Arbeitsschutzgesetz

Arbeitsschutzgesetz

Die wichtigsten Bestimmungen

  • Arbeitgeber hat sich um Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeiter zu kümmern (z.B. Tragen von Reithelm beim Reiten und beim Führen von Pferden vorschreiben und überwachen).
  • Maßstab für alle Maßnahmen sind die Unfallverhütungsvorschriften (UVVs) der Gesetzlichen Unfallversicherungen (Berufsgenossenschaften).
  • Arbeitgeber muss die persönliche Schutzausrüstung, das ist meist die Schutzbekleidung (Reithelm, Stiefel, Sicherheitsschuhe, Handschuhe, ev. Sicherheitsweste, Kälteschutzbekleidung, Wetterschutzbekleidung) und Schutzvorkehrungen unendgeldlich bereitstellen und darauf achten, dass sie getragen werden.
  • Arbeitgeber darf Kosten für Arbeitsschutz nicht an Beschäftigte weitergeben
  • Arbeit darf Leben und Gesundheit nicht vermeidbar gefährden
  • Gefahren müssen immer sofort beseitigt werden
  • Arbeit muss Stand der Arbeitsmedizin und der Hygiene berücksichtigen
  • Arbeitgeber muss geeignete Anweisungen erteilen
  • Schwere Unfälle (mehr als drei Tage arbeitsunfähig) müssen vom Arbeitgeber erfasst und der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) gemeldet werden.
  • Bei unmittelbarer Gefahr können Mitarbeiter selber entscheiden (z.B. die Arbeit einstellen), ohne dafür bestraft werden zu können 
  • Der Arbeitgeber muss einen funktionierenden Brandschutz (+ Fluchtwege) bieten
  • Arbeitgeber hat für wirksame Erste Hilfe zu sorgen
  • Während der regulären Arbeitszeit sind sie Mitarbeiter ständig in der Unfallverhütung zu unterweisen

4 Antworten auf „Arbeitsschutzgesetz“

  1. Ich hätte da mal eine Frage bezüglich der persönlichen Schutzausrüstung. Meine Tochter hat ihre Ausbildung zum Pferdewirt -Zucht begonnen. Leider habe ich nichts darüber gefunden, welche Dinge zur persönlichen Schutzausrüstung gehören und wann sie zu tragen sind. Sicherheitsschuhe gehören denke ich mal grundsätzlich dazu. Ein Reithelm beim reiten auch. Aber was ist sonst noch erforderlich? Ich habe ihren Beiträgen entnommen, dass der Arbeitgeber diese Dinge kostenfrei zur Verfügung stellen muss. Bislang ist von seiner Seite da noch nichts gekommen, auch Sicherheitsschuhe hat sie noch nicht. Muss er da auch verschiedene Schuhe zur Verfügung stellen? Also zB gefütterte Schuhe für den Winter und ungefütterte für die wärmeren Tage? Thermounterwäsche für die Arbeit im Stall etc? Müsste nicht auch eine konkrete Sicherheitsunterweisung im Stall stattfinden?

  2. Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass sich seine Mitarbeiter möglichst nicht verletzen und durch die Arbeit krank werden. Damit das Arbeiten möglichst sicher und gesund ist, muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass das Personal immer eingewiesen wird. Natürlich immer, wenn jemand neu kommt und wenn sich die Situation im Betrieb ändert, also eine neue Maschine eingesetzt wird, usw. Jeder Betrieb hat eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, das ist eine Liste, wo es gefährlich oder krankmachend sein kann und was dagegen als Vorbeugung zu geschehen hat.

    Die Arbeitssicherheit überwachen die sog. gesetzlichen Unfallversicherungen (auch Berufsgenossenschaften genannt) und die Gewerbeaufsichtsämter. Wenn es also Probleme gibt, dann kannst Du Dich an die wenden, Auskünfte einholen oder Hinweise auf Regelverstöße geben. Die müssen Hinweise auf Wunsch anonym behandeln. Natürlich müssen auch die Zuständigen Stellen tätig werden, denn die haben die Berufsausbildung zu überwachen.

    In einem Pferdebetrieb ist es besonders gefährlich. Deshalb sind diese Betriebe diejenigen mit den höchsten Risiken in Deutschland und deshalb müssen Pferdebetriebe viel mehr zahlen, als andere Betriebe. Das Risiko in einem Pferdebetrieb zu Schaden zu kommen, ist wesentlich höher, als z.B. Bergleute, die unter Tage arbeiten. Weil die Arbeit im Pferdebereich so gefährlich ist, deshalb müssen Betriebsinhaber in dieser Branche besonders sorgfältig die Gefährdungsanlalyse durchführen und die Sicherheit im Betrieb besonders ernst nehmen.

    Grundsätzlich müssen im Pferdebereich Sicherheitsschuhe getragen werden, auf dem Pferd natürlich ein Reithelm, eine Reithose, Reitschuhe/Stiefel, Handschuhe und Anfänger auch eine Sicherheitsweste. Im Deckbereich muss unbedingt ein Reithelm getragen werden. Im Stall natürlich Sicherheitsschuhe, Arbeitshandschuhe, auch mal eine Staubmaske, usw..

    Wenn Arbeiten in der Kälte vorgenommen werden müssen, dann gehört eine funktionierende Kälteschutzbekleidung gestellt, dazu gehört je nach Temperatur auch geeignete Unterwäsche, Socken und Schuhe. Ob mit oder ohne Futter ist abhängig von den Strümpfen. Es reichen, das weiss ich aus eigener Erfahrung, Sicherheitsschuhe mit guten Thermosocken. Natürlich gehören wärmende Arbeitshandschuhe ebenso dazu, wie eine warme Mütze. Eines sage ich aber gleich dazu: Ihr habt nicht den Anspruch, neue Sachen zu bekommen. Wenn es gut in Schuss ist und hygienisch zumutbar, dann müssen auch gebrauchte Schuhe, Hosen und Jacken getragen werden.

    Neben einer Kälteschutzbekleidung gibt es auch noch eine Wetterschutzbekleidung, die der Arbeitgeber u.U. zu stellen hat. Wenn bei jedem Wetter die Pferde auf die Weide gebracht werden, die Weiden oder der Paddock abgeäpfelt wird, dann muss ein Mitarbeiter gegen Nässe wirksam geschützt werden. Das wäre eine Jacke und Hose, die regendicht sein muss. Entsprechende Sicherheitsschuhe natürlich auch.

    Grundsätzlich haben Arbeitnehmer nicht das Recht, zu bestimmen, was der Arbeitgeber zu stellen hat. Sie haben aber das Recht, gegen Unfälle und Krankheit wirksam geschützt zu werden. Wie der Betrieb das erreicht, ist seine Sache. Ich sage aber auch: Der Betrieb hat kostenfrei zu liefern und andererseits haben die Mitarbeiter das auch zu tragen! Bei den Frauen spielt manchmal die Eitelkeit eine Rolle. Die hat außen vor zu bleiben.

    Über die Möglichkeit, die gesetzliche Unfallversicherung, das Gewerbeaufsichtsamt und die Zuständige Stelle zu informieren, habe ich bereits geschrieben.

    Ich denke aber zusätzlich an ein sinnvolles Weihnachtsgeschenk für Deine Tochter: Du schenkst ihr die Mitgliedschaft in der Pferdewirtgewerkschaft IG Bauen, Agrar, Umwelt. Die beraten Euch jederzeit ganz persönlich und kompetent, natürlich ohne den Chef zu informieren, würden aber auf Wunsch Deine Tochter auch juristisch beraten und notfalls auch Rechtsschutz vor Gericht gewähren. Ohne diese Mitgliedschaft sind Mitarbeiter im Pferdebereich fast immer hilflos dem Chef ausgesetzt. Ein preiswertes und hilfreiches Weihnachtsgeschenkt. Manchmal hilft wenig viel.

  3. Vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Ich hab schon einiges durchgelesen und bin gerade wenig begeistert von der Berufswahl meiner Tochter…

    Die Beitrittserklärung zur Gewerkschaft hab ich auch schon ausgedruckt. Ich find es sehr toll, dass du dir solche Mühe machst.

    Schöne Grüße

  4. Der Artikel zum Thema Arbeitssicherheit ist sehr hilfreich. Ich wollte besser informiert sein, weil ich sehr wenig darüber weiß. Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, weiß ich genug über dieses Thema.

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