Über Überstunden

Es gibt wohl kaum ein Thema, welches lernende oder ausgelernte Pferdewirte mehr betrifft: Die Überstunden!

Hier die ganze Wahrheit über Überstunden

  • Grundsätzlich legt ein Arbeitsvertrag bzw. Berufsausbildungsvertrag fest, wie viele Stunde ein Mitarbeiter in der Woche leisten muss. Ist die wöchentliche Arbeitszeit nicht angegeben, nimmt man eine 40-Stunden-Woche an. Mehr als 48 Stunden je Woche dürfen nicht vereinbart werden. Sollte doch, dann ist das nicht gültig, da sittenwidrig.
  • Arbeitnehmer und Auszubildende sind nicht verpflichtet, Überstunden zu leisten, wenn hierzu keine Regelung im Arbeitsvertrag steht. Also: Arbeitgeber können nicht generell Überstunden anordnen!
  • Nur in Notfällen dürfen Arbeitgeber Überstunden anordnen. Dabei muss es sich wirklich um Notfälle handeln, mit Gefahr für Leib und Leben oder dem Verlust hoher Sachwerte. Notfälle können nicht wöchentlich auftreten. Regulär anstehende Geburten sind normal, geplant und somit kein Notfall. Kolik, Verschlag und Vergiftung zählen sicherlich zu den Notfällen.
  • Einigen sich Arbeitgeber/Ausbilder und Mitarbeiter auf Überstunden, dann sind diese grundsätzlich zu entlohnen oder auf Wunsch des Mitarbeiters in Freizeit auszugleichen. Überstunden müssen nicht mit einem Zuschlag gezahlt werden, es gilt der normale Stundensatz. Bei Auszubildenden gehen die Ausbildungstarifverträge von einer Überstundenvergütung von ca. 7,50 €/h aus.
  • Nur leitende Angestellte müssen unbezahlte Überstunden leisten
  • Die maximale, normale Arbeitszeit darf höchstens 8 Stunden/Tag oder 48 Stunden/Woche betragen.
  • Arbeitgeber dürfen selbst bei Überstunden niemals länger als 10 Stunden/Tag oder 60 Stunden/Woche arbeiten lassen, selbst wenn die Überstunden korrekt bezahlt werden.
  • Verstöße gegen zu lange Arbeitszeiten ahndet das Gewerbeaufsichtsamt mit Ordnungsgeldern, bei Azubis zusätzlich die Zuständige Stelle. Es drohen dem Arbeitgeber und auch dem Ausbilder erhebliche juristische Konsequenzen: Pro Verstoß kann das Gewerbeaufsichtsamt Bußgelder bis zu 15.000 EUR verhängen. Wiederholungstätern und Unbelehrbaren rückt die Staatsanwaltschaft auf den Leib. Sogar Gefängnis für den Chef ist dann drin.
  • Klagen über zu hohe Arbeitsbelastungen sowie Nachforderungen über verweigerte Überstundenlöhne muss man grundsätzlich beweisen können. Arbeitnehmer sollten immer eine Liste der täglichen Arbeitszeiten führen, Azubis sind gut beraten, im Wochenbericht wahrheitsgemäß Dienstbeginn und Dienstende für jeden Tag zu notieren, die dann der Ausbilder abzeichnet.
  • Nach Ende eines Arbeitsverhältnisses ist max. 3 Monate Zeit, nicht gezahlte Überstunden einzufordern. Notfalls beim Arbeitsgericht. Danach sind diese Forderungen verjährt.
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2 Antworten zu Über Überstunden

  1. El Ähm sagt:

    Wie sieht es mit der Verjährung aus;
    welcher Schritt muss eingeleitet sein, um die Frist einzuhalten?
    Wie hat eine Forderung auszusehen? Was sollte sie beinhalten?

  2. Dietbert Arnold sagt:

    Ich darf aus rechtlichen Gründen keine Rechtsberatung geben. Die Rechtsschutzspezialisten der Gewerkschaft dürfen und können das. Also rein in die Gewerkschaft. Wäre aber besser gewesen, Du wärst schon drin, denn für den Rechtsschutz solltest Du schon ein halbes Jahr Mitglied gewesen sein. Rede mit den Kollegen in Deiner Region, vielleicht können Sie Dir doch helfen?

    Ansonsten brauchst Du einen Rechtsanwalt. Der kostet aber.

    Ohne Hilfe ist die Gefahr groß, dass Du Fehler machst und deshalb nur 2. Sieger bist.

    Ich wünsche mir, dass Du jetzt nicht nachlässt, Dich zu wehren, denn das machen zuviele und deshalb werden die Chefs immer dreister.

    Viel Glück und Durchhaltevermögen !

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