Bin ich gut genug für eine Berufsausbildung?

  • Carolin

Durch Zufall bin ich auf ihre Seite gekommen, als ich gerade auf der Suche nach Informationen zur Ausbildung als Pferdewirt Fachrichtung Klassische Reitausbildung war. Erstmal ein fettes Lob von mir: So viel nützliches(!) Wissen habe ich bisher noch nie auf einer Seite gefunden. Ich hoffe, dass Sie mir mit dieser Mail evtl. einige Fragen beantworten können, die trotzdem noch offen sind.

  1. Ich suche einen Ausbildungsplatz und möchte deswegen jetzt schon anfangen Bewerbungen abzuschicken. Allerdings habe ich die Angst, dass ich als eines dieser naiven Wendy-Mädels rüberkomme, da ich keinerlei Nachweise habe die ich mitschicken könnte. Mein DRA IV mache ich erst nächstes Jahr Ostern – viel zu spät für viele Bewerbungen – und kann mich deshalb nur auf meine 10jährige Reiterfahrung und viele Ferienjobs/Praktikas auf verschiedenen Reiterhöfen berufen. Reicht das aus?
  2. Ich bin momentan auf A Niveau Dressur; Springen dagegen habe ich erst diesen Sommer gelernt und bewege mich so auf E Niveau. Reicht das einem Ausbilder aus oder brauche ich mich so gar nicht erst bewerben? Seit 3 Jahren habe ich kaum noch Unterricht (zu wenig Geld, leider) nur einmal im Monat je eine Einzelstunde Dressur und Springen zur Überprüfung von Sitz etc. allerdings lerne ich sehr schnell, mir wurde eine Portion Talent nachgesagt und ich bringe mich eigenständig weiter… Könnte ich sowas irgendwie in meiner Bewerbung einbringen? Und wie am besten?
  3. Mein größtes Problem: Meine schulischen Leistungen bewegen sich im Schnitt zwischen 2,5 und 3 – wegen eher mangelnder mündl. Beteiligung, ich bin eben ein Macher und kein Redner. Nur meine Sportnoten sind seit Jahren 5 und dieses Jahr nehme ich aufgrund eines ärztlich attestierten psychischen Problems gar nicht mehr am Sportunterricht teil, habe also auch keine Note. Gerade aber die Sportnote ist, denke ich wichtig für diesen Beruf und ich kann es auch plausibel erklären, nur nicht in wenigen Sätzen. Wie könnte ich im Anschreiben darauf eingehen, dass die fehlende Sportnote keineswegs ein Zeichen von Unsportlichkeit und Faulheit ist?

Ich hoffe sehr sie können mir meine Fragen beantworten. Mit freundlichen Grüßen Carolin W.

Dietbert Arnold

Hallo Carolin,

klar, wer gut reiten kann, der ist im Vorteil. Gut reiten ist nicht das Selbe wie erfolgreich reiten. Da kenne ich eine ganze Anzahl Reiter/innen, die schon zig Schleifen in M und S gewonnen haben und mal so gerade durch die Prüfung kommen. Entscheidend ist Elastizität und Balance. Letzteres kann man übrigens immer wieder täglich trainieren, dazu braucht man nicht ständig ein Pferd. Balancieren auf einer Stange, Kantstein, Holzbrett, …. .

In die Bewerbungen schreibst Du ganz einfach Deinen Werdegang und sagst dann, dass Du in der Lage bist, ausbalanciert und elastisch zu Pferde zu sitzen und Du die nötige Routine und Erfahrung gerade in der Ausbildung erwerben möchtest. Du bittest dann in der Bewerbung genau diese Elastizität und Balance bei einem Vorstellungsgespräch mit Vorreiten nachweisen zu können, als Voraussetzung einer Erfolg versprechenden Ausbildung. Natürlich könntest Du auch einmal einen erfahrenen Berufsausbilder bitten, einmal vorreiten zu dürfen und zu Deinem Grundsitz seine Meinung einholen. Dann kannst Du sicher sagen, jawohl ich bin ausbalanciert und elastisch. 

Mit der Sportnote würde ich mir nicht so große Sorgen machen, denn da steht ja nicht im Zeugnis warum. Du hast halt keine Note. Bum. 

Nur weil Du denkst, dass Du nicht gut genug bist, solltest Du nicht den Fehler begehen, den erstbesten Betrieb zu nehmen, der Dich nehmen will. Schaue Dir das alles in Ruhe an, denke über die Möglichkeiten und Bedingungen des künftigen Betriebes nach und dann erst entscheide Dich. Ran an den Speck!

Dieser Beitrag wurde unter Berufsstart, Pferdewirt Klassische Reitausbildung abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.