Überstunden

  • n.n.

Einen schönen guten Tag,

Ich habe da mal eine frage bezüglich der Überstunden. Ich bin selber Azubi und ich weiß  das mit den vertraglich festgelegten stunden wird nicht so ernst genommen, zumindest nicht vom Arbeitgeber. 😉 ich muss dazu sagen bei beginn meiner Ausbildung 2009 habe ich noch etwas ausgeglichen bekommen, zwar nicht viel nur ein paar stunden, aber ein bisschen.(das ist ab und zu schon sehr viel wert) So, ich habe einen 45 std vertrag, mache aber rundweg mit unterricht und wochenenddienst ca 65 std die Woche, ohne wochenenddienst sind es dann ca  55 std jede Woche, einmal im Monat bekommen wir einen Ausgleichsvormittag von 4 std. Bei Sonderveranstaltungen an meinem freien Wochenende stehe ich da und helfe mit und bekomme einen Essensgutschein für eine Suppe, aber von Ausgleich keine rede mehr, das hat sich alles geändert.

mein Chef ist auch der Meinung das  Überstunden mit dazu gehören, aber auch in dem Maß?  

Er lässt auch nicht mit sich reden, da stößt man auf Granit, selbst Apollo 13 wäre kooperativer gewesen! ?  

Was können wir Auszubildende tun, damit sich was  ändert?

An wen können wir Azubis uns wenden?

Oder ist das, das Leben der Pferdewirt- Azubis?

  • Dietbert Arnold

Was Du da berichtest, ist wahrlich kein Einzelfall. Grundsätzlich sind Pferdewirte und Pferdewirtazubis auch Menschen und für die gelten Recht und Gesetz. Auch wenn viele Ausbilder meinen, Recht und Gesetz gelte nicht auf Reitbahnen. 

Jetzt erst einmal ein paar Fakten: Für volljährige Azubis gilt natürlich das Arbeitszeitgesetz. Im Ausbildungsvertrag muss die regelmäßige, tägliche Arbeitszeit eingetragen sein. Eine alleinige wöchentliche Arbeitszeit ist nach § 11 Berufsbildungsgesetz nicht ausreichend! Die tägliche Ausbildungszeit darf 8 Stunden nicht überschreiten! Ausnahme: Gelegentlich sind 10 Stunden am Tag erlaubt, wenn in einem Zeitraum von einem halben Jahr es nicht zu mehr als durchschnittlich 8 Stunden werktäglich kommt. Auf gut Deutsch, 10 Stunden sind in Arbeitsspitzen erlaubt, müssen aber ausgeglichen werden.

Grundsätzlich gilt, dass Du die Arbeitszeitübertretungen beweisen musst. Deshalb rate ich allen Azubis, die Wochenberichte äußert korrekt und zeitnah zu führen. Das kann nur geschehen, wenn Ihr bei den Wochentagen auch die Uhrzeiten aufschreibt. Falls das Notieren im Berichtsheft nicht möglich sein sollte, dann führt regelmäßig einen Kalender mit genauen Arbeitszeiten täglich. Auch wer mit seinem Arbeitgeber derzeit zufrieden ist, sollte diese Aufzeichnungen sehr sorgfältig führen, wer weiß, was noch kommt. Wenn man es umsonst gemacht hat, dann freut Euch.

Weiterhin gilt natürlich, dass Überstunden entweder bezahlt oder ausgeglichen werden müssen. Das gilt natürlich auch für Sonn- und Feiertage. Schließlich haben auch Pferdewirte Weihnachten und ein Osterfest!

Für die Überwachung der Ausbildung, und natürlich auch der täglichen Ausbildungszeit, sind die Zuständigen Stellen gesetzlich verpflichtet. Also wendet Euch an den Ausbildungsberater! 

Weiterhin überwachen die Gewerbeaufsichtsämter die Arbeitsbedingungen und auch die Arbeitszeit. Gewerbeaufsichtsämter sind verpflichtet, auf Wunsch anonym zu handeln.

Ja, und dann gibt es auch für Pferdewirte eine handlungsfähige, durchsetzungsstarke Gewerkschaft, die IG Bauen, Agrar, Umwelt. Auch hier können sich Mitglieder (es lohnt sich also für ein paar Euro Mitglied zu werden) informieren, Rechtsrat einholen und notfalls auch Rechtsschutz bei einer Klage erhalten. Das kann schon böse weh tun für einen Arbeitgeber, wenn er für viele Monate nachzahlen muss. 

Und was Ihr alle auch wissen müsst: Der Besuch der Berufsschule ist sicher nach der neuen Verordnung überlebenswichtig. Jeder Azubi hat das gute Recht die Berufsschule zu besuchen und natürlich zählt die Berufsschule und der Schulweg mit zur täglichen Ausbildungszeit!

Was meinst Du, hilft Dir das weiter?

  • n.n.

hallo ich bin es noch einmal,

nun ich hab über das thema Überstunden mit meinen kollegen gesprochen.es hat keiner einen nachweis, also sich die stunden notiert die wir miehr gemacht haben,was können wir dann tun?

  • Dietbert Arnold

Ist doch klar, was Ihr ab jetzt tun werdet, oder? 

Was könnt Ihr jetzt tun? Ich an Eurer Stelle rate Euch, dass sich die Überstundengebeutelten noch mal zusammensetzen und dann Mitglied der Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt werden. Und genau dann könnt Ihr Euch von den Profis dort beraten lassen. Die analysieren genau Eure Situation, besprechen Möglichkeiten und wenn Ihr dann wollt, versuchen die eine Lösung herbeizuführen. Das kann ich hier an der Tastatur nicht leisten, das muss ganz individuell geschehen. Wenn Du einen Ansprechpartner zur Gewerkschaft brauchst, schicke mir eine eMail mit Deiner Adresse und ich vermittele Dir Hilfe. Darauf kannst Du Dich verlassen. Natürlich wird diese Mail dann nicht veröffentlicht. Deshalb habe ich ja auch nicht Deinen Namen genannt. 

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