Pferdewirtprüfung nach Mitarbeit im eigenen Betrieb?

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Zur Berufsabschlussprüfung Pferdewirt werden auch pferdeerfahrene Mitarbeiter eines Pferdebetriebes zugelassen, auch wenn sie keine Berufsausbildung durchlaufen haben. Näheres regelt § 45.2 Berufsbildungsgesetz.

  • Alexandra 28.03.2013:

Ihre Internetseite ist sehr interessant und informativ. Vielleicht können Sie mir vorab eine Frage zur Zulassung für die Abschlussprüfung zum Pferdewirt „Haltung und Service“ als Quereinsteiger beantworten. Die Unterlagen für die Antragstellung habe ich bereits ausgedruckt und mit denen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ergänzt.

Nun zu meinen Daten. Ich bin wohnhaft in B. und 41 Jahre alt. Seit 1995 halten wir (ich und mein Mann) am Hof Pferde.

Von 1999 – 2004 war mein Mann Nebenerwerbslandwirt mit Pensionspferden (15 Pferde). Zu dieser Zeit waren wir beide berufstätig und haben den Hof gemeinsam geführt. Seit 2004 vergrößerten wir unser Anwesen um einen weiteren Stall und eine Reithalle (32 Pferde).

Ab 2004 sind wir Selbständig. Bedingt durch die Geburt unseres Kindes arbeitete ich nur sozusagen Teilzeit im Betrieb mit.

Alle Arbeiten werden von uns beiden bewerkstelligt. Allerdings ist der Betrieb nur auf meinen Mann gemeldet und ich arbeite entgeldlos mit. Wie sehen Sie die Chancen auf Zulassung zur Prüfung zum Pferdewirt Haltung & Service ? Da ich bedingt durch Betrieb und Familie keine Möglichkeit habe, außerhalb eine Ausbildung zu beginnen wäre dies eine gute Möglichkeit, doch noch einen Abschluß in diesem Beruf zu bekommen.

 

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1 Antwort zu Pferdewirtprüfung nach Mitarbeit im eigenen Betrieb?

  1. Dietbert Arnold sagt:

    Hallo Alexandra,

    Du hast natürlich, wie jeder/e andere, das Recht, gem. § 45.2 Berufsbildungsgesetz zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Da heißt es im Gesetz:

    Zur Abschlussprüfung ist auch zugelassen, wer das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem die Prüfung abgelegt werden soll.

    In aller Regel halten es die Zuständigen Stellen so, dass sie die berufliche Tätigkeit nur anrechnen, wenn sie hauptberuflich und sozialversicherungspflichtig ausgeführt wurde. Bei Selbständigkeit müssen entsprechende Auszüge aus den Steuerakten vorgelegt werden. Das finde ich persönlich auch richtig, denn es darf nicht sein, dass mit ein paar Gefälligkeitsbescheinigungen plötzlich Leute Pferdewirt werden, für den andere drei Jahre hart arbeiten müssen.

    Du musst, Alexandra, die Zulassung zur Abschlussprüfung bei deiner Zuständigen Stelle beantragen. Deine bedeutet, Dein Wohnsitz. Also ist für Dich die Zuständige Stelle in Bayern zuständig. Da stellst Du den Antrag. Der/die Ausbildungsberater entscheidet über die Zulassung. Findet der/die Ausbildungsberater, dass der Fall nicht glasklar zu entscheiden ist, legt die Zuständige Stelle Deinen Antrag auf Zulassung zur Prüfung gem. §45.2 der Prüfungskommission vor. Die fällt dann eine Entscheidung. Gegen diese kannst Du, wie jeder Bürger in Deutschland, Widerspruch einlegen und/oder auch klagen.

    Eines ist mir bei dem, was Du geschrieben hast, deutlich geworden. Ein Selbstgänger ist das bei Dir sicher nicht. Ich würde eher bezweifeln, dass Du zur Prüfung zugelassen werden kannst. Wo sind die Bescheinigungen der hauptberuflichen und sozialversicherten Tätigkeiten? Der Betrieb Deines Mannes hätte Dich natürlich sozialversicherungspflichtig beschäftigen können. Aber, ich habe und werde das nie entscheiden. Ich schreibe Dir nur meine Zweifel, damit Du nicht zu optimistisch an die Sache gehst. Natürlich wünsche ich Dir, dass die Zuständige Stelle so entscheidet, wie Du es wünscht.

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