Was müssen Pferdewirte verdienen?

Grundsicherung
Für gute Arbeit muss es faire Löhne geben, die ein würdevolles Alter erlauben.

Die Grundsicherung beträgt derzeit 676 Euro. Wer weniger verdient, hat Anspruch auf Hilfe vom Staat. Um genau diese Rente im Alter zu bekommen, müsst Ihr 45 Jahre genau 9,47 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung verdienen.

Alle diejenigen, die weniger verdienen, und das sind die meisten Pferdewirte, werden im Alter so arm sein, dass sie ohne Hilfe des Staates nicht überleben können und werden niemals mehr als 676 Euro zur Verfügung haben.

Wer ein Leben lang 10,36 € brutto je Stunde verdient, gilt zwar offiziell nicht mehr als arm, bekommt deshalb kein Geld zum Lebensunterhalt vom Staat, bezieht aber dennoch nur einen sog. Niedriglohn.

Ein Großteil der Pferdewirte wird, obwohl durchgehend 45 Jahre erwerbstätig, auf die Hilfe des Staates angewiesen sein. Armut ist vorprogrammiert, obwohl ein Leben lang gerackert.

Alle diejenigen übrigens, die miserable Stundenlöhne durch Schwarzarbeit (Beritt, Provisionsprozente, Reitunterricht, usw.) aufgepeppt haben, werden im Alter erfahren müssen, dass Einkommen aus Schwarzarbeit zwar kurzfristigen Luxus bringen, im Alter aber leider auch schwarz bleiben und zu bitterer Armut führen.

Was bedeutet das für Euch: Arbeitet nicht unter einem Stundenlohn von 10,50 brutto je Stunde. Alles andere führt in bittere Armut. Das solltet Ihr wissen.

*Alle Daten mit Stand 2013

 

8 Antworten auf „Was müssen Pferdewirte verdienen?“

  1. hallo. ich habe eine frage, meine tochter ist im 3 lehrjahr
    wie sieht es hier mit entlohnung für überstunden und feiertagsarbeit aus. ich finde nirgends einen tarif dafür. sie hat einen ausbildungsvertrag mit eh schon 47 std. bei 5,5 tagen. und muß der arbeitgeber weihnachtsgelg zahlen?

    1. Sage mal eben kurz, Uta, in welchem Bundesland Deine Tochter lernt? Und dann schaue bitte genau in den Ausbildungsvertrag, wie viele Stunden im Ausbildungsvertrag vereinbart sind. Dann kann ich Dir mehr sagen.

  2. Hallo Uta,

    jetzt aber: Deine Tochter ist volljährig. Also gelten alle Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes (findest Du bei >Gesetzliche Grundlagen oben im Menü). Grundsätzlich gilt, dass der Samstag ein Werktag ist und dass regelmäßig nicht mehr als 8 Stunden gearbeitet werden darf. Merke: Pausen sind keine Arbeitszeit, Berufschule ist Arbeitszeit! Weil diese Grundsätze so gelten, sagt das Arbeitszeitgesetz, dass von Mo – Sa je 8h, also max. 48h/Woche, gearbeitet werden darf. Im Einzelfall dürfen auch 10 h gearbeitet werden, aber im Durchschnitt eines halben Jahres dürfen die 8h/Tag nicht überschritten werden. In der Landwirtschaft, wie auch z.B. im Krankenhaus oder bei der Bahn, wird auch an Sonn- und Feiertagen gearbeitet. Das ist legal. Aber nur, wenn die Mitarbeiter für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen Ersatzruhetage bekommen. Merke: Heiligabend und Sylvester sind nur halbe Arbeitstage. Dennoch müssen zwei Sonntage im Monat frei sein, auch bei Wochenendarbeit.

    Jetzt gibt es aber mehrere Fragen, warum die Landwirtschaftskammer Schleswig- Holstein als Zuständige Stelle den Ausbildungsvertrag so eingetragen hat:

    1. Gem. § 11 Berufsbildungsgesetz muss im Ausbildungsvertrag die regelmäßige, tägliche Arbeitszeit/ Ausbildungszeit verbindlich vereinbart werden. Das ist bei Euch nicht der Fall! Das ist ein klares Versäumnis der Zuständigen Stelle, die hätte hier eingreifen müssen! Das ist deren Aufgabe!

    2. Die Eintragung 47h bei 5,5 Tagen ist nicht nachvollziehbar. Ich habe mir einfach mal einen Bleistift und ein Blatt Papier genommen und komme beispielsweise zu folgendem Ergebnis: Mo – Fr maximal je 8h = 40h/Woche + Sa (1/2 Arbeitstag) max. 4 h. Das macht zusammen 44h/Woche und nicht 47h/Woche. Die Zeitangabe im Ausbildungsvertrag widerspricht ganz klar dem Arbeitszeitgesetz und die Zuständige Stelle in Schleswig- Holstein muss sich fragen lassen, warum sie solche Verträge dennoch einträgt und nicht korrigiert.

    Ein Anspruch auf Weihnachtsgeld besteht nicht. Leider. Dafür aber Urlaubsgeld: 6,14 Euro/Urlaubstag. Kontrolliere bitte auch, dass Deine Tochter im 3. Ausbildungsjahr mindestens 720.- Euro (ab 1.3.13) erhalten muss.

    Überstunden müssen nur gemacht werden, wenn ein Notfall herrscht (Sturmflut, Schneechaos, usw.) Die anstehende Geburt ist kein Notfall, das ist planbar. Wenn Überstunden gemacht werden, dann müssen sie entweder entlohnt oder durch Freizeit ausgeglichen werden. Zuschläge sind z.B. bei Bauberufen üblich, aber nicht Pflicht.

    Zum Urlaub: Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage. Werktage sind die Tage Mo bis Sa. Auf den Urlaub darf nicht verzichtet werden. Schaue bitte auch hier auf das >Mindesturlaubsgesetz im obigen Menü >Gesetzliche Grundlagen.

    Was soll ich Dir jetzt raten? Sicher wollt Ihr vor den Prüfung keinen Zoff. Richtig, den hättet Ihr viel eher machen müssen und der Kammer aufs Dach steigen müssen. Zwei Sachen solltet Ihr nach meiner Erfahrung tun:
    1. Deine Tochter tritt sofort in die IG Bauen Agrar Umwelt ein. Dort hat sie als Mitglied natürlich den vollen Service, wie Rechtsberatung und natürlich auch Rechtsschutz.
    2. Ihr ladet Euch sofort das Ausbildungsnachweis- Formular (> Ausbildungsnachweis im obigen Menü) herunter und füllt das täglich ganz sorgfältig aus. Ist nicht viel Arbeit. Warum? Ganz einfach: Auch noch mehrere Wochen nach der Prüfung habt Ihr das Recht, gegen den Ausbildungsbetrieb vorzugehen und schlichtweg den entgangenen Lohn nachzufordern. Auch über eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Landwirtschaftskammer Schleswig Holstein könnt Ihr nachdenken. Wenn Ihr einen Kontakt zur IG Bauen Agrar Umwelt braucht, helfe ich Euch gerne.

    Mal eine ganz andere Frage: Haben die denn in der Berufsschule in Futterkamp nicht das Mindesturlaubsgesetz, die Arbeitszeitordnung und das Berufsbildungsgesetz durchgesprochen? Eigentlich sollte Deine Tochter doch schon davon gehört haben?

    Viele liebe Grüße und einen frohen 1. Advent

  3. Vielen Dank erstmal, werde das die nächsten Tage mit meiner Tochter in Ruhe besprechen und mich dann noch mal melden. Vielen dank für die ganzen Informationen und Hilfe. Uta

  4. eintritt in die gewerkschaft wird mit sicherheit zum we. erfolgen. aber eine frage hätte ich noch, bei überstunden wie hoch muß da die finanzielle entlohnung sein? genauso bei feiertagsarbeit. in freizeit abgelten geht nicht da sie schon fast keine möglichkeit hat ihren urlaub zu nehmen. zur zeit ist sie am überlegen nicht doch noch zu probieren für die letzten monate einen neuen betrieb zu suchen.

  5. Versucht auf jeden Fall den Freizeitausgleich. Zur Not einfach vor der Prüfung entsprechend lange wegbleiben und lernen. Überstunde- und Feiertagszuschläge sind nicht gesetzlich vorgeschrieben und sind nur in Tarifverträgen geregelt. Wie das im landwirtschaftlichen Tarifvertrag für Azubis geregelt ist und ob der für Euch gilt, dass sagt Euch der Rechtschutzsekretär/in in SH.

    Das mit dem Wechseln ist kurz vor der Prüfung nicht so einfach. Das Problem ist, dass den Letzten die Hunde beißen, zahlt nämlich die Prüfung.

    Viele liebe Grüße und schreibe uns mal, wie es ausgegangen ist.

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