Kann ich als Quereinsteiger zur Prüfung?

  • Raffaela

Hallo!

Ich habe im August 2008 eine Lehre zur Bereiterin begonnen, die ich aufgrund massiver Differenzen mit dem Ausbildungsteam im März 2009 beendet habe (Ausfhebungsvertrag in beiderseitigem Einverständnis).

Ich habe vorher beriets eine abgeschlossene Berufsausbildung und Abitur gehabt, weshlab ich nur eine 2jährige, verkürzte Lehre machen durfte.

Bei der FN bin ich soweit beraten worden, dass ich das 1,5fache eines normalen Lehrlings, in meinem Fall also 3 Jahre ableisten muss, damit ich zur Prüfung zugelassen werde.

Die Zeit wäre also August diesen Jahres um. Ich habe seitdem lückenlos in diesem Berufsfeld gearbeitet, bis Mai in Form von Praktika, seit Beginn Mai bin ich selbstständig.

Nun meine Fragen: Wie werde ich zugelassen? Wo muss ich mich anmelden und gibt es Fristen? Habe ich somit auch schriftliche Prüfungen? 

Welche Kosten kommen auf mich zu und wie hoch sind diese? Wo muss ich meine Praktikumsbescheinigungen einreichen?

Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar, ich finde es nämlich alle andere als einfach, im Internet Informationen diesbezüglich zu bekommen!

  • Dietbert Arnold (2011)

Hallo Raffaela,

Du musst schon die richtigen fragen, wenn es um die Abschlussprüfung Pferdewirt geht. Die FN ist für die Berufsausbildung überhaupt nicht zuständig. Folglich sind die Angaben von dort überhaupt nicht verbindlich.

Deshalb der wichtigste Hinweis: Für alle verbindlichen Infos ist die Zuständige Stelle Deines Bundeslandes zuständig. Nur die dortigen Ausbildungsberater können Dich verbindlich informieren und auch sagen, ob Du eine Chance auf Zulassung zur Abschlussptüfung hast.

Rechtlich zuständig ist das Berufsbildungsgesetz  und dort der § 45.2. Dort findest Du die gesetzlichen Grundlagen für eine Zulassung zur Abschlussprüfung ohne reguläre Berufsausbildung.

Grundsätzlich gilt, dass Du die 1,5fache Zeit der regulären Berufsausbildung im Berufsfeld nachweisen musst. Anerkannt werden in aller Regel nur hauptberufliche Tätigkeiten. Nagewiesen werden diese durch Sozialversicherungsnachweise und bei Selbständigkeit durch entsprechende Einkommensteuerunterlagen. 

Sicher ist auch nicht, ob Du 1,5 x 3 Jahre oder 1,5 x 2 Jahre nachweisen musst. Da gibt es unterschiedliche Auffassungen, ob die verkürzte Ausbildung (wegen Hochschulreife) oder die reguläre Ausbildung herangezogen wird. Aber das sagt Die Deine Zuständige Stelle.

Die Prüfung machst Du mit den regulären Prüflingen. In der Prüfung gibt es da überhaupt keinen Unterschied und deshalb gibt es natürlich auch schriftliche Aufgaben. Die genauen Anforderungen stehen genau in der Verordnung zum Beruf Pferdewirt.

Da Du keinen Ausbildungsbetrieb hast, musst Du sowohl die Anmeldung selbständig durchführen und natürlich auch die Prüfung bezahlen. Im Reiten, wegen der Pferde und des Vorbereitungslehrganges an der Deutschen Reitschule, kommt da schon ca. 1.000 Euro zustande. Über Bayern kann ich Dir hier keine Aussage machen.

Also, der erste Schritt für Dich ist der Weg zur Zuständigen Stelle. Hier würde ich einen persönlichen Termin vereinbaren. Alle anderen Ratschläge von anderer Seite kannst Du getrost knicken. 

Also auf, Termin vereinbaren und natürlich Dich vorher schlau machen: Berufsbildungsgesetz und Verordnung Pferdewirt sind Pflicht. Sonst kannst Du nicht auf Augenhöhe mitreden.

Du siehst, Raffaela, hier bei www.pferdewirtprüfung.de wird Dir geholfen.

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