Praktikum muss vergütet werden: 10.000 EURO zurück!

  • Gerichtsurteil 1

Und tatsächlich: Eine Praktikantin, die bei einem Tierarzt zwei unbezahlte Praktika machte und dennoch keinen Ausbildungsvertrag bekam hatte Glück! Meinten doch die Bielefelder Arbeitsrichter, zwar könnten sie der Praktikantin keinen Job verschaffen, aber ein bisschen Moos schon und verurteilten den Tierarzt, die Praktikantinnenarbeit zu entlohnen. Schließlich verlange § 17 des Berufsbildungsgesetzes eine gerechte Bezahlung. Praktikanten- und Lehrlingsarbeit seien gleich zu bewerten. Dies gelte selbst dann, wenn im Vertrag stehe, dass die Praktikantin Hille „für null Cent“ arbeiten müsse. Schluss mit der Unsitte, Praktikanten auszubeuten: Das Urteil ist nämlich rechtskräftig!!

Arbeitsgericht Bielefeld, AZ: 3 Ca 2033/06

  • Gerichtsurteil 2

Na bitte: Geht doch! Ein Azubi schuftete ein Jahr lang als Praktikant und hoffte auf eine nachfolgende Lehrstelle. Die aber bekam er nicht. Das Gericht ließ den Azubi nicht im Regen stehen und befand, dass ein lächerliches Praktikentengehalt von ca. 1 EUR/h (200 EUR/Monat) sittenwidrig war für diese Tätigkeit. Der Arbeitgeber muss jetzt 10.000 EUR an den Praktikanten nachzahlen. Endlich hat ein Gericht jetzt für ausgebeutete Peraktikanten entschieden. Das Urteil fällte das Arbeitsgericht Kiel (Aktenzeichen 4 Ca 1187d/08). Der www.pferdewirtpruefung.de – Tipp: Jeder Praktikant, der sich am Ende seines Praktikums ausgebeutet und um einen Ausbildungsplatz geprellt fühlt, sollte so schnell wie möglich sich juristisch beraten lassen. Der Mut wird mit einer saftigen Nachzahlung belohnt! Übrigens: Arbeitsgerichtsverfahren sind in der ersten Runde gebührenfrei!

Gut haben es die Praktikanten, die bereits Mitglied der IG BAU  sind, da übernimmt die Pferdewirtgewerkschaft den Rechtsstreit und sorgt für die nachträgliche, gerechte Entlohnung. Und das alles zum Mindestbeitrag, der monatlich den Wert eines Hamburger Menüs hat.

 

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