Freiberuflich tätige Reitlehrer sind rentenversicherungspflichtig!

Fünfstellige Nachforderungen drohen:

Freiberuflich und nebenberuflich tätige Reitlehrer sind rentenversicherungspflichtig!

Selbstständig und freiberuflich tätige Reitlehrer, die mehr als 450 €/Monat (= Minijob) erzielen, sind gemäß § 2 SGB iV grundsätzlich rentenversicherungspflichtig (aber nicht kranken-, arbeitslosen- und pflegeversicherungspflichtig). Diese selbständigen und/ oder freiberuflichen Reitlehrer müssen sich selber mit der BfA (Bundesversicherungsanstalt für Angestellte) in Verbindung setzen, sich anmelden und natürlich auch den Beitrag bezahlen.

Für Studenten gelten gesonderte Bedingungen, wenn die Tätigkeit ein Studentenjob ist und nicht ständig ausgeübt wird.

Falle No. 1

Als Pflichtversicherter müsst Ihr Euch binnen drei Monate nach Aufnahme Eurer Tätigkeit bei der Deutschen Rentenversicherung melden. Versäumt diese Frist bitte nicht, sonst können Beiträge nachgefordert werden!

Falle No. 2

Scheinselbständigkeit/ Scheinbeschäftigung. Selbständig tätig ist jeder Reitlehrer/in, wenn er/sie nicht weisungsgebunden ist. Damit diese Falle nicht zuschnappt, kann ich jedem infrage kommenden Reitlehrer/in raten, eine eventuelle Beitragspflicht mit der BfA abzuklären. Anderenfalls drohen im Einzelfall später fünfstellige Nachforderungen, die meist der sichere Ruin eines selbständig tätigen Reitlehrers/in sein dürfte.

 

Hier findet Ihr weitere wertvolle Tipps der Rentenversicherungsanstalt:

Tipp 1

Tipp 2

Tipp 3

 

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2 Antworten zu Freiberuflich tätige Reitlehrer sind rentenversicherungspflichtig!

  1. Kurt n.n. (Name dem Admin bekannt) sagt:

    Ist ein Berufsreiter, der Unterricht gibt auch rentenversicherungspflichtig?
    Ich frage für meinen Bruder, der Pferdewirt gelernt hat, sich selbstständig gemacht hat und wegen Rücken vermehrt Untericht gibt, und nun mit fast 60 Jahren eine Nachforderung in 5 stelliger Höhe zur Rentenversicherung bekommen hat…

  2. Hippologe sagt:

    Hallo Kurt,

    das ist bitter für Deinen Bruder. Aber, da hat er offensichtlich einen Fehler gemacht, denn nach dem Sozialgesetzbuch müssen alle Lehrer, die selbständig arbeiten und nicht mehr als 450.- €/Monat verdienen, sich rentenversichert. Das gilt für alle Lehrer, so z.B. Schwimmlehrer, Nachhilfelehrer, Yogalehrer, Musiklehrer, Tennislehrer, Skilehrer, Golflehrer und eben auch Reitlehrer. Dein Bruder hätte sich innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Lehrtätigkeit selbständig bei der Deutschen Rentenversicherung melden müssen. Jetzt droht eine dicke Nachzahlung! Übrigens: Die Qualifikation des Lehrers hat überhaupt keine Bedeutung bei der Frage: Rentenversicherungspflicht ja oder nein? Der Reitlehrer oder Berufsreiter ist kein geschützter Begriff. Die anderen Lehrer auch nicht. Also es ist Wurscht, welche Qualifikation Dein Bruder hat, er war Reitlehrer, egal ob mit oder ohne Prüfungen, egal ob gut oder schlecht, egal welches Niveau.

    Dein Bruder kann sich nur noch damit trösten, dass durch Deine Zuschrift klar wird, wie wichtig es ist, dass sich Pferdewirtauszubildende auch schon in jungen Jahren ausführlich mit Rentenfragen beschäftigen müssen und so langweilige Beiträge, wie der hier oben, doch plötzlich ganz spannend sein kann. Und noch etwas sollte Deinen Bruder trösten: Er bekommt eine Rente!

    Eines ist mir noch wichtig, Kurt: Ich gebe keine Rechtsauskunft, sondern schildere nur das, was ich dazu denke. Das sind meine privaten Gedanken. Rechtsberatung erteilen Anwälte, die Deutsche Rentenversicherung sowie Gewerkschaften für ihre Mitglieder.

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