Meisterprüfung BaWü

  • Angelika

Ich hätte drei Fragen zur Meisterprüfung SP Z+H in BaWü.

Momentan bin ich auf dem ersten Lehrgang, nun kommt bei mehreren die Frage auf was denn nun eigentlich genaueres bei den Prüfungen abgefragt wird? Es wird ja nicht alles von den Lehrgängen abgefragt.

Was muss man denn reiten wenn man Westernreiten gewählt hat an der Prüfung?

Außerdem findet man nirgends irgendwelche Beispiele für Meisterarbeiten, nur damit man es sich mal ungefähr vorstellen könnte wie so was auszusehen hat? Hätte Sie da vielleicht Vorschläge?

  • Dietbert Arnold

Hallo Angelika,

Du bekommst spät eine Antwort. Das liegt daran, dass ich nicht an den Server komme, wenn ich unterwegs bin. Aber jetzt bist Du dran:

Die Meisterprüfungen und die Vorbereitungslehrgänge sind nicht gleich in Deutschland. Jede Zuständige Stelle, die auch die Meisterprüfung anbietet, hat eigene Regeln, um der Verordnung gerecht zu werden.

Wenn Du also Fragen zur Meisterprüfung hast, dann musst Du die Ausbildungsberater/in in BaWü fragen. Natürlich können die Dir beim Regierungspräsidium sagen, was geritten werden muss und wie sie mit Westernreiterinnen umgehen. Ich würde mir da keine Sorgen machen, denn Du bist nicht die erste Westernreiterin, die ihre Meisterprüfung ablegen möchte. Und dann weiß ich, dass es gerade in BaWü keine Vorurteile gegen das Westernreiten gibt. Das mag vor 20 Jahren mal so gewesen sein, die Zeiten sind aber längst vorbei.

Dann sind doch die meisten Referenten der Vorbereitungslehrgänge im Prüfungsausschuss und können so kompetent sagen, wie die Prüfung so ablaufen wird. Hast Du die denn mal gefragt?

Zur Meisterarbeit. In aller Regel sollte eine Meisterarbeit etwas mit der praktischen Arbeit in einem Pferdebetrieb zu tun haben. Besonders wertvoll ist die Meisterarbeit, wenn eine echte Fragestellung bearbeitet wird, die dann auch wirklich den Betrieb ein Stück weiterbringen könnte. Da ein Meister/in ja auch immer die Betriebsleiterqualifikation hat, sollte die Meisterarbeit auch immer den betriebswirtschaftlichen Aspekt beinhalten. Beispiel: Fütterung soll eventuell von Heu auf Silage umgestellt werden. Eine sehr gute Meisterarbeit beschreibt die derzeitige Situation, nennt die Ziele der Neuorganisation, diskutiert die Verdauungsphysiologie, die Rationsgestaltung und die Fütterungstechnik. Natürlich wird jetzt auch dargelegt, wie sich alte und neue Fütterung betriebswirtschaftlich darstellt (z.B. Deckungsbeitragsrechnung). Zum Schluss werden alle Vor- und Nachteile gegenseitig abgewogen und sich entschieden, die Fütterung zu belassen oder zu verändern. Das wäre jetzt eine Meisterarbeit, die den Betrieb wirklich nutzen könnte. Das honorieren Prüfer immer. Also suche eine tatsächliche Frage, die Du schon immer beantwortet haben wolltest.

  • Lohnt sich die Silagefütterung?
  • Lohnt sich ein zweiter Reitplatz?
  • Was müssen die Einsteller für eine Stunde Reiten in der Halle bezahlen?
  • Was kostet eigentlich das Weidepferd im Monat?
  • Welche Ersparnisse habe ich, wenn ich das Mischfutter nicht fertig kaufe sondern selber mische?
  • Was kostet eigentlich 100 kg Weidefutter (um die Kosten in der Rationsberechnung eintragen zu können)?
  • Was ist günstiger: Weidepflege selber oder vom Lohnunternehmen oder Maschinenring machen zu lassen?

Du siehst, da gibt es Themen ohne Ende. Wer neugiering ist und Fragen stellt, hat mit der Meisterarbeit überhaupt keine Sorgen.

So, Angelika, nutze die Zeit der Meisterprüfung um möglichst viel aufzunehmen, neue Ideen zu betrachten, neue Leute kennen zu lernen und trotz Prüfungsstress wirst Du hinterher sagen, das war eine ganz tolle Zeit. Ich denke noch gerne an die Lehrgänge zurück und freue mich immer wieder, die ehemaligen Meisterschüler wieder zu treffen. Genieße diese Zeit.

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