Arbeitsalltag eines Pferdewirtes/in

Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbHn.n, 2.9.2013:

Es wäre schön, wenn sich endlich jemand für die Arbeitsbedingungen und die Löhne der Pferdewirte einsetzen würde.

Es wäre schon hilfreich wenn die Betriebe regelmäßig kontrolliert werden, ob die Arbeitsschutzgesetze eingehalten werde und wenn nicht, sollten auch die vorgesehenen Strafen bezahlt werden müssen. Außerdem sollte ein bundeseinheitlicher Mindestlohn für Pferdewirte sowie ein Tarifvertrag eingeführt werden, wo auch Weiterbildungen und der LKW Führerschein berücksichtigt werden.

Der Arbeitsalltag der Pferdewirte ist wirklich schlimm, da spreche ich aus eigener Erfahrung: 50, 60 Stunden und mehr sind eher die Regel und nicht die Ausnahme. Das fängt schon bei der Ausbildung an.

Die Löhne der Lehrlinge sind wenigstens schon Tariflich geregelt, aber danach stehen die Pferdewirte mit Hungerlöhnen da.

Lt. Vertrag 48 Std.-Woche aber meistens eher 70-90 Std. bei 1000,– € Nettolohn, das ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Wenn man was sagt, heißt es nur „Dann hättest du was anderes lernen sollen, hier ist das nun einmal so und wenn es dir nicht passt kannst du ja gehen“.

Überstunden ohne Ende – Ausgleichszahlung oder Freizeitausgleich – Fehlanzeige! Einhaltung des Arbeitsschutzgesetzes – Fehlanzeige!

Zitat: Wir gehören zur Landwirtschaft, da gelten andere Bedingungen.

Freizeit!

Man muss schon froh sein wenn man regelmäßig einen freien Tag in der Woche bekommt.

Urlaub!

Wenn du sehr viel Glück hast, bekommst du wenigsten teilweise deinen vertraglich festgelegten Urlaub!

Äußerungen der Chefs:

Ich glaube Turnierbegleitung gehört gar nicht zur Arbeitszeit, da tust du eh nicht so viel

da brauche ich dir keinen extra freien Tag geben. Mit mir wird es keinen höheren Lohn geben, ich zahl allen das gleiche, geh zum Beerbaum da musst du für gleiches Geld noch mehr arbeiten.

Gearbeitet wird bis alles fertig ist, egal was im Vertrag steht. usw…..

Mit solchen Aussagen könnte ich mittlerweile ein Buch füllen.

Zur Zeit liegt meine Arbeitsstelle in der Nähe meiner Eltern, so dass ich Zuhause Wohnen und Essen kann, denn eine eigene Wohnung kann ich mir gar nicht leisten. Die Kaltmieten hier liegen bei 350 bis 500 € für eine kleine 2-Zimmer Wohnung, die Mieten für ein Appartement sind auch nicht viel billiger. Auf ein Auto kann ich bei diesen Arbeitszeiten auch nicht verzichten, da der Betrieb zu weit weg ist um zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren und die öffentlichen Verkehrsmittel auf meine Arbeitszeiten nun mal keine Rücksicht nehmen. Eine Wohnung oder ein Zimmer in der Nähe des Hofes ist nicht zu bekommen da er zu abgelegen ist.

Ich liebe meinen Beruf und möchte auch weiter machen, aber ich weiß nicht, ob ich mir das auf Dauer leisten kann.

Angenommen ich mache doch weiter, bin ich im Alter sicher Harz IV-Empfänger oder ein Sozialfall, da ich gar kein Geld habe um für den Ruhestand vorzusorgen.

Von den Lehrlingen die mit mir die Prüfung abgeschlossen haben, haben sich bereits mehr als die Hälfte etwas anderes gesucht. Wie soll das weitergehen?

Ich hoffe nur, das alles doch noch besser wird, da es eigentlich immer mein Traum war mit Pferden zu arbeiten und ich dies sehr vermissen würde.

Ich hoffe doch, das mein Name nicht veröffentlicht wird, da ich sonst gleich meine Kündigung bekomme.

Mit freundlichen Grüßen

n.n.

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2 Antworten zu Arbeitsalltag eines Pferdewirtes/in

  1. Ohje…das hört sich aber gar nicht gut an. Okay. Gegen die Stunden wäre ja nichts einzuwenden, wenn man denn wenigstens mehr als 1000 EUR bekommen würde. Ich finde das gar nicht gut. Kann man denn die Betriebe nicht zur Inspektion anmelden, damit die mal die Buchführung durchchecken?

  2. Dietbert Arnold sagt:

    Man/frau kann:
    1. Die Gewerbeaufsichtsämter sind für die Kontrollen der Arbeitszeiten, des Urlaubes und der Arbeitssicherheit zuständig und müssen Hinweisen auf Wunsch anonym nachgehen. Die Adressen findet Ihr hier: http://www.baua.de/cae/servlet/contentblob/677886/publicationFile/

    2. Als Mitglied der Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt bekommt Ihr Beratung und auch Rechtsschutz, um z.B. unbezahlte Überstunden, auch nach dem Betriebswechsel, einfordern zu können. Nur Mitglied der Gewerkschaft müsst Ihr schon werden. Immer nur auf andere zu warten, klappt nicht. http://www.igbau.de

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