Ausbildungsstatistik 2016: Die Talfahrt setzt sich fort!

Die neue Ausbildungsstatistik des Statistischen Bundesamtes ist seit eigen Tagen veröffentlicht und muss besonders in der Pferdewirtschaft mit großer Sorge zur Kenntnis genommen werden.

Nach wie vor befindet sich der Beruf Pferdewirt im freien Fall.

Jetzt rächt sich die vielfach zu beobachtende, gewissenlose Berufsausbildung in diesem Beruf, bei der die Arbeitsleistung der Azubis im Fokus der Ausbildungsbetriebe steht und Ausbildung zur Nebensache gerät.

Maßlose Ausbilder machen den Beruf kaputt. Die Reaktion des Berufsstandes ist, vorsichtig ausgedrückt, verhalten, nur Schönreden ändert nichts! Wer Kritik übt, ist ein Nestbeschmutzer.

Nicht zu leugnen: 50% der Azubis schmeißt die Ausbildung vorzeitig hin. Die Begründung der Azubis, die ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig lösen, ist nahezu immer gleich:

  • Mangelnde Wertschätzung,
  • mangelnde Ausbildung,
  • maßlose Arbeitszeiten.

Damit ist der Beruf Pferdewirt einer der traurigen Spitzenreiter bei den vorzeitigen Vertragslösungen in Deutschland. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 25%.

Auch Pferdewirtazubis haben ein Recht auf Ausbildung und sind keine billigen Arbeitskräfte. Die Wirklichkeit sieht aber oft anders aus.

Interessant ist der Vergleich der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge und die vorzeitige Vertragsauflösung im Jahr 2016 in Deutschland:

  neue Verträge 2016vorz. gelöst. Verträge 2016
Haltung & Servicem3918 (46%)
w333153 (46%)
Zuchtm66 (100%)
w5736 (63%)
Klassische Reitausbildungm3315 (46%)
w18999 (52%)
Rennreitenm66 (100%)
w93 (33%)
Spezialreitweisenm33 (100%)
w3012 (40%)

Ein Beruf, der locker auf die Hälfte seiner Azubis verzichten kann, investiert zu wenig in seinen Nachwuchs und schafft sich mittel- und langfristig ab. Einzelne Fachrichtungen sind schon kräftig dabei.

Die Berechtigung Auszubildende einzustellen setzt voraus, sich an Recht und Gesetz zu halten, in Ausbildung zu investieren und den Wunsch nach einer billigen Arbeitskraft hinten anzustellen.

Übrigens:

  • Die guten Azubis brechen ab und gehen. Die, die gehen, haben in der großen Mehrzahl einen mittleren oder höheren Schulabschluss und entscheiden sich oft statt der enttäuschenden Berufsausbildung für ein Studium.
  • Obwohl viele Betriebe Jungen händeringend suchen, können sie nicht verhindern, dass z.T. ganze Jahrgänge ihre Ausbildung unter diesen Bedingungen hinschmeissen.
  • Den gesamten Bericht findet Ihr hier zum kostenfreien Download
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