Berichtsheft neu schreiben?

n.n. schreibt:

Hallo,

ich habe noch eine Frage zum Thema Berichtsheft.

Bei uns im Betrieb fangen wir um 8 an und arbeiten bis mindestens 19 Uhr.

Wir reiten und longieren jeder täglich zwischen 6 und 9 Pferden.

Wir machen jeden Tag das absolut Gleiche.

Ich habe jetzt echte Probleme damit, mein Berichtsheft zu führen.

Ich musste es gestern abgeben. Ich habe nun in die Wochen- bzw. Tätigkeitsberichte Themen wie Mähne verziehen, Einflechten, Lederpflege und im Endeffekt Bereiche der Richtlinien geschrieben. Also die GGA erläutert, Sättel erklärt, Sitzfehler usw. Nun soll ich alles nochmal neu machen obwohl im hinteren Teil des Berichtsheftes sogar steht, dass man über so etwas schreiben kann.

Was ist denn  jetzt richtig? Muss alles nochmal neu geschrieben werden?

Dietbert Arnold antwortet:

Die Antwort von mir gliedert sich in zwei Teile.

  1. Für die Zulassung zur Abschlussprüfung benötigst Du keine Erfahrungsberichte und auch der Betriebsteil hinten ist nicht notwendig. Zur Zulassung zur Prüfung benötigst Du nur einen Ausbildungsnachweis und kein Berichtsheft. Das ist Fakt. Mehr findest Du unter dem Button „Ausbildungsnachweis„.
  2. Natürlich kann ein Ausbilder im Rahmen seiner Ausbildung von Dir verlangen, dass Du Erfahrungsberichte schreiben musst. Das können z.B. Leittexte sein oder auch die Auseinandersetzung mit Themen der tatsächlichen Ausbildung. Das ist natürlich viel sinnvoller, wenn Du Dich mit dem tatsächlich erfolgtem Reitunterricht am Tage x auseinandersetzt, als wenn Du die Richtlinien eigentlich nur neu abschreibst. Aber, jetzt kommt der Punkt: Ein Ausbilder kann nur die Ausarbeitung der Erfahrungsberichte verlangen, wenn es Ausbildung ist und die während der Arbeitszeit stattfindet. Hausaufgaben gibt es in der Berufsausbildung im Betrieb nie!
  3. Wieso hat Dein Ausbilder eigentlich noch nie vorher was gesagt. Er ist doch verpflichtet, das Berichtsheft bzw. den Ausbildungsnachweis monatlich zu kontrollieren. Ich habe eher den Eindruck, Dein Ausbilder will noch kurz vor der Vorlage des Berichtsheftes bei der Kammer und bei den Prüfern sein Ansehen hübschen. Nichterfolgte Ausbildung kaschieren. Schön den sauberen Eindruck wahren. Außen hui, innen pfui!

Also, Du siehst, eine klare Antwort aber eine schwere Entscheidung von Dir, Dich durchzusetzen. Eines aber Darfst Du nicht tun: Märchen in das Berichtsheft schreiben. Immer schön bei der Wahrheit bleiben, es ist ein Dokument und Du haftest mit Deiner Unterschrift. Stelle Dir mal vor, Du unterschreibst im Berichtsheft, wie viele Ausbildungseinheiten Du bekommen hast und beklagst Dich anschließend, dass Du wegen mangelnder Ausbildung durch die Prüfung gefallen bist.

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