Psychisch und körperlich total am Ende

n.n. (dem admin bekannt)

Hallo Herr Arnold,

erstmal möchte ich sagen, dass ich es ganz toll finde, dass es diese Plattform für Pferdewirte gibt. Dennoch bin ich schockiert das es immer noch diese Zustände in den Betrieben gibt. Bin aber auch froh zu sehen das es mitlerweile eine Gewerkschaft für Pferdewirte gibt. Meiner Meinung nach muss es in diesem ganzen Berufsstand mal einen gewaltigen Knall geben, es ist unglaublich das die zuständigen Stellen wissentlich solche Zustände dulden.

Ich jedenfalls bin durch das, was ich alles in meiner Ausbildung erleben musste, psychisch und körperlich total am Ende.

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4 Antworten zu Psychisch und körperlich total am Ende

  1. Nana Müller sagt:

    Hallo,
    Ja solche Zustände kenne ich auch. Ich bin jetzt im 3. Lehrjahr und habe ih 8 Wochen Prüfung, hinterher will ich mit dem Beruf nichts mehr zu tun haben obwohl ich ihn und die körperliche Arbeit eigentlich liebe. Und auch ich habe nicht im Blindflug Pferdewirt gelernt.Ich bin mit Pferden aufgewachsen, habe viel als Pfleger in benachbarten Ställen geholfen… Ich weiß, was ich kann und doch haben mich drei Jahre voller blöder Sprüche( was kannst du eigentlich..bist du sogar da für zu blöd..) mehr als nur zweifeln lassen. Ich kann nicht mehr! Keine freien Tage, keinen Urlaub, 14h/Tag – 7 Tage die Woche, keine Ausbildung. Wenn ich das in mein Berichtsheft eintrage wird das nicht unterschrieben- Punkt! Wenn ich das Gespräch gesucht habe hieß es Unterricht bräuchte ich ja wohl nicht und da wäre auch keine Zeit für, mich wo anders zu bewerben sollte ich mal versuchen, da würden Sie den am Telefon schon sagen was ich alles nicht kann und mit meiner Behinderung könnte ich ja froh sein überhaupt eingestellt worden zu sein. Nicht mal die Kammer traut sich an den Betrieb ran- da könnte man mir nicht helfen. 3 Jahre voller blöder Sprüche und Ausbildung in Eigenregie. Es sind nicht die Azubis, die schlechter werden- es sind die Ausbilder, die keine Lust haben jemandem etwas bei zu bringen.
    Sorry, das passt nicht zu deinem Beitrag aber es müsste mal raus.
    LG

    • Dietbert Arnold sagt:

      Hallo liebe Nana,

      Manchmal ist das zum Verzweifeln, was sie da mit Euch machen. Von Wertschätzung keine Spur. Was ich nicht verstehe ist, dass die Zuständige Stelle nichts machen kann. Bei 14 Stunden und 7 Tage müssen sie was machen.

      Und jetzt noch ein Hinweis für alle: wenn der Chef das Berichtsheft nicht unterschreiben will, macht nichts. Ihr werdet trotzdem zur Prüfung angemeldet, denn schließlich könnt Ihr nicht gezwungen werden, Unwahrheiten zu schreiben.

      Du musst Deine genau Arbeitszeit täglich für Dich notieren. Ganz genau. Und jetzt trittst Du in die IGBau ein und sobald Du Deine Prüfung hast, klagst Du gegen den Betrieb. Die IGBau wird Dir als Mitglied Rechtsschutz geben. Glaube mir, dann fällt Deinem Chef der Kiefer herunter und sein Gesicht wird deutlich grauer, denn dieses Verhalten ist mehrfach rechtswidrig. Alleine die Sozialversicherungen werden sich bei dem „Ausbilder“ melden. Kein Spaziergang.

      Und die Zuständige Stelle, die kannst Du auch rankriegen. Wegen Nichttätigwerden. Die Zuständige Stelle muss tätig werden, nicht nach Lust, Laune oder Gefälligkeit.

      Warum schaltest Du eigentlich nicht das Gewerbeaufsichtsamt ein. Die überwachen das Arbeitszeitgesetz und müssen auch anonym ermitteln.

      Und dann noch ein Tipp so ganz nebenbei: Rechne aus, wie viele Überstunden Du gemacht hast. Und wenn Du die Zulassing zur Prüfung hast, dann beginne einfach die Überstunden abzubummeln. Die Zulassung zur Prüfung kann Dir keiner nehmen. Lasse doch Deinen Chef im Kreise hüpfen. Du bummelst ab, bereitest Dich in aller Ruhe auf die Prüfung vor und hast so die Chance, eine für Dich erfolgreiche Abschlussprüfung zu machen.

      Wann wehrt Ohr Euch eigentlich gegen menschenunwürdige Ausbeutung?

      Du kriegst das hin!

  2. n.n. (Name dem Admin bekannt) sagt:

    Hallo,
    auch mein Kind macht eine Ausbildung zum Pferdewirt. Keine Berufsschule da bei Ausbildungsbeginn über 21 Jahre, Arbeitszeiten 10 – 14 Stunden täglich, an 6 (!) Tagen die Woche. Berichtsheft schreiben oder Theorie nur in der Freizeit, ist ja immerhin ein Tag. Muss zwar nicht Misten, NUR Einreiten junger Pferde. Da sonst niemand die Knochen dafür hinhalten will. Reiten auf L oder M Niveau Pferden findet nicht statt, sind ja Berittpferde und die Besitzer wollen ja nicht den Azubi auf ihren edlen Tieren. Leider kann auch dort von Ausbildung keine Rede sein, nur Ausnutzung. Der Kammer sind die Umstände bekannt, tut aber nichts. Meldung an die Gewerbeaufsicht wegen der Arbeitszeiten auch ohne Aktion von der Seite.
    Wie kriegt man denn die zuständigen Stellen ran?

  3. Dietbert Arnold sagt:

    Hallo,

    wenn Ihr Euch nicht wehrt, wird die „Ausbildung“ in diesem Stall nicht besser.

    Jetzt einmal ein paar wichtige Hinweise von mir:

    1. Deine Tochter hat nach dem Berufsbildungs-Gesetz auch mit 21 Jahren das RECHT, die Berufsschule zu besuchen und der Ausbildungsbetrieb muss dazu bezahlt freistellen, zum Unterricht und für die Wegstrecke! Um es klar zu sagen, ab sofort geht Deine Tochter zur Berufsschule. Egal was der Ausbilder sagt. Denn die mangelnde Ausbildung ohne Berufsschule zahlt ganz alleine Deine Tochter. Saumäßige Zensuren mit der Gefahr des Durchfallens.
    2. Deine Tochter MUSS ganz pingelig jeden Tag ganz exakt die tägliche Arbeitszeit notieren. Dazu kann sie das Formular des Ausbildungsnachweises (> Downloads) benutzen.
    3. Schreibe eine Dienstaufsichtsbeschwerde an das zuständige Gewerbeaufsichtsamt und verlange, dass gegen die Verstöße des Arbeitszeitgesetzes vorgegangen wird. Poche auf Recht und Gesetz.
    4. Schreibe an den Kammerdirektor und beschwere Dich, dass der zuständige Ausbildungsberater nicht tätig wird, die Rechte Deiner Tochter zu garantieren.
    5. Verlange von der Zuständigen Stelle (hier Kammer), dass die tägliche, regelmäßige Ausbildungszeit festgelegt wird. Das verlangt das Berufsausbildung- Gesetz. Dabei muss auch klar definiert werden, wieviele Wochenarbeitsstunden festgelegt werden.
    6. Schaue hier im Internet unter >Gesetzliche Grundlagen > Arbeitszeitgesetz. Dort steht klar und deutlich, wie lange maximal gearbeitet werden darf und wie das mit Sonn- und Feiertagen ist.
    7. Deine Tochter sollte sofort in die IG Bauen, Agrar, Umwelt eintreten und der Rechtsschutz der Gewerkschaft wird Euch bei den ganzen Punkten helfen. Wenn Ihr wollt, dann schreibt mir einmal das Bundesland und die Zuständige Stelle und wenn Ihr wollt, dann vermittele ich den Kontakt zur Gewerkschaft.

    Grundsätzlich gilt, Ihr dürft den Menschenschindern nicht die Hand vor den Hintern halten. Es darf nicht angehen, dass Eure Kinder nur ausgenutzt werden. Das darf sich niemand, wirklich niemand gefallen lassen. Lasst Euch nicht unterkriegen, derzeit sind zahlreiche Eltern dabei, sich gegen die Ausbeutung ihrer Kinder zu wehren. Es wird die Zeit kommen, in der dann die Landwirtschaftskammern nicht mehr wegsehen können, wenn Betriebe ausbeuten statt ausbilden. Ich wünsche Euch den Mut dazu!

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