser Betrag wird nicht mit dem Kostgeld verrechnet.

Wappen_SachsenAnhalt

Tarifliche Ausbildungsvergütungen für Pferdewirtazubis in Sachsen- Anhalt

 ab 1.7.13  
1. Ausb.- Jahr€ 600
2. Ausb.- Jahr€ 650
3. Ausb.- Jahr€ 700

Wappen_Sachsen

 

Tarifliche Ausbildungsvergütungen für Pferdewirtazubis in Sachsen

 ab 1.9.14  
1. Ausb.- Jahr€ 560
2. Ausb.- Jahr€ 600
3. Ausb.- Jahr€ 660

Zusätzlich wurde für die Auszubildenden ab 1. September 2013 ein monatlicher Leistungsbonus vereinbart, der nach Ausbildungsjahren gestaffelt ist und fällig wird, sofern der Notendurchschnitt (Theorie und Praxis) 2,5 und besser ist. Er beträgt im ersten Ausbildungsjahr 60 Euro, im zweiten 65 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 70 Euro.

 Wappen_Thüringen

Azubivergütung im Bereich Zuständige Stelle Thüringen

 ab 1.8.14  
1. Ausb.- Jahr€ 530
2. Ausb.- Jahr€ 570
3. Ausb.- Jahr€ 640

 

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Bundesweit gelten folgende Sachbezüge (Abzüge für Kost und Logis)

Verpflegung, Unterkunft und Wohnung als Sachbezug 2015 gemäß der Sozialversicherungsentgeldverordnung (SvEV) für Auszubildende

monatlich EUR täglich EUR
Verpflegung+Unterkunft 392,10 Zimmer im Arbeitgeberhaushalt

425,55 in separater Wohnung

13,07

14,19

Unterkunft incl. Heizung, Beleuchtung 156,10 Zimmer im Arbeitgeberhaushalt

189,55 in separater Wohnung-40%

5,20

6,32

Verpflegung gesamt 236,00 7,87
  • Frühstück
50,00 1,67
  • Mittagessen
93,00 3,10
  • Abendessen
93,00 3,10
  • Wird die Verpflegung nicht in Anspruch genommen (Krankheit, Berufsschule, Urlaub, Deula, usw.) ist der jeweilige Betrag auszuzahlen, z.B. EUR 4,63 am Berufsschultag, wenn Frühstück und Mittagessen nicht im Betrieb eingenommen werden.
  • In einer WG mit 2 Personen wird 40%, mit 3 Personen 50% von der Unterkunft abgezogen.
  • Die Sachbezüge der Azubis dürfen nicht 75% des Bruttolohnes übersteigen!
  • Gegen den Willen eines Azubis dürfen keine Sachbezüge angerechnet werden.
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Aktuelle Fassung s. „Gesetzliche Grundlagen“

12 Kommentare zu Bezahlung

  1. Christina Müller sagt:

    Guten Tag!

    Können Sie mir sagen, wo ich den geltenden Tarifvertrag für Pferdewirte und Azubis in Niedersachsen bekommen kann? Dabei interessiert mich besonders die gesetzliche Vergütung von Überstunden. Seit wann gibt es die Prämie für gute Leistungen in der Prüfung?

  2. Dietbert Arnold sagt:

    Hallo Christina,

    den landwirtschaftlichen Tarifvertrag bekommst Du bei den Tarifparteien, das sind in Niedersachsen die IG Bauen Agrar Umwelt und der Arbeitgeberverband Agrar, Genossenschaften, Ernährung Nordwest e.V..

    Wenn die reguläre Arbeitszeit (wahrscheinlich 40 h/Woche, das steht aber exakt in Deinem Ausbildungsvertrag) überschritten ist, dann muss in Niedersachsen ein Aufschlag von 25% gezahlt werden. Es darf aber ein Arbeitszeitkonto geführt werden, bedeutet mal mehr oder mal weniger, je nach Arbeitsanfall. Die reguläre Jahresarbeitszeit beträgt 2088 h.

    Übrigens: Ein Tarifvertrag besteht immer aus drei Teilen: 1. Tarifvertrag für Azubis 2. Rahmentarifvertrag und 3. Lohn- und Gehaltstarifvertrag.

    Die Prämien für Note 2 und besser in Zwischenprüfung (150,00 EUR) und Abschlussprüfung (250,00 EUR) gibt es mindestens seit 1.11.12.

    Weiter ist ein Urlaubsgeld von 7,00 EUR/ Urlaubstag und ein Weihnachtsgeld von 205,00 EUR zu zahlen.

    Reichen Dir die Infos? Sonst wende Dich noch einmal hier an da Forum oder die IG Bauen Agrar Umwelt

  3. Steffi sagt:

    Hallo,

    können Sie mir sagen was man in Baden Württemberg als ausgelernter Pferdewirt verdient? Und macht es dabei einen Unterschied ob Haltung und Service oder Reiten?

    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüssen

    Steffi

    • Dietbert Arnold sagt:

      Hallo Steffi,

      für ausgelernte Pferdewirte und Pferdewirtschaftsmeister gibt es keine verbindlichen Tarife. Einzige Ausnahmen sind die staatlichen Landgestüte. Weshalb gibt es keine Tarife im Pferdewirtbereich? Ganz einfach: Es sind zu wenig Mitarbeiter Mitglied in der Gewerkschaft und auch zu wenig Betriebe in einem Arbeitgeberverband. Nur wenn Mitarbeiter einerseits und Betriebe andererseits organisiert sind, dann können Tarifverträge geschlossen werden. Da die meisten Pferdewirte zwar Hungerlöhne bekommen aber dennoch zu stolz sind, sich in einer Gewerkschaft zu organisieren, wird sich die Situation nicht ändern.

      Folglich kann ich Dir jetzt gar keine Antwort geben. Du musst Deine Entlohnung, Arbeitszeit und den Urlaub Auge in Auge mit Deinem Chef aushandeln. Vergiss dabei nie, was Du wert bist. Und eines solltest Du wissen: Jeder Stundenlohn unter 12,50 (aktualisiert Dez. 2016) brutto je Stunde wird dazu führen, dass Du als Rentnerin so arm sein wirst, dass Du vom Staat unterstützt werden musst. Der gesetzliche Mindestlohn ist ab nächstem Jahr 8,50 brutto je Stunde. Anders ausgedrückt: Als Rentnerin wirst Du trotz eines Stundenlohnes von 12,50 brutto je Stunde nie mehr als Hartz 4 erhalten. Ich persönlich würde Dir nicht raten, einen Arbeitsvertrag als professionell ausgebildete Pferdewirtin zu unterschreiben, der weniger als 12,50 brutto je Stunde vorsieht, denn Du ackerst 40 Jahre und landest danach in bitterer Armut. Da ist es besser in jungen Jahren nach Alternativen zu suchen, die eine menschenwürdige Alternative bieten. Weiterbildung, Fortbildung und auch weitere Ausbildung an einer Universität ist der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit und Armut, das beweisen alle Zahlen.

      Hier findest Du noch weitere Beiträge:
      http://www.igbau.de/Vergiss_nie_was_Du_wert_bist.html
      http://pferdewirtpruefung.de/wordpress/?p=831#comment-3285
      http://pferdewirtpruefung.de/wordpress/?s=Gehaltsempfehlungen

  4. tina sagt:

    guten tag,

    gibt es eine tarifliche regelung hinsichtlich der bezahlung, wenn ich nach meiner abgeschlossenen ausbildung zum pferdewirt haltung&service noch das bereiterjahr mache?

  5. Dietbert Arnold sagt:

    Hallo Tina,

    mit der Bekanntgabe der bestandenen Prüfung durch den Prüfungsausschuss bist Du Pferdewirtin. Damit ist Dein Berufsausbildungsvertrag ausgelaufen und Du unterliegst keinem Tarifvertrag mehr. Woher das kommt? Ganz einfach, im Beruf Pferdewirt sind so wenig Mitglieder ihrer Gewerkschaft, dass kein Tarifvertrag zustande kommt. Folglich können die Arbeitgeber machen, was sie wollen. Und das tun sie dann auch. Damit Wild- West in der Berufsausbildung einigermaßen vermieden wird, haben die Zuständigen Stellen in Deutschland entschieden, dass hilfsweise der landwirtschaftliche Ausbildungs- Tarif auch für Pferdewirtauszubildende gilt. Ist allerdings der Berufsausbildungsvertrag beendet, gilt wieder nur noch Wild- West.

    Du hast als fertige Pferdewirtin jetzt zwei Möglichkeiten, einen weiteren Abschluss in einer weiteren Fachrichtung zu erlangen.

    1.
    Du schließt einen weiteren Berufsausbildungsvertrag für die weitere Fachrichtung ab. Zwei Jahre werden Dir gemäß Verordnung anerkannt und der Vertrag dauert ein Jahr. Du bist wieder Azubi, es gilt der landwirtschaftliche Tarifvertrag, und Du musst das Gehalt im dritten Ausbildungsjahr bekommen. Die Prüfungsgebühren muss Dein Ausbildungsbetrieb bezahlen.
    2.
    Du suchst Dir nach der Berufsausbildung Haltung&Service eine Pferdewirt- Stelle. Du verlangst den Lohn einer fertigen Pferdewirtin, dass sollte mindestens 10,50 brutto je Stunde sein. Du musst das aushandeln und im Arbeitsvertrag festlegen, weil es keine Tarife im Wild- West- Bereich Pferdewirt gibt. Du sorgst dafür, dass Du Dich reiterlich weiterbilden kannst. Nach frühestens 1,5 Jahren kannst Du Dich als Externe gem. § 45.2 BBiG zur Prüfung Klassische Reitausbildung anmelden. Die Kosten von ca. 1.500 EUR musst Du bezahlen.
    3. Oder Du findest eine Kombination: Schließlich bist Du fertige und geldbringende Pferdewirtin. Lediglich beim Reiten brauchst Du Ausbildung. Folglich bist Du mehr wert als eine Auszubildende und Du handelst mit Deinem Ausbildungsbetrieb einen höheren Lohn aus. Die Zuständige Stelle bemängelt niemals ein höheres Auszubildendengehalt.

    So, jetzt ein ganz wichtiger Hinweis an Dich: DU bist fertige Pferdewirtin und bekommst während Deiner weiteren Ausbildung lediglich nur Azubilohn. Also Fachkraft zum Billiglohn. Da gibt es schon eine Menge Betriebe, die Dich als Fachkraft nutzen und die Ausbildung ausversehen ganz vergessen. Qualität für lau! Mache unbedingt vor der Unterschrift unter einen weiteren Ausbildungsvertrag ganz genaue Vereinbarungen ab, welche und wie viele Pferde Du täglich reiten kannst und wie viele Stunden davon auch Unterricht sind. Bei den Pferden musst Du unbedingt darauf achten, dass es Lehrpferde sind, die sicher L und M gehen können. Nur junge Pferde zu reiten, reicht zur Prüfungsvorbereitung nicht aus. Und dann noch ein Hinweis: Die Ausbildung zu Pferde muss in Dressur und Springen erfolgen. Wird auch gerne vergessen.

    Jetzt, Tina, solltest Du wissen, worauf es ankommt. Und vielleicht hast Du auch mal gesehen, wie wichtig es ist, sich in einer Gewerkschaft zu organisieren. Ohne Gewerkschaft keine Tarife und ohne Tarife Wild- West.

  6. Nina sagt:

    Was für mich zum Thema Bezahlung noch wichtig wäre zu wissen: Beziehen sich die angegebenen Zahlen auf das Brutto- oder Nettogehalt?

    Vorab bereits besten Dank für die Hilfe!

  7. Dietbert Arnold sagt:

    Hallo Nina,

    bei allen diesen Angaben, hier und beim Mindestlohn, aber auch im Arbeitsvertrag werden immer Bruttolöhne genannt, weil ja niemand wissen kann, wie hoch bei Dir gerade die Abzüge (Sozialversicherungen und Steuern) sind.

  8. Ute Weissinger sagt:

    Mich würde mal interessieren was ein Ausbildungsbetrieb für eine Boxen Miete( monatlich )verlangen darf von einen Lehrling ? Das gleich geht für Nennungen auf Turniere ? Da wir selber Lehrling in einen Handwerksbetrieb ausbilden bin ich über diese ganze Ausbildung sprachlos. ohne die Finanzielle Mithilfe der Eltern wäre das gar nicht möglich. Ganz zu schweigen von den Stunden und der Bezahlung. Warum wird danach nicht richtig geschaut?

    • Anja Dechent sagt:

      Dieser Frage möchte ich mich anschließen : Wie kann es sein, dass unzählige Auszubildende auch bei namhaften Ausbildern unter unsäglichen Arbeitsbedingungen zu leiden haben, ohne dass hier von Verbänden, der FN oder zuständigen sozialen Behörden nicht die Spur eines kritischen Einschreitens zu erkennen ist ?!

  9. Dietbert Arnold sagt:

    Deine Frage, Ute, lässt sich ganz klar beantworten: Die Ausbildung in einem Beruf darf dem Azubi und natürlich auch seinen Eltern kein Geld kosten. Die Ausbildungsmittel müssen vom Betrieb kommen, so z.B. die Schutzbekleidung, die Arbeitsmittel, das erforderliche Werkzeug usw.. Massstab für die Ausbildung ist immer die Verordnung für den Beruf, also Pferdewirt in der Fachrichtung … . Das bedeutet, dass der Betrieb natürlich die entsprechenden Lehrpferde und den Unterricht dazu kostenfrei bieten muss. Der Ausbildungsbetrieb darf nicht verlangen, dass ein Azubi ein Pferd mitbringt und natürlich auch deshalb nicht die Einstellung des Pferdes sich bezahlen lassen. Der Ausbildungsrahmenplan schreibt nicht vor, dass Azubis zwingend in ihrer Ausbildung sich bei Turnieren vorstellen müssen. Folglich muss ein Betrieb auch nicht die Turnierteilnahme finanzieren oder dazu freistellen. Anders ist es natürlich, wenn der Betrieb wünscht oder verlangt, dass ihr Azubi ein Pferd bei einem Turnier vorstellt. Dann ist das natürlich Arbeitszeit. Wenn also ein Azubi ein Pferd mitbringen möchte, dann darf der Betrieb natürlich auch sich diese Dienstleistung bezahlen lassen. Ich weiß natürlich auch, dass es immer mal wieder Fälle gibt, dass „Ausbilder“ von den Eltern fordern, dass seine Azubis Pferde mitbringen müssen, die Pension und noch die Ausbildung des Pferdes berechnen. Natürlich wird kein Vertrag gemacht und im Nacherbin immer behauptet, dass die Eltern der Azubis den Betrieb regelrecht bekniet haben, Pferd und Ausbildung im Ausbildungsbetrieb zu haben und dafür gerne bezahlen wollen. Weil die Grauzone zwischen Dienstleistung und von den Eltern bezahlter Ausbildung ein echtes Problem ist, deshalb lehnen seriöse Ausbildungsbetriebe die Einstallung der privaten Pferde ihrer Azubis grundsätzlich ab. Das finde ich auch korrekt so. Ich rate immer, dass Azubis grundsätzlich ohne eigene Pferde in ihre Berufsausbildung gehen. Und dann muss ich auch mal sagen, ich verstehe Eltern nicht, die einfach mal STOP sagen bei solchen kriminellen „Ausbildern“ und die Konsequenzen ziehen. Dann wird eben ein anderer, seriöser Betrieb gesucht. Mit halbseidigen Ausbildern macht man keine Verträge. Ich verstehe das einfach nicht, ich habe doch eine Verantwortung meinem Kind gegenüber, das muss ich doch schützen. Meine Kindern muss ich doch ins Berufsleben begleiten, sie auch mal schützen. Übrigens: Damit warst nicht Du gemeint, aber ich habe Fälle erlebt, wo Eltern locker den Ausbildungsbetrieb bezahlt haben für die Ausbildung.

    Und damit komme ich gleich zu Anjas Anmerkung: Ja, es ist richtig, dass die Zuständigen Stellen ihrer gesetzlich zugewiesenen Aufgabe, die Berufsausbildung zu überwachen, nicht immer ausreichend erfüllen. Eigentlich gibt es einen Beschluss beim Hauptausschuss der Berufsbildung, dass jeder Betrieb mindestens einmal jährlich besucht werden muss. Ebenso muss jeder Azubi bei der Eintragung des Berufsausbildungsvertrag einen individuellen Ausbildungsplan bekommen, in dem steht, wann wer was lernen muss. Diesen Ausbildungsplan verlangen die Zuständigen Stellen meistens aber nicht und so können sie auch nicht kontrollieren, ob eine Berufsausbildung auch regelgerecht abläuft und alles vermittelt wird, was dann auch in der Abschlussprüfung verlangt wird. Jetzt kommt das kleine, aber bedeutende Wörtchen ABER. Die Pferdewirte und deren Azubis haben es nicht nötig, sich ihrer Gewerkschaft Bauen, Agrar Umwelt (IG BAU) anzuschließen. Ich bin da ehrenamtlich tätig, engagiere mich dort (Deshalb weiß ich das hier, deshalb betreibe ich diese Webseite). Nur ich treffen dort bei meiner Gewerkschaft kaum Pferdewirte bzw. die Pferdewirtazubis. Folglich kann die Gewerkschaft auch keine Mitglieder, die Pferdewirte sind, unterstützen, so z.B. durch Aktionen, Treffen, Fortbildungen, Öffentlichkeitsarbeit, Beratungen und natürlich Rechtsschutz. Und das ist einfach nur doof, denn alle Statistiken sagen, dass in den Berufen, in denen die Mitarbeiter zahlreich in einer Gewerkschaft organisiert sind, wesentlich mehr verdient wird, mehr Urlaub gewährt wird und es humane Arbeitszeiten sowie eine deutlich bessere Berufsausbildung gibt. Auch hier ist die Statistik ganz eindeutig. Branchen, in denen sich die Mitarbeiter in ihren Gewerkschaften engagieren, haben nur halb so viel Ausbildungsabbrecher wegen schlechter Ausbildung als Branchen ohne Einfluss einer Gewerkschaft. So, Anja, jetzt weißt Du, warum bei den Pferdewirten so viel schief geht: Weil sich die Pferdewirte nicht wehren!

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