Praktikumsberichte

Berufsfindungspraktika in den Schulferien oder Schulpraktika im Beruf Pferdewirt sind besonders wichtig und absolut sinnvoll. Bei einem fairen Praktikum steht der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten immer an erster Stelle, das Lernen steht im Vordergrund. Diese zwei bis vierwöchigen Praktika werden in aller Regel nicht entlohnt, Unterkunft und Verpflegung sollte immer frei sein.

Längere, unbezahlte Praktika, die freiwillig gemacht werden und die oft mehrere Monate bis zu einem Jahr dauern und besonders häufig in bestimmten, alternativen Fachzeitschriften sowie verstärkt im Web (FN- Foren, Pferdejob.de) angeboten werden, sind einfach nur unseriös und gesetzwidrig, da die Arbeitsleistung des Praktikanten stets überwiegt. Ist das aber der Fall, haben Praktikanten den Anspruch auf vollen Lohn ( § 138 II BGB). Ein Praktikum darf niemals einen regulären Arbeitsplatz ersetzen, eigenverantwortliche Arbeit verlangen oder gar Vorwissen fordern. Wird ein Praktikant fest in den Arbeitsprozess eingeplant, handelt es sich um ein reguläres Arbeitsverhältnis und muss angemessen entlohnt werden (Bundesarbeitsgericht 6AZR 564/01 v. 13.03.2003). In der Pferdewirtschaft kann man von dem sog. Ecklohn ausgehen, der derzeit bei 1.200 EUR brutto im Monat liegt.

  • Anja

„Also ich hab von November bis März ein Praktikum gemacht als Pferdewirtin Zucht und Haltung. Ich muss sagen ein schwerer Job der mit Übung und Pferdeliebe schnell gefallen kann!!! Nur ist es nicht das was ich mir vorgestellt hab was das ausbilden und so der Pferde betrifft. Das ist eher Fliesbandarbeit und unpersönliches von einem Pferd zum andern hüpfen, Ställe sauber machen und füttern, ohne sich nur einmal mit einem Pferd richtig zu befassen!!! Na ja aber ich hab ein anderes Problem. Und zwar war es so das im Dezember der Arbeitgeber und ich abgemacht hatten ich bekomme ab Februar ein vertrag und Bezahlung. Mein Vater und ich sind uns sicher sie sagten 250€ was sie heute bestreiten (anstatt 50€). Ich lebte dort nicht sondern hab nur ein Mittagessen bekommen, sodass das mit dem Abzug nicht hinkommen könnte! Niemals!!! Jetzt habe ich nur 50 für Februar überwiesen bekommen und wir haben uns halt beschwert, da kam das auch erst raus das sie nur 50 anstatt 250 zahlen!!! Zusätzlich war ich fast den halben Februar und eine Woche im März krank, wo die auch sehr rumgemeckert haben.

Nun meine Frage: Kann das mit den 50 Euro wirklich stimmen? Ich habe von 7-19 Uhr gearbeitet und hatte von 12.30-15 Uhr Pause (wobei das nicht immer zutraf) das 6 Tage die Woche. Ich bin jetzt 16 und dürfte soweit ich weiß nicht solange arbeiten!!!! Mein Vater will jetzt den Rechtsanwalt einschalten……

  • Manu

ich habe ein Riesenproblem. Habe 15 Monate Praktikum gemacht (ja ich weiß was Ihr jetzt denkt billige Arbeitskraft, ja ich war so blöd) dann habe ich von einen auf den anderen Tag aufgehört nach einem Streit. Mittlerweile sind mehrere Wochen vergangen und ich habe trotz mehrmaliger telefonischer Aufforderung bis heute keine Praktikumsbescheinigung, letztes Gehalt und meine ganzen Klamotten. Seit kurzer Zeit ist auch niemand mehr telefonisch erreichbar. Was mach ich nun??? Möchte dieses Jahr eine Ausbildung beginnen wie bewerbe ich mich jetzt ohne diesen Nachweis ich kann ja nicht noch länger warten mit dem bewerben. Bitte helft mir!

  • Jasmin

Fragen wir doch mal einen Arbeitgeber: Warum stellen Sie für ein ganzes Jahr einen Praktikanten ein, anstatt eine „normale“ Hilfskraft (gelernt oder ungelernt)? Was ist IHRE Motivation dahinter? Etwa reine Nächstenliebe? Wenn jemand schon Vollzeit bei Ihnen arbeiten soll, warum dann nicht mit vernünftigem Arbeitsvertrag UND angemessener Zahlung? So würde derjenige wenigstens was in seine Rentenkasse einzahlen. Mit einem Praktikanten haben Sie dagegen den Vorteil, für den Praktikanten keine Steuern abführen zu müssen (die Wohnung und Verpflegung müssen eigentlich auch als geldwerte Vorteile versteuert werden…), der Praktikant schafft das gleiche wie eine normale Arbeitskraft, aber ohne dessen Lohn und ohne dessen Sozialversicherungsbeiträge. Wenn ein (Ausbildungs)Betrieb Praktikantenstellen für einige Wochen anbietet (z.B. Schulpraktikum, oder wenn der Betrieb seine zukünftigen Azubis mal näher anschauen will), ist das plausibel. Aber ein Betrieb der ein Praktikanten auf Dauer als normale Hilfskraft benutzt, sorry, aber das riecht verdammt nach Ausbeuterei. Und davon gibt’s bei Pferdejobs leider verdammt viele.

  • n.n.

Hallo, ich möchte mich auch einmal kurz zu diesem Thema äußern: Ich kann leider aus Erfahrung sprechen – MACHT ES BLOß NICHT!!!!

ich bin 20, habe im Sommer Abitur gemacht (2,3) und wollte ursprünglich studieren, nur ist der NC für mein Wunschfach zu hoch. Nun wollte ich doch Pferdewirt- Reiten lernen, hab also für dieses Jahr keinen geeigneten platz für mich mehr gefunden. (reite nachweisbar bis M- Dressur, habe das silberne RA (II)), und habe mich von einem Stall überreden lassen, ein Jahrespraktikum zu machen, mit der Begründung ich könnte bei ihm S reiten und so viel lernen, bekomme Unterricht, meine Stute kommt in Profiberitt, nur reiten – „und ein paar Sachen nebenbei“ – laut vertrag unentgeltlich. Ich weiß, rosarote Brille aufgehabt bei dem Angebot (der Typ reitet zwar bis Grand Prix aber davon hab ich nichts) mein Tagesablauf: um 6 Uhr JEDEN TAG, auch 12 boxen misten und einstreuen, danach longieren, Pferde rausbringen und wenn der gnädige Herr fertig ist mit frühstücken, Pferde für ihn reitfertig machen,10 min Schritt führen – etwa mit 6-7 hintereinander. Pferde natürlich immer wieder danach versorgen (abwaschen, Hufe etc,) – und zwischendurch anmeckern lassen, das dieses beige nicht zum beige der Schabracke passt – wie kann ich nur!!!- Tja, um etwa 4 Uhr dann noch die mir zugeteilten 4-5 Pferde reiten, dazwischen alle füttern, benutzte Trensen mit Sattelseife säubern, einfetten, Schabracken wechseln. Pferde umdecken – eigentlicher Schluss ca. 20:00 Uhr, dann noch meine eigene Stute reiten – meist dann um 22:00 drin. DAS JEDEN TAG; IMMER IM HARSCHEN MILITÄRTON; KEIN DANKE – ich würde das ja alles machen um seine Turnierpferde zu reiten und Unterricht auf S- Niveau zu bekommen – PUSTEKUCHEN!!! In den ersten 4 Wochen war das so, jeden tag Unterricht, und könntest du vielleicht noch… . Und jetzt? Der Herr ist nie da, ich darf alle Pferde täglich alleine arbeiten, vor Kunden reite ich vor und werde, wenn was nicht klappt (BSP: 3 jährige stute,3 mal drauf gesessen, Schritt, Trab ringsrum- sollte ich vorreiten “ so dann beide Hände Gallop“ ja Mensch bist du denn zu blöd zum Reiten, da saßt du doch schon 20 mal drauf!“ Alles solche Sachen, es würde den Rahmen sprengen .TOTALES AUSGENUTZE. Ich versuche im Moment auch dringend eine Lehrstelle Sp Reiten zu bekommen, damit ich hier weg kann. Echt schlimm, würde ich nie nie wieder machen, schon gar nicht mit der Qualifikation. Und für eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung, Frühstück und 150 Euro im Monat !!!!!!!!!

  • Sindy

Ich habe mir überlegt, dass ich ein Jahrespraktikum machen werde. In dieser Zeit werde ich auf Turniere starten und erforderliche Abzeichen erwerben. Natürlich habe ich mich sofort darum gekümmert. Ich habe eine Anzeige bei Pferdejob.de geschaltet und viele sind bereit mir einen Praktikumsplatz zu geben. Jetzt habe ich am Samstag ein Vorstellungsgespräch (in einem Ausbildungsstall) und Angst, dass ich vielleicht die falsche Entscheidung treffen könnte. … Ich habe den Punkt: „Langfristige Praktika“ im Servicebereich schon vor einiger Zeit gelesen. Im Grunde wusste ich schon damals, dass die Berichte recht haben. Allerdings war ich von meiner Idee so überzeugt, dass ich mich davon nicht beeindrucken lassen wollte. (Nach dem Motto: Mir passiert so etwas nicht!) Nun habe ich die Beiträge noch einmal gelesen, und nach Ihrer Antwort sehe ich sie aus einem anderen Blickwinkel. Im Prinzip ist es doch so, dass ich mir mit dem Langzeitpraktikum die ganze Zeit etwas vormache. Zwischendurch wird mir das sogar bewusst. Zum Beispiel, wenn ich mir die neuen Angebote in meinem Postfach ansehe: Da steht dann, dass ich in einem Jahr die Möglichkeit habe, die Prüfung zum „Trainer C“ zu bestehen. Ich bräuchte dafür nicht einmal Reitkenntnisse mitzubringen. Dazu müsste ich natürlich täglich den Betrieb mit bewirtschaften… Selbst wenn hier ein Pferdewirtschaftsmeister geschrieben hat ist es doch offensichtlich, dass er mich nur veräppeln will. So sehe ich das.

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