Ausbildungsstatistik: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2016

Auch die Landgestüte bilden Pferdewirte in den Fachrichtungen Klassische Reitausbildung, Zucht und Pferdehaltung & Service aus.

Die ersten Daten der Ausbildungsstatistik 2016 sind vorhanden. Bei der Auswertung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zwischen 2015 bis 2017 lässt sich folgender Trend ablesen:

  • Immer weniger Auszubildende im Beruf Pferdewirt, ein vorläufiger Tiefstand ist erreicht.
  • Die Fachrichtung Klassische Reitausbildung geht deutlich zurück und bleibt bei diesem Tiefstand. Ein kleines Plus von 1% ist Trendwende oder nur Zufall?
  • Die Fachrichtung Pferderennen halbiert sich innerhalb eines Jahres. Der Abschwung setzt sich 2017 fort. Es muss damit gerechnet werden, dass sich dieser Beruf sich langsam aber sicher aus der Berufsausbildung verabschieden muss. Jahrelange Fehlentwicklungen im Rennsport und mangelnde Wertschätzung der Auszubildenden über viele Jahre und wenig Engagement der Zuständigen Stellen, die Missstände in der Berufsausbildung abzustellen, führen dazu, dass der Bereich Pferderennen von Auszubildenden auch 2017 konsequent gemieden wird. Eine Mahnung an alle anderen Fachrichtungen, diesen Weg nicht zu beschreiten. Aus Fehlern könnte man/frau lernen.
  • Die Fachrichtung Pferdehaltung & Service legt 2015 zu 2016 zu, die Klassische Reitausbildung nimmt ab. Ein Ausweichen der Ausbildungsbetriebe zur Fachrichtung Pferdehaltung & Service, weil diese Fachrichtung vermeintlich leichter (günstiger für den Betrieb) ausgebildet werden kann und der Ertrag für den Betrieb durch die Arbeit eines Azubis in dieser Fachrichtung größer ist? Also: Wenn Ihr als Azubis die Fachrichtung Klassische Reitausbildung lernen möchtet, dann lasst Euch nicht von einem Betrieb schnell in die Fachrichtung Pferdehaltung & Service drängen. Holt Euch auf jeden Fall mehrere Beurteilungen von verschiedenen Betrieben, um zu entscheiden, ob Ihr Pferdehaltung & Service anstelle von der Klassischen Reitausbildung lernen solltet. Eine dramatische Wende 2016/2017: Die Fachrichtung bricht regelrecht ein. Minus 12%! Wahrscheinlich haben doch viele Interessenten bei ihrem Praktikum gemerkt, dass ein Großteil der Betriebe nur preiswerte Mister sucht und kein Interesse an einer soliden, umfassenden Ausbildung rund umfass Pferd und ihre Menschen hat.
  • Diese Statistik berücksichtigt noch nicht die Anzahl der Berufsabbrecher in der jeweiligen Fachrichtung.
  • Die Fachrichtung Zucht hat ihre motivierten Auszubildenden gefunden und steigt um 25% im Verlauf 2016/2017. Einen großen Beitrag liefert dazu der bei den Azubis besonders geliebte Eigenbestandsbesamungslehrgang. Nicht weil man da auf die Sause gehen kann, sonders richtig viel lernen kann. Dann macht es auch nichts, wenn das Lernen für die Abschlussprüfung sehr aufwändig ist. Andere Fachrichtungen können hier richtig lernen: Sorgfältige Ausbildung wird gewünscht, erwartet und dann dankend angenommen. Das Ergebnis sind zufriedene und lernbereite Mitarbeiter.
  • Die Spezialreitweisen tuen sich noch immer schwer, sich als Ausbildungsberuf zu sehen. Vielleicht wird das ja anders und ein Plus von 18% ist der Anfang in die richtige Richtung. Denn eines muss allen Betrieben klar sein: Ohne eigene Ausbildung wird es demnächst nur noch Personal aus Schwellenländern geben. Wenn überhaupt.

 

 

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge

FachrichtungmännlichweiblichmännlichweiblichmännlichweiblichEntwicklung 2016/2017
alle Pferdewirte1297029668490666-3%
201520162017
Klassische Reitausbildung482463621033216+1%
Pferdehaltung & Service393454237239327-12%
Pferdezucht18639631575+25%
Pferderennen921312012-20%
Spezialreitweisen627627336+18%

 

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